Das vierte Buch des äsareensers.
122Sterblichen zu ören vermochte. Denn als er seine Theophanie unter den Menschen veranstaltete, zeigte er zwar viele andere offenbare Beweise der Kraft seiner Gottheit durch Taten, — wenn jemand will, kann er sie aus den üchern über ihn sammeln, — aber wiederum ist auch dies kein geringer, ür seine Wahrheit eintretender Beweis, der in
seinen eigenen Worten besteht. Eben sie üssen wir denen nahe bringen, die nicht leicht seinen wunderbaren öttlichen Taten beistimmen, damit sie auch jenem anderen glauben, das über ihn ündigt ist. Und nicht gering ist auch der Beweis durch die Kraft, die seine Worte denen ähren, welche Verstand haben. Denn wie wir oftmals sogar
diejenigen, die wir mit unseren Augen nicht sehen, sondern deren Worte wir nur ören, kennen und nach dem örten urteilen über den, der da redet, ob es ällig ein Grieche oder ömer oder gar ein Ägypter, ob er der Lebenszeit nach alt oder jung, ob es der Ton eines Weibes oder Mannes, ob es die Stimme eines Weisen und ünftigen oder
im Gegenteil eines Toren und Idioten ist, äß aber auch: selbst wenn wir ällig nicht vor Augen haben och sehen jene göttlichen Taten, die der öttliche Logos vollbrachte, als er auf Erden seinen Umgang hielt, sondern selbst wenn wir auch nur urteilen aus der Lehre seiner eigenen Worte, deren Stimme seltsam ist und das gemeine
Denken übersteigt, und aus dem Vorherwissen der ünftigen Dinge die er voraussagte, und aus dem was er auch in äteren Zeiten zu Zeiten tun versprach, und aus der üllung der vorausgesagten Dinge, deren Vollendung bis jetzt vor unseren eigenen Augen infolge seiner Kraft 123 gewirkt wird, — äß) ist nicht gering der Beweis, der sich inbetreff
der Dinge ergibt, welche seine Gottheit bezeugen. Denn die von ihm geschehenen Wunder verteilen sich auf zwei Zeiten: auf die- 1 jenige, die vergangen ist, in der er seinen Umgang auf Erden hielt, wie in den Evangelien berichtet ist, und zweitens auf die ätere Periode, die sich bis zu uns selber erstreckt. Denn die gewaltigen Taten, die er üher vollbrachte, als er auf Erden mit den Menschen
zusammen war, konnten diejenigen offenkundig sehen, mit denen er in jener Zeit ällig zusammentraf. zusammentraf. Eben sie aber sind uns verborgen und liegen nur ungesehen vor uns. So konnten hinwieder auch die Dinge, die zu unserer Zeit nach seinen voraussagenden Worten in ihrer Ordnung üllt wurden und die eben in ihren Wirkungen bis jetzt
von uns gesehen werden, von denen, die damals und in jener Zeit lebten, wo sie vorausgesagt wurden, noch nicht in ihrem örigen Ausgang ßt werden, und vielleicht erschien ihre Erfüllung den äubigen öglich. Aber es ist wahrscheinlich, daß auch damals diejenigen, die ihrer Art nach Leute von Verstand waren, obwohl sie
den Ausgang der voraussagenden Worte nicht sahen, dennoch sie um seiner übrigen Taten willen glaubten. Denn wie sollte es nicht wahrscheinlich sein, ß diejenigen, welche mit ihren eigenen Augen die offenbaren öttlichen äfte, Zeichen, Wundertaten und werke, die jede sterbliche Natur übertrafen, sahen, ß sie) nicht nur an das, was
man damals sah, sondern infolge dieser Dinge auch an das bereitwillig glaubten, was ür spätere Zeiten das Vorherwissen verbürgte? Daher wiederum ört es sich auch ür uns selber, infolge Wunder, die wir mit unseren eigenen Augen wahrnehmen, auch jenen damaligen beizustimmen, die von seinen üngern bezeugt sind. Denn jene Dinge,
die uns von den Vorfahren nur überliefert sind, weil sie es örten, werden mit unseren eigenen Augen • und ügen denen, Geist unverdorben ist, ß sie Beweise sind zum Siegel ür Geschriebene. Was das ür Dinge sind, die damals noch nicht waren und noch nicht bestanden und noch nicht ins ßtsein der Menschen getreten,
wohl aber von ihm öttlichem Vorherwissen und ür ätere Zeiten überliefert waren und bis jetzt in unserer eigenen Zeit sichtbar sind, sie aus folgendem kennen zu lernen, ist tunlich.
Sklave, dem die Glieder ähmt waren, zu Hause 124 und da er sah, welche äfte unser öser an anderen zeigte, wie er 2 3 die Kranken gesund machte, alle Schmerzen und alle Leiden heilte, und da er im Geiste urteilte, ß das Wunder keineswegs von Menschen sei, so nahte er sich ihm wie einem Grotte, indem er nicht auf das sicht- bare äß des Leibes blickte, durch das er den Umgang mit den Menschen hielt, sondern auf den unsichtbaren Gott, der durch das Sterbliche
die eigene üchtigkeit offenbarte. Deswegen fiel er nieder, nieder, huldigte ihm, bat und flehte ändigst, auch selber ür seinen Sklaven der Hilfe von Gott teilhaftig zu werden. Als unser öser zu ihm sagte: „Ich will kommen und ihn heilen", antwortete ihm der Chiliarch — denn dieses Ranges war er bei den ömern ürdigt worden —
und sprach zu ihm: „Herr, ich bin nicht wert, ß du unter mein Dach eintretest, aber sage nur ein Wort, so wird der Sklave geheilt werden. Denn auch ich bin ein Mann in Machtstellung und habe Soldaten unter mir. Sage ich zu diesem: gehe hin, so geht er, zu einem andern: komme, so kommt er, und sage ich zu meinem Diener: tue dies und
das, so tut ers." Was nun Öser auf auf diese Bitte hin tat, öre nicht von mir, sondern aus der Schrift, indem sie äblich so lehrt: „Als aber Jesus dies örte, wunderte er sich und sagte zu denen, die ihm folgten: Nicht einmal in Israel habe ich solchen Glauben gefunden. Ich sage euch aber, viele werden kommen von Morgen und Abend und
werden zu Tische sitzen mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich. Die öhne des Reichs aber werden in die äußerste hinausgehen." Dann nach diesen Worten sagte er zum Chiliarchen: „Gehe hin, wie du geglaubt hast, wird dir geschehen. Und sein Sklave ward geheilt seit dieser Stunde. Und als sich der Chiliarch nach
seinem Hause wandte, fand er in derselben Stunde seinen Sklaven gesund."
zum Wohltun, ß er bereitwilligst sein Kommen verhieß, welcher Art aber auch das Wunder der Wohltat war, kann man nicht ürdig erkennen. Denn ß er dem Chiliarchen nicht mehr sagte als „wie du 4 5 geglaubt hast, wird dir geschehen", und ß er zugleich mit dem Worte auch seinem Kinde die Heilung gab und sofort von der 125 Krankheit befreite ihn, der binnen kurzem in der Gewalt des Todes gewesen wäre, wie sollte das nicht beweisen, daß in Wahrheit Gott
durch menschliche Stimme redete? Wenn aber jemand dies ür schwer glaublich ält wegen des Übermaßes des Wunders, so ürde er dennoch nicht geziemend die Vorhersagung als Vorwand gebrauchen önnen, da durch sie der Beweis ür sein Tun ößer erscheint, wenn er sich zu Herzen nimmt, wie damals nur Ein ömer es war, der zu unserm
öser kam, ein Chiliarch, der ein ößeres und besseres Bekenntnis ür ihn zeigte als das Volk der Juden, wie aber unser Erlöser weissagte, ß viele anstatt des Einen sein werden, die gleich jenem sich ihm nahen ürden von denen, die im Sonnenaufgang und in den Gegenden des Ostens und im Sonnenuntergang wohnen, die durch die
Erkenntnis und durch das Bekenntnis zu ihm bei Gott an Ehre gleich ürdigt werden mit den Vorfahren der äer. Weil aber auch der Vorfahr jener, eben der gepriesene Abraham, der von ötzendienerischen ätern abstammte, sein Leben änderte, von dem Irrtum der vielen Götter zurückwich und Einen über alles regierenden Gott
erkannte, so sagte dieser Jesus voraus, ß ihm und seinen Kindern, Isaak und Jakob, Myriaden gleich sein ürden in der ganzen Menschenwelt, und zwar besonders diejenigen ölker, die im Osten, und diejenigen Leute, die im Westen wohnen, und er ügt diesen Worten auch das ößte seiner ßung hinzu. Die Juden selber sagt er,
die öhne jener Gottgeliebten, die stolz sind auf Abraham, Isaak und Jakob, sollen, weil sie sich wider ihn erhoben und nicht an ihn glaubten, als des Lichtes der Erkenntnis Beraubte „hinausgehen in die äußerste Finsternis", indem er so ihre Unwissenheit und die äußerste Torheit und den Mangel an ösendem Licht voraussagt. Hier ziemt es sich, 6 7 unsern Sinn auf die Erfüllung zu lenken und mit eigenen Augen wahrzunehmen, wie die Juden, die sich rühmen, des Geschlechts jener genannten gottgeliebten Männer zu sein, ausgestoßen sind nicht nur aus dem Reiche Gottes, sondern auch aus ihrer eigenen heiligen und königlichen Hauptstadt, in welcher sie allein, wie das Gesetz es bestimmte, ihren
glänzenden Gottesdienst vollziehen sollten, und wie sie Knechte wurden 126 aus Freien, früher Söhne vorzüglicher Väter, und vermischt mit fremden Völkern — was ihnen nicht gestattet war — in einem Lande, das nicht ihr eigen war, umherirrten, sodaß ihnen nicht einmal erlaubt war, aus der Ferne das Land ihrer Verehrung zu sehen. Ohne Führer und ohne
Könige, die sich ablösend bei ihnen als Herrscher eingesetzt wurden, standen sie da und waren Untertanen derer, die ihre Tempel von Grund aus zerstörten und ihr ganzes Volk bezwangen; weder gab es einen Propheten bei ihnen wie früher, noch eine Offenbarung wie früher, noch eine Hilfe oder ein göttliches Werk. All dies kam durchaus nicht bevor,
sondern nachdem unser Erlöser sein Antlitz von ihnen abgewandt hatte, über sie, entsprechend seinen Prophezeiungen. Dies über die Juden also derart.
römischen Truppen wie auch Myriaden von Herrschern und ἡγεμόνες, die über Völker und Länder mächtig sind, und andere, soviele an Ehre und Rang viel höher sind als diese, eben diejenigen, die im Königshause stolz sind, — kamen gleich jenem Chiliarchen zum Christus Gottes, erkannten durch seine Lehre den Gott derer, die bei den
Hebräern als gottgeliebte Menschen glänzten, und wurden in gleicher Weise wie sie des Geschenkes von Gott, dem König des Alls, gewürdigt. Wenn aber jemand sich zu Herzen nimmt, wie viele Scharen von Christen und Kirchen es in Myriaden Mengen im Lande der Perser und der Inder geben soll, die im Sonnenaufgang wohnen, und wie durch die Worte
unsers Erlösers bei diesen Weiber, liebende Jungfrauen und Männer zur vollendeten Heiligkeit übergehen und zur Enthaltsamkeit eines philosophischen und züchtigen Lebens, und wie Myriaden Bekenner Gottes eben unter ihnen leben,
8 9 neue Geburt in ihm Kinder Abrahams geworden sind und eben das vorhersagende Wort unsers ösers versiegeln, wie gerade ebenso aber auch in den westlichen Teilen der Welt alle Spanier und Gallier 127 und wie man in den ändern der Mauren und Afrer, sogar im Ozean:
und in Britannien Christus bekennt und den Gott Abrahams, lsaaks und Jakobs anerkennt und auch in Gebeten anruft und als Teilhaber jener äter) in der Gottesverehrung erscheint — wenn also jemand eben dies zu Herzeu nimmt, dann wird er verstehen, welches die Kraft des Logos war, der vorher ündete und sagte: „Viele werden vom Aufgang
und vom Untergang kommen und werden zu Tische liegen im ße Abrahams, lsaaks und Jakobs im Himmelreich." Dies also mit dem Chiliarchen. Aber auch zu andern Zeiten, als er mit den üdischen Lehrern zusammen redete, prophezeite er dem Ahnliches und redete in dieser Weise: „ Wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und
die Propheten, alle im Reiche Gottes, euch aber hinausgeworfen, dann werden sie kommen von Morgen und Abend, von Westen und üden und werden zu Tische sitzen im Reiche Gottes." Eben diese Worte empfangen ihre ätigung offenbar durch die Bekehrung aller Völker zu dem über alles waltenden Gott. Dies also sagte er jenen über die
Bekehrung aller ölker zu dem über alles waltenden Gott.
Andreas, wie sie Netze in den See warfen; denn sie waren Fischer. Und er sagte zu ihnen: Kommt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen. Sie aber ßen in derselben Stunde die Netze und gingen ihm nach. Als er weiter wandelte von da, sah er zwei üder, Jakobus, den Sohn des äus, und seinen Bruder Johannes, im
Schiff mit ihrem Vater äus, und er berief sie. Sie aber verließen in derselben Stunde das Schiff und ihren Vater und gingen ihm nach." Eiu anderer Schriftsteller aber hat geschrieben, ß er zweimal zum 10 11 Simon gleich diesem prophetischen Wort geredet habe: Da Jesus ämlich viel Volks anlag, sagt er, sei er in eins der Schiffe gestiegen, das dem Simon örte, und als er darin ß, dolmetschte er her Menge. 128 Xach ügender Belehrung aber, weil es geziemend war, ß er auch ein öttliches Werk zu seinen Worten ügte zur Hilfe derer,
die es sahen, befahl er dem Simon, seine Netze zum Fange auszuwerfen. Der aber sprach zu ihm: Die ganze Nacht haben wir gearbeitet, aber nichts gefunden; auf dein Wort jedoch will ich die Netze auswerfen. — und ührte den Auftrag aus. Als sie aber eine ße Menge Fische einfingen, zerrissen die Netze öllig, von der Menge beschwert. Da
riefen sie die Leute im Nachbarschiff zu Hilfe. Als sie dann die Fische in die öhe gezogen hatten, üllten sie beide Schiffe, sodaß Gefahr fahr vorhanden war unterzugehen. über wunderte sich Simon, staunte und bekannte, nicht wert zu sein, ß unser öser sich ihm ähere. Der aber zeigte ihm das Bild des ünftigen, offenbarte auch
seine Deutung, und Jesus sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, von jetzt an sollst du Menschenfischer sein.“ äischen Männern, die nichts weiter kennen als die syrische Sprache und die auch dem niedrigen und armseligen Gewerbe der Fischerei nachgehen, versprach unser öser mit Recht, er werde sie zu Menschenfischern und Herolden seiner
Lehre machen, und hat sie dazu gemacht, ohne seine ßung ügen zu strafen, und hat die Kraft Gottes wirksam gezeigt für eine Sache, die jede üchtigkeit der Menschen übertrifft. Denn wenn er die ünftigen und Weisen oder die geehrten und reichen Leute unter den Juden zu sich ührt und sie als Lehrer seiner Worte benutzt
ätte, so äre es vielleicht ür ür jemanden natürlich zu meinen, daß die Sache menschlicher bereitet sei. Denn so pflegen die meisten der Menschen sich unterzuordnen: entweder durch Geschenke von den Reichen ödert, oder durch die üglichkeit der Worte und die Phantasie] der Weisheit irre geleitet, oder die Macht angesehener Personen ürchtend.
Er aber benutzte nicht derartige ünger, sondern im Gegenteil Arme und ühmte, bescheiden an Redegabe, der Sprache nach Syrer, niedrig und armselig im Beruf σχῆμα), und war durch sein Werk offenbar, indem er allein die öttliche Kraft verwandte, die er zeigte, indem 12 13 er sie zuerst mit Einem Worte berief und zu seinen ängern machte und indem er ihnen dann ß, er werde sie zu Fischern und Herolden der Menschen machen, damit sie anstatt der Netze, die sie hatten, von ihm das Netz empfingen, das aus allerlei Worten der Gesetze
und Propheten und aus solchen seiner eigenen öttlichen Lehre gewebt war, und damit sie es in das Meer der Menschenwelt ürfen 129 und einfingen, soviele sie änden, indem sie ihre geistigen Netze mit jeder Art ünftiger Fische üllten. Aber dies waren, als man damals im Worte es örte, Phrasen und öne und nichts Das Work
aber der öttlichen Kraft stellte er nicht lange darauf hin und vollendete eben das in Taten, was vorher durch Worte gesagt war, ß in kurzer Zeit die ganze Menschenwelt zumal ählige Scharen er von diesen armen und laienhaften Menschen Gefischten ß und jeder οἱ der Griechen und Barbaren mit Kirchen üllt wurde wegen jener
Einen ßung des öttlichen Wortes, durch welches er verhieß, nicht ß er seine ünger belehren , sondern ß er sie zu Menschenfischern machen werde, ß er die Zukunft nicht nur vorher kannte und vorher sagte, sondern auch als äter so ßen Wissens erschienen ist. Er sprach durch das Wort und hat gewirkt durch die Tat; er
stellte die Zukunft durch Symbol und Bild dar und hat sie durch sein Wirken vollendet. Denn denen, die vor alters üher in der Finsternis fern vom Lichte der Wahrheit und in der Nacht der Gotteserlcenntnis arbeiteten und keinen ür die ösung einfangen konnten, leuchtete er in seinem Glanze auf und befahl denen, die an den Tag und ans Licht
kamen, nicht auf die eigene Kunst, sondern auf sein Wort zu vertrauen und die Netze in die Tiefe zu werfen. Die aber brachten eine so ße Menge von Fischen zusammen, ß die Fanggeräte zerrissen und die Schiffe in Gefahr kameD, infolge der Belastung in die Tiefe zu sinken. Als dies aber so geschehen war, brachte er den Simon zum
Erstaunen und zu nicht geringer Furcht. Aber dies öge dich nicht erschrecken, sagte unser öser zu ihm; denn noch ist es Kinderspiel und ein Bild des ünftigen. Denn dies sind stumme und unver- 14 ständige Fische, und dies sind Fahrzeuge und Netze, aus seelendoser Hyle gefertigt, aber derartig sind nicht die Abbilder dieser Dinge. Etwas äter also, das ßt vielmehr: augenblicklich jetzt auf der Stelle, wirst du ein Menschenfischer sein, wirst du von dieser üdenden, nutzlosen Fischerei ablassen, vielmehr ein Fischer ünftiger
Lebewesen anstatt der ünftigen werden und nicht mehr 130 aus den Tiefen des Meeres, sondern aus der salzigen Bitterkeit der Welt und aus den finstern Winkeln der Gottlosigkeit und Schlechtigkeit zum geistigen Licht und zur reinen Luft heraufziehen diejenigen, die von dir gefangen werden, das ßt vielmehr: du wirst sie zum Leben
fangen dadurch, ß du ihnen das Leben, aber nicht den Tod förderst. Denn die aus dem Meere stammenden Fische, die vorher in der Finsternis und in der Tiefe leben, gehen sofort zu grunde, sobald sie Licht und Luft erlangen, diejenigen Fische aber, die von dir unter den Menschen gefangen werden aus der Finsternis der Unwissenheit, ändern
sich um und werden zum öttlichen Leben gefangen. Deswegen sprach er: „Von nun an wirst du Menschenfischer sein." Dies sagte unser öser mit öttlicher Kraft vorher und dies zeigte ebenderselbe Erlöser durch Werke als ässig und wahr. Wieviel Myriaden Menschen also jener Fischer, der Netzwerfer, der Syrer, anstatt der Jagd auf
Fische erbeutete durch die mit öttlicher Kraft gewebten Netze verborgener Worte, kann man öglich in eine Zahl fassen. Das Sichtbare aber ist das Gesicht des Unsichtbaren. Denn was der lange Aeon der Welt vor der Theophanie unsers ösers nicht heryorbrachte, was weder Mose, der Gesetzgeber der äer, noch die Propheten Gottes
nach Mose, noch Myriaden anderer Fischer, die üher die göttliche Lehre den Menschen ündeten, nicht zu tun vermochten, obwohl sie die ganze Nacht hindurch vor seiner Erscheinung viel arbeiteten, das hat der äische Mann, der Arme, der Barbar seiner Sprache nach, eben jener Simon getan. Ein Beweis aber ür das damals von Simon
Vollbrachte sind die bis jetzt leuchtenden Kirchen, die viel voller sind an geistigen Fischen als jene Fahrzeuge, wie es die ist zu Cäsarea in ästina, wie die zu Antiochien in Syrien, wie die in der Stadt der ömer. Denn man berichtet, ß Simon selber diese Kirchen und alle 15 16 in der Nachbarschaft ündete, und diejenigen in Agypten, eben Alexandrien stellte er ferner selber, freilich nicht durch sich, sondern durch den zum ünger gewonnenen Markus ür sich auf. Während er ämlich selber in Italien und unter den ölkern weilte, machte
er seinen ünger Markus zum Lehrer und Fischer ür die in Ägypten. die Richte aber deinen Sinn auch auf die übrigen ünger unsers Erlösers, denen er ß, er werde sie zu Menschenfiscbern machen, und 131 denen er sein Wort durch die Tat zeigte. Bis jetzt also schafft und wirkt derselbe, indem er überall auf Erden zugegen ist und die ganze
Menschenwelt mit seinen geistigen Netzen üllt und mit vernünftigen Fischen der Barbaren und Griechen aus jedem Geschlecht, aus der Tiefe des ösen und aus der Finsternis der Gottlosigkeit die Seelen der Menschen herausziehend, sie hinwendend an jedem Tage und zu jeder Stunde zu dem Lichte der von ihm ündeten Gotteserkenntnis.
Indem dies so mit unsern Augen gesehen wird, scheint es mir ein zweifelloses Zeugnis ür die Theophanie unsers Erlösers darzustellen.
Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge gebaut ist, kann nicht verborgen bleiben. Man ündet auch nicht ein Licht an setztes es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen, die in dem Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel
preisen." Hier sagte er wiederum zu jenen Fischern, die aus dem Lande äa kamen — es ist aber ein Winkel äas, der so genannt wird, am ücken gelegen, über den auch unter den Propheten Jesaja ündet ündet und ausruft, indem er zugleich auf die Verborgenheit des Landes und zugleich auch auf die Erscheinung unsers dortigen ösers
hinweist: „Galiläa der ölker, ein Volk, das in Finsternis sitzt, sah ein ßes Licht" — jenen also, die von dort stammten, gewöhnlichen, bescheidenen Leuten, laienhaft an Rede, armselig an Lebens- weise, eben jenen Fischern sagte er, ß sie das Licht der Welt sein ürden, und ätigte durch die Tat diese Verheißung, sodaß eben 17 18 jener Simon, genannt Petrus, aus Kapernaum, einer Stadt äas, auszog, Myriaden Seelen der Menschen durch das Licht der Gotteserkenntnis er- leuchtete und in der ganzen Welt bis zu den ändern des Westens bekannt wurde, und ß) die Erinnerung an ihn bis jetzt bei den ömern ößer ist als an die, die üher waren, ß er sogar einer herrlichen ätte
vor der Stadt ürdigt wurde, zu dem wie zu einem ßen Heiligtum und Tempel Gottes Myriaden Scharen des ömischen Reiches eilten. Wie sollte dies nicht die Wahrheit dessen ätigen, was er seinen 132 Jüngern sagte: „Ihr seid das Licht der Welt. So aber leuchtet ferner auch der Name des Johannes, des Sohnes äi, den er beim Fischfang
mit seinem Vater und Bruder die Netze flicken sah und den er derselben Berufung und ßung ürdigte, in der ganzen Welt, und seine Worte erleuchten die Seelen der Menschen durch die von ihm überlieferte Schrift des Evangeliums, die in mancherlei Sprachen, griechische chische und barbarische, verdolmetscht ist und allen ölkern alle Tage
ins Ohr ündigt wird. Und besonders auch ehrt man die ätte dieses Apostels zu Ephesus in Kleinasien herrlich und beweist damit, ß die Erinnerung an das Licht seiner üglichkeit in Ewigkeit nicht vergessen wird. So werden auch die Schriften des Apostels Paulus mit Recht in der ganzen Welt ündent und erleuchten die
Seelen der Menschen. Auch das ärtyrertum seines Todes und die über ihm sich erhebende ätte wird üglich und gewaltig in der Stadt Rom bis jetzt gepriesen. Was habe ich ötig zu sagen, ß auch die Lebensweise, die in der ganzen Welt durch eben die ünger unsers ösers ührt ist, dem Anblick eines Siegeszeichens gleich
eine ühmte Stadt ist, die nicht etwas im Verborgenen Gelegenes ist, sondern die die Mitte aller ädte inne hat, entsprechend dem Wort unsers ösers: Einer Stadt gleich, die oben auf einem Berge gelegen ist. Das Wort, das sie über unsern Meister ündeten, war nicht wie eins, das unter dem Scheffel verborgen und dem Irrtum und der
Finsternis überliefert ist, sondern wie eins, das oben auf einen hohen Leuchter und in die öhe nach ärts gehoben ist und allen, die im Hause der ganzen Welt sind, leuchtet. Vorauswissen aber und Prophe- zeiung — und keineswegs nur etwas Befehlendes, sondern auch etwas 19 20 die Zukunft Vorauszeigendes — ist dies Wort: „So wird euer Licht leuchten vor den Menschen." „Licht" aber nannte er durchaus alle, indem er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt", und keineswegs viele Lichter, sondern zumal alle Ein Licht, sodaß infolge der Übereinstimmung
zumal aller Erleuchtung ür die ganze Welt da war. Denn seine Sache allein war es zu sagen: „Ich bin das Licht der Welt". Über ihn ist in Wahrheit geredet: „Er war das Licht, das in die Welt kam, das jedermann erleuchtet.“ Aber indem dies so gesagt und erfüllt wurde, siehe, wie er ferner auch seinen üngern sagte und und erklärte:
„Was ich euch in der Finsternis sage, sollt ihr im Lichte sagen, und 133 was ihr ins Ohr ört, sollt ihr auf den ächern und ürchtet euch nicht vor denen, die den Leib öten, aber die Seele nicht öten önnen; ürchtet euch vielmehr vor dem, der Seele und leib verderben kann in die ölle.“ Auch hierdurch versprach er eben in den
ängen der Belehrung seiner ünger, als sie die Dinge noch nicht kannten und waren wie der, der in Finsternis ist, die Kenntnis des Lichtes. Denen, die im Verborgenen und in der Finsternis seine Befehle örten, ohne ß die üllung sichtbar war, prophezeite er, daß sie ihn offen bei jedermann predigen ürden, und ermahnte sie,
nicht zu scheuen, sondern die Gefahr mit ganzer Seele zu ertragen und ihn ins Ohr aller zu ündigen, ohne sich zu ürchten vor denen, die den sterblichen Leib öten. Denn die Seele kann von den Menschen nicht ötet werden, weil sie örperlich und unsterblich ist. Denn nur Gott kann Leib und Seele zumal öten und strafen. Es mag aber
beobachtet werden, ß er eben hierdurch die Unkörperlichkeit der Seele lehrte und ein Dogma der Philosophen in kurzen Worten darlegte.
ürden sofort alle ölker mit Hilfe seiner Kraft zu jüngern machen, wird nach dem Evangelium des äus beschrieben.
der ünger und die Vorsicht ihres Denkens, ß nicht alle ihn anbeteten, als sie ihn sahen, sondern nur die einen taten dies äubig und gern, die andern aber hielten ür jetzt ück, ß sie nicht leicht sinnig und schnell diesem Wunder zustimmten, sondern mit 134 reiflicher üfung und aller Vorsicht. Dann am Ende ßen auch sie
sich überzeugen, zogen aus zu allen Menschen und wurden selbst Prediger seiner Auferstehung. Da aber in der Schrift der Propheten mit Bezug auf ihn prophetisch gesagt ist: „Bitte von mir, so will ich dir ölker zu deinem Erbe geben und deine Herrschaft soll bis an die Enden der Erde reichen," sagt er zu seinen üngern, als ob das prophetische
Zeugnis jetzt durch die Tat üllt ürde: „Mir ist jede Gewalt wie im Himmel so auch auf Erden gegeben.“ Denn die Herrschaft der im Himmel hatte er von Ewigkeit an inne, die Macht der Dinge Erden aber, sagt er, sei ihm jetzt gegeben vom Vater, entsprechend dem Worte: „Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe geben.“ Denn einst, wie Mose bezeugt: „Als der öchste trennte, bestimmte er die Grenzen der ölker nach der Zahl der Engel,“ waren die Engel Gottes die Herrscher über alle üher auf Erden Weilenden. Als sich die Menschheit aber zum polytheistischen Irrtum wandte und die herrschenden Engel nichts in betreff dieser
Sache helfen konnten, lehrte fortan der gemeinsame öser aller selber durch seine Theophanie nach dem Siege über den Tod, ß nicht mehr den Engeln, sondern ihm von seinem Vater die Herrschaft über die ölker auf Erden gegeben sei. Deshalb befahl er seinen üngern nicht üher, sondern jetzt erst, herumzuziehen und ölker
zu lehren. Notwendig aber ügt er auch das Geheimnis der Reinigung Denn er ßte diejenigen, die aus den ölkern sich bekehren, von jeder Befleckung und Besudelung durch seine Kraft reinigen, weil sie infolge des ämonischen und polytheistischen Irrtums schmutzig und mit Befleckung jeder Art behaftet waren und jetzt zuerst von einem lasterhaften und
gesetzlosen Lebenswandel sich lossagten. Diese ermahnte er zu lehren. 23 24 nach der Reinigung, die durch seine mystische Lehre stattfindet, nicht die üdischen Gesetze und nicht die Gebote des Mose, asondern alles das bewahren, was er selber ihnen auftrug. Dies war es, was alle äßig, bei allen ölkern herumgehend, allen üngern und allen
Kirchen in aller Welt überliefert haben. Notwendig aber treibt er sie an und macht sie geneigt, zu fischen und herumzugehen bei allen ölkern und jedes Geschlecht der Menschen zu lehren, durch die Verheißung, die er ihnen gab, indem er sagte: „Siehe, ich bin bei each.“ Denn diesem Worte der ßung ügte er die Tat hinzu, war mit 135
öttlicher Kraft bei jedem einzelnen von ihnen, war allen zumal ärtig, schaffte und wirkte mit ihnen und äftigte das Sieges werk, indem er sie zu Lehrern aller ölker in der von ihm überlieferten Gottesfurcht machte. Auf diese ßung also vertrauend, üllten sie durch die Tat seine Worte. Sogleich und in nichts ögernd
gingen sie in aller Bereitwilligkeit, alle ölker zu belehren, indem sie eben durch die Tat wahrnahmen und mit den Augen lebendig sahen den, der vor kurzem tot war, und den, den sie wegen des Vorgefallenen verleugnet und abgeschworen hatten, eben ihn deutlich und in eigener Person nahe sahen und örten), wie er mit ihnen in gewohnter Weise
redete und ihnen das Vorhergesagte ß, ß) sie wegen des Anblicks, den sie üften, seinen Versprechungen nicht äubig sein konnten. Denn der Befehl allein ätte sie verdrossen, da sie ihr äurisches Wesen und ihre bescheidene Redegabe kannten, weswegen sie beinahe verzichtet ätten, indem sie mit Recht bedachten, daß es
ür Leute, die der Sprache nach Syrer waren und nichts weiter als Fischerei verstanden, öglich war, als Lehrer der Griechen zumal und ömer, der Ägypter, Perser und übrigen barbarischen ölker aufzutreten und Gesetze zu geben gegen alle Gesetzgeber und önige auf der ganzen Erde, entgegengesetzt dem, was jenen über die ötter ihrer
Vorfahren von aller Ewigkeit an überliefert war. Aber es war ihnen nicht erlaubt, solches zu bedenken, da sie die Stimme Gottes örten, welche zu ihnen sagte: „Siehe ich bin bei euch alle Tage", und da sie deutlich sahen, ß die Gottheit des mit ihnen Redenden ächtiger erschien als 25 26 der Tod. Deswegen auch überkam sie Furcht, wenn sie nicht gehorchten, sodaß sie daher die Gefahren mit ganzer Seele ertrugen, indem sie die ürgschaft des Lebens nach dem Tode vom Meister empfingen, und mutig daran gingen, bei allen ölkern umherzugehen, indem sie durch Werke die ßungen ihres Meisters bestätigten.
Er aber ügte zu seinen Versprechungen an sie noch ein übriges Wort hinzu, und noch wunderbarer: er ährt es bis jetzt. Indem er zu ihnen sagt: „Siehe ich bin bei euch alle Tage", ügt er hinzu: „bis 136 ans Ende der Welt." Dies üllt er keineswegs nur an ihnen, auch an allen denen, die ihnen folgten und eben von ihnen seine Lehre
empfingen, und auf der Stelle bis jetzt ist er allen denen nahe, die ihm zu üngern gewonnen werden. Deswegen ächst seine von ihm behütete Kirche alle Tage, wird ößer an Macht und mehrt sich und wird durch seine Kraft bis ans Ende der Welt gesammelt.
steht im Gesetz Mose, in den Propheten und Psalmen. Darauf öffnete er ihren Verstand zur Einsicht in die Schriften und sagte zu ihnen: So ß Christus leiden, auferstehen von den Toten am dritten Tage und auf seinen Namen verkundet werden ße und Sündenvergebung] bei allen ölkern, anfangend von Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen
ür.“ Nachdem er Einmal gesagt hat, auf seinen Namen solle Buße ündigt werden allen ölkern, darf man, falls die Tat nicht dem Wort folgte, auch seine Auferstehung von den Toten nicht glauben. Wenn aber auch bis jetzt die Dinge seiner Prophezeiung sich in die Tat umsetzen und wenn sein Wort lebendig und wirksam ist in der ganzen Welt
und mit Augen gesehen wird, so ziemt es sich, fortan nicht mehr zu zweifeln an dem, der dies Wort sagte. Denn der, dessen Kraft lebendig und wirksam ist und mit Augen gesehen wird, wird, den ß man not- 27 28 wendig viel üher bekennen, daß er lebe und das Leben er dessen lebendige Werke übereinstimmend erscheinen mit seinen Worten. In alle Ohren also aller ölker drangen seine Worte, übersetzt und verdolmetscht in alle Sprachen der Griechen und Barbaren,
sodaß seine Lehre von allen ölkern ört wurde und zur Bekehrung und ße Myriaden Scharen derer brachte, die üher in polytheistischem Irrtum und ötzenverehrung frevelhaft und ungeziemend lebten. Aber er befiehlt nicht, zuerst Vergebung und dann ße, sondern zuerst Buße 137 und dann Vergebung zu ünden. Denn denen, die eine lautere Buße
der üheren ünden zeigten, schenkte die Güte unsers Erlösers die Vergebung ihrer Taten, um derentwillen er auch den Tod auf sich nahm und sich selbst als ösegeld darbot ür die Seelen derer, die durch ihn öst werden sollten. So also ßten seine Jünger — Leute, im Reden unerfahren und vollkommen laienhaft, ihrem Beruf σχῆμα) nach ärmlich
und gering — Vertrauen zu der Kraft dessen, der nach seinem Tode ihnen erschien und offenkundig mit ihnen redete, fingen von der Stadt Jerusalem an äß seinen Befehlen, zogen zu allen ölkern und taten, was ihnen aufgetragen war, indem sie allen die ße und Vergebung der üheren ünden der Seele ündeten und so große Tüchtigkeit
zeigten, daß bis jetzt in unserer Zeit die Lehre dieser armen und laienhaften änner in der ganzen Menschenwelt wirksam ist.
Jerusalem, befand und bei einem gewissen Simon eingeladen war und dort zu Tische lag, nahm ein Weib eine Alabasterflasche voll Balsams, dessen Preis teuer war, trat herzu und ß es über seine Füße. Seine ünger aber wurden unwillig über sie und tadelten das Geschehene. Er aber nahm das, was getan wurde, als ein Zeichen an und wies daraufhin, ß die
Tat ündet und ört werden sollte in der ganzen weissagte so und sprach: „Ich sage euch, wo auch immer dies mein Evangelium ündigt wird in der ganzen Welt, da wird auch das geredet werden, was sie getan hat, zu ihrem ächtnis.“ Dies sagte er voraus, obwohl in jener Zeit die Schrift des Evangeliums noch nicht ins ßtsein gedrungen 29 30 und noch nicht ins Ohr jemandes gekommen war und nicht einmal diejenigen, die in der Nachbarschaft wohnten, — wie es wahrscheinlich ist, — das kannten, was geschah, sondern nur diejenigen, die zufällig zugegen waren. Dennoch aber sprach er sogleich dies große Wort und prophezeite, daß die von seinen Jüngern verfaßten Evangelien in
138 der ganzen Welt ündigt werden sollten, und ügte die Tat sogleich zu dem Worte hinzu, indem er sagte, daß mit seinen Taten im Evangelium auch das, was von diesem Weibe getan war, aufgeschrieben und geredet werden sollte in der ganzen Welt zu ihrem ächtnis. Daß er gerade dies durch die Tat ätigte, bestatigte, ist klar. Denn es gibt kein
Volk, kein Land, keinen Ort, in dem nicht das ächtnis dieses Weibes geredet ürde, das in dem über ihn ßten) Evangelium geschrieben ist und mit der Lehre über ihn in der ganzen Welt ündet wird. Dies also über diese. öre aber, was er über die Kirche verhieß.
und wie er sagte, daß die Pforten des Todes sie niemals überwinden üren. Aus dem Evangelium Matthäus.
„Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes", antwortete er ihm und sprach: „Selig bist du, Simon bar Jonan. Fleisch und Blut hat es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. So sage auch ich dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Riegel der Scheol sollen sie nicht überwältigen." Dies
Wissen des Simon, daß er Christus sei, der Sohn des lebendigen Gottes, nahm er an und nannte dies ganze Begreifen mit Recht πέτρος, weil es weder zerrissen noch üttert wird. Deswegen nannte er auch jenen Mann, eben seinen ünger, den üher so genanten Simon: „Petrus“ wegen des Wissens, über das er hinterher prophezeite und
sagte: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Riegel der Scheol sollen sie nicht überwältigen." Er weissagte zugleich die Zukunft und versprach, sie selber zu bauen und das Werk zur Vollendung zu bringen dadurch, ß seine Kirche auf das über ihn verliehene Wissen wie auf einen festen Grundstein ündet und gebaut
31 32 werde allein durch seine Macht in Ewigkeit und ß die Pforten des Todes sie niemals besiegen ürden. Die üllung zeigte er besser als alle Worte es darstellen önnen. Denn Myriaden Verfolgungen und viele Arten des Todes ergingen über seine Kirche, vermochten aber
nichts wider sie. So zeigte die Prophezeiung eben in Taten offenkundig ihre Wahrheit durch die üllung. Dies war aber ein nicht geringes 139 Vorherwissen, daß er jene Schar, die auf seinen Namen ündet werden sollte, „Kirche" nannte. Denn die Scharen der Juden ßen „Synagogen“, und zu der Zeit, wo er unter Menschen wandelte, weilte
er in der üdischen Synagoge, und noch war keine Synagoge in jener Zeit eigens ür ihn geweiht. Wie soll man sich da nicht wundern, ß er jene Synagogen, Synagogen, die in fernen Zeiten ßlich auf seinen Namen ündet wurden, ßte und sie nicht nach jüdischer Gewohnheit Synagogen, sondern Kirchen nannte. Er ügte aber hinzu,
ß „die Riegel der Unterwelt sie nicht überwältigen ürden“, was wir mit unseren eigenen Augen wahrnehmen. Aber es ziemt sich, sich nicht nur über die Weissagung, sondern auch über die ßung zu wundern. „Denn ich will meine Kirche auf einen Felsen bauen, und die Riegel der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." Es ist
möglich, dies in der Tat zu sehen. Denn nicht durch die Kraft der Menschen und nicht durch die üglichkeit der Lehrer wurde seine Kirche ündet, sondern er, der ß und durch die Tat siene Verheißung bis jetzt üllt hat, er hat in der ganzen Menschenwelt durch öttliche Kraft den Bau und das Wachstum, seiner Kirche befördert.
seinem Vater, die Tochter mit ihrer Mutter, die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter, und seine Hausgenossen werden die Feinde des Mannes sein." Wie aber Lukas sagt: „Meint ihr, ich sei gekommen, Frieden zu bringen auf die Erde? Nein, sage ich euch, sondern
18 = Matth 16 18 27 = Matth 10 34 f. 32 = Luk 12 51—53 33 Spaltungen. Denn von jetzt an werden sein ünf in Einem Hause gespalte, drei gegen zwei und zwei gegen drei, der Vater wird sich spalten gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater; und die Mutter wird sich spalten gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter
gegen die Schwiegermutter." Wer sollte da nicht staunen, daß nicht einmal das dem Vorherwissen unseres ösers verborgen was in jedem einzelnen Hause in fernen, äteren Zeiten bis jetzt üllt? Denn als ob er den Dingen selber nahe sei und in den 140 Wohnungen aller Menschen umherwandle, sagte er seinen üngern die
Dinge voraus, die bis jetzt sich ereignen, Dinge, die bis dahin noch nicht existiert hatten und noch nicht waren zu der Zeit, wo er jene Worte sprach. Denn damals waren sie noch nicht Taten geworden, als sie nur ins Ohr ört wurden. Jetzt aber ist die Prophezeiung durch Taten zur üllung gekommen und kann mit Augen gesehen werden. Wie
sollte da nicht jeder bekennen, der bereit ist, Geziemendes zu denken, ß es in Wahrheit Worte Gottes seien? Ferner aber sehen wir mit unsern eigenen Augen, wie er auch durch diese Worte : Ich bin gekommen zu spalten, das Schwert und Spaltungen unter die Menschen zu bringen, — was kein Wort der Menschen, weder der Philosophen noch der Propheten, weder der
Griechen noch der Barbaren jemals wie diese Kraft gezeigt hat — wie er auch hierdurch die ganze Welt beherrscht, alle äuser spaltet, alle Geschlechter und alle Familien durchteilt und trennt, so ß die einen das Seine denken, die andern aber sich im Gegensatz dazu befinden. Er allein, unser öser und das Wort Gottes hat ßen, dieses zu
tun, und eben durch Taten die ßung ätigt. Er lehrte aber die Ursache der Seelenspaltung, die in den äusern geschenhen würde, wie wir irgendwo in dem Evangelium gefunden haben, das unter den Juden in äischer Sprache verbreitet ist, in dem es heißt: „Ich ähle je die Besten mir aus, die mir mein Vater im Himmel gibt.“
Hieraus kann man lernen, wie sich in allen äusern, in denen das Wort Jesu siegt, die Besseren von den Schlechteren sondern. Wenn man also unter den üdern oder Sklaven und in allen Familien die Gewohnheiten, die Sitten σχήματα), die Lebensweise, die Keuschheit und Demut derer, die die Lehre unsers ösers ählt haben, das heißt
vielmehr derer, die von ihm ählt sind, mit denen, die ihn noch nicht 34 35 ürdigt haben, vergleicht, so erkennt man, welche Kraft er gebrauchte, und ß er nicht nur die Zukunft voraussagte, sondern ß er auch die Tat ügte zu seinem Worte, ächlich zu dem, was geschrieben steht: „Ich ähle mir je die Besten aus, die mir mein Vater im Himmel
gibt.“ Indessen aber wenn es jetzt auch ßt: „Ich bin nicht gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen", so setzt er doch an einer andern Stelle seinen üngern auseinander und sagt: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe auch ich ebenso 141 Heil, wie die Welt Heil gibt“, indem er in dieser Weise das Wissen
von Gott und die Liebe zu ihm, die er bei seinen üngern förderte, und die Unerschrockenheit der Seele und die Klarheit und Festigkeit des Verstandes benennt. Dies also auch über dies. Was er aber auch über das Volk der Juden voraus ßte und voraus sagte, ist öglich, Folgendem zu prüfen
ihn sich erdreisten ärden, und das Verderben, das sie wegen dieser Frechheit treffen ürde, versteckt auf diese Weise im Gleichnis „Es war einmal Ein Mann, ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, setzte einen Zaun darum, grub eine Kelter darin und baute einen Turm darein, überließ ihn den Arbeitern und zog fort. Da aber die
Zeit der üchte nahte, sandte er seine Sklaven an die Arbeiter, ihm die üchte zu bringen. Die Arbeiter aber nahmen seine Sklaven, den einn schlugen sie, den andern steinigten sie, den dritten töteten sie. Wiederum sandte er andere Sklaven, mehr als das erste Mal, und sie taten ihnen ebenso. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn und dachte:
Vielleicht werden sie sich vor meinem Sohne scheuen. Die Arbeiter 36 37 aber, as sie seinen Sohn sahen, sprachen bei sich: Das ist sein Erbe; kommt, ßt uns ihn öten und sein Erbe sei unser! Und sie nahmen ihn, ührten ihn ßerhalb des Weinberges und öteten ihn. Wenn nun der Herr des Weinberges kommt, was wird er den Arbeitern tun? Sagen sie zu ihm: Sehr übel wird er sie zu Grunde richten und den
Weinberg andern Arbeitern geben, die ihm die üchte liefern zu ihrer Zeit. Sagt Jesus zu ihnen: Habt ihr niemals in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Erbauer verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des äudes, vom Herrn kam er und ist ein Wunder in unsern Augen? Darum sage ich euch, das Reich Gottes wird von euch genommen
und einem Volke gegeben werden, das üchte bringt.“ Dieses Gleichnis ist verwandt mit dem des Propheten Jesaja, bei dem es diese Form hat: „Einen Weinberg ß mein Geliebter auf dem Horn, an fettem Orte und er bearbeitete ihn, umgab ihn mit einem Zaun, pflanzte 142 Reben darin und baute einen Turm in seine Mitte. Auch eine Kelter
machte er in ihm und hoffte, daß er Trauben bringe, aber er brachte Heerlinge." Aber das Gleichnis bei dem Propheten hat den Weinberg beschuldigt, den er auch seinem Wesen nach verdolmetscht, indem er sagt: „Denn der Weinberg des Herrn Zebaoth ist das Haus Israel und der Mann aus Juda ist die neue und geliebte Pflanze. Sie hoffte auf
Recht, aber es ward Raub, auf Gerechtigkeit und siehe Wehklagen."
ausgesprochen hatte. Das aber, was von dem Propheten verschwiegen wurde, das legte er in seinem Gleichnis nieder, ich meine aber das, was über die Arbeiter des Weinberges geschrieben ist. Diese aber waren die Altesten des Volkes, die Hohenpriester, Herrscher und Lehrer. Sie, die auch der ganzen Schar Ursache wurden ür das Sprossen
öser üchte, um derentwillen auch der Weinberg öde gelassen war — das ßt aber ihr ganzes Volk — und sein Zaun vernichtet ward, sie sind es, die üher ämpfer des Volkes waren und das Volk mitsamt seinem Orte ützten, und der Turm in ihm ist der Tempel und die Kelter der Altar. Dies alles also wurde öllig von Grund aus zerstört,
weil vom Blute besudelt waren diejenigen Arbeiter, die die ersten und letzten Sklaven, die zu ihnen geschickt wurden — offenbar die 38 39 jeweiligen Propheten — öteten. Es legt aber Zeugnis ab über das Wort die alte Schrift und von den Propheten Elias, der im Gebet zu Gott sagt: „Herr, deine Propheten haben sie ötet und deine Altäre zerstört, ich aber blieb allein übrig und selbst meine Seele suchen sie
zu nehmen." Dies also klagt der Prophet in seinem Gebete wider die Herrscher des üdischen Volkes, denen aber ügte nicht die Besudelung mit dem Blute der Propheten, sondern sie öteten zuletzt auch den Sohn selbst — das ßt aber den Sohn Gottes — nicht aus Unwissenheit, sondern obwohl sie vollkommen und genau ßten, ß er der
Erbe sei. Dies aber sprach der öser vor seinem Leiden über sich selbst im ätsel und sagte die Zukunft im Vorauswissen vorasus. Er sagte dies aber während er im Tempel wandelte, Weinberges zu seiner Zeit: den Hohenpriestern, den Lehrern und den übrigen, die an der Spitze des Volkes standen, und setzte sie durch 143
das Gleichnis sehr deutlich in den Stand, den Urteilsspruch gegen sich selbst zu ällen. Er fragt sie also am ß der Parabel und sagt: „Wenn der Herr des Weinberges kommt, was wird er jenen Arbeitern tun?" Die aber, die noch nicht verstanden, ß es über sie gesagt war, ällten den Urteilsspruch gegen sich selbst und sagten: „Sehr übel wird
er sie zu Grunde richten und den Weinberg andern Arbeitern gaben, die ihm die üchte liefern zu ihrer Zeit." darauf sagte Jesus zu ihnen: „Habt ihr niemals in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Erbauer verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des äudes, vom Herrn kam er und ist ein Wunder in unsern Augen?" öllig entsprechend zeigte er
nach der Voraussagung über seinen Tod seine Auferstehung von den Toten aus den prophetischen Zeugnissen. Denn er lehrte im voraus, ß der Sohn des Weinbergsbesitzers von ösen Arbeitern werde ötet werden. Nachdem er von ihnen den Urteilsspruch empfangen hatte, brachte er darauf folgendes vor: „Der Stein, den die Erbauer
verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des äudes“ und redete so prophetisch im ätsel über seine Auferstehung. Denn nachdem er von den Arbeitern, die auch Erbauer ßen), verworfen war, wurde er — der „kostbare Stein", von dem der Prophet Jesaja sagt: „Siehe, ich lege in Zion einen älten und kostbaren Stein als Hauptstein des grundsteins;
wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden" — zum Hauptstein eines andern äudes, über das das Wort sagt: „und ist ein Wunder 40 41 in unsern Augen“, womit er auf seine Kirche hinwies. Dann ihrem eigenen Urteilsspruch brachte auch er ihnen die Vergeltung und sagte: „Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das üchte bringt", was mit dem von ihnen gesagten Worte übereinstimmt: „Er wird den Weinberg andern
Arbeitern geben, die ihm üchte liefern zu ihrer Zeit." Reich Gottes aber nannte er in diesen Worten die Sitte der Gottesverehrung, die von jenen Arbeitern genommen wird, wie er sagte und sehr deutlich weissagte und zeigte. „Es wird aber einem anderen Volke gegeben werden, das üchte bringt": dies ist das Volk der Christen, das in der
ganzen örfung einer öttlichen ührung passende und würdige üchte in Taten und Worten täglich zeigt. 144 Über die Verwerfung der Juden zumal und über die Berufung der ölker und über diejenigen, die ürdig in seiner Kirche versammelt werden, und über das Ende eben dieser. Aus dem Evangelium des äus.
in Gleichnissen: Es gleicht das Himmelreich einem Manne, einem önige, der seinem Sohne eine Hochzeit veranstaltete. Und er sandte seine Knechte aus, die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, und sie wollten nicht kommen. Abermals schickte er andere Knechte aus und trug ihnen auf, den Geladenen zu sagen: Seht, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen
und mein Mastvieh ist ötet ótet und alles fertig ür euch, kommt zur Hochzeit. Die aber verachteten es und gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere in sein äft, die übrigen aber griffen seine knechte, ßhandelten und öteten sie. Der önig aber schickte sein Heer aus und ötete die örder, ihre Stadt aber verbrannte er.
Hierauf sagte er zu seinen Knechten: Meine Hochzeit ist fertig, die Geladenen aber waren es nicht wert. Geht also hinaus auf Wege und Stege und ruft zur Hochzeit, wen ihr findet. Und jene Knechte gingen hinaus auf die Wege und brachten zusammen alles, was sie fanden, Gute und Schlechte." Im ersten Gleichnis aber gab es einen Weinberg,
42 43 einen Turm, eine Kelter und öse Arbeiter und erste und letzte Sklaven, die geschickt und ötet wurden, und zuletzt wurde der Sohn des Weinbergbesitzers, selbst er, ötet, ótet, wodurch das Volk der Juden, der Tempel, der Altar und die üdischen Herrscher angedeutet waren und die ersten
und letzten Propheten und zuletzt der Sohn Gottes, den die ösen Arbeiter, die an der Spitze des Volkes standen, öteten.
geschlagen und ötet werden, und erste und letzte, de geladen Er zeigt aber durch diese Worte wiederum verborgen das, was nach seiner Auferstehung von den Toten sich ereignen wird. Denn der äutigam ist der öttliche Logos und die Braut ist die ünftige Seele, 145 die sich mit ihm vereinigt und den öttlichen Samen von ihm empfängt,
und die öttliche und die ünftige Gemeinschaft ist die seiner Kirche, und darauf folgt das ünftige Gelage und Hochzeitsmahl öttlicher und himmlischer Speisen. Die Knechte aber sind hier Bitter. Er redet keineswegs von denen, die üher zum Weinberg seschickt wurden, sondern von andern. Denn jenes waren die Propheten, dies
aber sind seine ünger, die geschickt wurden zuerst zu berufen diejenigen, die aus der Beschneidung sind. Denn indem er sie ausschickt, ermahnt er sie am Anfang und sagt: „Auf der ße der Heiden sollt ihr nicht ziehen und eine Stadt der Samariter nicht betreten, sondern geht vielmehr zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel." Eben
diese also luden die Knechte zuvor ein. Da man aber auf die Berufung nicht örte, sandte er auch zum zweiten Male viele Verkündiger und Herolde des Evangeliums, die er nach den ölf Aposteln auserwáhlte, andere siebzig ünger, damit eben auch sie dem Volk der Juden suerst die frohe Botschaft ündigten und es beriefen zum Gelage der neuen
διαθήκη. Aber sie richteten nichts aus, weil diejenigen, die geladen waren, sich ümmerten um äfte, weil diese, nachdem man die Berufung der Knechte nicht ört hatte, die einen mißhandelten und die andern öteten. In der Schrift kann man finden, wieviele von den üngern unseres ösers man in Jerusalem selbst und im übrigen
äa in Zeit Zeit ötete. Auf der Stelle also wurde Stephanus als erster von ihnen gesteinigt und darauf Jakobus, der Bruder des Jo- 44 45 hannes, und wiederum nach ihnen der, der zuerst den Thron der dortigen Kirche ückte, ückte, Jakobus, genannt der Bruder unsers Herrn, den wegen der öße seiner Tugenden seine Zeitgenossen den „Gerechten“ nannten. Auch diesen steinigten die Juden. Wie sie aber die ünger auch mit ägen ßhandelten, ersählt die Schrift der
Πράξεις. Dies nahm unser öser, bevor es geschah, in göttlichem Vorauswissen vorweg und prophezeite das, was ihnen von jenen ßen sollte, und sagte durch das Gleichnis die Zukunft voraus, bevor sie geschah, durch folgende Worte: „Der önig aber ward zornig über die ßhandlung und den Mord der Knechte und schickte ein Heer und
ötete die örder, und ihre Stadt verbrannte er." Was ist offenbarer 146 als dies Vorher wissen und die Εrfüllung dieser Dinge? Denn das Heer der ömer kam nach kurzer Zeit, belagerte die Stadt und vernichtete den Tempel im Feuer. Und wessen war dies Werk, wenn nicht des über allem stehenden önigs Gott? Deswegen ßt es: „Der König
aber schickte sein Heer, ötete die örder und verbrannte die Stadt.“ Bis jetzt also ist es öglich, mit eigenen Augen die Brandtrümmer der ätze mit Augen zu sehen, ür diejenigen, die nach dem orte reisen. Wie aber die örder der Apostel bei der Eroberung ergriffen wurden und die ührende Strafe erlitten, ist nicht ürdig zu sagen.
Man kann in der Schrift des Juden Flavius Josephus das finden, was ihnen geschah. Nach dem Morde dieser aber und nach der Eroberung der öniglichen Hauptstadt taten diejenigen, die übrig geblieben waren von den Knechten, — die zuvor von ihrem Herrn ört hatten, daß die ersten, die berufen waren, „es nicht wert waren: Geht vielmehr
hinaus auf die Wege und Stege und ruft jeden, den ihr findet, zur Hochzeit" — taten das, was ihnen aufgetragen war. Es sagte also zu ihnen unser öser nach seiner Auferstehung: „Gehet hin und lehret alle ölker in meinem Namen", und das sagte er, der üher befohlen hatte: „Auf der ße der Heiden sollt ihr nicht ziehen", sondern nur den
Juden predigen. Als die aber die Bitter ßhandelten, da ß er zum zweiten Male seine Knechte und sagte: „Die Geladenen waren es nicht wert, geht hin auf die Wege und Stege und ruft jeden, den ihr findet, zur Hochzeit." Als sie dies durch die Tat vollendeten, gingen sie hinaus 46 47 in die ganze öpfung und ündeten allen Völkern die göttliche und himmlische Berufung und brachten zusammen, soviele sie fanden, öse und Gute. Niemand also darf sich wundern, wenn nicht alle diejenigen, die in der Kirche Christi versammelt sind, gut sind, sondern
auch öse durch Vermischung mit den Guten vereinigt sind. Denn auch dies war dem Vorauswissen unseres ösers nicht verborgen. Entsprechend aber und gemäß dem Vorauswissen erscheint auch dies, nachdem es in die Tat übergegangen ist. Er zeigt also, welches das Ende derer sein wird, die, obwohl ürdig, in seiner Kirche versammelt
sind; denn er lehrt hinterher im Gleichnis dies und sagt: „Und voll wurde der Festsaal von Geladenen. Als aber der önig hereinkam, die äste zu sehen, sah er dort einen Mann, der hatte kein Hochzeitskleid an. Und er sagte zu ihm: Mein Lieber, wie bist du hier hereingekommen, obwohl du kein Hochzeitskleid anhast? Er aber 147
schwieg. Darauf sprach der Κönig zu den Dienern: Fesselt ihm Ηände und Füße und bringt ihn hinaus in die äußerste Finsternis, dort wird sein Weinen und ähneknirschen. Denn viele sind berufen, wenige aber ählt.“ Eben mit diesen voraussagenden Worten unterwiew er auch vorher diejenigen, die nicht recht in seiner Kirche leben.
in euren Synagogen ßeln und sie verfolgen von Stadt zu Stadt, auf ß über euch komme alles auf Erden vergossene Blut Gerechten, vom Blute Abels an bis zum Blute des Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr ötet habt zwischen κατάστρωμα und Altar. Ich sage euch, das alles wird kommen über dies Geschlecht." Es ist nicht
ötig zu sagen, ß all dies so klar ist, ß es auch nicht Einer Erörterung bedarf, ß es in äterer Zeit eben durch Taten erfüllt wurde und das Vorherwissen unsers ösers durch offenbare Erfüllung bestätigte. Denn die Apostel wurden von den Juden in äterer Zeit in Jerusalem selbst geschlagen, „indem sie aus ihrer Synagoge hervorgingen
sogar mit Freuden, weil sie ürdigt waren, um des 48 49 willen ßhandelt zu werden." Von ihnen wurde Stephanus gesteinigt, Jakobns mit dem Schwerte hingerichtet und wiederum der zweite Jakobus gesteinigt. Simon aber, der nach Jakobus den Bischofsthron von Jerusalem empfing, wurde, wie die Geschichte berichtet, dem Kreuz üdergeben, und ferner viele andere, die von den Juden ötet wurden,
versiegelten das Vorauswissen unsers ösers. Wegen aller dieser Dinge wurde das Geschlecht, das sich so sehr erfrechte, mit dem von Gott stammenden Gerichte bestraft, und so brachte es über sich selbst die äußersten Folgen all seiner Taten. Denn aus jenem Geschlecht wurde ausgerottet Tempel und Altar und wurde öst das Reich, das, von
den ätern her überliefert, bis zu jener Zeit bewahrt worden war, und die Freiheit von ihnen genommen. Eben durch Taten ward jetzt ersichtlich, sichtlich, ß die Strafe all des von jenem Geschlechte vergossenen Blutes der Gerechten den voraussagenden Worten unsers ösers Erlösers ent- 148 sprechend war. Es ist aber notwendig, zu sehen, mit wie ßer Vollmacht
und aus wie ßer Kraft gesagt ward: „Siehe ich sende zu euch Propheten und Weise". Denn das „Siehe ich sende" zeigt, ß es in Vollmacht Gottes gesagt ward, und ß er den Herrschern der Juden ins Angesicht rief: „Ihr Schlangen und Otternbrut", war kein geringerer Beweis. Nach all diesen Dingen aber zeigte das voraussagende Wort
über das Verderben, das sie erreichen sollte, die ätigung dieser Worte durch die üllung. Dies also genügend.
Reiches durch öttliches Vorauswissen voraus bezeugte, ß sie zum äußersten Unheil sich ändern ürden wegen der Frechheit der Bewohner gegen ihn, über die er sogar weinte in seiner Liebe.
üllung fand, ist im Vorhergehenden gezeigt worden. Da aber der Logos Gottes auch über ihre Orte weissagte, so üssen wir auch seine Worte über sehen und üfen. Da sie seine reine Lehre nicht ertrugen noch seinen Freimut noch seine Widerlegung, so bewirkten die 50 Herrscher der Juden, ß sie in ihrer Stadt befreit wurden von ihm. Als er aber aus Jerusalem fortzog, sagte er folgende Worte über ihre Stadt: „Jerusalem, Jerusalem! Die du ötest die Propheten und steinigest die, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder
sammeln wollen, wie eine Henne ihre üchlein sammelt unter ihre ügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe euer Haus wird öde gelassen. Ich sage euch aber: nimmermehr sollt ihr mich sehen von jetzt an, bis ß ihr sagt: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn.“ Da eine schmutzige Besudelung in äterer Zeit von ihnen geschah — es
war dies aber der Frevel, den sie gegen unsern öser wagten — so war es ötig, ß nicht nur die Bewohner der Stadt, sondern auch das Land selbst, auf das sie ächtig stolz waren, dem Entsprechendes litt, was seine Bewohner taten; was sie auch bald darauf gelitten haben, als die ömer öber über die Stadt kamen und von den Bewohnern die einen
Kriegsrecht öteten, die andern durch Hunger vernichteten, andere in 149 die Gefangenschaft ührten, andere verfolgten und an jeden Ort zerstreuten ihr Haus aber und ihren Tempel verbrannten und in die äußerste üstung warfen. Aber obwohl dies in äterer Zeit geschah, nahm unser öser die Zukunft durch Vorauswissen vorweg als Logos
Gottes und sagte das, was sich ereignen werde, durch die vorliegenden Worte voraus. Kinder der Stadt aber nennt er das ganze Volk der Juden und als ihr Haus bezeichnet er den Tempel. Dann bezeugt er, ß das Unheil ihnen nachfolgen werde durch ihre Veranlassung, das er oftmals ihre Kinder unter das Joch der ömmigkeit habe ssammeln
wollen, wie er vor allem war und von Ewigkeit her sich sorgte um sie und durch jeden einzelnen der Propheten in allen Geschlechtern zu ihnen herabkam und sie berief, ß) sie aber nicht ören wollten auf seine Berufung, um dessentwillen er den Richterspruch über sie vorbrachte und sagte: „Siehe euer Haus wird öde gelassen werden." Ganz
ältig aber sagt er, nicht ß die Stadt öde sein werde, sondern das Haus in ihr, das ßt aber der Tempel, den er nicht mehr sein noch Gottes Haus ßen will, sondern das ihre. Er weissagte, daß es öde sein werde nicht anders als verlassen von der Vorsehung, die ihn 51 52 üher ürsorglich) heimsucht weswegen weswegen er sprach: „Siehe euer Haus wird öde gelassen werden." Man ß sich wundern üher die Erfüllung des Wortes, weil zu keiner anderen Zeit jemals der Ort eine solche üstung erlitt, nicht einmal zu der Zeit, als er wegen der Vielheit ihrer Bosheit und ötzenverehrung und wegen der Besudelung mit Prophetenblut von den Babyloniern ausgerottet wurde. Denn ährig ward die ganze Zeit der üstung des Ortes in jenen Jahren. Deswegen äre ihnen in jener Zeit nicht passend gesagt worden: „Siehe, euer Haus wird öde gelassen werden." Denn es blieb nicht verlassen, es ß ihm vielmehr eine ürsorgliche) Heimsuchung zu nach kurzer
Zeit, in der es einer besseren Erneuerung ürdigt wurde, größer als üher, ß Einer von den Propheten vorher sagte: „Der Ruhm dieses Hauses wird ß sein, der letzte mehr als der erste." Wie sie aber nach dem Wort unsers ösers verlassen wurden und ihr Haus durch den Urteilsspruch Gottes in die äußerste üstung geriet, zeigt
150 denen, die zu jenen Orten kommen, der Anblick selbst, mehr als das Wort, die üllung. Und die Zeit ist ährig und lang geworden, ß sie nicht nur das Doppelte ägt der siebzigjährigen verwüstung, die zur Zeit der Babylonier stattfand, sondern sogar das Vierfache überschreitet, und so ätigt sie den Urteilsspruch unsers
ösers. Wiederum aber auch zu anderer Zeit wandelte unser Erlöser um den besagten Tempel und, als seine ünger die Gebäude bewunderten, die ihn umgeben, und die öße und önheit des Tempels selbst, zeigten sie es ihm. „Der aber antwortete ihnen und sprach: Seht ihr nicht dies alles? Ich sage euch, es soll hier nicht ein Stein auf
dem anderen gelassen werden, der nicht öst ürde.“ Daß aber wahrlich bewundernswert war das ganze äude und der ganze andere Schmuck des dortigen Tempels, zeigen die Schriften. Des Beweises halber aber ist bis jetzt ein Uberrest aufbewahrt, durch den die Spuren der alten ände wahrgenommen werden. Das allergrößte
Wunder aber ist die öttliche Stimme des des Vorherwissebns unsers Erlösers, die den Urteilsspruch ällte entsprechend denen, die das Gebäude bewunderten, daß an dem Orte, den sie bewunderten, kein Stein auf dem anderen ört gelassen ürde. Denn der Ort müsse um der Frechheit seiner Bewohner willen ändige Vernichtung und Ver-
53 54 wüstung erdulden, da er eine Wohnung gottloser änner sei. Wie aber die Worte der Prophezeiung in die Tat übergingen und wie der ganze Tempel und seine Mauer und die schmuckvollen und önen äude in ihm, die jedes Wort in den Schatten stellen, eine Verwüstung
von jener Zeit bis heute ertrugen und wie mit den Zeiten die Kraft des Logos immer mehr vernichtet, ß nicht einmal mehr Spuren der Fundamente an einigen Orten gesehen werden, kann, wer will, mit Augen sehen. Wenn aber jemand sagt, ß noch einige Orte bestehen, so ist es dennoch notwendig, auch ihre Vernichtung zu erwarten, da
ihre üstung jeden Tag ächst und die genannte Prophezeiung mit verborgener Kraft jeden Tag wirksam ist. Ich ß aber, daß ich von einigen ört habe, die das uns vorliegende Wort anders ausgelegt haben: es sei ämlich nicht über alle äude gesprochen, sondern nur über den Ort, den seine ünger bewundernd ihm gezeigt hätten; denn
über diesen habe er die Prophezeiung gesprochen.
du erkannt ättest, wenn auch nur an diesem Tage, was zu deinem Frieden dient; jetzt aber ward es vor deinen Augen verborgen. Es werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich umgeben, dich umzingeln und von allen Seiten ängen werden. Und sie werden dich ausrotten und deine Kinder in dir." Das Vorher gehende wurde
über den Tempel geweissagt, das Vorliegende aber über die Stadt selbst, welche die Juden eine „Stadt Gottes“ nannten wegen des in ihr erbauten Tempels Gottes. Er weinte aber über die ganze Stadt, der Mitleidige, indem er nicht so sehr mit ihren äuden noch mit dem Erdboden als vielmehr mit den Seelen ihrer einstigen Bewohner und
mit ihrem Untergang Mitleid hatte. Er legt aber auch die Ursache ihrer üstung dar, indem er sagt: „Wenn du üßtest, wenn auch nur an diesem Tage, das, was zu deinem Frieden dient". Er zeigt aber, ß sein Kommen zum Frieden der ganzen Welt geschah. Denn 56 57 er ist es, über den gesagt ist: „Es wird aufleuchten in seinen Tagen die Gerechtigkeit und die ülle des Friedens." Er kam aber eben deswegen, zu ündigen „Frieden den Nahen und Frieden den Fernen“, und sagte denen, die ihn aufnahmen: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch", den Frieden, den alle ölker in der
ganzen öpfung, die an ihn glaubten, angenommen haben. Das Volk aus der Beschneidung aber, das nicht an ihn glaubte, erkannte nicht die Dinge seines Friedens. Deswegen sagt er hinterher: „Jetzt ist es verborgen vor deinen Augen, ß Tage über dich kommen und deine Feinde dich umgeben werden." Das also, was sie in kurzer Zeit erreichen
sollte in der Belagerung, weil sie nicht vorher merkten auf den Frieden. der ihnen vorher ündigt war. war vor ihren Augen verborgen. Sie also sahen voraus, was ihnen nachher geschah, er aber weissagte dies deutlich durch sein Vorauswissen und zeigte die Eroberung, die sie von selten der ömer treffen ürde, deutlich vorher: „Denn es werden
Tage über dich kommen," weil du nicht erkannt hast, das „was zu deinem Frieden dient". Denn um dieser Ursache willen „werden Tage über dich kommen und deine Feinde werden dich umgeben, dich umzingeln und dich von allen Seiten ängen, und sie werden dich ausroten und deine Kinder in dir." Er beschreibt aber hierdurch die Ar 152 des Krieges, der gegen sie ührt) werden sollte. Wie dies zur Erfüllung kam, kann man aus der Schrift des Josephus Stsehen, der ein Jude war und in einer Familie eben der Juden geboren war von bekannten und ühmten ännern im Volk und der um die Zeit der Belagerung alles das, was bei ihnen geschah, niederschrieb und zeigte.
ß es in der Tat den uns vor liegenden voraussagenden Worten entspreche.
die in Juda sind, entrinnen auf den Berg, und diejenigen, die drinnen sind, fliehen, und diejenigen, die auf dem Lande sind, nicht hineingehen nach innen, weil es die Tage der Vergeltung sind zu er- 58 59 Füllen alles, was geschrieben ist. Wehe aber den Sch wangeren und den Säugenden in jenen Tagen; den es wird große Not sein auf der Erde Und großer Zorn über dieses Volk. Und sie warden fallen durch die Schneide des Schwertes und warden gefangen geführt warden unter alle
Völker, und Jerusalem wird zertreten warden von den Völkern, bis daß Die Zeiten der Völker erfüllt warden“, so gibt er durch das uns jetzt Vorliegende die Zeichen der Zeit der äußersten Verwüstung des Ortes, was Er zeight, indem er sagt: „Wenn ihr Jerusalem umgeben seht von einem
Heer, dann wisest, daß seine Verwüstung nahe ist.“ Denn niemand, sagt Er, möge hoffen, daß nach der eintretenden Eroberung und der dabei eintretenden Verwüstung des Ortes eine andere Erneuerung ihm werde zu teil Warden unter Antionchus Epiphanes und wiederum unter Pompejus. Denn
oftmals erlitt der Ort eine Eroberung und wurde späterhin einer besseren Erneuerung gewürdigt. Aber erkennt, daß jetzt die äußerste Verwüstung Und vollständige Vernichtung über ihn kommen werde, „wenn Ihr ihn von Heeren belagert seht.“ Eine Verwüstung Jerusalem saber Nennt er die Vernichtung des Tempels und die Aufhebung dessen, was
früher in ihm nach dem Gesetz des Mose gottesdienstlich vollzogen Wurde. Denn nicht mögest du glauben, daß eine Verwüstung der Stadt Selbst durch diese Worte ausgedrückt sei, als ob niemand mehr in ihr Wohnen werde. Denn er sagt hinterher, daß die Stadt bewohnt warden Wird, nicht von den Juden, sondern von den Völkern, indem er so sagt:
„Jerusalem wird zertreten warden von den Völkern“, und deher weiß Er, daß sie bewohnt sein wird von den Völkern. Ihre Verwüstung aber Nennt er die Tatsache, daß sie nicht mehr von ihren Kindern bewohnt Wird und daß kein gesetzlicher Gottesdienst in ihr besteht. Wie aber 153 Auch dies erfüllt wurde, bedarf nicht vieler Worte, da man mit Augen
sehen kann, daß die Juden unter alle Völker zerstreut sind, und daß Fremde und Andersgeschlechtige Bewohner der Stadt sind, die einst Jerusalem hieß, jetzt aber von dem Eroberer Aelius Hadrianus: Aelia Genannt ist. Das Wunderbare also an seiner Prophezeiung ist, daß er 60 61 inbetreff der Juden sagt: „sie würden unter alle Völker geführt werden", inbetreff der Völker aber: „Jerusalem werden von den Völkern.“ Wunderbar aber ist die Erfüllung, die Juden, während sie die ganze Menschenwelt erfüllen, so daß zu den Athipen und Skythen und an die Enden der Erde fortgewandert
sind, nur ihre eigene Stadt und den einst inst hei ihnen verehrten Ort nicht betreten können. Und wenn die Stadt gänzlich öde wäre, so würde vielleicht jemand meinen, daß dies Jetzt aber wird der Ort von fremden und andersgeschlechtigen Völkern bewohnt, und nur ihnen ist es unmöglich, ihn zu betreten, sodaß sie 62 nicht einmal aus der Ferne das Land ihrer Väter sehen können. ist auf diese Weise vollendet, entsprechend der Weissagung, die lautet: „Sie werden unter alle Völker in Gefangenschaft geführt Jerusalem wird zertreten werden von den Völkern.“
„Denn es wird eine Not sein auf Erden und ein großer Zorn über Volk, und sie werden fallen durch die Schneide des Schwertes." Wie aber dies im einzelnen geschah und wie das. was von unserm Erlöser vorausgesagt war, durch die Tat erfüllt wurde, kann man aus Schrift des Flavius Josephus lernen, der auch die Erfüllung des voraussagenden 63 Wortes unsere Erlössers: „ Wehe aber den Schwangeren den Säugenden in jenen Tagen“ deutlich zeigt und berichtet, ihre Kinder im Feuer brieten und aßen wegen der Stärke der die Stadt erfaßt hatte. Eben ihn also, den Hunger, der über Stadt kommen werde, sah unser Erlöser voraus und riet daher seinen 64 Jüngern, bei der Belagerung, die über die Juden kommen sollte, Zuflucht nicht zur Stadt zu nehmen als zu einem festen und von Gott beschützten Orte, was den meisten widerfahren ist, sondern sich von 154 wegzuwenden und auf die Berge zu fliehen, und diejenigen inmitten Judäas sollen zu den Völkern entweichen und diejenigen in seinen 65 Land gebieten sollen nicht ihre Zuflucht nehmen zu ihm zu Jerusalem wie zu einem festen Ort. Deswegen sagt er: „Die auf dem Lande sind, 66 67 sollen nicht hineingehen nach innen, weil es Tage der Vergeltung sind. zu erfüllen alles, was geschrieben ist."
in Kürze, auch in dieser Schrift um des Zeugnisses willen von ihm etwas hersetzen, so hindert nichts, den Schriftsteller selbst zu hören, der in dieser Weise schreibt:
die seelenlosen Dinge auszusagen. Denn ich gehe daran, ein Werk von ihm zu Künden, wie es weder bei Griechen noch bei Barbaren beschrieben ist. Denn es ist furchtbar zu sagen und unglaublich zu hören. Ich würde, damit es nicht scheine, als ob ich den späteren Menschen Lügen erzählte, die leidvolle Sache vielleicht gern übergehen, wenn ich
nicht viele zeitgenössische Zeugen hätte. Hauptsächlich aber würde ich meinem Vaterlande eine laue Gnade erweisen, wenn ich zu erwähnen unterließe was es in der Tat litt. Ein Weib von denen, die jenseits des Jordans wohnen, mit Namen Maria, bekannt wegen ihrer vornehmen Familie und ihres Reichtums, nahm mit vielen ihre Zuflucht zu Jerusalem und
wurde mit ihnen belagert. Die einen Besitztümer dieser Frau, soviel sie von Peräa fortgeschafft und in die Stadt gebracht hatte, raubten die Tyrannen, den Rest ihres Schatzes aber, selbst wenn etwas Nahrung rung ausfindig gemacht war, raubten die Soldaten, indem sie täglich hineinsprangen. Gewaltiger Grimm aber kam über das Weib und oftmals
reizte sie die Räuber wider sich, wenn sie schmähte und fluchte. Da aber niemand weder im Grimm noch aus Mitleid sie tötete, und da sie müde ward, für andere etwas Nahrung zu finden, und von allen Seiten außer stande war, überhaupt zu finden, und da der Hunger durch ihr Inneres und ihre Eingeweide zog und ihr Grimm mehr als
der Hunger entbrannte, so nahm sie den Drang mitsamt dem Zwang zum Berater, ging gegen die Natur an, ergriff ihren Sohn — sie hatte 68 69 aber einen Säugling — und sprach: Unseliges Kind; in Kampf, Hunger 155 und Aufruhr, für wen soll ich dich bewahren? Bei den Römern wirst du Sklave sein, selbst wenn du vielleicht bis dahin lebst; es kommt aber der Hunger der Knechtschaft zuvor. Die Aufrührer aber sind schlimmer als beide. Komm und diene mir als Speise, den Aufrührern zur Strafe
und der Welt zum Mythus, der allein noch fehlt den Leiden der Juden. Als sie dies gesagt hatte, tötete sie zugleich ihren Sohn. Dann briet sie ihn, aß die eine Hälfte auf und verbarg und bewahrte den Rest auf.“ Diese Leiden habe ich aus unzähligen hergesetzt wegen des voraussagenden göttlichen Wortes unsers Erlösers, das lautet: „Wehe aber
den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen“. Da aber auch dies den voratissagenden Worten unsers Erlösers hinzugefügt ist: „Es wird eine große Not sein auf Erden und ein großer Zorn über dies Volk“ oder wie Matthäus sagt: „Denn es wird in jener Zeit eine große Xot sein, dergleichen es nicht gegeben hat seit Anfang der Welt bis
jetzt und nicht sein wird“, so ist es recht, von dem Schriftsteller zu hören, wie er die Erfüllung eben dieser Dinge so beschreibt:
gelitten und kein Geschlecht ist jemals zeugungskräftiger gewesen an Bosheit als dies. Denn die Stadt zerstörten sie selbst und erzwangen, daß den Römern eine traurige Sieg estat wider Willen zugeschrieben wurde, und schleppten das fast zögernde Feuer zum Tempel. In der Tat sahen sie ihn von der oberen Stadt aus brennen, ohne zu klagen und
zu weinen.“ Dies geschah wegen des Wortes: „Es wird in jener Zeit eine große Not sein, dergleichen es nicht gegeben hat seit Anfang der 70 71 Welt“, was. ebenfalls von unserm Erlöser vorausgesagt, der Schriftsteller bestätigt hat als ganze vierzig Jahre später in der Zeit des römischen Königs Vespasian erfüllt. Es fügt aber unser Erlöser seinen voraussagenden Worten hinzu und bestimmt die Zeit, bis wann Jerusalem
niedergetreten sein soll von den Völkern. Denn er sagt, „bis daß die Zeiten der Völker erfüllt werden“. und weist hiermit auf das Ende der Welt.
Worten zu ihm: „Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, daß in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse.“ Darauf antwortete unser Erlöser und sagte zu ihr: „Glaube mir, Weib, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem werdet den Vater anbeten.“
Kurz darauf sagt er: „Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, wo die wahrhaftigen Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit. Denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Auch hierin zeigte er ein durchaus nicht gewöhnliches Vorauswissen.
Denn früher, in den Tagen des römischen Königs Tiberius, zu dessen Zeit dies gesagt wurde, waren die Juden für sich gesondert in Jerusalem vereinigt, um das Gebot ihres Gesetzes zu erfüllen, während die Samariter auf dem sogenannten Berge Garizim, in der Nähe von Neapel, Gott ehrten und behaupteten, man müsse das Gesetz des
Mose dort erfüllen. Diese Berge wurden als die geweihten Stätten Gottes auf beiden Seiten verherrlicht und über beide legt die Schrift Zeugnis ab, bei ihnen: Mose über den Garizim, bei den Hebräern aber: die Propheten über Jerusalem. Ein Urteilsspruch aber der göttlichen Stimme unsers Erlösers ging aus, daß fortan nicht mehr anbeten würden
in Jerusalem noch auf dem Berge Garizim, die an diesen Ortern fest- 73 74 hielten. Dies fand nicht lange darauf in der folgenden Zeit statt. Diese beiden Berge wurden nämlich durch die Belagerung in den Tagen des Titus Vespasianus und in den Tagen Hadrians entsprechend seinen Worten verwüstet. Denn der Tempel in der Nähe der Stadt Neapel ward durch unziemliche Bilder, Götzen, Opfer und blutvergießen be
fleckt und beschmutzt, derjenige aber in Jerusalem bestand so lange Zeit, wie eben gesagt ist, und wurde dann von Grund aus durch äußerste Verwüstung 157 und Brand zerstört. Durch die Tat also wurde von jener Zeit an bis jetzt die Prophezeiung unsers Erlösers erfüllt, die lautete: „Es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem
werdet anbeten.“ „Stunde“ aber nannte er die Zeit, die noch nicht nahe war, sondern erst kommen sollte. Über den vernünftigen Gottesdienst aber, der von ihm seinen Jüngern überliefert wurde, fügte er hinzu und sagte: „Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, wo die wahrhaftigen Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit.“
Notwendig aber fügte er hier hinzu: „und ist schon jetzt.“ Denn auf der Stelle von der Stunde an, wo er die Worte sagte, überlieferten die wahrhaften Anbeter eben jenes Meisters und Lehrers und seine Jünger, die von ihm den vernünftigen Gottesdienst empfingen, einen Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit. Der über alles waltende
Logos wies jirophczeiend darauf hin, daß fortan die wahrhaften Verehrer den über alles waltenden Gott nicht auf einem Berge noch in einem Winkel der Erde für sich gesondert, sondern in der ganzen Welt anbeten und ihm die göttlichen, unblutigen Gottesdienste leisten sollten, die im Geist und in der Wahrheit vollendet werden, weder durch
Bilder noch durch irgend welche äußere Zeichen, wie es die Gottesdienste des Mose waren, die von den Juden und Samaritern gehalten wurden: durch Schlachtungen, Opfer, Weihrauch, Feuer und viele andere leibliche Mittel. Daß sie eben dies abschaffen würden, prophezeite der Logos Gottes in den vorliegenden Aussprüchen und sagte, daß die
wahrhaftigen Verehrer fortan in der Wahrheit und im Geiste, das heißt aber nach göttlicher Art, in der Seele und im Gedanken den gottgeziemenden Gottesdienst leisten würden.
kenne, und ich lasse mein Leben für meine Schafe. Und andere Schafe habe ich, die nicht aus diesem Hofe sind. Ich muß sie führen, und sie hören auf meine Stimme, und es wird sein Eine Herde und Ein Hirt.“ An einer andern Stelle lehrte er und sprach: „Ich bin nur gekommen zu den irrenden Schafen aus dem Hause Israel.“ Er nannte aber das
Volk der Juden in dieser Weise und prophezeite durch die vorliegenden Aussprüche, daß keineswegs nur diejenigen, die aus den Juden ihm zu Jüngern gewonnen wurden, in seine Herde gerechnet werden sollten, sondern auch die außerhalb dieses „Hofes“. So aber pflegt der Logos bisweilen 158 das ganze Volk der Juden, bisweilen Jerusalem und den dortigen
Gottesdienst zu nennen, der nach dem Gesetz des Mose erfüllt wurde. Daß er „andere Schafe“ sammeln will, „die nicht aus diesem Hofe sind“. — damit aber weist er auf die Völker in der ganzen Welt hin und sagt voraus, daß ihm aus ihnen vernünftige Herden gesammelt werden sollen, sodaß zu Einer und derselben Gottesverehrung alle diejenigen kommen,
die aus den Juden und aus den Heiden an ihn gläubig werden. „Und es wird sein Eine Herde und Ein Hirt“ — seine Kirche, die aus Juden zumal und Heiden besteht, wie dies ία der Fall war am Anfang der Verkündigung des Evangeliums. Denn viele Scharen der Juden zumal ließeb sich überzeugen, daß er der Christus Gottes sei, der von den
Propheten verkündet wurde, und wurden mit denen, die aus den Heiden an ihn gläubig Avurden, zu Einer Kirche vereinigt unter der Hand des Einen Hirten, eben des Logos Gottes. Dnn in Jerusalem erstanden sich ablösend aus den Juden fünfzehn Episkopen der dortigen Kirche von Jakobus dem ersten an, und Myriaden Juden zumal und Heiden gab
es. die dort zusammen vereinigt waren bis auf die Belagerung in den Tagen Hadrians. Daß er aber der „Hirte“ sei, offenbarte uns der, der viele Male durch Prophetenworte verkündet wurde, die den Logos Gottes erwähnen und lehren, daß er der Hirt der menschlichen Seelen wie der vernünftigen Herden sei. So also heißt es bald bei den Propheten:
„Der Herr weidet mich und nichts mangelt mir“, bald aber: 78 79 „Hirte Israels, höre, der Joseph lenkt wie Schafe“, bald aber lehrt und spricht „der Herr und Hirte der Herden“. In Wahrheit also wird er allein Hirte der vernünftigen Seelen genannt. Denn wie zum Beispiel unter den Menschen die Natur der Herden eine andere ist, als die vernünftige Natur dessen, der das unvernünftige Geschlecht weidet, beherrscht
und lenkt, so ist noch viel mehr der Hirte, der Logos Gottes, eine bei weitem bessere Natur als die der Menschen. Wir aber sind seine Schafe und im Vergleich zu seiner Kraft gleichsam unvernünftiger als alle Herden. Ein guter und treuer Hirte aber ist in Wahrheit derjenige, der seine Schafe nicht vernachlässigt und zuläßt, daß sie von den Wölfen
gefressen w erden, das heiß aber: von den bösen, seelenverderbenden 159 Dämonen. Dies zwingt uns, auf das Wort dessen zu achten, der mit vieler Vollmacht“ und Kraft sagt: „Ich bin der gute Hirte“. Wenn er aber sagt: „Ich lasse mein Leben für meine Herden“, so weist er damit geheimnisvoll auf seinen Tod hin und lehrt zugleich auch die Ursache:
daß er für die Erlösung der Seelen der vernünftigen Herden sein Leben ließ. Das Wort: „Ich habe andere Schafe“ deutet darauf, daß zu seinem Besitztum nicht nur Juden, sondern auch alle Völker gehören, die ihm von seinem Vater gegeben sind, entsprechend jener Verheißung: „Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe geben.“
zu sehen, so steht seine Antwort geschrieben, als man ihm dies sagte: „Die Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht werde. Ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es eben nur wie es ist. Wenn es aber stirbt, so bringt es viele Früchte“. Offenbar verkündigt er auch hiermit geheimnisvoll, daß
unter den Griechen, unter den fremden und andersgescblechtigen Völkern die Verherrlichung seiner Gottheit stark werden solle. Denn keineswegs war die Stunde der Verherrlichung gekommen, solange er 80 81 mit den Juden zusammen war und redete, sondern als die Griechen zu ihm kamen. Er fügt aber notwendig hinzu und weist hin auf seinen Tod, seine Auferstehung und die dadurch geschehende Berufung der Völker. Denn wie das Weizenkorn, ehe es in die Erde fällt, eben dasselbe
allein ist, die lebenzeugende Kraft in sich besitzt und die Triebe in sich birgt für die Ahrensaat, die aus ihm hervorsprossen soll, wie es aber dann, nachdem es in die Erde gefallen ist, gleichsam lebt nach dem Tode, sich mehrt und viele Ähren aus eigener Kraft hervorsprießen läßt, demgemäß, sagt er, werde es auch in betreff seiner selbst geschehen.
Das hat offenkundig der Ausgang der ’ bewiesen, indem nach seinem Tode nicht nur Griechen, sondern auch viele Völker aus seiner Kraft und seiner göttlichen Fürsorge geschöpft haben. Er ist also der Same, der fällt und aufgeht, der stirbt und auflebt, der nach seinem Fall durch den Tod in Menge sich mehrte, der durch seine Auferstehung
die Länder der Völker nach Art der Felder mit göttlicher, unaussprechlicher Kraft füllte. Deswegen sagt er: „Die Ernte ist reich, aber der Arbeiter sind weige.“ Und wiederum: „Hebt eure Augen auf 160 und seht die Felder an, die weiß sind zur Ernte.“ Auch dies deutet hin auf diejenigen, die nach seinem Tode ihm vereinigt sind durch echten
Glauben an ihn, durch deren Menge in der ganzen Welt der Griechen und Barbaren Kirchen von Myriaden Scharen gegründet wurden, indem die Seelen der Menschen nach Art vernünftiger Felder an Einen Ort: auf die Tennen seiner Kirchen gesammelt werden. Deswegen heißt es: „Er hat seine Wurfschaufel in der Hand, reinigt seine Tennen und
sammelt den Weizen in die Scheuern. Die Spreu aber wird er verbrennen mit unverlöschlichem Feuer.“
„Kinder, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Dann werdet ihr mich suchen. Wie ich den Juden sagte: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht kommen, so wiederum sage ich auch euch.“ „Sagt zu ihm Simon Petrus: Wohin gehst du? Antwortete ihm Jesus: Wohin 83 84 ich gehe, kannst du jetzt nicht kommen. Du wirst aber später dorthin kommen.“ Wiederum aber sagte Jesus am Ende der Schrift nach seiner Auferstehung von den Toten zu Petrus: „Ich sage dir, als du jung warst, gürtetest du deine Lenden und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und andere werden
dir die Lenden gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das sagte er aber zu zeigen, mit welchem Tode er Gott verherrlichen würde. Und als er dies gesagt hatte, sagt er zu ihm: Folge mir nach.“ Wer sollte sich nicht wundern, dabß seine Jünger, als er dies zu ihnen sagte, bereit und geneigt waren, ihm bis zum Tode anzuhangen? Denn nicht
indem er sie irre führt und ihnen Hoffnung auf Glück verheißt und das verspricht, was in diesem Leben für Glück gehalten wird, — (nicht) auf diese Weise ködert er sie, ihm anzuhangen, sondern indem er nackt und unverhüllt die Martern voraussagt, die um seinetwillen über sie kommen sollten. Dem Simon selbst aber zeigte er sogar die Art der
Kreuzigung voraus, durch die er später bei seinem Aufenthalt in Rom sein Leben vollendete, durch das Wort: „Wenn du alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, aber andere werden dir die Lenden gürten.“ Demgemäß aber zeigte er auch geheimnisvoll durch das Wort: „Wohin 161 ich gehe, kannst du jetzt nicht kommen. Du wirst aber später dorthin
kommen.“ Denn dies wurde keineswegs allen gesagt, sondern nur dem Simon, weil er allein in der Schrift genannt ist. der nach Art des Leidens unsers Erlösers sein Leben vollenden werde.
andichtet um meinetwillen. Freut euch und frohlocket; denn euer Lohn ist groß im Himmel. Denn so hat man die Propheten vor euch verfolgt.“ Ein Wunder aber ist der Zusatz des Wortes, das da heißt: „um 86 87 meinetwillen.“ Denn es genügte nicht, nur dies vorauszuwissen und die über seine Jünger kommenden Verfolgungen vorauszusagen, sondern er zeigte auch die Ursache, indem er sagte, daß sie dies um seinetwillen erleiden würden, keineswegs um böser Taten noch um anderen Frevels
willen, sondern er bezeugte voraus, daß ihnen alles um seinetwillen zustoßen werde, was man durch die Tat erkennen kann. Denn wenn jemand zur Zeit der Verfolgung nur dies leugnete, daß er ein Christ sei, war er befreit von allem Tadel und von aller Ursache zur Verleumdung. So machte er das Leben seiner Jünger untadelig und sündlos,
sodaß sie um keiner andern Ursache willen außer allein wegen ihres Bekenntnisses und Zeugnisses zu ihm alles Schlechte ertrugen. Völlig aber gewinnt er sie und macht sie sich geneigt dadurch, daß er sie mit den früheren gottgeliebten Propheten vergleicht. Denn wie sie die Propheten vor euch verfolgt haben, so werden sie auch euch in Zukunft
ohne Grund verjagen und auch nach Art der Propheten bestrafen, weil ihr den über alles waltenden Gott verehrt, weswegen sie auch die Propheten verfolgt haben. Die Tatsache aber, daß er voraussagte, selbst ἡγεμόνες und Könige würden darüber bewegt werden, zu einer Zeit, wo er zugegen war und mit seinen Jüngern redete, und daß seine Worte
sich so ereigneten und in die Tat übergingen, wie sollte das nicht größer sein als ein Wunder? Denn viele andere, Barbaren und Griechen, die sich für Lehrer der Weisheit ausgaben, haben vieles mit ihren Jüngern geredet, indem die einen Gottloses verkündeten, die anderen das Wort der 162 Vorsehung und andere selbst die bei vielen als Götter Geltenden aufhoben,
während andere als Anfänger böser Dogmen auftraten und andere sagten, daß das höchste Ziel die Lust sei und noch andere, daß die Lust gleichgültig sei, wie es sich gerade traf. Niemals aber hat einer von ihnen derartiges für seine Jünger vorher entschieden, noch kennen wir Verfolgungen, die über sie kamen, wie diejenigen, die über die Lehre
unsers Erlösers kamen. Wie also sollten wir uns nicht wundern und bekennen, daß es in Wahrheit Gottes Worte seien, da er nicht nur durch göttliches Vorauswissen die Verfolgungen vorausbezeugte, die über seine ünger kommen würden, sondern auch die Ursache derselben vorher zeigte durch das Wort: um seinetwillen solle ihnen das
widerfahren?
um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird leben.“ Was habe ich nötig, vieles zu reden, wie dies bis jetzt durch die Tat erfüllt wurde, da die Werke besser sind als alles Hören. Denn mit eigenen Augen sehen wir, wie oft derartiges in den Zeiten der Verfolgung und zu unserer eigenen Zeit geschah. Du mögest dies aber
nicht einfach hören und verstehen, daß „ein Bruder den andern ausliefern wird zum Tode“, — denn auch dies wäre gleichsam ein einfacher Gedanke — sondern wir können auch daran prüfen und erkennen, wie ein Bruder den andern ausliefert zum Tode, wenn er sich der Bruderliebe hingibt und die Liebe zum Leben vorzieht und Gott verleugnet
und besonders seinen Bruder, von dem er bittet und den er überredet, Götzen zu verehren, den er aufwiegelt und anfleht und dem er brüderliche Liebe vorhält, abbringt von dem Gedächtnis an den Befehl unsers Erlösers; denn dann in Wahrheit „wird ein Bruder den andern zum eigenen Tode ausliefern“. So verführt auch der Vater seinen Sohn mit
Worten, überredet ihn, Götzen zu verehren, und bringt ihn dadurch zum Tode. So bringen auch de Söhne ihre Väter in der Liebe zu ihnen dahin, daß sie das zeitliche, sterbliche Leben dem bei Gott vorziehen, und werden so die Ursache des Todes und der Seelenverderbnis für ihre 163 Väter. Denn oftmals sehen wir solches zur Verfolgungszeit mit eigenen
Augen, sodaß dadurch erfüllt wird das Wort: „Ihr werdet gehaßt sein von jedermann um meines Namens willen.“ Indessen aber ist auch hier sorgfältig der Zusatz gemacht worden, der lehrt, daß seine Jünger um keiner andern schimpflichen Tatsache als allein um seines Namens willen gehaßt werden sollen.
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Netz nennt er hier sinngemäß seine Lehre, die aus mannigfachen Gedanken der Schriften alten und neuen Testamentes gewebt ist, Meer aber das wogende Leben des Menschen, das gefahrvoll ist wegen des Bösen, welches in seinen Taten liegt. Aus diesem Leben rafft das genannte Netz wie aus dem Meere Myriaden empor, und seinen
untern Teil nehmen verschiedene, ihrer Art nach entgegengesetzte Scharen ein: I)ie Guten und Bösen in ihren Gedanken. Über diejenigen, die gleichsam aus dem Meere nach Art der Fische gefangen werden, redet er Ἴ’ bei der ersten Berufung seiner Jünger mystisch so: „Folgt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen."
Nicht einmal also die Gemeinschaft der bösen Menschen war ihm verborgen, die mit den Guten in seine Kirche bis heute aufgenommen werden, da er lehrt, daß eben sie in der Zeit des Endes durch die damit betrauten Engel ausgesondert werden sollen und ein jeder von ihnen die seinem Denken gebührende Strafe empfangen solle.
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eignen würden, und zeigte die Zeichen und Zeugnisse des in ihnen verborgenen Bösen, das viele verführen werde, indem er sagt: „An ihren Früchten ι ihr sie erkennen." Ihre Früchte aber sind die gottlosen Worte, die sie vorbringen und die Art ihres Lebens, die nicht richtig sondern verkehrt ist. Während dies aber in jener Zeit geredet wurde
und von unserm Erlöser vorausgesagt ward und nicht einmal Eine Be- 94 95 stätigung durch den Anblick denen gewährten, die es damals hörten, so sind dennoch in späterer Zeit die Werke seiner Worte jedermann offenkundig sichtbar geworden. Die Markioniten aber, die Anhänger des Valentinus und des Basilides und alle die andern, die in späterer Zeit als Seelenverderber aufsproßten: Bardesanes und der jüngst zu
unserer Zeit aufgetretene Verstandes wahnsinnige, dessen Name der Beiname für die Partei der Manichäer ward, waren Leute, die trügerische, gottlose Lehren hervorsprudeln ließen. Und nicht anders kamen sie ans Licht als äußerlich bekleidet mit dem Schafsfell unsers Erlösers. Schafe aber nennt er offenbar seine Jünger, indem er sagt: „Meine
Schafe hören auf meine Stimme“ und ferner: „Siehe ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ In die Art dieser Schafe kleideten sie sich äußerlich, während sie in ihren Seelen reißende Wölfe sind. Wieviel Myriaden haben diese Verführer von der Herde unsers Erlösers geraubt, indem sie sich Christo heuchlerisch anähnelten und der
Lehre Christi anhingen und sich heuchlerisch stellten, als ob sie Worte der göttlichen Lehre sagten, in Wirklichkeit aber das hinterlistige, gottlose Gift in ihnen insgeheim denen zuführten, die von ihnen eingefangen waren. Diejenigen also, die jetzt wegen ihrer Heuchelei für Schafe gehalten wurden, wurden nach kurzer Zeit als reißende Wölfe
offenbar. Deswegen lehrt uns unser Erlöser, uns vorher vor ihnen in Acht nehmen, indem er mahnt und sagt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“
und nichts verborgen, das nicht bekannt würde.“ Die Juden glaubten, daß unser Erlöser der böse Dämon Beelzebub und der Fürst der Dämonen sei, und schmähten ihn, daß er mit seiner Kraft die übrigen Dämonen aus den Menschen austreibe. Er aber antwortete denen, die solches glaubten, 97 98 gebührend, was auch in seinen Worten geschrieben ist. Seinen Jüngern alter sagte er vorher, daß ma auch von ihnen glauben werde, sie besiegten die Menschen in Gemeinschaft mit Dämonen und Zauberei. Indem eben dies von vielen geredet ward, versiegelte und bestätigte das
die Voraussagung unsers Erlösers. Er bezeugt aber, daß die über sie verhängte Strafe aufgehoben werden sollte infolge ihres reinen Lebens und Charakters und ihrer reinen Lehre und Frömmigkeit. Deswegen sagt er: „Fürchtet euch nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, das nicht enthüllt würde, und nichts verborgen, das nicht bekannt würde.“
Die lange Zeit also bringt an den Tag das, was früher den meisten verborgen war. Deswegen wurde verkündet, daß offenbart und ans Licht kommen würden die Worte der gottesfürchtigen Lehre. Und seine Dogmen und Satzungen sind fernerhin jedermann bekannt geworden und haben die Meinung ausgelöscht, die früher bei vielen über sie
herrschte.
sein Weib zu entlassen außer aus dem Grunde der Unzucht, und sie zu ihm sagten, „wenn die Ursache des Mannes mit dem Weibe derart ist, so nützt es nichts zu heiraten,“ heißt es, daß er darüber sagte: „Nicht jedermann ist genügend stark für dies Wort, sondern nur diejenigen, denen es gegeben ist. Es gibt Verschnittene, die von Mutterleib an so
waren, und gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten wurden. und gibt Verschnittene, die sich selbst zu Verschnittenen gemacht haben 166 um des Himmelreichs willen. Wer es ertragen kann, ertrage es.“ Niemals hat jemand durch Offenbarung, die unter den Menschen, das heißt vielmehr im Volke der Jaden existiert, ein solches Wort gesagt, noch
auch etwas Derartiges getan, wie aus der Geschichte der Schriften klar ist. In der ganzen Welt aber und unter allen Völkern in Städten und Dörfern haben Myriaden nicht nur von Männern, sondern auch von Weibern vollkommene Heiligkeit und Jungfräulichkeit bewahrt um der Hoffnung und der Erwartung des himmlischen Reiches willen, auf
welches sie eilends von hier von dr Erde sich vorzubereiten gelernt 99 haben, wie wir durch Erfahrung gesehen haben. Indessen aber war die Erfüllung der Benennung „Verschnittene“) keineswegs Aber wir haben viele uns bekannte Männer gesehen, die Eisen benutzten und ihre Leiber zu verschnittenen gemacht haben um keiner anderen Ursache als um der Hoffnung auf das himmlische Reich
willen, die nicht lange in der Lehre unsers Erlösers erstarkt waren, sondern schlicht und schnell sich an die Sache heranmachten, sodaß auch in betreff dieser Männer das Vorauswissen unsers Erlösers, in Wahrheit des Logos Gottes, versiegelt wurde. Über die Unterschiede derer, die nicht würdig den Samen seiner Lehre
aufnehmen sollten. Aus dem Evangelium des Matthäus.
kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf den Felsen, wo es nicht viel Erde hatte, und sogleich ging es auf. Weil aber keine Tiefe des Bodens vorhanden war, vertrocknete es unten an seiner Wurzel. Anderes aber fiel unter die Dornen, und die Dornen stiegen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf das gute Land und
gab Früchte, das eine hundertfältig, das andere sechzigfältig und anderes dreißigfältig.“ Darnach rief er aus und sagte: „Wer Ohren hat zu hören, höre!“ Darauf wurde er von seinen Jüngern gefragt, was die Erklärung des Gleichnisses sei, und er lehrte und sprach: „So hört ihr also das Gleichnis des Säemanns! Jeder, der das Wort vom Reiche
hört und es nicht versteht, da kommt der Böse und raubt den Samen aus seinem Herzea. Das ist der, der an den Rand des Weges gesät 167 wurde. Was aber auf den Felsen gesät wurde, das ist der, welcher das Wort hört und es in Eile aufnimmt. Da er aber nicht darin festgewurzelt ist, so strauchelt er über eine kleine Not. Was aber unter die
Dornen fiel, das ist der, welcher das Wort ört, und die Sorge der Welt 100 101 und der Trug des Reichtums erstickt das Wort, und er bleibt ohne Frucht. Was aber auf das gute Land gesät ist, das ist der, der das Wort hört und es versteht, und er bringt Früchte, der eine hundertfältig, der andere sechzigfältig, ein anderer dreißigfältig.“ Woher war es einer
menschlichen Natur möglich, nicht nur durch Vorauswissen die Zukunft vorauszusagen, sondern auch die verschiedenen Arten der Seelen zu unterscheiden, wenn sie nicht in Wahrheit der göttliche Logow war, er, der damals zugleich weissagte und lehrte, über den es heißt: „Denn lebendig ist das Wort Gottes und schärfer und schneidender als ein
zweischneidiges Schwert und durchdringend bis auf die Teile der Seele und des Leibes, der Gelenke und des Markes, und ein Richter der Gesinnungen und Gedanken des Herzens, und es gibt kein Geschörf, das ihm verborgen wäre.“ Deswegen offenbart er schön die Unterschiede der Seelen derer, die in späteren Zeiten seine Lehre aufnehmen sollten,
und sagt voraus, daß drei Stufen bilden würden diejenigen, die den Samen seiner Lehre nicht recht aufnehmen, daß es aber entsprechend drei Reihen der Guten geben würde, die nach Art der guten Erde reichlich tragen und das Wort vervielfältigen. Er sagt also, daß die Samen, die in ihre Seelen fallen, drei Ursachen sind für diejenigen, die zu Grunde
gehen. Denn entweder verschütten sie infolge der Gedanken des Lebens und der Sorge um das Nichtnotwendige und infolge des Reichtums und der Üppigkeit den Samen in sich und gleichen denen, die von den Dornen erstickt werden, oder da sie ihn nicht in die Tiefe ihres Geistes aufgenommen haben, verlöschen sie bald, sowie eine Drangsal
sie erreicht, oder die dritte Ursache ist die, daß sie die Ursache für den Untergang des Samens in sich werden, indem sie schlaff ihre Ohren darbieten denen, die die in ihre Seele gefallenen Samen verführen und fortraffen wollen. Eben sie aber sind nicht anders beraubt des Fruchttragens in Gott als in einer der genannten Weisen. Die aber, welche jenen entgegengesetzt,
mit reiner Seele und liebevollem Geist den Erlösungssamen aufgenommen haben, vervielfältigen wiederum ihre Früchte nach der Kraft ihrer Seele. Aber auch ihre Unterschiede vergleicht er den guten und schönen Ländern, die dreißigfach, und hundertfach 168 tragen. Denn derartige Kräfte werden bisweilen in den Seelen der
Menschen gefunden. Dies also prophezeite er darüber.
so kommt die Ernte? Hebt eure Augen auf und seht die Felder an, die fortan weiß sind zur Ernte.“ Und wer sollte sich nicht wundern, daß er sogar die geringe Zahl derer zeigte, die in Reinheit Führer seines Wortes sein sollten, indem er sagte: „der Arbeiter aber sind wenige“, und daß ein Gebet erforderlich sei, um sie zu finden zu
gewinnen. Deswegen sagt er: „Bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter hergebe zu seiner Ernte.“ Wenn er aber sagt, daß „ein Säemann ausging zu säen“, so zeigte er hierdurch, daß ein anderer der Säemann und ein anderer der Same sei. Woher und wohin er ausging, sagte und lehrte er durch das sich daran schließende Gleichnis in
folgender Weise.
säte. Während aber die Menschen schliefen, kam ein Feind und säte Unkraut unter den Weizen und ging davon. Als aber Weizen aufging und Frucht brachte, dann zeigte sich auch Unkraut. Es kamen aber seine Knechte und sagten zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf dein Landgut gesät? Woher denn das Unkraut in
ihm? Er aber sagte zu ihnen: Ein feindlicher Mann hat das getan. Sagen sie zu ihm: Willst du also, daß wir hingehen und es sammeln? Er aber sagt: Nein, damit ihr nicht, wenn ihr das Unkraut sammelt, mit ihm auch den Weizen ausreutet. Laßt beides bis zur Ernte wachsen. Zur Zeit der Ernte aber werde ich zu den Schnittern sagen: Sammelt
zuvor das Unkraut, bindet es in Bündel für den Brand, den Weizen aber sammelt in die Scheuern.“ Er setzte dies Gleichnis aber auch seinen Jüngern im Hause auseinander, als sie zu ihm traten und zu ihm sagten: 105 106 „Setze uns das Gleichnis auseinander vom Unkraut des Landgutes. Er aber antwortete ihnen und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn. Das Landgut aber ist die Welt; der gute Same aber, 169 das sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des
Bösen. Der Feind aber, der es gesät, ist der Verleumder. Die Ernte aber ist das Ende der Welt und die Schnitter sind die Engel. Wie also das Unkraut gesammelt wird und ins Feuer fällt, so wird es am Ende dieser Welt sein. Der Menschensohn wird seine Engel schicken und sie werden auslesen aus seinem Reiche alle Anstöße und diejenigen,
die Frevel üben, und werden sie in die Gehenna des Feuers werfen. Dort wird sein Heulen und Zähneklappern. Dann aber werden Gerechten leuchten im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, höre!“ Dies also sprach er, unser Erlöser. Wer aber der Säemann ist, der ausging zu säen, und welches der Same ist, den er auswarf, zeigte
die Deutung des Gleichnisses, in der es heißt: „Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn, und das Landgut ist die Welt.“ Menschensohn aber pflegt er sich selbst zu nennen wegen seines Durchgangs unter den Menschen. Er ging also aus von innen und kam nach außen. Wo aber war er innen gewesen, wenn nicht oberhalb der Welt,
woselbst er gewesen war? Am Ende der Welt aber ging er aus und stieg zu uns selbst herab außerhalb seines Himmelreiches und brachte den himmlischen Samen mit sich, den er in die Seelen der Menschen wie in verschiedene Ländereien säte. Das vorliegende Wort aber belehrt auch über die Beschaffenheit des Landgutes, auf das er den Samen
warf. Er sagt aber: „Das Landgut ist die Welt“, und zeigt, wem dies Landgut gehört: keinem andern als ihm selbst, der aus dem Innern seines Reiches zu denen außerhalb hinausging, indem er stagt, daß „die Knechte herzutraten und zu ihm sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf dein Landgut gesät?“ Offenbar lehrt er also, daß dies
Landgut auch ihm selbst gehöre, und verdolmetscht es und zeigt, daß es die Welt sei. In jenem ersten Gleichnis also wußte er voraus, wie die Unterschiede derer sein würden, die den Samen in ihre Seele aufnahmen, in dem uns jetzt vorliegenden aber die verdrehten, trügerischen Lehren gottloser Häretiker, obwohl noch kein derartiger von ihnen unter den 107 108 Menschen existierte. Indessen aber war es ihm nicht verborgen, daß dies kommen werde. Denn da in späteren Zeiten auf der ganzen Erde Schriftstücke und Worte betrügerischer Schriften seiner Lehre angeähnelt wurden von entgegengesetzter Natur, so wurden sie nach Art 170 des Unkrauts mit dem reinen und belebenden Worte seiner ausgesät.
Myriaden aber, die bald des Mani sich rühmen, bald des Markion, bald anderer unter den gottlosen Heterodoxen, bringen bis jetzt Unkraut hervor, indem sie sich der Lehre unsers Erlösers anähneln und seinen Namen gebrauchen, die Schriften der Evangelien aber für Gefasel halten. Ihr Vater aber, der sie die Trugworte zuerst in die Seelen
derer säte, die ihn aufnahmen, ist der Verleumder. Indem er Jesus mit Recht vorwegnahm, was eintreten werde, wußte er mit göttlicher Kraft im voraus und bezeugte im voraus, was auf diese Weise durch die Tat erfüllt wurde und seinen Worten entsprechend Erfüllung ging. Wie er also dies in Wahrheit zeigte und wie wir die Erfüllung
der voraussagenden Worte unsers Erlösers eben in Taten sehen, so ge es sich auch von dem Übrigen zu glauben, daß es eintreten werde. Was aber ist das? Daß die Ernte das Ende und die Schnitter die Engel sind, und daß das Unkraut gesammelt wird und ins Feuer fällt, daß aber das Ende der guten Dinge denjenigen zu teil werde, die
den lebendigen, reinen und lebenbringenden Samen bewahrt und vermehrt haben, von denen gesagt ist: „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne im Reiche ihres Vaters.“
bin der Christus und werden viele irre führen.“ Wiederum aber sagte er 26—31 = Matth 24 3—5 110 nach kurzem: „In jener Zeit, wenn jemand zu euch sagt: Hier ist der Christus oder dort, so glaubt es nicht. Denn es werden sich betrügerische Christusse erheben und lügnerische Propheten und werden große Zeichen und Wunder geben, damit sie verführen womöglich auch die
Erwählten Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu euch sagen: Siehe, er ist in der Wüste, so geht nicht hinaus, oder siehe, er ist im Gemache, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz vom Osten blitzt und bis zum Westen gesehen wird, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein“. Zu anderer Zeit aber, als er mit den Juden
redete, fügte er dies hinzu und sagte: „Ich bin im Namen meines Vaters 171 gekommen, aber ihr habt mich nicht aufgenommen. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.“ Dies sagte er über den lügnerischen Antichristen voraus, den sie erwarten sollten, indem er seine Jünger warnte. Ein anderer aber zeigte
im Thessalonikerbrief, daß er am Ende der Welt kommen werde. Daß aber auch andere vor ihm einzeln kommen würden, sagte unser Erlöser voraus: „Denn viele, sagte er, werden kommen in meinem Namen und werden sagen: Ich bin der Christus und werden viele verführen.“ Es traten aber in der Tat nach seinen Worten viele auf derart. Denn
sogleich waren die Samariter überzeugt, daß Dositheus. der nach der Zeit UDsers Erlösers auftrat, der Prophet sei, über den Mose geweissagt habe. Er aber führte sie irre, sodaß sie sagten, er sei der Christus. Andere aber wiederum in der Zeit der Apostel nannten den Zauberer Simon die große Kraft Gottes und glaubten, er sei der Christus, und andere
in Phrygien von Montanus, und andere wiederum anderswo glaubten dasselbe von andern, und nicht werden aufhören die Betrüger. Denn man muß erwarten, daß sogar mehr derartige auftreten werden, von denen eben die Wahrheit der Prophezeiungen unsers Erlösers ebenfalls Bestätigung empfangen hat. Er aber, unser Erlöser, lehrte daß fernerhin
nicht an Einem Orte seine gelobte zweite Ankunft stattfinden werde wie die erste, damit niemand meine, sie geschehe in einem Winkel der sichtbaren Erde. Damit aber niemand dies meine, lehrt er so und 111 112 sagt: „Wenn jemand zu euch spricht: Siehe hier ist der Christus oder dort, so glaubt es nicht.“ Die Meinungen nämlich, welche derart sind, treffen auf ihn nicht zu, sondern nur auf die betrügerischen Christusse und die lügnerischen Propheten. Er ist vielmehr Ein Mal in der Gestalt eines Menschen und in Einem Winkel erschienen. Wie aber seine zweite gelobte Ankunft vom Himmel her stattfinden werde, lehrt er, indem er sagt: „Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und gesehen wird bis zum Westen, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.“
Ort. Dies alles aber ist der Anfang der Wehen. Hierauf werden sie 172 euch ausliefern zur Drangsal und euch töten, und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern um meines Namens willen.“ Er fügt aber hinzu und sagt: „Hierauf werden viele Anstoß nehmen und werden einer den andern ausliefern und einander hassen. Und viele Lügenpropheten
werden aufstehen und viele verführen. Und wegen der Größe des Frevels wird die Liebe der meisten erkalten. Wer aber ausharrt bis zum Ende, der wird leben; und es wird das Evangelium vom Reich verkündet werden in aller Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“ Er prophezeite offenbar auch hierdurch, daß
zuvor sein Evangelium in aller Welt zum Zeugnis für alle Völker verkúndet werden müsse und dann erst das Ende kommen werde. Denn nicht früher wird das verkündigte Ende der Welt kommen, als bis sein Wort von allen Völkern ergriffen ist. Soviel Völker also fehlen, unter denen sein Evangelium noch nicht Verkündigt worden ist, soviel Zeit
fehlt auch am Ende. Er lehrt aber und sagt: „Es wird dazu kommen, daß ihr hört von Kriegen und Kriegsgerüchten; seht zu, damit ihr nicht erschreckt. Denn es muß kommen, aber das ist noch nicht das Ende.“ Wann aber dies eintreten werde, zeigt er, indem er sagt: „Es wird verkündigt das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum
Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen“, wenn auch 114 Hungersnöte und Seuchen und Erdbeben an jedem Ort eintreten und ein Volk sich wider das andere und ein Reich wider das andere andere erheben und schwere Verfolgungen und gewaltige Drangsale sein werden. Darauf aber sagt er: „Und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern,“
nicht wegen anderer verhaßter Taten, sondern nur um seines Namens willen.
gehört, jetzt aber in unsern Zeiten sind die Erfüllungen seiner Worte offenbar in der Tat sichtbar und die Kräfte, die jede sterbliche Natur in den Schatten stellen. Wenn aber einige sich dadurch nicht überzeugen lassen, so darf man sich nicht wundern, da der Mensch selbst gegen das Offenbare sich aufzulehnen pflegt, sodaß er auch gegen die
über alles waltende Vorsehung mit feindlichen Worten zu reden wagt, und so auch Gott selbst leugnet und so auch über vieles andere schamlos streitet, über das die Wahrheit Zeugnis ablegt. Aber wie ihre Verleumdung dem wahren Worte der Natur nichts schadet, so 173 schadet auch die Bosheit des Unglaubens einiger nichts der Vorzüglichkeit
der offenbaren Gottheit unsers Erlösers. Indessen aber, wenn es recht ist, dass wir auch ihnen die Art, die einer vernünftigen Heilung entspricht, anpassen, so ist es Zeit, die Evangelienbeweise wiederum auch hier ihnen nützlich nahe zu bringen. Was wir früher andern gegenüber geprüft haben, das wollen wir auch jetzt solchen erzählen, die sich
durch das Gesagte nicht haben überzeugen lassen.
De Theophania (Fragmenta). Eusebius. Hugo Gressmann (Translator). Germany. 2014.
Sponsored by University of Leipzig.
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