718-783.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-446
drittes Epeisodion: 1. Danaos, welcher bisher auf dem Götteraltare stand und nach der Meerseite spähte (721), kündigt das Nahen der Ägyptischen Flotte an und gibt seine Absicht kund Hilfe zu holen. 2. In dem Kommos 742-769 drücken die Danaiden dem Vater ihre Angst aus, während dieser sie zu beruhigen sucht. 3. Danaos bleibt bei seinem Ent- schlusse in der Hoffnung vor dem Ausschiffen der ägyptischen Mann- schaft mit Hilfe zurückzukommen. (Der Dichter braucht eben den Schauspieler, welcher den Danaos gegeben hat, für den Herold der Ägyptiaden.)
742-769.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-461
Kommos. Jede Strophe und Antistrophe beginnt mit zwei Trimetern, welche, wie es scheint, der
κορυφαῖος vorträgt, während die melische Partie der Chor singt. Jeder Strophe und Antistrophe folgen zwei Trimeter des Danaos.
769.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-482
βύβλου, hier mit kurzer erster Silbe (vgl. zu 726), sonst mit langer (Hom.
φ 391, Prom. 837). Schol.
ἐπεὶ
παπυροφάγοι
οἱ
Αἰγύπτιοι, die Frucht der Papyrosstaude ist der Kornähre nicht gewachsen" d. i. ,,wer sich von Papyros nährt, kann nicht so kräftig sein wie ein Ge- treideesser“. Theophr.
π.
φυτ.
ἱστ. IV 8 (nachdem er den vielfachen Gebrauch des Papyros dargelegt)
μάλιστα
δὲ
καὶ
πλείστη
βοήθεια
πρὸς
τὴν
τροφὴν
ἀπ᾿
αὐτοῦ
γίνεται.
μασῶνται
γὰρ
ἅπαντες
οἱ
ἐν
τῇ
χώρᾳ
τὸν
πάπυρον
καὶ
ὠμὸν
καὶ
ἑφθὸν
καὶ
ὀπτόν,
καὶ
τὸν
μὲν
χυλὸν
καταπίνουσι,
τὸ
δὲ
μάσημα
ἐκβάλ-
λουσιν, Plin. H. N. XIII 22 8 72 papyrum.. mandunt quoque crudum decoctumque, sucum tantum devo- rantes. Diese Kenntnis verdankte Äschylos wahrscheinlich der Peri- egese des Hekatäos, vgl. zu 964. In Kontrast zu dieser Vorstellung des Dichters steht die Angabe, daß die Ägypter spottweise
ἀρτοφάγοι ge- nannt wurden. Das Brot war ein Hauptnahrungsmittel derselben (vgl. Uhlemann, Äg. Alt. II S. 281f., Erman, Ägypten S. 267 ff.). Eras- mus gibt die Erklärung,,fructus papyri haud sustinet spicam gravem“ nach Zenob.
Ι 73
ἐπὶ
τῶν
οὐ
δυνα
μένων
τοῖς
ἰδίοις
χρῆσθαι
καλοῖς,
παρόσον
ἀσθενὴς
ἡ
βύβλος
πρὸς
τὸ
φέρειν
σίτον.
στάχυας
γὰρ
ἀνατέλ
λουσα
οὐ
τρέφει. Auch die Er- klärung von Stanley „tanto Aegyptii imbelliores sunt Graecis quanto minus robusta est papyrus, eorum cibus, quam frumentum Graecorum, quippe cum non valeat spicam ferre" kann nicht befriedigen. Richtiger Schütz: papyri fructus non est spica praestabilior h. e. extra metaphoram: Aegyptii non sunt Argivis fortiores. Vgl. 964. sogar
770-771.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-483
Nach
ὡς
ἔχοντες (min Anbetracht, daß sie die Heftigkeit frivoler und gottloser Bestien, nicht bloß die Wut frecher Hunde haben“) sollte
τάχα
ἂν
κρα-
τήσειαν folgen. Aber dieser Aus- druck von schlimmer Vorbedeutung wird vermieden und dafür
χρὴ
φυλ.
κράτος gesagt (,,man mus auf der Hut sein, daß sie die Oberhand gewinnen"). Vgl. zu 456, Cho. 787 f., 1057. Ohne Not also schreibt man mit Turn
ἔχοντας (als acc. absol.). Es scheint von Wichtigkeit für die Fortsetzung der Trilogie, daß der Dichter die Möglichkeit eines Sieges der Ägyptiaden andeutet.
772.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-484
Wie Ag. 790, Pers. 180
στέλλειν
στρατόν bedeutet ein Heer ausrüsten, in Bereitschaft setzen", so ist hier der Sinn: es geht nicht so rasch, bis sich ein Flottenheer in Bereitschaft setzt".
773-774.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-485
Ζη
όρμος ergänzt sich
ταχύς wie
ταχύ zu (
τὸ
ἐς
γῆν
ἐνεγκεῖν
πείσματα
ευνατήρια (
πείσματ᾽
εὐναστήρια für
πεισμάτων
σωτηρίου Merkel) : „, auch das Vorankergehen und das Verbringen der Halttaue ans Land geht nicht so rasch von- statten ".
όρμος wie Herod. VII 193
ἐν
τούτῳ
ὅρμον
οἱ
Ξέρξεω
ἐποιεῦντο.
แ ·
πείσματ᾽
εὐνατήρια (vgl. Pers. 163
εὐνατήριον),
πρυμνήσια, sind die Taue mit denen das Heckbord am Lande befestigt wird, welche das Schiff zur Ruhe bringen, wie bei Homer evvaí die Senk- oder Lager- steine heißen, welche als Anker dienten. Zuerst wird die Haupt- sache angeführt, wiewohl der Zeit nach die Ordnung des Heeres zu- letzt kommt. Vgl. zu Eur. Med. 1 ff. – Die Bemerkung, daß das Landen Zeit beanspruche und daß man möglicherweise wegen des nahen Einbruchs der Nacht nicht einmal vor Anker zu gehen wagen werde, soll weiter zur Beruhigung der Danaiden beitragen und ihnen die Hoffnung erwecken, daß zunächst nicht einmal die Ausschiffung des Heeres werde versucht werden (779 f.).
774-775.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-486
ἐν
ἀγκυρουχίαις, wenn es sich darum handelt, daß der Anker das Schiff halte (beim Suchen eines geeigneten Ankerplatzes). -
ναῶν
ποιμένες, Schol.
κυβερνῆται. Vgl. Eur. Hik. 674
ποιμένες
ὄχων
τετραόρων.
776.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-487
ἀλίμενον: die Strandebene von Kyberi, wo Apobathmoi, der Landungsplatz des Danaos, lag, ist hafenlos bis hinab zum Thyreatischen Meerbusen. Überhaupt ist Nauplia der einzige Hafen an der Küste von Argolis.