832-1028.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-520
viertes Epeisodion: 1. Die Danaiden werden mit Ent- setzen des nahenden Herolds der Ägyptiaden gewahr und flüchten zum Altare. Der Herold erscheint und herrscht die Danaiden an (832-855). 2. Kommos (856-921), eine aufgeregte Szene, in welcher der Herold die Danaiden mit Drohungen und Gewalt bewegen will ihm zu den Schiffen zu folgen. 3. Der König weist den gewalt- tätigen Herold ab, welcher vor seinem Abtreten Krieg ankündigt. Den Danaiden überläßt der König die Wahl ihres Aufenthalts (922-976). 4. Die Danaiden wollen diese Wahl ihrem Vater anheimgeben und befehlen ihren Dienerinnen neben ihnen sich aufzustellen (977-990). 5. Danaos kommt mit einer Leibwache zu- rück um seine Töchter nach Argos zu bringen (991-1028). Die Partie 832-909 ist in einer sehr verderbten Gestalt überliefert, so daß sich an mehreren Stellen kaum nur der Sinn des ursprünglichen Textes erkennen läßt. Außer Pers. 678-680 findet sich glücklicher- weise im ganzen Äschylos keine Stelle, die auch nur annähernd einen so entstellten Text hätte. Vgl.,,Über die Textüberlieferung des Aschylos" in den Sitzungsb. der Münch. Ak. d. W. 1888 II S. 347 f.
1019.
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αἶσχος
ἡμῖν,
ἡδονὴν
δ᾽
ἐχθροῖς: vgl. Pers. 1034
λυπρά,
χάρματα
δ'
ἐχθροῖς, Hom. 4 51
δυσμενέσιν
μὲν
χάρμα,
κατηφείην
δὲ
σοὶ
αὐτῷ, Soph. Ant. 646
αὑτῷ
πόνους
φῦσαι,
πολὺν
δὲ
τοῖσιν
ἐχθροῖσιν
γέλων, Dio Cass. XXXVIII 23, 1
γέλωτα
τοῖς
ἐχθροῖς,
αίσχος
δὲ
τοῖς
οἰκείοις
παρέχειν.
1021.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-625
διδοῖς,
διδοῖ sind epische Formen.
1022.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-626
οἰκεῖν hängt von
διδοῖ ab.
λάτρων
ἄτερθεν, ohne Entgelt. Vgl. Eustath. S. 1246, 9
ὡς
καὶ
λάτρον
ὁ
ῥηθεὶς
μισθὸς
ἐλέγετο,
δηλοῦσιν
οἱ
παλαιοί.
εὐπετῆ
τάδε, per- commoda haec sunt, d. h. die Wahl der Wohnung bietet keine Schwierig- keit. Vgl. Eur. Phoen. 680
πάντα
δ᾽
εὐπετῆ
θεοῖς.
1023-1024.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-627
ἐπιστολάς,
ἐντολάς, in diesem Sinne immer bei Äschylos.
τὸ
σωφρονεῖν, die Keuschheit Diese Mahnung gilt der Hyper- mestra, welche sich durch die Liebe zu Ungehorsam verleiten läßt.
1025-1026.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-628
D. i.,,mache dir um alles andere, nur nicht um unsere Keuschheit Sorge". Vgl. Soph. Ant. 1179
ὡς
ὧδ᾽
ἐχόντων
τἄλλα
βουλεύειν
πάρα, Eur. Heraklid. 693
ὥς
μ᾽
οὐ
μενοῦντα
τἄλλα
σοι
λέγειν
πάρα, Plaut. Mil. Gl. III 3, 60 faciemus: alia cura.
1027.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-629
νέον: zu 344. — Wegen des Mangels der Cäsur zu 406. Weil verbessert den Rhythmus mit
θεοῖς
γὰρ
εἴ
τι
μὴ
βεβούλευται
νέον.
1028.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-630
,,Ich werde die Fußspuren, die mein Sinn in den Boden ge- drückt hat, nicht zerstören“, d. h. ich werde der bisher gezeigten Denkweise nicht untreu werden".
1029.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-631
Exodos (in ursprüng- licher Weise ein Chorgesang). Der Anfang kennzeichnet den Gesang als Abzugslied; aber durch die Teilnahme der Dienerinnen, welche für die Rechte der Aphrodite ein- treten (etwa wie der Diener im Anfang des Euripideischen Hippo- lytos), wird auf einen späteren Kon- flikt und auf die folgende Hand- lung der Trilogie hingewiesen. Das erste Strophenpaar gehört dem Hauptchor der Danaiden, das zweite dem Nebenchor der Dienerinnen (988, 1033). Im dritten wechseln die beiden Chöre (wahr- scheinlich die beiden
κορυφαῖοι) miteinander ab; das letzte Strophen- paar singen die beiden Chöre vereint.
1029-1030.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-632
ἴτε
μάν, nun aber ziehet hin", vgl.
ἄνα
γε
μάν Cho. 961.
ἀστυάνακτας
πολιούχους
τε
καὶ
οι
κτἑ., die Götter der Stadt, der Burg und des Landes. Vgl. Ag. 88
πάντων
δὲ
θεῶν
τῶν
ἀστυνόμων,
ὑπάτων
χθονίων,
τῶν
τε
θυραίων
τῶν
τ᾿
ἀγοραίων.
γαναέντες (in der Handschrift
γανάεντες), „feiernd". Diese Form setzt eine unbekannte Form
γανάημι voraus. Vgl.
δαέντες,
ἀέντες. Pauw hat dafür
γανάοντες gesetzt. Bei Homer finden sich die Formen
γανόωντες (
γανάοντες),
γανόωσαι (
γανάουσαι) im Sinne von glänzend, prangend. Hesych. bietet
γανεῖν·
λευκαίνειν und
γανάσσαι·
σμῆξαι,
ἡδῦναι. Die Maskulinform kann stehen, weil auch Männer im Zuge sind, Danaos und seine Leib- wache.
1031-1032.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-633
καὶ
οἳ. .
περιναίουσιν (30 Marckscheffel für
περιναίετε, wel- ches durch unrichtige Beziehung auf die angeredeten Personen ent- standen ist) zur Abwechslung für
καὶ
περιναίοντας. Über den Fluß Erasinos vgl. Strab. VIII 371
ἄλλος
δὲ
ποταμὸς
Ερασῖνος
ἐν
τῇ
Αργείᾳ
ἐστιν·
οὗτος
δὲ
τὰς
ἀρχὰς
ἐκ
Στυμφάλου
τῆς
Αρκαδίας
λαμβάνει
καὶ
τῆς
ἐκεῖ
λίμνης
τῆς
καλουμένης
Στυμφαλίδος
δύντα
δ᾽
ὑπὸ
γῆς
φασὶ
τὸν
ποταμὸν
τοῦτον
ἐκπίπτειν
εἰς
τὴν
Αργείαν
καὶ
ποιεῖν
ἐπίρρυτον
τὸ
πεδίον. Von dem unterirdischen Lauf des Erasinos spricht auch Herod. VI 76, Paus. II 24, 7, Ov. Met. XV 275 f., Plin. H. N. II 103. Curtius Pelop. II S. 340:,,Unter dem Höhlen- berge Chaon springt mit reicher Wasserfülle ein Fluß hervor, in welchem die Alten, die den unter- irdischen Wasserverbindungen so aufmerksam nachforschten, einen Abfluß des Stymphalischen Sees erkannten. Nach dieser Ansicht fließt also das Wasser vom Ape- lauron bis zum Chaon 200 Stadien weit durch die dunklen Berggänge um hier als Küstenfluß Erasinos emporzutauchen und in kurzem Laufe die Niederung zu befruchten." Der für geographische Merkwür- digkeiten eingenommene Dichter scheint gerade deshalb den Erasinos zu nennen und auch weil er in der Nähe der Stelle floß, WO die Danaiden ans Land gestiegen sein sollten.
1033.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-634
ὑποδέξασθε, excipite, d. i. setzet den Gesang fort.
ὀπαδοί wie 965
φίλαις
ὀπάοσιν.
1036.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-635
προχοάς von der Mündung wie Hom. P 263
ἐπὶ
προχοῇσι
διιπετέος
ποταμοίο,
ε 453, Solon Fragm. 28
Νείλου
ἐπὶ
προχοῇσι, Aristoph. Wo. 272
Νείλου
προχοαῖς. Vgl. oben zu 3.
1037.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-636
ποταμοὺς
δὲ (
σέβωμεν), nicht
ποταμούς
τε wegen des Gegen- satzes zu
Νείλου. Die
1038.
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Hesych.
θέλεμον
ἥσυχον und
θελέμως·
ἡσύχως. —
πολύτεκνοι: Schol.
πολυτεκνίας
πρόξενοι. Flüsse sind
κουροτρόφοι (zu 287), und wenn man
πολύτεκνοι in diesem Sinne auffaßt, wird diese Eigen- schaft der argivischen Flüsse her- vorgehoben im Gegensatz zu den 867 ff. gerühmten Vorzügen des Nil. Aber wahrscheinlich ist
πολύτεκνοι im Hinblick auf Prom. 142
τῆς
πολυτέκνου
Τηθύος
ἔκγονα von den Bächen und Kanälen zu verstehen, welche die Kinder der Flüsse sind, und auf die reiche Bewässerung des argivischen Landes zu beziehen, die in der Sage auch mit Danaos in Verbindung gebracht wurde. Vgl. Soph.
Ο.
Κ. 685
οὐδ᾽
ἄυπνοι
κρῆναι
μινύθουσιν
Κηφισοῦ
νομάδες
ῥεέθρων
κτἑ.
1039-1040.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-638
λιπαροῖς
χεύμασι, mit be- fruchtendem Naß. Vgl. den Ge- brauch von
λιπαίνειν Eur. Hek. 454
φασὶν
Απιδανὸν
γύας
λιπαίνειν.
μειλίσσειν, dem Boden wohltun, den durstigen Boden tränken.
1041.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-639
ἐπίδοι wie 1.
ἁγνή: die jungfräuliche Artemis ist am ersten berufen die Jungfrauen zu schützen. Vgl. 155. Hippolytos, der Wider- sacher der Aphrodite, ist der Freund der Artemis.
1043.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-640
τέλος (so Weil für
γάμος)
Κυθερείας, d. i.
γαμήλιον
τέλος, die Weihe der Liebesgöttin, die Hoch- zeit. Vgl.
τέλος
θαλεροῖο
γάμοιο Hom. v 74.
Κυθερεία heißt Aphro- dite schon Hom. 9 288, Hes. Theog. 198 (
ὅτι
προσέκυρσε
Κυθήροις). Die Insel Kythera, eine alte Kolonie der Phönizier, war wie Zypern (
Κύπρις) ein Mittelpunkt des orien- talischen Aphroditekultus (Astarte).
1044.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-641
στυγερών (für
στύγειον Hermann, vielleicht ist
στυγίων vorzuziehen)
ἆθλον, meinen Feinden wünsche ich solche Not. Vgl. zu 381. Mit
ἆθλον vgl. Soph. Phil. 508
δυσοίστων
πόνων
ἆθλα. Die Änderung
στύγιον (oder
στυγερόν
πέλει
τόδ'
ἄθλον gibt einen matten Gedanken.
1045.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-642
In dem zweiten Strophen- paar fordern die Dienerinnen, ihren Herrinnen widersprechend, daß man der Aphrodite als einer mäch- tigen und segensreichen Göttin die ihr gebührende Ehre schenke, und in dem Gefühl, daß die Danaiden (wie (wie Hippolytos bei Euripides) die Artemis auf Kosten der Aphrodite feiern, geben sie trüben Ahnungen Ausdruck. Da- mit deutet der Dichter die Nieder- lage der Argiver (1054f.) und den Vollzug der Ehe (1060 ff.) an.
θεσμὸς
ὅδε, Schol.
ὁ
τοῦ
ὑμετέρου (vielmehr
ἡμετέρου)
ὕμνου
νόμος: ,, Gegen Kypris ist nicht unehr- erbietig unsere verständige Weise; diese Göttin ist mächtig, stiftet Segen, spendet Wonne, wenn sie nur das rechte Maß einhält."
1046.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-643
σὺν
Ἥρα: als Stifterin des Ehebundes ist Aphodrite der Hera als Ehegöttin (
Ηρα
τελεία) gesellt. Vgl. Eum. 214
ἦ
κάρτ᾽
ἄτιμα
Ηρας
τελείας
καὶ
Διὸς
πιστώματα·
Κύπρις
δ᾽
ἄτιμος
τῷδ᾽
ἀπέρριπται
λόγῳ,
ὅθεν
βροτοῖσι
γίγνεται
τὰ
φίλτατα.
1047-1048.
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Das listenvolle Spiel der Göttin hat in der Fortpflanzung des menschlichen Geschlechts ernste Bedeutung.
1049.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-645
Der Gedanke aber auch die Wonne, welche die Göttin ge- währt, ist eine schöne Gabe, wenn sie mit Maß genossen wird" wird in seine Teile zerlegt. ·
μετάνοινοι: Schol.
κοινωνοί.
φίλα
ματρί: wie Eros Sohn der Aphrodite ist, so können auch Pothos und Himeros, welche dem Eros zur Seite stehen, und Peitho als deren Kinder ange- sehen werden. Diese vier bilden mit den Chariten das Geleite der Göttin. Vgl. Hom.
Ξ 214
ἦ (nämlich
Αφροδίτη),
καὶ
ἀπὸ
στήθεσφιν
ἐλύ-
σατο
κεστὸν
ἱμάντα
ποικίλον,
ἔνθα
τέ
οἱ
θελκτήρια
πάντα
τέτυκτο·
ἔνθε
ἔνι
μὲν
φιλότης,
ἐν
δ᾽
ἵμερος,
ἐν
δ᾽
ὀαριστὺς
πάρφασις,
ἤ
τ'
ἔκλεψε
νόον
πύκα
περ
φρονεόντων. a (fehlt in der Handschrift, von Wellauer eingesetzt)
τ'
οὐδὲν
ἄπαρνον
τελέθει (der nichts versagt wird)
θέλκτορι
Πειθοῖ für
θέλκτωρ
τε
Πειθώ,
οὐδὲν
κτέ. Vgl. Sieb. 540
ὃν
λέγεις
τὸν
᾿Αρκάδα. Mit
θέλκτωρ vgl.
πράκτορες
αἵματος Eum. 320 von den Erinyen,
τύχη
σωτήρ Ag. 669,
γέννας
πενθητῆρος Pers. 949.
δέδοται
ψεδυρᾶς
τρίβου (in der Handschrift
ψεδυρα
τρίβοι)
τ᾽
ἐρώ-
των: Schol.
ἡ
Αρμονία
μετέχει
τῆς
Αφροδίτης, „, der Harmonia ist An- teil gegeben an Aphrodite und an dem flüsternden Kosen der Liebes- götter". Da Harmonia die Personi- fikation der Ordnung und des Eben- maßes ist, so wird damit gefordert, daß mit dem Genuß der Liebe Maß und Ordnung verbunden sei. Vgl. Eur. Med. 627
ἔρωτες
ὑπὲρ
μὲν
ἄγαν
ἐλθόντες
οὐκ
εὐδοξίαν
οὐδ᾽
ἀρετὰν
παρέδωκαν
ἀνδράσιν·
εἰ
δ᾽
ἅλις (d. i.
μετρίως)
ἔλθοι
Κύπρις,
οὐκ
ἄλλα
θεὸς
εὔχαρις
οὕτως, Iph.
Α. 554
εἴη
δέ
μοι
μετρία
μὲν
χάρις,
πόθοι
δ'
ὅσιοι
καὶ
μετέχοιμι
τᾶς
Αφροδίτας,
πολλὰν
δ᾽
ἀπονείμαν. Nach Hes. Theog. 937 ist Harmonia, die Gattin des Kadmos, Tochter der Aphro- dite. Vgl. Hom. Hymn. II 16
αὐτὰρ
ευπλόκαμοι
Χάριτες
καὶ
εύφρονες
Ωραι
Αρμονίη
θ'
Ήβη
τε
Διός
θυγάτηρ
τ'
Αφροδίτη
ὀρχεῦντ᾽
ἀλλή-
λων
ἐπὶ
καρπῷ
χεῖρας
ἔχουσαι.
Ζυ
ψευρᾶς vgl. Hesych.
ψέδυρος·
ψίθυρος (deshalb steht in der Hand- schrift über
δ von
ψεδυρα ein 1).
1054.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-646
,,Ich sehe für euch Flücht- linge Feindschaft, schlimme Leiden und blutige Kämpfe voraus. Sonst hätten die Ägyptiaden nicht gün- stige Fahrt in schnellsteuernder Verfolgung erwirkt. (Man erkennt daran die Bestimmung des Schick- sals und) die Bestimmung des Schicksals erfüllt sich Zeus läßt sich nicht berücken und das Ende von dieser Sache wird sich den vielen Heiraten früherer Frauen anreihen (d. h. ihr werdet schließ- lich heiraten wie viele andere Frauen vor euch).
1054-1055.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-647
φυγάδεσσιν: zu 788.
ἐπιπνοίας, zornmütiges Heran- schnauben (Kruse), erbitterte An- griffe, vgl.
μαινόμενος
δ᾽
ἐπιπνεῖ ..
Αρης Sieb. 330.
προφοβοῦμαι wie
προταρβῶ Sieb. 319.
1056-1057.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-648
Schol.
δέδοικα,
ὅτι
εὐ-
πλοίας
ἔτυχον,
μὴ
καὶ
τὸ
τοῦ
γάμου
τύχωσιν.
ἔπραξαν: vgl. Eur. Or. 355
θεόθεν
πράξας
ἅπερ
ηὔχου und zu 782. Mit
ταχυπόμποισι vgl.
εὔπομπος vom glücklichen Lenker des Staatsschiffes Soph. O. T. 696,
ναὸς
ἀκοπόμπου Eur. Iph.
Τ. 1136.
1058.
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tó, tovto: zu 362. Zum Gedanken vgl. Cho. 102
τὸ
μόρσιμον
γὰρ
τόν
τ'
ἐλεύθερον
μένει
καὶ
τὸν
πρὸς
ἄλλης
δεσποτούμενον
χερός, Soph.
Αnt. 1337
πεπρωμένης
οὐκ
ἔστι
θνητοῖς
συμφορᾶς
ἀπαλλαγή, Hom.
Ζ 488
μοῖραν
δ᾽
οὔ
τινα
φημὶ
πεφυγμένον
ἔμμεναι
ἀνδρῶν,
οὐ
κακὸν
οὐδὲ
μὲν
ἐσθλόν,
ἐπὴν
τὰ
πρῶτα
γένηται, Pind. Pyth. XII 30
τό
γε
μόρσιμον
οὐ
παρφυκτόν. Wie das Folgende zeigt, fällt hier die Bestimmung des Schicksals mit dem Willen des Zeus zusammen wie Eum. 1046
Ζεὺς
ὁ
πανόπτας
οὕτω
Μοϊρά
τε
συγκατέβα.
1059-1060.
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παρβατός, wie auch
παρ-
βασία,
παρβαίνειν,
πὰρ
Διὸς
θρόνοις bei Aschylos vorkommt. Zum Ge- danken_vgl. Prom. 569
οὔποτε
τὰν
Διὸς
ἁρμονίαν
θνατῶν
παρεξίασι
βουλαί, Hom.
ε 103
οὔπως
ἔστι
Διὸς
νόον
αιγιόχοιο
οὔτε
παρεξελθεῖν
ἄλλον
θεὸν
οὔθ᾽
ἁλιῶσαι, Hesiod Theog. 613
ὣς
οὐκ
ἔστι
Διὸς
κλέψαι
νόον
οὐδὲ
παρελθεῖν.
ἀπέρατος, undurchdringlich.
1060-1061.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-651
Schol.
μετὰ
ἄλλων
πολλῶν
γάμων
γυναικῶν
καὶ
οὗτος
τελε-
σθήσεται, was vielen anderen Frauen bisher (
προτερῶν) begegnet ist, wird schließlich auch dein Los sein". Zu
πέλοι ergänzt sich
ἄν aus 1058, da
Διὸς . .
ἀπέρατος nur als Parenthese zu betrachten ist. Vgl. Cho. 593
τίς
λέγοι (
ἄν) nach
ἂν
φράσαι 590. Es ist also nicht nötig mit Weil
μετ᾽
ἂν
ἄλλων zu schreiben.
1063-1064.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-652
Heftig erwidern die Da- naiden die vorhergehenden ihnen unangenehmen Worte der Diene- rinnen.
ἀπαλέξαι: wenn es nicht ursprünglich
απαλέξοι geheißen hat, so stellt sich diese Aoristform neben die Futurform
ἀλέξομαι, welche sich z. B. Soph. O. T. 171, 539 findet. Beide Formen beruhen, wie etwa die Form,,frug", auf falscher Ana- logie; die richtigen Formen sind
ἀλεξήσω(
ομαι),
ἠλέξησα(
άμην). Die Form
ἀπαλέξασθαι ist auch Soph. Ai. 166 überliefert und
ἀλέξασθαι findet sich schon bei Homer, wenn die Überlieferung richtig ist (
άλε-
ξέμεναι?
ἀλέξεσθαι?). Als Aorist- form könnte hier
ἀπαλάκοι stehen. Mit
γάμον
Αἰγυπτογενῆ (Verheira- tung mit den Sprossen des Ägyp- tos) vgl. Ausdrücke wie
γάμον
δυσάνορα 1074,
γυναικοπληθὴς
ὅμιλος Pers. 126,
γηγενῆ
μάχην Eur. Ion
τετρασκελῆ
κενταυροπληθῆ
πόλεμον Heraklid. 1272.
1065-1066.
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το wie 1058. Die Form
βέλτατος auch Eum. 490 wie
βέλτερος unten 1080, Sieb. 324, Fragm. 309, 3. Der Gedanke ist:,,Das wäre wohl das Beste; du aber dürftest einen besänftigen, der nicht be- sänftigt werden kann", d. h.,,dein Flehen aber dürfte an dem Rat- schlusse Gottes nichts ändern". Du sprichst, als ob
1067.
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D. i. 29 du die Zukunft genau wüßtest. Wer hat dir gesagt, daß ich dieser Heirat nicht entgehen kann?“
1068-1069.
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,,Wie sollte man von mir erwarten, daß ich in die Tiefe des Sinnes von Zeus blicke? Das wäre ein Blick in eine grundlose Tiefe", d. i.,,allerdings kann ich die Ge- heimnisse der Zukunft und die Ratschlüsse der Gottheit nicht durchschauen". Vgl. Hom.
ψ 81
μαῖα
φίλη,
χαλεπόν
σε
θεῶν
αἰει-
γενετάων
δήνεα
εἴρυσθαι,
μάλα
περ
πολύϊδριν
ἐοῦσαν, Verg. Aen.
Χ 501 nescia mens hominum fati sortisque futurae.
Δίαν wie 545.
ὄψιν
ἄβυσσον ist Akk. des inneren Ob- jekts, steht aber als nachträglicher Zusatz wie eine Apposition zum Inhalt des Satzes. Das Gesetz, daß wer die Strophe vorträgt, auch die Antistrophe singt, wird hier nur zum Scheine verletzt, weil doch alle Verse das gleiche Versmaß (zwei Ionici) haben, die V. 1063 f. also auch = 1070f. und 1065 f. 1068f. sind.
1070.
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Dann sprich groß in magvollen Worten" (für
αὔχει hat die Handschrift svxov), d. h.,, dann nimm den Mund nicht so voll und bediene dich maßvoller Ausdrücke. Welche Lehre, die durch die Um- stände geboten ist, (welche heil- same Lehre) sollen eigentlich deine Worte (
σὺ
δὲ
θέλγοις
ἂν
ἄθελκτον) für mich enthalten?" Über die Fügungen der Gottheit dich nicht zu sehr zu ereifern", d. h.,, in die Fügungen der Gottheit dich mit Zu Ergebenheit zu schicken".
καιρόν vgl. Eur. Andr. 484
φρενὸς
αὐτοκρατοῦς
ἑνός,
ἃ
δύνασις
ἀνά
τε
μέλαθρα
κατά
τε
πόλιας,
ὁπόταν
εὑρεῖν
θέλωσι
καιρόν. —
μηδὲν
ἀγάζειν erklärt der Schol. mit
λίαν
ἐξετάζειν und so deuten manche die Worte ,, vorwitzig ausforschen",,, peinlich ergründen" (Theogn. 401 undèv
ἄγαν
σπεύδειν·
καιρὸς
δ᾽
ἐπὶ
πᾶσιν
ἄριστος
ἔργμασιν
ἀνθρώπων). Aber wie
βιάζειν von
βία, so ist
ἀγάζειν von
ἄγη (zu 170) gebildet und Hesych. erklärt
ἀγάζει mit
ἀγανακτεῖ,
βαρέως
φέρει. Es ist also
τὰ
θεῶν
μηδὲν
ἀγάζειν ungefähr s. v.a.
μὴ
ἐπιφθόνως
ἔχειν
πρὸς
τὰ
θεῶν. Die Dienerinnen verweisen ihren Herrinnen das Entsetzen, welches diese mit
ὁ
μέγας
Ζεὺς
ἀπαλέξαι
κτέ. zu erkennen gaben, als sie den Willen der Gottheit und die Be- stimmung des Schicksals ver- kündeten.
1073.
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Ein Gebet an Zeus, vo beiden Chören zusammen gesungen, beschließt in feierlicher Weise das Stück.
ἀποστεροίη, möge fern- halten.