Euripides Alcestis 629

Edward P. Coleridge (Translator)

View: By Scene

Alcestis. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1906.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Alcestis (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906.)

Editions (1)
Ἄλκηστις Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 629 focus
Translations (2)
Alcestis (OCR draft) Experimental (Alcestis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

No corresponding passage available

German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 629 focus
Von mir geladen kommst du nicht zu diesem Grab,
Noch nenn' ich deine Gegenwart willkommen mir.
Sie wird mit deinem Schmucke niemals angethan;
Begraben wird sie und bedarf des Deinen nicht.
615
Dir ziemte Mitleid, als der Tod mich jüngst umfing:
Da standst du fern' und ließest Andre sterben, du,
Der Greis die Jüngern, und beklagst die Todte nun!
Fürwahr, du bist mein achter Vater nicht, noch hat
Sie mich geboren, die sich meine Mutter nennt,
620
Und so genannt wird; nein, erzeugt aus Sklavenblut,
Ward ich geheim an deines Weibes Brust gelegt.
Wohl hat die Prüfung, wer du bist, geoffenbart,
Und nimmer kann ich glauben, daß du mich gezeugt.
Gewiß, an Feigheit übertriffst du Jedermann:
625
Du, so bejahrt, an deines Lebens Ziele schon,
Du wolltest weder, noch getrautest dir, den Tod
Für deinen Sohn zu leiden, sondern ließest hier
Die Fremde sterben, die allein als Mutter ich,
Als meinen Vater achten darf mit vollem Recht.
630
Du håttest gleichwohl einen schonen Kampf gekämpft,
Statt deines Sohnes sterbend; war doch kurze Zeit
Nur übrig, die zu leben dir verstattet war;
Und ich und diese lebten noch fortan vereint,
Und nicht vereinsamt weint' ich über mein Geschick.
635
Was immer widerfahren mag dem Glücklichen,
War dir geworden: noch ein Jungling, herrschtest du;
Ich war, dein Sohn, in diesem Hause Folger dir;
So, kinderlos nicht sterbend, hinterließest du
Nicht als die Beute Fremder dein verwaistes Haus.
640
Auch kannst du wohl nicht sagen, daß dein Alter ich
Verhdhnt, und du mich dieserhalb verrathen hast;
Ich ehrte dich aus's hochste; dafür hast du mir,
Und hat die Mutter mir gelohnt mit solchem Dank.
Doch andre Kinder zeugst du wohl nicht mehr so schnell,
645
Die deines Alters pflegen, und im Tod dereinst
Noch deinen Leichnam schmücken und beerdigen.
Denn ich begrabe nimmer dich mit meiner Hand.
So viel an dir lag, bin ich todt; und leb' ich noch,
Und ward ein Andrer Retter mir, so nenn' ich gern
650
Mich dessen Sohn, will seines Alters Pfleger sein.
Vergeblich wunschen sich den Tod die Greise doch,
Das Alter scheltend und des Lebens lange Zeit;
Sobald der Tod sich nähert, wünscht Niemand sich mehr
zu sterben, und das Alter ist ihm keine Last.
655

Notes on the current edition

Alcestis

1. Nauck brackets this line as spurious.
2. Nauck refuses to credit Euripides with lines 638 and 639.
3. Lines 651 and 652 are bracketed by Nauck as spurious.