1-181.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-1
Parodos. An Stelle des
προλογίζων wie in den Persern hat der Chor zunächst die Aufgabe die vorausliegenden Begebenheiten und das Motiv der Handlung (Flucht vor den Söhnen des Ägyptos, welche die Danaiden zur Ehe zwingen wollen) anzugeben. Dann richtet er an Götter und Menschen, an das stammverwandte Argos die Bitte um Schutz gegen Ver- gewaltigung vonseiten der die Danaiden verfolgenden Ägyptiaden. Damit wird das Ziel der Handlung bezeichnet. Endlich dient die Paro- dos zur Charakteristik des Chors, um dessen Schicksal sich die Hand- lung dreht (zu 118-181). Parodos zerfällt in drei Teile. Die anapästische Partie 1-39 trägt der Koryphäos vor, die melische 40-117 der Gesamtchor; von der zweiten melischen Partie 118-181, deren drei Strophen mit Ephymnien (zu 134) schließen, scheint jeder der drei oroixo ein Strophenpaar ge- sungen zu haben, während die Ephymnien dem Gesamtchor zu- fielen. Vgl. Jahrb. f. Philol. Suppl. XIII S. 219 ff. Als Schutz- flehende sind die Danaiden durch einen mit weißer Wolle umwundenen Olivenzweig gekennzeichnet (21f.), den sie in der linken Hand halten (197-199). Ihre Tracht ist ägyp- tisch (240 ff.). Während der Paro- dos steht Danaos auf dem hohen Götteraltare und späht bald nach Idem Meere bald nach dem Lande hin (184).
118-181.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-60
dritter Teil der Parodos, ein
i
άleuos (121), eine Klageweise, die mit heftiger Ge- bärde, mit Zerreißen des Gewandes (126 ff.) und Zerkratzen der Wangen
(
άuvyuós Cho. 24) verbunden war (zu 72). Die Danaiden erneuern ihre Bitte um Schutz, gehen aber von flehender Bitte zu entschiedener und heftiger Forderung über:,,Mit solchen Klagen trauere ich um mich wie um eine Tote und rufe das argivische Land um Gnade an, in- dem ich im Schmerze meinen Schleier zerreiße. Den Göttern wird gern und reichlich geopfert, wo Wohlstand herrscht und nicht Todesfurcht bedrückt. Ich weiß nicht, was werden soll. Der An- fang zwar, die Fahrt über das Meer, ist glücklich vonstatten ge- gangen; möge nur auch das Ende glücklich sein, daß ich nicht zur Ehe mit den verhaßten Vettern gezwungen werde. Die jungfräu- liche Artemis möge vor allem mir gegen den Angriff auf meine jung- fräuliche Ehre beistehen. Andern- falls, wenn mich die Götter des Olymp verlassen, werde ich samt den schutzflehenden Zweigen zum Zeus der Toten meine Zuflucht nehmen und mich erhängen. Ich merke wohl, daß die Eifersucht der Hera, welche unsere Ahnmutter quälte, auch mich verfolgt. Und statt der reichlichen Opfer wird Zeus nur Unehre ernten, wenn er die Nachkommen seines eigenen Sohnes Epaphos abweist und von uns Schutzflehenden sein Auge ab- wendet. Er möge sich merken, was ich ihm noch einmal zurufe: die Eifersucht der Hera ist schuld an meinem Leide." Die Drohung sich das Leben zu nehmen, wenn sie schutzlos gelassen werden wiederholt mit gesteigerter Hef- tigkeit 472, und damit ein Zeug- nis gegen den
Ζεὺς
ἱκέσιος ab- zulegen offenbart eine Entschlossen- heit und Heftigkeit des Charakters, welche die Bluttat in der Braut- nacht begreiflich macht.
168-169.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-79
Ζήν alte Form für
Ζεύς, dorisch
Ζάν (Aristoph. Vö. 570): Ach Gott, der Groll von Seite der Götter (der Hera) gegen Io ist's, der uns geifelt
μαστίκτειρ (80 Abresch für
μάστειρ' nach dem Schol.
μαστιγωτική)
τη
μαστικτήρ (475) wie
σώτειρα
και
σωτήρ. - Nach dem Schol.
ὦ
Ζεῦ,
ἡ
παρὰ
τῶν
θεῶν
μῆνις
κατὰ
Ἰοῦς
ὠδῆς (
μανιώ-
δης?)
ἐστὶ
καὶ
μαστιγωτική will Dindorf
οἰστρώδης oder ein ähn- liches Epitheton für ió setzen.
170.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-80
Ich erkenne das eifer- süchtige Wesen (
ἄγαν für
ἄταν Bamberger, vgl. Hesych.
ἄγαις·
ζηλώσεσιν.
Αἰσχύλος
Θρήσσαις) dei- ner Gattin, welches die ganze Götterwelt beherrscht (
γαμετᾶς
οὐ-
ρανόνικον für
γαμετουρανόνεικον Victorius. Hermann
γαμετᾶς
σᾶς und Pearson
οὐρανονίκου). Denn ein schwerer Wind bringt uns Sturm (der gewaltige Sturm, welcher uns bedroht, läßt auf das Wirken einer höheren Macht schließen).
174.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-81
Der Gedanke knüpft nicht an das Ephymnion, sondern an den vorhergehenden Gedanken: wir werden in den Tod gehen" an: Und dann wird Zeus der Nach- rede der Ungerechtigkeit verfallen (
ἐνέξεται für
ἐνεύξεται Porson), wenn er in uns den Sohn der Io, sein eigenes Kind, mißachtet und jetzt bei unserem Flehen sein Antlitz ab- wendet. Er möge es in der Höhe wohl hören, wenn man also zu ihm ruft: Ach Gott" u. s. w. W. Headlam vermutet
ψόγοις für
λόγοις, ohne Not.
177.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-82
ἀτιμάσας, weil das Flehen seiner Nachkommen nicht erhört wird. In diesem Sinne wird
ἀτιμά-
ζειν,
ἄτιμος gern gebraucht. Vgl. 383, Prom. 809, Soph. O. K. 49, 1273, O. T. 788 u. a.
τόν,
ὅν: bei den Tragikern werden die mit Tanlautenden Formen des Artikels auch relativisch gebraucht, in dia- logischen Partien gewöhnlich nur um des Versmaßes willen (309, 530, Ag. 531, so auch in melischen Par- tien 607, 656, 707, Eum. 919). Es kennzeichnet die Altertümlichkeit des Stils, daß in diesem Stücke solche Formen ohne metrische Gründe nicht bloß in lyrischen Par- tien (hier wie Cho. 603, Eum. 337), sondern auch an einer Stelle des Dialogs sich finden (271).
γόνῳ, durch Zeugung, wie Isae. II 18 tov
αὐτὸν
τρόπον
ὥσπερ
γόνῳ
ὄντα
πατέρα
ἐμαυτοῦ (,,wie meinen leib- lichen Vater")
ἐθεράπευον (
ἐκεῖνον).
179-180.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-83
Vgl.
ὄσσε
πάλιν
κλίνειν (das Gesicht abwenden) bei Homer u. Soph. Phil. 935
ἀλλ'
ὡς
μεθήσων
μήποθ᾽
ὧδ᾽
ὁρᾷ
πάλιν.
181.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-84
Das Ephymnion, welches in der Handschrift fehlt, hat Canter ergänzt.
182-532.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-85
erstes Epeisodion. 1. Szene (182—239): Danaos und der Koryphaios. Danaos kündigt das Nahen des Königs an und gibt seinen Töchtern Verhaltungsmaß- regeln. 2. Szene (240 - 349): Pelas- gos und die Vorigen. Die Danaiden erklären ihre Herkunft von Argos und erflehen als ungerecht Ver- folgte den Schutz des Argivischen Königs. Dieser ist bedenklich wegen der schweren Folgen, welche die Zusage des Schutzes für sein Land haben kann. 3. Kommos (350-422): Fortsetzung der Bitte. 4. Chorikon (423-446), welches das Nachsinnen des Königs zu Gunsten der Da- naiden zu wenden sucht. 5. Dialog des Königs, des Koryphaios und des Danaos (447-532): Der König offenbart seinen Entschluß die Entscheidung dem Volke anheim- zugeben.
182-183.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-86
φρονεῖν, verständig, be- sonnen und taktvoll sein, sich mäßigen. Danaos kennt die Heftig- keit seiner Töchter.
πιστῷ, ge- treu, vertrauenswürdig. -
ναυκλήρῳ, Schol.
ἐξάρχῳ, vgl.
στασίαρχος 12.
184-185.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-87
Wie ich auf dem Meere eure Fahrt geleitet habe, so habe ich jetzt auf dem Lande für euch gesorgt und auf der Höhe dieses Altares stehend das Nötige be- obachtet; ich kann euch deshalb sagen, was ihr jetzt zu erwarten und wie ihr euch dem gegenüber zu verhalten habt."
τὰ
ἐπὶ
χέρ-
σου ist freier Akk.
προμηθίαν
λαβών (so für
λαβεῖν Wordsworth),
ὑμῶν.
αἰνῶ,
παραινῶ wie Cho. 553
αἰνῶ
δὲ
κρύπτειν
τάσδε
συν-
θήκας
ἐμάς. Ebenso
ἐπαινῶ unten
δελ- 1007, Cho. 579, Sieb. 583.
τουμένας, in die Tafel eures Ge- dächtnisses einschreibend, euch tief einprägend. Vgl. zu Prom. 815
ἐγγράφου
σὺ
μνήμοσιν
δέλτοις
φρενῶν.
186.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-88
Das Asyndeton, weil die Angabe des Angekündigten (
τἄμ'
ἔπη) folgt.
κόνιν wie 791
κόνις, Prom. 1118
κόνιν, Cho. 927
ὄφιν, 542
οὔφις, eine Eigentümlichkeit des attischen Dialekts nach Cram. Anecd.
Οxon. III 298
Αριστοκλῆς
ἐν
τῷ
περὶ
διαλέκτων
φησὶν
Αττικοὺς
ἐκτείνειν.
ἄναυδον
ἄγγελον wie Theogn. 549
ἄγγελος
ἄφθογγος
πόλεμον
πολύδακρυν
ἐγείρει,
Κύρνο,
ἀπὸ
τηλαυγέος
φαινόμενος
σκοπιῆς.
ἀλλ᾽
ἵπποις
ἔμβαλλε
ταχυπτέρνοισι
χαλινούς·
δῄων
γάρ
σφ᾽
ἀνδρῶν
ἀντιάσειν
δοκέω
κτἑ. Vgl. Sieb. 81
αἰθερία
κόνις
με
πείθει
φανεῖσ
ἄναυδος
σαφὴς
ἔτυμος
ἄγγελος, Eum. 245
μηνυτῆρος
ἀφθέγκτου
φραδαῖς.
187.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-89
Das Asyndeton muß seinen Grund in der Lebhaftigkeit der Schilderung haben, wenn es nicht ursprünglich
σύριγγε
δ' . .
ἀξονηλάτω geheißen hat (Enger vermutet
σύριγγες
οὐ
σιγῶσι
δ'). —
οὐ
σιγῶσιν, d. i. sind laut vernehmbar. —
άξονή
λατος wie
τροχήλατος.-Vgl. Sieb.187
σύριγγες
ἔκλαγξαν
ἑλίτροχοι, 137
ἔλακον
ἀξόνων
βριθομένων
χνόαι.
189.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-90
καμπύλα
ὀχήματα wie
καμ-
πύλος
δίφρος Pind. Isthm. III 47,
ἀγκύλον
ἅρμα Hom. Z 39 mit Bezug auf die Form des Wagenstuhls.
190-191.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-91
πρὸς
ἡμᾶς bei
ὀπτῆρες
εἶεν nach dem Sinne zu uns kommen um Kundschaft durch den Augen- schein einzuziehen". Andrer Art ist
δεῦρο
ἐποπτεῦσαι Cho. 581.
ἀρχηγέται: der verallgemeinernde Plural von dem einen Herrscher. Die Vermutung des Danaos motiviert das Auftreten des Königs.
192.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-92
ἀπήμων aktiv (ohne schlimme Absicht), Ag. 559, Eum. 894 passiv (ohne Weh, nicht vom Unglück heimgesucht).
τεθηγμένος (gereizt) für
τεθειμένος Pearson, vgl. Sieb. 702
τεθηγμένον
τοί
μὲ
οὐκ
ἀπαμ-
βλυνεῖς
λόγῳ, Eur. Hipp. 689
ὀργῇ
συντεθηγμένας
φρένας. Abresch vermutet
τεθυμμένος nach Plat. Phaedr. S. 230
Α
σκοπῶ
ἐμαυτόν,
εἴτε
τι
θηρίον
τυγχάνω
Τυφώνος
πολυπλοκώτερον
καὶ
μᾶλλον
ἐπιτε-
θυμμένον
εἴτε
ἡμερώτερόν
τε
καὶ
ἁπλούστερον, w das Wortspiel
Τυφῶνος -
ἐπιτεθυμμένον die Wahl des Ausdrucks veranlaßt hat.
193.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-93
τῶνδ᾽
ἐπόρνυται (sich heran- bewegt)
στόλος für
τόνδ'..
στόλον Todt wegen des Singulars nach
ἀρχηγέται, obwohl das Scholion
τὸν
πρὸς
ἡμᾶς
στόλον
μετὰ
ὁρμῆς
ποιεῖται auf die überlieferte Les- art hinweist.
194.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-94
παντὸς
εἵνεκα, für alle Fälle.
195.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-95
πάγον
προσίζειν
τόνδ' (80 Turn. für
τῶνδ') wie
βωμὸν
προ-
σίζειν Eur. Fragm. 1049,
τὸ
σὸν
ἐφεζόμην
βρέτας Eum. 449.
ἀγώνιοι
θεοί (248) sind nicht
οἱ
τῶν
ἀγώνων
προεστῶτες, wie Hesych. angibt, auch nicht die Götter der Ver- sammlung,
θεοὶ
ἀγοραῖοι nach dem Schol. zu Hom. 21
παρὰ
δὲ
Βοιωτοῖς
ἀγὼν
ἡ
ἀγορά..
ὅθεν
καὶ
ἀγωνίους
θεοὺς
Αἰσχύλος
τοὺς
ἀγοραίους, sondern die zu einem Göttervereine (
θεῖος
ἀγών Hom. H298) verbundenen Gottheiten, denen an einem Altare gemeinsam geopfert wird, die des- halb eine
ξυντέλεια (Sieb. 237, Schol.
τὸ
κοινὸν
ἄθροισμα
τῶν
θεῶν) bilden. Vgl. 228
πάντων
ἀνάκτων
τῶνδε
κοινοβωμίαν.
196.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-96
ἄρρηκτον ist im Sinne des Homerischen
ἔγχος
ῥῆξε
σάκος auf- zufassen.
197.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-97
Paley vermutet
τάχιστ'
ἀμβᾶτε.
λευκοστεφεῖς wie 336, Schol.
λευκοῖς
ἐρίοις
ἐστεμμένας. den
198.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-98
,,Alles, womit man die Götter ehrt oder ihre Heiligtümer schmückt, wird
ἄγαλμα genannt" Kruse.
Ζεὺς
αἰδοῖος ist als
Ζεὺς
Ικέσιος Hort des Erbarmens gegen Bedrängte und Schutzflehende.
Αἰδεῖσθαι und
αἴδεσις sind solenne Ausdrücke für die Aussöhnung zwischen dem Mörder und Verwandten des Gemordeten. Vgl. Paus. VII 25, 1
φαίνεται
δὲ
καὶ
παραινῶν
ὁ
ἐν
Δωδώνῃ
νέμειν
ἐς
ἱκέτας
αἰδῶ, Hom. o 373
αἰδοίοισιν
ἔδωκα mit dem Schol.
οὕτω
τοὺς
ἱκέτας
ἔλεγον,
Φ 75
αἰδοῖος
ἱκέτης (der auf Rücksicht und Erbarmen Anspruch hat).
199.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-99
σεμνώς in ehrfurchtgebieten- der Weise.
διὰ
χερῶν
εὐωνύμων: Schol.
ὅ
ἐστιν
ἀντέχεσθε
τῇ
δεξιᾷ
τῶν
ἀγαλμάτων,
τῇ
ἀριστερᾷ
τοὺς
κλάδους
κατέχουσαι.
200-201.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-100
αἰδοῖα (wie 464)..
ζαχρεῖ (so für
τὰ
χρέα Geel)
ἔπη sind klagende Worte, welche Erbarmen heischen und der Ausdruck der Bedürftigkeit sind. Die Konstruk- tion wie Soph.
Ο.
Κ. 991
ἓν
γάρ
μ'
ἄμειψαι
μοῦνον, Herod. 1 173
ταῦτα
τοὺς
φίλους
ἠμείψατο. —
ὡς
ἐπήλυδας
πρέπει, nämlich
ἀμείβεσθαι
αἰδοῖα
ἔπη. Eindringlich hält Euripides den Fremden und Metöken ihre Pflicht vor sich zu- rückhaltend zu benehmen Hik. 891 ff., Med. 222. Vgl. Soph. O.K.12,
202.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-101
τάσδ' (wahrscheinlich
τὰς)
ἀναιμάκτους
φυγάς in demselben Sinne wie
οὔτιν᾽
ἐφ᾽
αἵματι
δημη-
λασίαν 6, eine nicht durch Biut- schuld veranlaßte Flucht.
203.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-102
ἑπέσθω, soll begleiten.
πρῶτα
μέν: der zweite Punkt wird nicht mit
ἔπειτα, sondern mit
δέ gebracht, weil die Wendung des Gedankens sich ändert. Vgl. 415. Der Ton der Rede soll nichts Freches und Dreistes haben (c'est le ton qui fait la musique). Vgl.
204-205.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-103
τὸ
μὴ
μάταιον, das nicht Unbegründete, das Wahre. Soph. Phil. 345
λέγοντες
εἴτ᾽
ἀληθὲς
εἴτ᾽
ἄρ᾽
οὖν
μάτην. Die Wahrheit und sein Recht muß man mit Be- scheidenheit und Ruhe, ohne Leidenschaft vertreten.
σε
σωφρο-
νισμένων für
μετώπω
σωφρονῶν Dindorf.
μετώπω(
ν) rührt von einer Überschrift über
προσώπων her und ist vielleicht für dieses ein- zusetzen. Auf der Stirne und im Auge offenbart sich vornehmlich das Innere. Vgl. auch 732
ἡσύχως
καὶ
σεσωφρονισμένως, Eur. Tro. 654
γλώσσης
τε
σιγὴν
ὄμμα
θ'
ἥσυχον
πόσει
παρεῖχον. 2061.
πρόλεγχος
γένῃ, Schol.
πολλὰ
προοιμιάζου.
ἐφολκός, hinterherkommend wie ein ins Schlepptau genommenes Schiff. Mache keine langen Umschweife, komme gleich zur Sache, bleibe auch bei der Sache und bringe nicht andre Dinge hinterher."
τὸ
τῇδε, in diesem Punkte.
ἐπίφθονον, empfindlich (geneigt etwas übelzunehmen). —
γένος (der argirische Stamm) wie 279
πόλις ohne
ἥδε, 244
χώραν ohne
τήνδε, 640
γένει ohne
τῷδε. Zu Pind. Isthm. V 58
τὸν
Αργείων
τρόπον
εἰρήσεται
πάντ'
ἐν
βραχίστοις be- merkt der Schol.:
σύντομοι
δὲ
οὐ
μόνον
Λάκωνες,
ἀλλὰ
καὶ
᾿Αργείοι, vgl. Soph. Fragm. 61
ῥῆσις
βραχεία
τοῖς
φρονοῦσι
σώφρονα
πρὸς
τοὺς
τεκόντας
καὶ
φυτεύσαντας
πρέπει
ἄλλως
τε
καὶ
κόρῃ
τε
κἀργεία
γένος,
αἷς
κόσμος
ἡ
σιγή
τε
καὶ
τὰ
ταῦρ᾽
ἔπη, 424
πάντ᾽
οἶσθα,
πάντ᾽
ἔλεξα
τἀντεταλμένα·
μῦθον
γὰρ
Αργολιστὶ
συντέμνω
βραχύν. Diese Stellen zeigen, daß Aschylos mit genauer Kenntnis argivischen Wesens diese Mahnungen dem Danaos in den Mund legte. Es hieße dem Dichter Fesseln anlegen, wollte man mit Hermann fragen: unde didicit Danaus, qui modo Argos venit, pronos ad vituperandum esse Argivos?
208.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-104
χρεῖος
εἶ, Schol.
ἐπικουρίας
χρήζεις. Ein doppelter Grund da- für liegt in
ξένη
φυγάς.
209.
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Vgl. Hom.
Β΄ 200
δαιμόνι,
ἀτρέμας
ἧσο
καὶ
ἄλλων
μῦθον
ἄκουε,
οἳ
σέο
φέρτεροί
εἰσι,
σὺ
δ᾽
ἀπτόλε
μος
καὶ
ἄναλκις,
Ψ 478
οὐδέ
τί
σε
χρὴ
λαβραγόρην
ἔμεναι·
πάρα
γὰρ
καὶ
ἀμείνονες
ἄλλοι.
210.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-106
φρονοῦντας für
φρονοῦσαν
με: nach dem canon Dawesianus steht, wenn eine Frau von sich in der Mehrzahl spricht, das mascu- linum, weil bei der im Plural liegenden Verallgemeinerung die Rücksicht auf das Geschlecht weg- fällt. Dindorf
φρονοῦσαν.
211.
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φυλάξομαι hier ich werde gewissenhaft darauf bedacht sein“.
212-213.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-108
γεννήτωρ,
γενέθλιος, der Stammvater unseres Geschlechts.
ἴδοι
ἴδοιτο
δῆτα wie 221 f.
συγγοίη
συγγνοῖτο
δῆτα, Sieb. 863f.
μέλεοι
μέλεοι
δῆτα, wenn man ein Wort bekräftigend wieder- holt.
213-216.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-109
Die richtige Ordnung der Verse hat Hermann hergestellt, nachdem schon Burges gesehen, daß 216 seinen richtigen Platz nach 212 hat.
214-215.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-110
πέλας mit Dativ wie Fragm 102, Soph.
Αi. 774, Eur. Phoen. 845. ,,Nun, so säume nicht mit der Ausführung", Schol.
ὡς
αὐτοῦ
ἤδη
καθεσθέντος. Wahrscheinlich hat sich Danaos an der Statue des Zeus in der Mitte der Altar- erhöhung niedergelassen (Hermann).
σχολάζειν mit Gen. wie
ὑστερεῖν,
λείπεσθαί
τινος.
μηχανῆς
δρα-
στηρίου (in der Handschrift
δ'
ἔστω
κράτος) wie Sieb. 1032
παρέσται
μηχανὴ
δραστήριος, Eum. 649
ἔστι
τοῦδ᾽
ἄκος
καὶ
πολλὴ
μηχανή
λυ-
τήριος, unten 1083
λυτηρίοις
μηχα-
ναῖς, 532
τύχη
πρακτήριος. Nach diesem Verse begibt sich der Chor an den Altar und läßt sich neben Danaos knieend nieder.
215.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-111
,, Bemitleide uns wegen der Unglücksschläge nicht erst, nach- dem wir schon vernichtet sind."
κόπων wie
στένω
σε
τᾶς
οὐλομένας
τύχας Prom. 413. ·
μὴ
ἀπολωλότας: diese Krasis ist ziemlich häufig, vgl. 733, 781. Das masc., weil Danaos eingeschlossen ist. Auch diese Bitte verrät das verhaltene heftige Wesen der Danaiden.
217.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-112
Die durch die Stichomythie angezeigte Lücke kann etwa mit
καὶ
μὴ
θέλοντος
πάντα
σοι
διοίχεται Anders Her- ausgefüllt werden. mann: excidit versus chori signum Solis dei conspicientis, ornatum fortasse imagine galli gallinacei.
218.
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Ζηνὸς
ὄρνιν: Schol.
τὸν
ἥλιον·
ἐξανίστησι
γὰρ
ἡμᾶς
ὡς
ὁ
ἀλεκτρύων. Nach Paus. V 25, 9 war der Hahn dem Helios heilig. Man muß sich also wohl neben dem Bilde des Zeus einen krähen- den Hahn als Symbol der auf- gehenden Sonne dargestellt denken;
ἀλέκτωρ erinnert an den Homeri- schen
Ηλέκτωρ (
Ζ 513,
Τ 398).
Ε. Rieß, Superstitions and Popular Beliefs in Greek Tragedy. Trans- actions of the American Philol. Assoc. vol. XXVII (1896) S. 5 ff. findet hierin eine dunkle Ahnung des Glaubens, daß die Sonne ein Vogel sei.
219.
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Als Sonnengott führt Helios die Namen
Ακέσιος,
Ακεσώδυνος,
Παιάν,
Αλεξίκακος,
Επικούριος.
Εν soll also sein Wesen an den Da- naiden bestätigen.
220.
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φυγάδα: über seine Ver- bannung und seinen Lohndienst bei dem König Admetos berichtet Apollon Eur. Alk. 3ff. Nach dem Schol. zu dieser Stelle fand sich die Sage ebenso bei Hesiod. Cho. 984, Sieb. 844 wird Helios mit Apollon identifiziert.
221.
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εἰδὼς
αἶσαν
τήνδε : vgl. Verg. Aen. I 630 non ignara mali miseris succurrere disco.
συγγνοίη
βρο-
τοῖς: er wird mitfühlen mit armen Menschen; er wird wissen, wie es Heimatlosen zu Mute ist.
222.
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συγγνοῖτο nach
συγγνοίη wie 212f.
ἴδοιτο nach
ἴδοι, Herod. VI 92
συνεγινώσκοντο nach
συγγνόντες.
224.
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ὁρῶ: Schol.
ἐν
γραφῇ. Dieser Vers läßt in der Tat im Zusammen- halt mit 218 erkennen, daß einige Götter nur durch ihre Symbole dar- gestellt waren. Daß es nicht durch- weg der Fall ist, zeigt 472.
Θεοῦ: Schol.
τοῦ
Ποσειδῶνος. Tucker vermutet
τρίαιναν
τήνδ'
ἄνακτος
Ισθμίου, vielleicht
τρίαιναν,
κέν-
τρον
᾿Ισθμίου
Θεοῦ.
225.
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δεξάσθω :Poseidon hat ein An- recht auf Argos. Von einem Heiligtum des Poseidon mit dem Beinamen
Προσκλύστιος berichtet Paus. II 22, 4 mit dem Zusatz:
τῆς
γὰρ
χώρας
τὸν
Ποσειδῶνα
ἐπικλύσαι
τὴν
πολλήν,
ὅτι
Ἥρας
εἶναι
καὶ
οὐκ
αὐτοῦ
τὴν
γῆν
Ιναχος
καὶ
οἱ
συνδικάσαντες
ἔγνωσαν. Von einem Ort
Τρίαινα in Argos weiß der Schol. zu Eur. Phoen. 187. Vgl. Einl. S. 3.
226.
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ἄλλος
πομπός (
πομπός ist dem Zusammenhang zuliebe für
τοῖσιν gesetzt): Poseidon hat sich bereits als guter
πομπός erwiesen. Vgl. Sieb. 411
γίγας
ὅδ᾽
ἄλλος
τοῦ
πάρος
λελεγμένου
μείζων. Hermes ist
ψυχοπομπός (Soph.
Αi. 832
καλῶ
δ᾽
ἅμα
πομπαῖον
Ἑρμῆν
χθόνιον
εὖ
με
κοιμίσαι) und überhaupt Ge- leiter (
πομπαῖος) als
κῆρυξ. Vgl. Eum. 90
κάρτα
δ᾽
ἂν
ἐπώνυμος
πομπαῖος
ἴσθι.
227.
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Das Hauptgewicht des Ge- dankens liegt in dem proleptisch stehenden
ἐλευθέροις. „Als wackerer
κῆρυξ, welcher denen, die er ge- leitet, Sicherheit verbürgt, möge er dafür sorgen, daß wir nicht ge- waltsam weggeführt und geknechtet werden."
228.
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δέ, weil Danaos das Vor- hergehende fortsetzt. - Mit
πάντων
ἀνάκτων
τῶνδε werden alle Götter zusammengefaßt, weil keiner ver- gessen werden darf.
κοινοβωμία : vgl. Paus. V 15, 1
ἔστιν
οὖν
βωμὸς
ἐν
τῷ
οἰκήματι
θεοῖς
πᾶσιν
ἐν
κοινῷ. In Athen ließ Pisistratos, der Enkel des Tyrannen, einen Altar der 12 Götter auf dem Markte errichten (Thuk. VI 54). Über die gemeinsame Verehrung mehrerer Götter an einem Altare vgl. Plut.
π.
φιλαδ. S. 492 C
πολλαχοῦ
σύμβωμός
ἐστιν
Ιόλαος
αὐτῷ (näm- lich
Ηρακλεῖ
καὶ
συγκατεύχονται
παραστάτην
Ηρακλέους
ὀνομάζοντες.
229-230.
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ἐν
ἁγνῷ, an heiliger Stätte, welche ein Asyl ist.
πελειάδων ..
κίρκων: das Gleichnis ist in dichterischer Weise abgekürzt wie Prom. 883
κίρκοι
πελειῶν
οὐ
μακρὰν
λελειμμένοι. Zur Sache vgl. Hom.
Χ139
ἠύτε
κίρκος
ὄρεσφιν
ἐλαφρό-
τατος
πετεηνῶν
ῥηιδίως
οἴμησε
μετὰ
τρήρωνα
πέλειαν,
Ο 237
ἴρηκι
ἐοικὼς
ὠκέι
φασσοφόνῳ, das Orakel Zosim. I 54
κίρκος
τρήρωσιν
ἱερὸν
γόον
ἡγηλάζων
οἷος
πολλῇσιν·
ταὶ
δὲ
φρίσσουσι
φονῆα.
ὁμοπτέρων be- reitet den folgenden Gedanken vor: Die Habichte sind Vögel wie die Tauben und doch zerreißen sie diese."
231.
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Ζυ
κίρκων tritt appositionell
ὁμαίμων, welche für die Danaiden das sind, was die Habichte für die Tauben sind. Bei dieser Auf- fassung scheint die Änderung von Hermann
ἐχθρῶν
ὅμαιμον
καταμιαι-
νόντων
γένος nicht nötig.
232-233.
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Wie die Habichte sich eines Greuels schuldig machen, wenn sie Tauben zerreißen, so ist die erzwungene Heirat von Ver- wandten ein Greuel, der noch in der Unterwelt gestraft werden wird." In dichterischer Weise werden Gleichnis und eigentlicher Gedanke in beigeordneten Sätzen nebeneinandergestellt. Vgl. zu Ag. 76, Sieb. 571.
Ζυ
ὄρνιθος
ὄρνιν . .
φαγών vgl. Plut.
αἴτ.
Ρωμ. § 93 S. 286
Β
πετεινοῦ
γὰρ
οὐδεὶς
ἑώρακε
γύπα
γενόμενον,
ὡς
ἀετοὶ
καὶ
ἱέρακες
μάλιστα
τὰ
συγγενῆ
διώκουσι
καὶ
κόπτουσι, Porphyr. de abst. IV 7
ἱέραξ
πολλαχῇ
τὸ
ζῷον (
τρυγόνα)
συλλαβὼν
ἀφίησιν
μισθὸν
ἀποδιδοὺς
μίξεως
σωτηρίαν. Varro de l. lat. 6 canis caninam non est, Iuv. XV 159 sed iam serpentum maior concordia; parcit cognatis maculis similis fera: quando leoni fortior eripuit vitam leo? quo nemore unquam expiravit aper maioris dentibus apri? Indica tigris agit rabida cum tigride pacem per- petuam, saevis inter se convenit ursis.
τίς für
πῶς hat Burges geschrieben. Zu
ἄκοντος (Schol.
παρὰ
πατρὸς
ἄκοντος) vgl. Eur. Androm. 987
νυμφευμάτων
μὲν
τῶν
ἐμῶν
πατὴρ
ἐμὸς
μέριμναν
ἕξει
κοὐκ
ἐμὸν
κρίνειν
τόδε. Der Vater hat als
κύριος der Töchter den Bräutigam zu bestimmen oder zu genehmigen (summa potestas nup- tiarum in patre puellae est Donat. zu Ter. Andr.).
παρά wie Plat. Politik. S. 310 C
γαμοῦσι . .
παρὰ
τούτων, vgl.
Εur. Andr. 974
φίλων
μὲν
ἂν
γήμαιμ᾽
ἀπ᾿
ἀνδρῶν.