Du låssest eine bittre Wahl, ein bittres Loos
Des Lebens mir; denn wåhl' ich, wird Unglück mein Theil,
Und wahl ich nicht, so werd' ich ungluckselig sein.
Du, der so Schweres mir verhångt um leichte Schuld,
Was that ich? Weshalb würgst du mich? Welch eine Stadt
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Verrieth ich? Welchen deiner Sohn' ermordet' ich?
Sprich, welches Haus verbrannt' ich? Nur gezwungen gab
Ich deinem Eidam mich dahin: doch willst du mich,
Nicht ihn, den Schuldigen, tödten, und des Anbeginns
Gedenkst du nicht, und eilest diesem Ende zu?
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O meines Unglucks! Mein verlornes Vaterland,
Wie Schweres duld' ich! Was gebåren mußt' ich auch,
Was fugt' ich eine neue Last zu dieser Last?
Doch was beklag' ich dieses, und bejammre nicht,
Und denke nicht des Leides, das mich nun bedrängt?
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Ich, die den Leichnam Hektors um die Stadt geschleift,
Graunvoll mit Feuer Ilion zerstören sah,
Als eine Sclavin dann zu Hellas' Schiffen kam,
Am Haar gerissen, als sie drauf zur Phthierstadt
Gelangte, Hektors Mördern sich vermählen muß.
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Was lieb' ich noch das Leben? Worauf soll ich schaun?
Auf diese Leiden oder auf vergangene?
Ein Sohn, des Lebens Auge, war mir übrig noch;
Ihn denken sie zu morden, das dünkt ihnen recht.
Nicht sterben soll er, wahrlich, daß ich leben mag:
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Ihm blüht die Hoffnung, wenn er hier gerettet wird;
Mir aber ist es Schande, sterb' ich nicht für ihn.
Seht her, den Altar raum' ich! Nun in eurer Hand
Bin ich; ermordet, bindet mich, erdrosselt mich!
Sohn, deine Mutter geht hinab in Hades' Haus,
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Daß du nicht sterbest! Doch, entfliehst du diesem Loos,
So denke deiner Mutter, wie sie litt und starb,
Und deinem Vater, wenn du hångst an seinem Mund,
Im Auge Thränen, und um ihn die Hånde schlingst,
Meld' unsre Leiden! Kinder sind den Weltern stets
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Ihr Leben: tadelt dieses Wort, wer's nicht erfuhr,
Er leidet minder, aber hat Ungluck im Glück.
Chor.
Ich hörte dich bedauernd; denn das Misgeschick
Ruhrt alle Menschen, wenn es auch ein fremdes ist.
Mit deiner Tochter håttest du die Frau, o Herr,
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Versöhnen sollen, sie befrein aus ihrer Noth.
Menelaos.
Andromache. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .