Euripides Andromache 309-460

Edward P. Coleridge (Translator)

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Andromache. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Andromache (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891.)

Editions (1)
Ἀνδρομάχη Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 309-463 focus
Translations (2)
Andromache (OCR draft) Experimental (Andromache. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 309 focus
Frau, deinen Sohn ergriff ich, welchen ingeheim
Vor meiner Tochter du verbargst im fremden Haus.
Dich müsse retten, prahltest du, der Göttin Bild,
Und diesen, Frau, die Leute, die verborgen ihn:
Doch warst du minder listig, als Menelaos war.
310
Und wenn du nicht verlassend diesen Tempel räumst,
So wird der Knabe hingewürgt an deiner Statt.
Drum überlege dieses, ob du sterben willst,
Ob deines Frevels halben er verderben soll,
Den du verübtest wider uns und unser Kind.
315
Du låssest eine bittre Wahl, ein bittres Loos
Des Lebens mir; denn wåhl' ich, wird Unglück mein Theil,
Und wahl ich nicht, so werd' ich ungluckselig sein.
Du, der so Schweres mir verhångt um leichte Schuld,
Was that ich? Weshalb würgst du mich? Welch eine Stadt
385
Verrieth ich? Welchen deiner Sohn' ermordet' ich?
Sprich, welches Haus verbrannt' ich? Nur gezwungen gab
Ich deinem Eidam mich dahin: doch willst du mich,
Nicht ihn, den Schuldigen, tödten, und des Anbeginns
Gedenkst du nicht, und eilest diesem Ende zu?
390
O meines Unglucks! Mein verlornes Vaterland,
Wie Schweres duld' ich! Was gebåren mußt' ich auch,
Was fugt' ich eine neue Last zu dieser Last?
Doch was beklag' ich dieses, und bejammre nicht,
Und denke nicht des Leides, das mich nun bedrängt?
395
Ich, die den Leichnam Hektors um die Stadt geschleift,
Graunvoll mit Feuer Ilion zerstören sah,
Als eine Sclavin dann zu Hellas' Schiffen kam,
Am Haar gerissen, als sie drauf zur Phthierstadt
Gelangte, Hektors Mördern sich vermählen muß.
400
Was lieb' ich noch das Leben? Worauf soll ich schaun?
Auf diese Leiden oder auf vergangene?
Ein Sohn, des Lebens Auge, war mir übrig noch;
Ihn denken sie zu morden, das dünkt ihnen recht.
Nicht sterben soll er, wahrlich, daß ich leben mag:
405
Ihm blüht die Hoffnung, wenn er hier gerettet wird;
Mir aber ist es Schande, sterb' ich nicht für ihn.
Seht her, den Altar raum' ich! Nun in eurer Hand
Bin ich; ermordet, bindet mich, erdrosselt mich!
Sohn, deine Mutter geht hinab in Hades' Haus,
410
Daß du nicht sterbest! Doch, entfliehst du diesem Loos,
So denke deiner Mutter, wie sie litt und starb,
Und deinem Vater, wenn du hångst an seinem Mund,
Im Auge Thränen, und um ihn die Hånde schlingst,
Meld' unsre Leiden! Kinder sind den Weltern stets
415
Ihr Leben: tadelt dieses Wort, wer's nicht erfuhr,
Er leidet minder, aber hat Ungluck im Glück.
Ergreift mir diese, schlingt die Arme fest um sie,
Ihr Diener; hören wird sie nichts Erfreuliches.
(zu Andromache)
Ich drohte, daß du räumest Thetis' Heiligthum,
Den Tod des Knaben, und berückte dich damit,
425
In meine Hand zu kommen, wo dein harrt der Tod.
Und wisse: dir ward dieses Loos verhångt von uns;
Doch über deines Sohnes Loos bestimmt mein Kind,
Ob ihn sie morden oder nicht ermorden will.
Nun geh' in dieses Haus hinein, damit du lernst
430
Nicht mehr die Freien höhnen, du, das Sclavenweib!

Notes on the current edition

Andromache

1. Lines 330-332 are condemned by Dobree and bracketed by Nauck as spurious.
2. τέθνηκα δὴ, Reiske.
3. i.e. I am afraid, even if I prove the malice and falseness of her charges against me, you will not punish her, for your partiality and weakness in such cases is well known.
4. i.e. there is no more to be said on that subject. The suggestion by Paley of ἐξετόξευσας is very plausible.
5. The word ἐξικμάζω which strictly means to extract the moisture is here explained by the Schol. as = δακρύω. There is no parallel to this usage, and the word, though left in the text by most editors is, as Dindorf remarks, almost certainly corrupt, due perhaps to a gloss, such as ἐξετάζω for ἐξιχνεύω. (Cf. Paley’s note ad loc.)
6. i.e. the childless man may laugh at the father for his fondness; he may even escape some pain and annoyance from having no family, but still in his heart he feels a void which nothing else can fill.
7. Hermann alters ὡς into ὃς, i.e. the death you have determined to inflict; but the change seems unnecessary.