Euripides Alcestis 675

Edward P. Coleridge (Translator)

View: By Scene

Alcestis. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1906.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Alcestis (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.)

Editions (1)
Ἄλκηστις Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 675 focus
Translations (2)
Alcestis (OCR draft) Experimental (Alcestis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

No corresponding passage available

German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 675 focus
Wen, einen Lyder oder Phryger, den du dir
Um Geld erkauftest, wahnst du so zu schelten, Sohn?
Nicht weißt du, daß ich ein Thessaler bin und frei,
660
Sohn eines freien Vaters aus Thessalia?
Bu sehr beschimpfst du, hohnst mit Knabenworten mich;
Doch ungeahndet sollst du mir nicht weiter ziehn.
Ich habe dich als dieses Hauses Herrn erzeugt,
Nach Pflicht erzogen; sterben must' ich nicht für dich. 1
665
Denn weder Ahnensitte, noch Hellenenbrauch
Gebot dem Vater, daß er stürb' an Sohnes Statt.
Dir selber, ob du glucklich, ob unglucklich seist,
Lebst du; von uns empfingst du, was gebührte dir.
Du herrschest über Viele, wirst der Fluren viel
670
Noch erben, wie mein Vater sie mir hinterließ.
Wo that ich Unrecht, wo beraubt' ich also dich?
Stirb du für mich nicht, aber ich auch nicht für dich.
Du freuest dich des Lebens; und ich sollt' es nicht?
Das Leben unten, mein' ich, traun! währt lange Zeit;
675
Das Erdenleben dauert kurz, ist aber suß.
Du hast ja schamlos vor dem Tode dich gestraubt,
Und lebest über dein beschiednes Loos hinaus,
Die Gattinn tödtend; dennoch rückst du feigen Sinn
Mir vor, du Feigſter, den besiegt ein schwaches Weib,
680
Das dir, dem schönen Knaben, sich geopfert hat?
Ein Mittel, nie zu sterben, hast du schlau erdacht,.
Wenn dir die Gattinn jedesmal gewärtig ist,
Für dich zu sterben; und du schmähst die Freunde noch,
Die dieses nicht thun wollen, da du selber zagst?
685
Sei still; bedenke, wie du selbst dein Leben liebst,
So lieben All' es; aber schmähst du ferner uns,
So hörst du noch viel Arges und manch wahres Wort.