Welch ein Lärm vor meiner Thure? Welch ein ungebührlich
Schrein?
Der Greis.
Meinem Wort, und nicht dem seinen, leihe, Herr, zuerst das
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Ohr.
Agamemnon.
Du, was haderst du mit diesem, Menelaos, und zerrst ihn fort?
Menelaos.
Sieh zu mir her! Denn an dieses knups' ich meine Reden an.
Agamemnon.
Zitternd wohl das Auge senken soll ich, Atreus' Sohn, vor dir?
Menelaos.
Siehst du diesen Brief, das Werkzeug unerhört ruchloser
That?
Agamemnon.
Ich erblick' ihn; gib vor Allem ihn zurück aus deiner Hand.
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Menelaos.
Nicht, bevor ich seinen Inhalt offenbart dem ganzen Volk.
Agamemnon.
Was? Die Siegel ldsend, weißt du, was dir nicht zu wissen
Menelaos.
ziemt?
Wohl; dich schmerzen soll's, das Bose, welches du geheim verübt.
Agamemnon.
Wo betrafst du den? O Götter! Schamvergessner, wehe dir!
Menelaos.
Deines Kind's aus Argos harrt' ich, ob sie kam' in Argos'
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Heer.
Agamemnon.
Was bewachst du meine Schritte? Bist du nicht schamlos und frech?
Menelaos.
Weil der Wille mich gekizelt; bin ich doch dein Sklave nicht.
Agamemnon.
Unerhort! Frei schalten soll ich nicht im eignen Hause mehr?
Menelaos.
Weil du stets Verkehrtes sinnest, heut und ehmals und hinfort.
Agamemnon.
Wie du fein bist! Weh der Zunge, die verschmizt nur Haß
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Menelaos.
gebiert!
Ungerecht, untreu den Freunden, ist ein unståt eitler Sinn.
Doch ich will dich überführen; aber du verschmåhe nicht,
Uebermannt von Zorn, die Wahrheit, wenn dich auch mein
Wort verdrießt.
Weißt du noch, als um den Heerstab du nach Troja dich bewarbst,
Wohl dem Schein nach Nichts erstrebend, doch in Wunschen still entbrannt,
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Wie du voll Demuth dich schmiegtest, alle Hånde schitteltest,
Und in unverschlossnen Thüren offnes Ohr der Reihe nach
Allen aus dem Volke gönntest, wer es wunscht und wer auch nicht,
So bemüht, durch Schmeicheleien Ehr' im Volk zu kaufen dir?
Doch nach kaum errungner Würde nahmst du neue Sitten an,
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Warest nicht den alten Freunden mehr der Freund von ehedem,
Schwer daheim zugänglich, außen kaum zu sehen. Doch der
Mann
Edler Art, der groß geworden, ändert sein Betragen nicht;
Nein, er sei gerad' am meisten dann dem Freunde treugesinnt
Wenn er selbst im Glucke wohnend ihm am meisten nüzen kann.
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Iphigenia in Aulis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .