638-717.
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zweites Stasimon: ,,Möge Argos verschont bleiben von Krieg, Hungersnot und inneren Unruhen, damit nicht die Blüte der Jugend hingerafft werde; der kluge Rat der Alten zusammen mit dem Wirken treuer Leiter des Volkes soll die bürgerliche Ein- tracht wahren. Möge Kindersegen dem Lande zuteil werden und nicht Pest und Krankheit das Land ent- völkern, Mögen die Feldfrüchte gedeihen und die Herden sich reichen Nachwuchses erfreuen, da- mit mit dem Wohlstande die Pflege der Musen das Land beglücke. Eine weise Regierung wahre im Innern das Recht und sei nach außen gerecht und freundlich ge- sinnt. Möge Gottesfurcht im Lande herrschen und Vater und Mutter geehrt werden, damit die drei Hauptgebote (Ehre die Götter, die Gesetze, die Eltern) erfüllt werden." Der Inhalt (1. Friede und Eintracht. 2. Gesundheit und Wohlstand des Volkes. 3. Geistige und sittliche Güter), welcher an die Segens- wünsche für Athen Eum. 917 ff. (Wachstum und Gedeihen der Früchte und Herden; Gesundheit des Volkes und bürgerliche Ein- tracht; Wohlwollen und Segen der Götter) und auch an Hes. W. u. T. 225-237 erinnert, gilt mehr den Zuhörern im Theater als den Argivern. Die drei ersten Strophen- paare schließen mit einer Partie, welche das gleiche Versmaß auf- weist: Diese rhythmischen Ephymnien (zu 134) lassen schließen, daß die ersten Teile dieser drei Strophen- paare von den drei
στοῖχοι des Chors, die Ephymnien und das vierte Strophenpaar von dem Ge- samtchor vorgetragen wurden. nunc cum
715.
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γάρ begründet den aus- gelassenen Gedanken
τοὺς
γονέας
σέβοιντο, wie der Schol. richtig bemerkt:
πρῶτον
θεούς,
δεύτερον
νόμους,
τρίτον
δὲ
τόδε,
τὸ
τοὺς
γονεῖς
τιμᾶν·
ἐχρῆν
δὲ
εἰπεῖν·
καὶ
τοὺς
γονεῖς
δὲ
σέβοιντο·
τὸ
γὰρ
τιμᾶν
γονεῖς
τρίτον
ἐστὶ
παράγγελμα
Δίκης.
717.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-445
Mit
μεγιστότιμος kann man
μεγιστόπολις Pind. Pyth. VIII 2
φιλό-
φρον
Ἡσυχία,
Δίκας
ὦ
μεγιστόπολι
θύγατερ vergleichen.
718-783.
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drittes Epeisodion: 1. Danaos, welcher bisher auf dem Götteraltare stand und nach der Meerseite spähte (721), kündigt das Nahen der Ägyptischen Flotte an und gibt seine Absicht kund Hilfe zu holen. 2. In dem Kommos 742-769 drücken die Danaiden dem Vater ihre Angst aus, während dieser sie zu beruhigen sucht. 3. Danaos bleibt bei seinem Ent- schlusse in der Hoffnung vor dem Ausschiffen der ägyptischen Mann- schaft mit Hilfe zurückzukommen. (Der Dichter braucht eben den Schauspieler, welcher den Danaos gegeben hat, für den Herold der Ägyptiaden.)
718-719.
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εὐχὰς
μὲν -
ὑμεῖς
δέ: euer Flehen zwar ist gut und verständig, aber eure Aufmerksamkeit wird jetzt durch eine andere Sache in Anspruch genommen, die euch nicht erschrecken darf.
720.
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721.
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ἱκεταδόκου: Schol.
δεξαμένης
ἡμᾶς
τοὺς
ἱκέτας. Wahr- scheinlich muß man mit Meineke
ἱκταδόκου wie 198
ἱκτηρίας schreiben. 7225.
τὸ
πλοῖον: das Schreckens- wort steht nachdrücklich am An- fang des Verses wie z.
Β.
βάλλ' Hom. A 52. Zuerst wird das Admiralschiff (
ἡγεμὼν
ναῦς 730) sichtbar, auf welchem man sich auch den Herold denken muß.
εὔσημον: das Zeichen, welches an das Schiff gemalt (und mir bekannt) ist, sehe ich deutlich. Vgl. Aristoph. Frö. 933
σημεῖον
ἐν
ταῖς
ναυσὶν ·
ἐνεγέγραπτο.
οὔ
με
λανθάνει: das Asyndeton, welches Weil mit
οὐδὲ
λανθάνει beseitigen will, recht- fertigt sich durch die vorausgehende Pause; denn erst allmählich werden die einzelnen Teile des Schiffes kenntlich. Das
s0g.
σχήμα
Πινδαρικόν, welches häufiger nur bei
ἔστιν,
ἦν,
γίγνεται vorkommt und hier viel leicht mit
στολμός zu vermeiden ist, hat seinen Grund darin, daß zunächst das Subjekt nur im all- gemeinen vorschwebt. Vgl. Pind. Fragm. 78
ᾧ
θύεται
ἄνδρες.
παραρρύσεις, was sonst
παραρρύματα oder
παραβλήματα (Hesych.
παραρρύ
ματα·
δέρρεις), Vorhänge von Fellen und Faschinen zu beiden Seiten des Schiffes zum Schutze gegen feind- liche Geschosse. Dadurch wird das Fahrzeug als Kriegsschiff ge- kennzeichnet. Vgl. Xen. Hell. I 6, 19 u. II 1, 22.
724.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-450
Mit wunderbarer Lebhaftig- keit wird das Schiff personifiziert: Das Vorderteil blickt immer vor- wärts mit den Augen auf seinen Weg und vernimmt des lenkenden Steuerruders uns nicht willkommene Sprache, obwohl dieses am Ende des Schiffes ist, leider nur allzu gut" (
γλῶσσαν
οὐ
φίλην für
τῶς
ἂν
οὐ
φίλη Briggs). An angemalte Augen (Eustath. zu Il. 14, 717
πτυχή
ἐστιν
ὅπου
οἵ
τε
ὀφθαλμοὶ
ζωγραφοῦνται
καὶ
τὸ
τῆς
νεὼς
ὄνομα
ἐπιγράφεται) ist hier nicht zu denken. ·
ὑστάτου
νεώς wie
πυμάτη
ἀσπίδος Hom. Z 118. Auch Ag. 1629, Eur. El. 1014 verlängert
γλῶσσα die vorhergehende Silbe nicht. Ebenso findet sich vor B2, besonders vor
βλαστάνω
βλάστη), seltener sonst (
βύβλου 769,
ἀμφίβληστρα Eur. Fragm. 697) eine kurze Thesis.
727-728.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-451
πρέπουσιν (,, sie treten her- vor, fallen in die Augen") idɛīv wie
πρέπει
μαθεῖν Pers. 250. Die schwarzen Glieder blicken aus den weißen Gewändern hervor, die weißen Gewänder heben sich von den schwarzen Gliedern ab. Über die Tracht der Ägypter, Leibröcke mit kurzen Ärmeln aus Leinwand oder Baumwolle, immer rein und weiß gewaschen, vgl. Herod. II 37
εἵματα
λίνεα
φορέουσι
αἰεὶ
νεόπλυτα,
ἐπιτηδεύοντες
τοῦτο
μάλιστα, Plut.
π.
Ισ.
κ.
Όσ. S. 352 C, Plin. H. N. XIX 2.
729.
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Allmählich werden auch die anderen Fahrzeuge und die ganze Mannschaft sichtbar.
730-731.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-453
ὑπὸ
χθόνα
ἐρέσσεται, es wird an die hohe Küste herangerudert.
παγκρότως, mit vollem Ruder- geräusch, weil alle Ruderer an der Arbeit sind. Vgl.
νῆες
μονόκροτοι,
δίκροτοι mit einer Reihe, mit zwei Reihen Ruderbänken.
στείλασα
λαῖφος: wenn man sich der Küste nähert, werden die Segel einge- zogen und die Ruder gebraucht. Vgl. Hom. A 432,
π 352f., Verg. Aen. III 207 vela cadunt, remis insurgimus. 7321.
ἡσύχως
και
σεσωφρονισμένως (vgl. 204 f.), mit Ruhe und ohne Leidenschaft, mit voller Seelenruhe, gehört zu
πρὸς
πρᾶγμ᾽
ὁρώσας (auf die Sache hinblickend). Elmsley vermutet
ἡσύχους, nicht unwahr- scheinlich. —
τῶνδε
μὴ
ἀμελεῖν
θεῶν d. i. euch in den Schutz des Götter- altars begeben.
734.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-454
ἀρωγούς, militärischen Bei- stand.
ξυνδίκους, Vertreter unserer Sache. Die Aufgabe über- nimmt später der König. Vgl. Soph.
Ο.
Κ. 1012
ἐλθεῖν
ἀρωγούς
ξυμμά
χους
τε.
735.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-455
γάρ gibt den Grund zu der Mahnung am Götteraltar Schutz zu suchen an, weil der dazwischen- stehende Satz nur den Nebenge- danken während ich gehe und Hilfe hole" ausdrückt.
πρέσβη,
πρεσβεία (Gesandtschaft). Das Wort kommt sonst nirgends vor, weshalb man
πρέσβυς dafür setzen wollte oder
πρέσβις.
736.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-456
ἄγειν: zu 620.
θέλοντες, weil
πρέσβη s. v. a.
πρέσβεις.
φυσίων: Schol.
ἐνεχύρων.
ἐνεχυρά-
ζοντες
ἡμᾶς
διά
τινος
ἁρπαγῆς. Vgl. zu 417. Danaos nimmt zur Be- ruhigung seiner Töchter den minder schlimmen Fall an, daß die Abge- sandten nicht gleich die Danaiden selbst wegschleppen, sondern sich in den Besitz eines Unterpfands setzen wollen um die Herausgabe derselben zu erzwingen.
737.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-457
Wenn auch nicht zu be- fürchten ist, daß sie auf solche Weise ihr Ziel erreichen werden, so ist es doch für alle Fälle besser euch in den Schutz dieses Altars zu begeben".
νίν,
αὐτούς wie Sieb. 471. Stadtmüller vermutet
τρέσητ᾽
ἄγαν.
738.
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βοῇ, Schol.
νῦν
τῇ
βοηθείᾳ: ‚wenn wir mit dem Bringen von Hilfe uns verspäten sollten". Vgl. Thuk. VII 43
ὅπως
τῇ
παρούσῃ
ὁρμῇ . .
μὴ
βραδείς
γένωνται. Da mit motiviert der Dichter, daß Danaos erst nach dem Könige auf- tritt. Zu
βοῇ vgl. Ag. 1348
πρὸς
δῶμα
δεῦρ᾽
ἀστοῖσι
κηρύσσειν
βοήν.
739.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-459
ἀλκῆς
τῆσδε: Schol.
τῆς
τῶν
βωμῶν
καταφυγῆς.
740-741.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-460
κυρίῳ: an dem vom Schick- sal bestimmten Tage. Der Ge- danke
ὀψὲ
θεῶν
ἀλέουσι
μυλοί,
ἀλέουσι
δὲ
λεπτά wird häufig bei den Tragikern zum Troste von Mißhandelten und Unterdrückten gebracht. Vgl. Cho. 381 ff., Soph. 381f., Ant. 1074, Eur. Fragm. 979; schon bei Homer / 160
εἴπερ
γάρ
τε
καὶ
αὐτίκ᾽
Ολύμπιος
οὐκ
ἐτέλεσσεν,
ἔκ
τε
καὶ
ὀψὲ
τελεῖ
σύν
τε
μεγάλῳ
ἀπέτισαν
σὺν
σφῇσιν
κεφαλῇσι
γυ-
ναιξί
τε
καὶ
τεκέεσσιν,
742-769.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-461
Kommos. Jede Strophe und Antistrophe beginnt mit zwei Trimetern, welche, wie es scheint, der
κορυφαῖος vorträgt, während die melische Partie der Chor singt. Jeder Strophe und Antistrophe folgen zwei Trimeter des Danaos.
742-743.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-462
ὡς kausal.
ὠκύπτεροι steht wie
ταχείαι statt eines Ad- verbiums und wird durch
μήκος
χρόνου
οὐδὲν
ἐν
μέσῳ erläutert (keine Weile ist zwischen jetzt und ihrer Ankunft). — Für
ἥξουσι, wie der Sinn verlangt, hat die Hand- schrift
ήκουσιν. Dieser Fehler findet sich sehr häufig in den Hand- schriften. Auch Fragm. 6, 4 ist
ἥκουσ für
ἥξουσ' überliefert;
ἥκουσι würde für die Erklärung des Schol. von
ἐν
μέσῳ:
τῆς
ἡμῶν
φυγῆς
καὶ
τῆς
τούτων
παρουσίας (sie sind uns rasch nachgekommen) passen; aber die Furcht der Da- naiden kann sich nur auf das bald zu erwartende Erscheinen der Vet- tern beziehen. Dem entspricht die Beruhigung 772. -
Ζη
ὠκύπτεροι vgl.
λινόπτερα . .
ναυτίλων
ὀχήματα Prom. 484, zu
ἐν
μέσῳ Eur. Hera- klid. 171
κακῶς
γὰρ
Αργείοισιν
οἶδ᾽
ώπλισμένοι
μάχοιντ᾽
ἂν
ἡβήσαντες
χούν
μέσῳ
πολὺς
χρόνος, Phoen. 588
ἀνήλωται
χρόνος
οὖν
μέσῳ
μάτην, Verg. Aen. IX 395 nec longum in medio tempus.
744.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-463
περίφοβον: wie
περίθυμος (Sieb. 711, Cho. 40) aus
περὶ
θυμῷ(Hom.
Φ 65 u.
δ.,
ἀμφὶ
θυμῷ Soph. Fragm. 140), so ist
περίφοβος aus
περὶ
φόβῳ (Cho. 35,
ἀμφὶ
τάρβει ebd. 545,
περὶ
τάρβει Pers. 698) ge- bildet, ,, herzbeklemmend". Vgl.
ταρβοσύνῳ
φόβῳ Sieb. 226.
745.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-464
εἴ
τι
ὄφελός
ἐστί
μοι
πολυ-
δρόμου
φυγῆς, ob die eilige Flucht hierher mir jetzt etwas nützt.
746.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-465
παροίχομαι
δείματι wie o
χομαι
φόβῳ 794, ich komme um vor Angst.
747.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-466
τελεία, endgültig (,, eine fest beschlossene Sache").
749.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-467
ἐξῶλες (ganz unselig, ganz verkommen) wie
πανώλεις 103. eine
750.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-468
λέγω
πρὸς
εἰδότα, sprichwörtliche Redensart, vgl. zu
εἰδυίαισιν
ἂν
ὑμῖν
λέγοιμι Prom. 457. Dieser Zusatz führt der Phan- tasie eine Vergangenheit vor voll von Streit und Kämpfen, von denen das epische Gedicht Aavats erzählte und der Zuschauer wahrscheinlich in den folgenden Stücken der Tri- logie erfuhr. Vgl. Einl. S. 2.
751.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-469
δοριπαγεῖς, festgezimmerte.
κυανώπιδας wie Pers. 562, dem Homerischen
κυανόπρῳρος ent- sprechend. Vgl.
κυανώπιδος
Αμφι-
τρίτης Hom.
μ 60.
752.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-470
Um der genauen Responsion willen setzt Meineke die ionische Form
νέας.
ὧδε,
δεῦρο.
ἐπι
τυχεῖ
κότῳ, in ihrem Ingrimme, der sie hierher ans Ziel führte. Man könnte an
ἐπιτυχεί
πότμῳ (wie Pers. 711
εὐτυχεῖ
πότμῳ) denken.
753.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-471
πολεῖ wie
πολέα Ag. 724, Pers. 272.
μελαγχίμῳ: vgl. 727.
754-755.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-472
γέ hebt die Beziehung auf
πολεῖ
μελαγχίμῳ hervor: wenn ihrer viele sind, so werden sie auch hier viele Gegner finden, die gleich- falls dunkelfarbig sind, weil die Mittagsonne sie bei ihren körper- lichen Übungen verbrannt hat".
μεσημβρίας für
μεσημβρία Schütz.
κατερρινωμένους (wie mit Leder überzogen hat H. Voß für
κατερρι-
νημένους geschrieben nach Hesych.
κατερρινωμένον
καταπεπυκασμένον,
καταδεδερματωμένον. Für
κατερρι-
νημένους (ausgefeilt) verweist man auf Quint. or. VIII 3, 12 quorum lacertos exercitatio expressit ac constrinxit, Tac. Germ. 30 strictos artus, Lucret. III 214 nil ibi lima- tum de toto corpore cernas. Aber
κατερρινωμένους eignet sich beson- ders gut wegen der Beziehung auf die schwarze Haut der Ägypter. Mit Stolz hebt der Grieche die Wirkung der Gymnastik hervor, während
σκιατραφής,
σκιατροφία verächtliche Bezeichnung einer ver- weichlichten Lebensweise ist. Vgl. Eur. Bakch. 458, Plat. Phaedr. S. 239 C.
οὐκ
757.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-473
Ein Weib allein vermag nicht viel" Goethe. Vgl. Eum. 38
δείσασα
γὰρ
γραῦς
οὐδέν.
ἔνεστ᾽
Αρης: vgl. Soph.
Εl. 1244
ὅρα
γε
μὲν
δὴ
καν
γυναιξὶν
ὡς
Αρης
ἔνεστιν.
758.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-474
οὐλόφρονες (30 Valckenaer für
δουλόφρονες),
εἰσίν. Vgl. das Homerische
όλοόφρων.
δολιομή-
τιδες, heimtückischen Sinnes.
759-760.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-475
Sie, die in ihrem gottlosen Sinne um die Heiligkeit von Götter- altären sich nicht kümmern wie Raben, welche von Altären Opfer- stücke rauben. Vgl. Paus. V 14, 1. —
ἀλέγειν (gewöhnlich mit
οὐκ ist ein episches Wort.
762.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-476
σοί
τε
καὶ
θεοῖσιν, den Göt- tern ebenso wie dir. Vgl. Hom.
Χ 41
αἴθε
θεοῖσι
φίλος
τοσσόνδε
γένοιτο
ὅσσον
ἐμοί.
763.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-477
τριαίνας: der Plural bedeutet ,,Abzeichen der Götter wie den Drei- zack des Poseidon (224)“.
στέφη (so Nauck für
σέβη),
στέμματα, die Zweige der Schutzflehenden, welche auf dem Altare liegen. Vgl. Soph.
Ο.
Τ. 913
στέφη
λαβοῦσα
κἀπιθυμιά
ματα.
765.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-478
περίφρονες, Schol.
ἀντὶ
τοῦ
ὑπέρφρονες (übermütig) wie
περί-
φρονα Ag. 1427. Dindorf schreibt
φυσίφρονες nach
Hesych.
φυσίφρονες
πεφυσημένοι
τὰς
φρένας,
μάταιοι. Es ergänzt sich wieder
εἰσίν.
ἀνιέρῳ
μένει (Drang) gehört zu
μεμαργωμένοι.
766.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-479
κυνοπρασεῖς: der Hund war den Orientalen das Symbol der Un- verschämtheit und xvov ist bei den Griechen ein Schimpfwort zur Be- zeichnung schamloser Frechheit. Vgl. Hom. X 345.
767.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-480
ἐπαΐοντες mit der gleichen Quantität wie 59, Soph. Ai. 1263
τὴν
βάρβαρον
γὰρ
γλῶσσαν
οὐκ
ἐπαΐω, während
ἀΐων Ag. 55,
ἀΐει Pers. 636 einen Anapäst bildet.
768.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-481
Sind jene Hunde, so wer- den ihnen gegenüber die Argiver Wölfe sein, welche den Hunden überlegen sind". Die Anwendung des sprichwörtlichen
κρείσσονες
λύκοι
κυνῶν hat Bezug auf die Verehrung des Apollon
Λύκειος in Argos (694). Dagegen braucht man nicht (mit Stanley) an Anubis mit dem Hundskopfe zu denken. Den Rhythmus des Verses verbessert Hermann mit
κρείσσονας
λύκους, womit auch der störende Artikel wegfällt, den Burges mit
φήμη
τις beseitigen wollte.
769.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-482
βύβλου, hier mit kurzer erster Silbe (vgl. zu 726), sonst mit langer (Hom.
φ 391, Prom. 837). Schol.
ἐπεὶ
παπυροφάγοι
οἱ
Αἰγύπτιοι, die Frucht der Papyrosstaude ist der Kornähre nicht gewachsen" d. i. ,,wer sich von Papyros nährt, kann nicht so kräftig sein wie ein Ge- treideesser“. Theophr.
π.
φυτ.
ἱστ. IV 8 (nachdem er den vielfachen Gebrauch des Papyros dargelegt)
μάλιστα
δὲ
καὶ
πλείστη
βοήθεια
πρὸς
τὴν
τροφὴν
ἀπ᾿
αὐτοῦ
γίνεται.
μασῶνται
γὰρ
ἅπαντες
οἱ
ἐν
τῇ
χώρᾳ
τὸν
πάπυρον
καὶ
ὠμὸν
καὶ
ἑφθὸν
καὶ
ὀπτόν,
καὶ
τὸν
μὲν
χυλὸν
καταπίνουσι,
τὸ
δὲ
μάσημα
ἐκβάλ-
λουσιν, Plin. H. N. XIII 22 8 72 papyrum.. mandunt quoque crudum decoctumque, sucum tantum devo- rantes. Diese Kenntnis verdankte Äschylos wahrscheinlich der Peri- egese des Hekatäos, vgl. zu 964. In Kontrast zu dieser Vorstellung des Dichters steht die Angabe, daß die Ägypter spottweise
ἀρτοφάγοι ge- nannt wurden. Das Brot war ein Hauptnahrungsmittel derselben (vgl. Uhlemann, Äg. Alt. II S. 281f., Erman, Ägypten S. 267 ff.). Eras- mus gibt die Erklärung,,fructus papyri haud sustinet spicam gravem“ nach Zenob.
Ι 73
ἐπὶ
τῶν
οὐ
δυνα
μένων
τοῖς
ἰδίοις
χρῆσθαι
καλοῖς,
παρόσον
ἀσθενὴς
ἡ
βύβλος
πρὸς
τὸ
φέρειν
σίτον.
στάχυας
γὰρ
ἀνατέλ
λουσα
οὐ
τρέφει. Auch die Er- klärung von Stanley „tanto Aegyptii imbelliores sunt Graecis quanto minus robusta est papyrus, eorum cibus, quam frumentum Graecorum, quippe cum non valeat spicam ferre" kann nicht befriedigen. Richtiger Schütz: papyri fructus non est spica praestabilior h. e. extra metaphoram: Aegyptii non sunt Argivis fortiores. Vgl. 964. sogar
770-771.
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Nach
ὡς
ἔχοντες (min Anbetracht, daß sie die Heftigkeit frivoler und gottloser Bestien, nicht bloß die Wut frecher Hunde haben“) sollte
τάχα
ἂν
κρα-
τήσειαν folgen. Aber dieser Aus- druck von schlimmer Vorbedeutung wird vermieden und dafür
χρὴ
φυλ.
κράτος gesagt (,,man mus auf der Hut sein, daß sie die Oberhand gewinnen"). Vgl. zu 456, Cho. 787 f., 1057. Ohne Not also schreibt man mit Turn
ἔχοντας (als acc. absol.). Es scheint von Wichtigkeit für die Fortsetzung der Trilogie, daß der Dichter die Möglichkeit eines Sieges der Ägyptiaden andeutet.
772.
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Wie Ag. 790, Pers. 180
στέλλειν
στρατόν bedeutet ein Heer ausrüsten, in Bereitschaft setzen", so ist hier der Sinn: es geht nicht so rasch, bis sich ein Flottenheer in Bereitschaft setzt".
773-774.
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Ζη
όρμος ergänzt sich
ταχύς wie
ταχύ zu (
τὸ
ἐς
γῆν
ἐνεγκεῖν
πείσματα
ευνατήρια (
πείσματ᾽
εὐναστήρια für
πεισμάτων
σωτηρίου Merkel) : „, auch das Vorankergehen und das Verbringen der Halttaue ans Land geht nicht so rasch von- statten ".
όρμος wie Herod. VII 193
ἐν
τούτῳ
ὅρμον
οἱ
Ξέρξεω
ἐποιεῦντο.
แ ·
πείσματ᾽
εὐνατήρια (vgl. Pers. 163
εὐνατήριον),
πρυμνήσια, sind die Taue mit denen das Heckbord am Lande befestigt wird, welche das Schiff zur Ruhe bringen, wie bei Homer evvaí die Senk- oder Lager- steine heißen, welche als Anker dienten. Zuerst wird die Haupt- sache angeführt, wiewohl der Zeit nach die Ordnung des Heeres zu- letzt kommt. Vgl. zu Eur. Med. 1 ff. – Die Bemerkung, daß das Landen Zeit beanspruche und daß man möglicherweise wegen des nahen Einbruchs der Nacht nicht einmal vor Anker zu gehen wagen werde, soll weiter zur Beruhigung der Danaiden beitragen und ihnen die Hoffnung erwecken, daß zunächst nicht einmal die Ausschiffung des Heeres werde versucht werden (779 f.).
774-775.
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ἐν
ἀγκυρουχίαις, wenn es sich darum handelt, daß der Anker das Schiff halte (beim Suchen eines geeigneten Ankerplatzes). -
ναῶν
ποιμένες, Schol.
κυβερνῆται. Vgl. Eur. Hik. 674
ποιμένες
ὄχων
τετραόρων.
776.
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ἀλίμενον: die Strandebene von Kyberi, wo Apobathmoi, der Landungsplatz des Danaos, lag, ist hafenlos bis hinab zum Thyreatischen Meerbusen. Überhaupt ist Nauplia der einzige Hafen an der Küste von Argolis.
777.
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ἐς
νύκτ᾽
ἀποστείχοντος
ἡλίου: vgl. Cho. 656
τάχυνε
δ᾽,
ὡς
καὶ
νυκτὸς
ἅρμ᾽
ἐπείγεται
σκοτεινόν. Man sieht aus solchen Stellen, daß sich die Zuschauer der dramatischen Darstellung ebenso wie dem An- hören einer epischen Erzählung hingaben und sich nicht daran stießen, daß von Nachtwerden ge- sprochen wurde, während sie in Wirklichkeit im Theater hellen Tag um sich hatten.
φιλεῖ·
εἴωθεν Hesych. Das Asyndeton bei der Erläuterung.
ὠδῖνα peinlicher Sorge wie Cho. 210
πάρεστι
δ᾽
ὠδὶς
καὶ
φρενῶν
κατα-
φθορά von quälender Unent- schlossenheit. von 7791.
οὐδ᾽
ἂν
ἔκβασις, geschweige
στολὴ
στρατοῦ. Das doppelte av ist bei Äschylos weit seltener als bei Sophokles. —
γένοιτο
ἂν
καλή, dürfte sich als ratsam erweisen. Schol.
πριν
καταθαρρῆσαι
τῷ
ὅρμῳ
τὰς
ναῦς, d. h. bevor man für das Landen eine Vertrauen erweckende Bucht findet.