941-995.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-605
θρῆνος der Antigone und Ismene. Antigone steht an der Leiche des Polynikes, Ismene an der des Eteokles. Der Gesang besteht aus vier Teilen; im ersten und dritten entspricht immer die Partie der Ismene der Partie der Antigone, im zweiten Teile besteht außer dieser Responsion noch die Responsion eines größeren Strophen- paares, das mit einem Ephymnion der beiden Schwestern schließt; im letzten Teile entsprechen sich zwei Verse, die wieder von Antigone und Ismene gemeinsam gesungen werden, und zwei Verse, von denen der eine der Antigone, der andere der Ismene gehört. Eine ähnliche Gestalt der Responsion findet sich nur noch Eur. Androm. 1197 ff.
949.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-608
κατακτάς auch Eur. Alk. 3 und 696, Iph. T. 715, Hom. X 323.
952.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-609
μαίνεται, vgl.
Θυιάς 821.
953.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-610
ἐν (für
ἐντὸς Burney) ad- verbiell vor
δέ wie Soph.
Ο.
Τ. 182, Trach. 207, hier wohl im Sinne von
ἐντός.
954.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-611
πάνδυρτε für
πανδάκρυτε Ritschl um des Versmaßes willen; Pers. 943 und 946 ist
πάνδυρτον für
πανόδυρτον hergestellt worden. Die Tragiker bedienen sich der Form
δύρομαι um des Versmaßes willen. Hermann schreibt
δακρυτέ, welches vielleicht um der genaueren Responsion willen vorzuziehen ist.
960.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-612
ἄχεα
δοιὰ (für
ἀχέων
τοίων Hermann)
κτέ. „, doppelter Jammer hier bei uns".
961.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-613
πέλας
ἀδελφέ
ἀδελφῶν (für
πέλας
δ'
αΐδ'
ἀδελφαὶ
ἀδελφῶν Hermann und Heimsöth): Ver- schwisterter Jammer bei Geschwi- stern" d. h. Jammer der Schwestern bei den Brüdern. Die jonische Form
ἀδελφεός,
ἀδελφεή auch Soph.
Ο.
Κ. 535,
Ο.
Τ. 160 in melischen Partien.
962.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-614
Mit
βαρυδότειρα vgl.
ὀλβό-
δειρα Eur. Bakch. 419,
υπνοδότειρα Or. 175.
963-964.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-615
Nach
Οἰδίπου geben die Handschriften hier wie 978
σκιά, getilgt von Weil. Nicht der Schat- ten, sondern der Fluch des Ödipus ist der machtvolle Rachegeist. So erhält
Ερινύς das ihm zugehörige Epitheton
πότνια (vgl. 871, Eum.
μέλαινα: zu 682.
σθενής wie 70.
μεγα
967-968.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-616
Traurigen Anblick von Leiden hat er von der Fremde her mich schauen lassen".
τῇδ'
ἐδείξατ'
ἐκ
φυγᾶς für
ἐδείξατ'
ἐκ
φυγᾶς
ἐμοί (
ἐμοί scheint als Er- klärung zu
τῇδε in den Text ge- kommen zu sein). Paley vermutet
ἔδειξας.
969.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-617
ὅδ' und
κατακτενῶν für
οὐδ' und
κατέκτανεν Halm.
970.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-618
συθείς (für
σωθείς Stanley) s. v. a.
ἱκόμενος. Mit „, der kam um zu töten, gekommen aber ist er getötet worden" wird der tragische Glückswechsel (Peripetie) betont.
971-972.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-619
ὤλεσε (nämlich
πνεῦμα)
δῆτα,
ναί.
τόνδε
δ'
ἐνόσφισεν (nim- lich
πνεύματος) für
ἀπώλεσεν
δῆτα
καὶ
τόνδ'
ἐνόσφισεν Hermann. Weil zieht
ὤλεσε
δῆθ᾽
ὅδε .
τόνδε
δ'
νοr.
973-974.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-620
μένος (für
γένος Weil) die Wut und der Drang des Handelns, sodaß
πάθος einen Gegensatz dazu bildet wie 945f. (
τάλαν
πάθος für
τάλανα
καὶ
παθόν oder
τάλανα
παθόν oder
τάλαν
καὶ
πάθος Schütz).
975-976.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-621
Der Text hat, wie das Versmaß zeigt, gelitten. Vielleicht
ΑΝ.
διερὰ
κήδε'
ὁμαίμονα (
ὁμαί-
μονα C. G. Haupt).
ΙΣ.
τρίπολα
πήματα
τλαμόνων: „, Tränenfeuchte Trauer um Blutsverwandte. Immer wieder beklagtes Weh der Unglücklichen". Sowohl
δύστονα wie
δίυγρα könnte Glossem
διερά sein, vgl.
τὸ
διερόν (
αίμα) Eum. 263,
διεροις
μέλεσιν Aristoph.
δ. 213.
Ζη
τρίπολα (eig. drei- mal gepflügt") vgl. Soph. Ant. 858
πατρὸς
τριπόλιστον
οἶκτον, Phil. 1238
δις
ταὐτὰ
βούλει
καὶ
τρὶς
ἀναπολεῖν
μὲ
ἔπη. Hermann schreibt
δίπονα für
δύστονα und
δίυγρα
πήματα
παλμάτων.
977.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-622
Schol.
τὸ
ἐφύμνιον.
ταὐτὰ
δὲ
λέγει
ὡς
βαρέως
φέρων.
980.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-623
σύ
τοί
νιν (so bietet eine jüngere Handschrift für
σὺ
τοίνυν)
κτέ., du kennst sie (die Erinys) aus Erfahrung.
διαπερῶν, über- stehend, durchmachend (Schol.
διαβὰς
αὐτήν), vgl.
μόχθους
διε
πέρασε Eur. Herk. 830.
981.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-624
Und du kennst sie, da du sie ebenso früh (wie der Bruder) kennen gelernt hast." Jüngere Handschriften geben
ὕστερον (Blay- des vermutet
οὐ
μεθύστερον oder
οὐδὲν
ὑστερεῖς).
982.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-625
ἐπεὶ
κατῆλθες schließt sich an
διαπερών (980) an.
983.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-626
Schol.
ἀντιστάτης
τῷ
Ετεο-
κλεί.
988.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-627
Nauck vermutet
πόλει für
χθονί, da diese zwei Wörter häu- fig vertauscht werden.
989.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-628
Die Erklärung
πρὸ
πάντων
δ᾽
ἐμοί steht in den Handschriften nach xoví im Text (G. C. Haupt hat dieselbe ausgeschieden).
990.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-629
ἰω
δύστανε
τῶν
κακῶν (gen. relat.) für
τω
ἰὼ
δυστάνων
κακῶν um des Versmaßes willen. Die Bei- schrift
Ετεόκλεις
ἀρχηγέτα, welche im cod. Med. am Rande steht, entspricht nicht dem Sinne, da Antigone vielmehr den Polynikes beklagt.
991.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-630
πολυστονώτατε Weil für
πολυπονώτατοι. Robortello
πολυ-
στονώτατοι, aber auch Ismene wird, wie vorher Antigone, nur den einen Bruder (Eteokles) anreden.
992.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-631
δαιμονᾶν, unter der Ein- wirkung einer höheren Macht stehen und blind in sein Verderben gehen. Vgl. Cho. 564
δαιμονᾷ
δόμος
κακοῖς, Eur. Phoen. 888
ὡς
δαιμονῶντας
κἀνατρέψοντας
πόλιν (die Söhne des Ödipus).
993.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-632
σφε
ποῦ ist für
που
σφε, wie die Handschriften bieten, um der Responsion mit dem folgenden Verse willen gesetzt. Schol.
εἰς
ποῖον
τῆς
γῆς (des Landes)
τόπον.
994.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-633
Schol.
ὅπου
τιμιώτατον
μέ-
ρος (nämlich
χθονός). Der Hiatus ist statthaft bei der Interjektion,
995.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-634
δώ ist für
ιώ
ιώ gesetzt. Andere verdoppeln statt dessen nach jüngeren Handschriften lo in Für
πῆμα erwartet man
μνῆμα (oder
πτώμα). Vgl. Eur. Hik. 937
ποῦ
δῆτα
θήσεις
μνῆμα
τῷδε
χωρίσας;
πατρὶ
πάρευνον, Schol.
παρὰ
τὴν
εὐνὴν
τοῦ
πατρός: wir werden sie im Grabe betten neben der Ruhestätte des Vaters. Äschylos folgt der epischen Über- lieferung, nach welcher Ödipus in Theben gestorben und begraben ist. Nach Paus. I 28, 7 suchte man die Homerische Sage und das
μνῆμα
Οἰδίποδος in Athen dadurch in Einklang zu bringen, daß man eine Übertragung der Gebeine annahm. Über andere
Οιδιπόδεια berichtet der Schol. zu Soph. O. K. 91. -
996.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-635
Uber diese Schlußpartie s. Einl. S. 10 f. Das
996-997.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-636
Schol.
τὰ
δόξαντα
τοῖς
προ-
βούλοις
ἀπαγγείλαί
με
χρή. Präsens
ἀπαγγέλλειν weist darauf hin, daß der Herold sein bleiben- des Amt, nicht bloß einen vor- übergehenden Auftrag angeben will. Demnach wird
δοκοῦντα
καὶ
δόξαντα frühere wie gegenwärtige Be- schlüsse", "nicht was der Rat des Volkes beschlossen hat und was als Beschluß feststeht" bedeuten. W. Headlam vermutet
δόξαντα
καὶ
δόξοντ', Weil will die Worte um- stellen:
δόξαντα
καὶ
δοκοῦντ᾽. Nach Aristot. Pol. VI 15 und VII 8 bezeichnete man mit
πρόβουλοι den Rat in oligarchischen, mit
βουλή den in demokratischen Staaten. Wie aus 1016f. hervorgeht, denkt sich der Dichter, daß dieser Rat nach dem Tode des Regenten provisorisch die Herrschaft ausübt, wie das Kollegium, welches vor der Herr- schaft der 400 in Athen die Ge- schäfte leitete, aus 10
πρόβουλοι bestand (Lys. XII 65, Aristot. Ath. pol. 29). Ebenso wird das Synedrion auf dem Isthmus, welches die vor- bereitenden Maßregeln für den Krieg gegen die Perser zu treffen hatte, von Herod. VII 172
πρόβουλοι
τῆς
Ἑλλάδος genannt.
998-999.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-637
ἐπ᾽
εὐνοία
χθονός (in Liebe zum Vaterlande) wie
τάδε
δὲ
μένο-
μεν
ἐπ᾿
ἐλπίσιν Soph. Trach. 951. Dazu gehört ein Wort wie
θανόντα, weshalb der V. 1002, welcher sich in der Form
τέθνηκεν
οὗπερ
τοῖς
νέοις
θνήσκειν
καλόν an
ἱερῶν
πατρώων
ὅσιος
ὢν
μομφῆς
ἄτερ an- schließt nach
πατρώων ist nach- träglich im cod. Med.
δ' eingefügt), hierher versetzt ist. Vgl. Soph. Ant. 194
Ετεοκλέα
μέν,
ὃς
πόλεως
ὑπερμαχῶν
ἔλωλε
τῆσδε,
πάντ'
ἀριστεύσας
δόρει,
τάφῳ
τε
κρύφαι
κτέ.
Ζυ
ούπερ
τοῖς
νέοις
θνῄσκειν
καλόν (,,auf dem Feld der Ehre") erinnert der Schol. an Hom. M243
εἷς
οἰωνὸς
ἄριστος
ἀμύνεσθαι
περὶ
πάτρης.
1000-1001.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-638
στέγων: Schol.
εἴργων. Vgl. zu 202. Der Ausdruck
θά-
νατον
είλετ'
ἐν
πόλει ist unge- schickt. Man hat dafür
ἐν
πύλαις (Francken), besser
έν
πάλῃ (Stadt- müller) vermutet. Da aber der Ge- danke' schon mit
ἐπ᾿
εὐνοίᾳ .
καλόν (998f.) angegeben ist, so entsteht der Verdacht einer Inter- polation, zumal da auch der Aus- druck
ἱερῶν
πατρῴων
ὅσιος
ὤν nicht ganz klar ist (,,in Bezug auf die heimischen Heiligtümer rein von Sünde, nicht wie Polynikes 1008 f. mit Schuld gegen die Götter des Landes behaftet").
1004.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-639
Vgl. Soph.
Αnt. 198
τὸν
δ᾽
αὖ
ξύναιμον
τοῦδε,
Πολυνείκη
λέγω,
ὃς
γῆν
πατρώαν
καὶ
θεοὺς
τοὺς
ἐγγενεῖς,
φυγάς
κατελθών,
ἠθέλησε
μὲν
πυρὶ
πρῆσαι
κατ᾿
ἄκρας
τοῦτον
πόλει
τῇδ᾽
ἐκκεκήρυκται
τάφῳ
μήτε
κτερίζειν
μήτε
κωκῦσαί
τινα,
ἐᾶν
δ᾽
ἄθαπτον
καὶ
πρὸς
οἰωνῶν
δέμας
καὶ
πρὸς
κυνῶν
ἐδε-
στὸν
αἰκισθέν
τ'
ἰδεῖν, Eur. Phoen. 1628
τόνδε
δ᾿
ὃς
πέρσων
πόλιν
πατρίδα
σὺν
ἄλλοις
ἦλθε,
Πολυνεί
κους
νέκυν
ἐκβάλετ᾽
ἄθαπτον
τῆσδ᾽
ὅρων
ἔξω
χθονός.
1005.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-640
βαλεῖν, nämlich
ἔδοξε (1000, vgl. 1011) oder auch
ἐπέσταλται (1003).
ἁρπαγὴν
κυσίν nach dem Homerischen
ἑλώρια
τεύχε
κύνεσσιν
οἰωνοῖσί
τε
πᾶσι (44). Vgl. Soph.
Αi. 830
ῥιφθῶ
κυσίν
πρόβλητος
οἰωνοῖς
θ᾽
ἕλωρ, Eur.
Εl. 896
θηρ-
σὶν
ἁρπαγὴν
πρόθες.
1006.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-641
ὄντα
ἀναστατῆρα: er war der Zerstörer des Landes, soviel auf ihn ankam, ist also dessen schuldig. Die leichte Änderung von Vierke
ὄντ᾽
ἂν
ἀνστατῆρα trägt zwar dem folgenden hypothe- tischen Satz Rechnung, schwächt aber den Grund des verweigerten Begräbnisses ab. Eine geringere Handschrift bietet
Καδμείας und
Καδμεία
χθών ist ebenso gewöhn- lich wie
Αργεία
χθών, aber fragt sich, ob nicht ursprünglich
πόλεως für
χθονός stand, da
πόλεως besser zu
αναστατῆρα past. es
1008-1009.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-642
ἄγος
θεών, Bedeckung von Seite der Götter. Zum Ge- danken vgl. Hik. 234
οὐδὲ
μὴ
ν
Αιδου
θανὼν
φύγῃ
ματαίων
αἰτίας
πράξας
τάδε. Hier wird diese Schuld als Grund dafür angegeben, daß noch an einem Toten Rache genommen werden soll. Denn sonst gilt der Grundsatz:
θάνατος
ἀνθρώποισι
νεικέων
τέλος
ἔχει, wie es in der Antigone des Euripides hieß (Fragm. 176).
1010.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-643
Vgl. 570.
ᾕρει, de com natu.
1011-1012.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-644
πετηνῶν
ὑπ᾽
οἰωνῶν
τα
φέντα, eine sarkastische Wendung, vgl. Soph.
Εl. 1488
κτανὼν
πρόθες
ταφεῦσιν
ὧν
τόνδ᾽
εἰκός
ἐστι
τυγ-
χάνειν. Deshalb bezeichnete Gor- gias die Geier als
ἔμψυχοι
τάφοι (Longin. III 2). Vgl. auch Ennius ann. 142 vulturus crudeli condebat membra sepulcro, Lucret. V 991 vivo sepeliri viscera busto, dazu Hom.
γ 258
τῷ
κε
οὐδὲ
θανόντι
χυτὴν
ἐπὶ
γαῖαν
ἔχευαν,
ἀλλ᾽
ἄρα
τόν
γε
κύνες
τε
καὶ
οἰωνοὶ
κατέ-
τὸ
δαψαν
κείμενον
ἐν
πεδίῳ.
ἐπιτίμιον, die Grabesehre, welche für ihn keine Ehre sein wird (
ἀτί
μως). Vgl. Soph.
Εl. 915
ἀλλ᾽
ἔστ᾽
Ὀρέστου
ταῦτα
ταπιτίμια (Schol.
τὰ
ἐπὶ
τῇ
τιμῇ
γινόμενα
τοῦ
πατρός). Sonst bedeutet
ἐπιτίμια Lohn (Strafe)", Pers. 825, Soph. El. 1382, Eur. Hek. 1086, Herod. IV 80, weshalb Dindorf in der Stelle des Sophokles
ταπιτύμβια geschrieben hat und hier
τἀπιτύμβι
ἐκλαβεῖν vermutet werden könnte.
1013.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-645
ἁμαρτεῖν,
αὐτῷ. —
τυμβο
χόα
χειρώματα, grabaufschüttende Hantierung" d. i. Aufschüttung eines Grabhügels durch Menschen- hände. Vgl.
τυχβοχόη Hom.
Φ 323. Naber
τυμβοχία
μειλίγματα.
1014.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-646
ὀξυμόλποις
οἰμώγμασιν, mit schrillen Klagegesängen. Vgl. tòv
ὀξὺν
νόμον 936.
1015.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-647
ἄτιμον
ἐκφορᾶς
τοῦ
ἐκ-
φέρεσθαι
ὑπὸ
φίλων) wie
τάφου
ἀτιμάσας Soph.
Αnt. 21. Vgl.
ἀτί-
μους
τοῦ
συμβουλεύειν Dem. 15, 33,
γήρως
ἄλυπα Soph.
Ο.
Ε. 1514, Anders
χάρις
οὐκ
ἄτιμος
πόνων
Αg. 366. — Uber die Stellung von
δέ zu 41.
1016.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-648
ἔδοξ᾽
ἐν für
ἔδοξεν Laub. mann (
ἔδοξ᾽
ἐς
τόνδε Halm,
ἔδοξ᾽
ἐς
τώδε Weil): solches hat an diesem die Obrigkeit der Kadmeer beschlossen". Vgl. 1003. —
τέλει wie
τοῖς
ἐν
τέλει. Vgl.
Λακεδαιμονίων
τὰ
τέλη Thuk. IV 86.
1017.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-649
ἐγὼ
δέ
γε, denn
γέ gehört
κι
ἐγώ.
1019.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-650
ἀναβάλλειν
κίνδυνον (das geführliche Spiel wagen) wie
άναρ-
ρίπτειν (
ῥίπτειν)
κίνδυνον Eur. Heraklid. 148, Rhes. 155, Thuk. IV 85 nach
κύβον
ἀναρρίπτειν (
δίπτειν). Die Art der Tmesis, bei welcher bedeutende Worte, nicht bloße Partikeln wie
δέ,
γάρ und enklitische Pronomina zwischen Präposition und Verbum treten, findet sich noch Ag. 1214f., Prom. Blomfield vermutet
κἀμὲ 904f.
κινδύνῳ
βαλῶ nach 1039.
1020.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-651
Für
θάψασ' ist wohl nach der Vermutung von Stadtmüller
θρηνοῦσ᾽ zu schreiben. Während
θάψασ' nach
θάψω überfüssig ist, bezieht sich
θρηνοῦσα auf das in 1014 gegebene Verbot.
1021.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-652
τήνδε
ἀναρχίαν
ἄπιστον (827)
πόλει
ἔχουσα
ἀπιστοῦσα,
ἀπειθοῦσα), in dieser Sache mich der Gemeinde unbotmäßig und un- gehorsam zeigend.
1022.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-653
δεινόν (von mächtiger Wir- kung) wie Prom. 39
τὸ
συγγενές
τοι
δεινὸν
ἥ
θ'
ὁμιλία, Soph.
Εl. 770
δεινὸν
τὸ
τίκτειν
ἐστίν, Eur. Phoen. 355
δεινὸν
γυναιξὶν
αἱ
δι'
ὠδίνων
γοναί.
σπλάγχνον: vgl. Soph.
Αnt. 1066
τῶν
σῶν
αὐτὸς
ἐκ
σπλάγχνων
ἕνα
νέκυν . .
ἀντιδοὺς
ἔσῃ und den Gebrauch von viscera (,,Fleisch und Blut").
1023.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-654
μητρὸς . .
πατρός schließt sich, wie
από zeigt, an
πεφύκαμεν statt an
σπλάγχνον an. Pauw ver- mutet
καὶ
τὸ für
κἀπό.
1024.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-655
Θέλουσ'
ἄκοντι: der Bru- der ist wider Willen ins Unglück geraten, sie nimmt freiwillig an dem Unglück des Bruders teil.
1025.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-656
ψυχή, eine häufge Anrede seit Homer v 18
τέτλαθι
δή,
κρα-
δίη. Vgl. Archil. Fragm. 66
θυμὲ
θύμ᾽
ἀμηχάνοισι
κήδεσιν
κυκώμενε, Theogn. 695
οὐ
δύναμαί
σοι,
θυμέ,
παρασχεῖν
ἄρμενα
πάντα·
τέτλαθι, 877, 1029, Soph. Trach. 1260
ὦ
ψυχὴ
σκληρά, Eur. Med. 1242
ἀλλ᾽
εἰ
ὁπλίζου,
καρδία, 1056, Iph.
Τ. 881
ὦ
μελεὰ
ψυχά, 837, Fragm. 924
μή
μοι
λεπτῶν
θίγγανε
μύθων,
μή
μοι,
ψυχή.
συγγόνῳ
φρενί, in schwesterlicher Gesinnung.
1026.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-657
Für
οὐδέ ist wohl nach der Vermutung von Blomfield
οὔτι zu schreiben; sonst müßte man zwi- schen
σάρκας und
οὐδέ eine Lücke annehmen.
κοιλογάστορες, weil sie leer sind, also heißhungrig.
1027.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-658
πάσονται, Schol.
γεύσονται.
1028.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-659
1029.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-660
1030.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-661
φέρουσα: das Objekt er- gibt sich aus dem vorhergehenden
τάφον
καὶ
κατασκαφάς, Schol.
τῷ
τοῦ
βυσσίνου
πέπλου
κόλπῳ
τὴν
γῆν
παρακομίζουσα,
ὡς
ἐπιβάλλειν
μέλλουσα,
διὰ
τὸ
ὀρύττειν
μὴ
δύνα-
σθαι. Möglicherweise aber hat es ursprünglich
κόνιν
φέρουσα
βυσ
σίνου
πεπλώματος
κόλπῳ
καλύψω (Asyndeton bei der Erläuterung) geheißen. Vgl. Soph.
Αnt. 429
και
χερσὶν
εὐθὺς
διψίαν
φέρει
κόνιν, 256
λεπτὴ
δὲ
ἐπῆν
κόνις.
βυσσίνου (von feinem Linnen) er- zielt eine Kontrastwirkung wie
πέ-
πλων
τε
προϋκάλυπτεν
εὐπήνους
υφάς (gegen Steinwürfe) Eur. Iph. T. 312.
1031.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-662
μηδέ . .
πάλιν, und nie- mand beschließe dagegen, trete mir mit Beschlüssen in den Weg. Sie spricht damit dem Beschlusse der
πρόβουλοι die Gültigkeit ab.
1032.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-663
,,Dem Mute werden die Mittel und Wege zur Ausführung nicht fehlen. Vgl.
μηχανὴ
λυτή-
ριος Eum. 649,
τύχη
πρακτήριος Hik. 532.
1033.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-664
πόλιν
βιάζεσθαι
τάδε, dem Staate zum Trotz dieses zu tun, wie Soph. Ant. 79
βία
πολιτῶν
δρᾶν
ἔφυν
ἀμήχανος, 663
νόμους
βιάζεται (
νόμου
βία 59).
1034.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-665
περισσὰ
κηρύσσειν hat Be- zug auf das vordringliche Wesen der Herolde, welche sich gern als Machthaber aufspielten: ,,tue nicht, was über deinen Auftrag hinaus- geht; deines Amtes ist nur das Verkünden; zu befehlen hast du nichts".
1035.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-666
Vgl. Prom. 35
ἅπας
δὲ
τραχὺς
ὅστις
ἂν
νέον
κρατῇ.
1036.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-667
τράχυνε, mache du rauh d. h. laß du rauh sein, sprich du immerhin davon, daß das Volk rauh und streng sei.
1038.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-668
τοῦδε
διατετίμηται hat der Schol. gelesen, welcher die Erklä- rung gibt:
τὰ
περὶ
τῆς
τιμῆς
τού-
του
ὑπὸ
θεῶν
κέκριται. Die Hand- schriften geben
τοῦδ᾽
οὐ
διατετί-
μηται. Der Sinn ist: bereits ist dessen Sache von den Göttern zu Ende geehrt" d. h. mit dem Ehren dieses Mannes ist es aus, da er tot ist, die Zeit zum Ehren ist für ihn vorüber. Vgl. Hesych.
διαπεφρού-
ρηται
βίος·
Αἰσχύλος
Φρυξίν·
οἷον
ἡ
διὰ
τοῦ
βίου
φρουρὰ
συντετέλε-
σται
ἢ
διελήλυθεν
ὁ
χρόνος (80 konnte in dem Stücke Achilleus er- widern auf die Mahnung des Pria- mos
φρούρει
βίον) und Eur. Hipp. 1456
ΘΗΣ.
μή
νυν
προδῷς
με,
τέκνον,
ἀλλὰ
καρτέρει.
ΙΠΠ.
κε-
καρτέρηται
τἄμ' (mit meinem
καρ-
τερείν ist es zu Ende).
ὄλωλα
γάρ,
πάτερ.
1039.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-669
κινδύνῳ
βαλεῖν: vgl. Prom. 732
θυμῷ
βάλε, Soph. Phil. 67
λύπην
πᾶσιν
Αργείοις
βαλεῖς, Eur. Phoen. 1535
σκότον
ὄμμασι
σοῖσι
βαλών. „Vorher hat er unser Land in Gefahr gebracht". Dieses Ver- brechen muß gesühnt werden.
1040.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-670
Vgl. Cho. 122
πῶς
δ᾽
οὔ,
τὸν
ἐχθρὸν
ἀνταμείβεσθαι
κακοῖς Soph. Ant. 643
ὡς
καὶ
τὸν
ἐχθρὸν
ἀνταμύνωνται (
ἀνταμείβωνται)
και
κοῖς, Grundsatz griechischer Moral nach Archil. Fragm. 65 èv d'éñí-
σταμαι
μέγα,
τὸν
κακῶς
τι
δρῶντα
δεινοῖς
ἀνταμείβεσθαι
κακοῖς. Vgl. zu Eur. Med. 809.
1041.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-671
Schol.
ὑπὸ
μόνου
τοῦ
Ἐτεο-
κλέους
ἀδικηθεὶς
πρὸς
πάντας
ἐπο-
λέμησε
τοὺς
Θηβαίους.
1042-1043.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-672
,,Der Streit führt ein Ge- spräch zu Ende als späteste der Gottheiten" d. h. bei dem Streiten wird man nie fertig. Der Vers hat sprichwörtliches Aussehen wie der bei Suidas unter pis angeführte:
ἔρις <
δ>
ἔριν
τίκτουσα
προσμνᾶ-
ται (1.
προσμᾶται)
λόγον. Antigone bricht den endlosen Streit ab um zur Tat zu kommen. Deshalb ist der folgende Vers, welcher die Stichomythie stört, überflüssig und erscheint als Interpolation (zur Her- stellung der Stichomythie wollte Blomfield 1042 tilgen).
1044.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-673
,,Wohlan, steh allein mit deinem Entschluß, Einsprache er- hebe ich" d. h.,,ich lege nach- drücklich Verwahrung ein und über- lasse die Verantwortung dir allein“. Mit
αυτόβουλος vgl.
αὐτόγνωτος Soph. Ant. 875
σὲ
δ'
αὐτόγνωτος
ὤλεσ'
ὀργά. Der Herold ab.
1045-1057.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-674
trägt der Koryphaios vor; dann trennt sich der Chor in zwei Halbchöre, welche sich den beiden Schwestern anschließen, von denen Antigone der Leiche des Polynikes, Ismene der Leiche des Eteokles folgt. Es sprechen die Halbchorführer.
1046.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-675
Die Erinyen triumphieren. in der Vernichtung des Geschlechts. Vgl. 9351. Hesych.
μεγάλαυχος
μεγαλόφρων.
1047.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-676
Κήρες
Ερινύες wie
Αρά
Ἐρινύς 70.
Κῆρες heißen die Erinyen auch Hesiod. Theog. 217
καὶ
Μοί-
ρας
καὶ
Κῆρας
ἐγείνατο
νηλεοποί-
νους und Soph.
Ο.
Τ. 471
δειναὶ
δ'
ἅμ'
ἕπονται
Κῆρες
ἀναμπλάκητοι. Die Erinyen sind die Vollstrecke- rinnen der zur Sühne des verletzten ewigen Gesetzes verhängten Strafen. Vgl. Prom. 531
τίς
οὖν
ἀνάγκης
ἐστὶν
οιακοστρόφος;
ΠΡΟΜ.
Μοίραι
τρίμορφοι
μνήμονές
τ'
Ερινύες.
1048.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg004-wecklein1902-com-ger1-677
Die Verlängerung der letz- ten Silbe von
ὠλέσατε ist durch die Arsis entschuldigt. Vgl. zu 1052. Die Änderungen
Φλέσσατε (Elms- ley),
ὄλλυτε (Heimsöth) geben selbst keinen einwandfreien Rhythmus.
πρέμνοθεν (so Is. Voß für
πρυμνό-
θεν): zu 754.