Das fünfte Buch des Cäsareensers.
voraussagten, welche er seinen Jüngern prophezeite, als er noch bei ihnen war, jetzt aber in unsern Zeiten ist die Erfüllung seiner Worte offenkundig in der Tat sichtbar und die Karäfte, die jede sterbliche Natur in den Schatten stellen. Wenn aber einige sich dadurch nicht überzeugen lassen, so darf man sich nicht wundern, da der Mensch selbst
gegen das Offenbare sich aufzulehnen pflegt, sodaß er auch gegen die über alles waltende Vorsehung mit feindlichen Worten zu reden wagt, und so auch Gott selbst leugnet und so auch über vieles andere schamlos streitet, über das die Wahrheit Zeugnis ablegt. Aber wie ihre Verleumdung dem wahren Worte der Natur nichts schadet, so schadet auch
die Bosheit des Unglaubens einiger nichts der Vorzüglichkeit der offenbaren Gottheit unsers Erlösers. Daher sind sie nicht einmal dessen würdig, daß wir sie eines Wortes würdigen. Denn für diejenigen, die die Werke Gottes nicht überzeugen, ist es zu gering, als daß eines Menschen Wort sie überzeugte. Indessen aber wollen wir zum Überfluß das gegen
sie wieder aufnehmen, was wir auch früher in den Evangelienbeweisen mit Fragen geprüft haben. Wenn also irgend jemand nach alledem der Wahrheit hartnächkig widerstrebt und schamlos zu sagen sich erfrecht, 174 daß er Jesus keineswegs der Christus Gottes sei, wie wir meinen, sondern ein Zauberer, Betrüger und Verführer, so wollen wir ihm, als einem
Unmündigen im Geiste, eben das vorlegen, was wir schon früher geprüft haben.
von einem Betrüger und Zauberer gehört hat, daß er Lehrer der 1 Demut, Sanftmut, Besonnenheit und jeder andern Tugend geworden sei, und ob es recht sei, daß mit solchen Namen derjenige benannt werde, der nicht einmal mit lüsterner Begierde Weiber anzublicken erlaubt hat, und ob ein Zauberer derjenige sei, der die höchste Philosophie überliefert
hat dadurch, daß er seine Jünger unterwies, denen, die arm an Gütern sind, mitzuteilen und Menschenfreundlichkeit und Freigebigkeit im Überfluß zu besitzen, und ob ein Zauberer derjenige sei, der sie von der Versammlung wilder und aufrührerischer Massen fernhielt und sie lehrte, nur die Muße bei den göttlichen Worten zu lieben? Er
aber, der von jeder Lüge zurücktrieb und die Wahrheit vor allem zu ehren ermahnte, sodaß nicht einmal ein Treueid, geschweige denn ein nötig ötig war, wie sollte der mit Recht ein Zauberer genannt werden? Was habe ich nötig, jetzt noch mehr zu sagen, da es möglich ist, aus seinen Worten, die bis jetzt auf der ganzen Erde verkündigt
werden, zu erkennen, welches die Art der von ihm in die Welt gesäten Lebens führung sei, infolge deren jeder, der die Wahrheit liebt, bekennt, daß er nicht nur kein Zauberer und Betrüger, sondern in Wahrheit das Wort Gottes und ein Lehrer der göttlichen und frommen Philosophie, aber nicht der weltlichen und gemeinen Philosophie sei.
Ethische seiner Lehre ist derart.
Worte seiner Lehre jeden Griechen und Barbaren nach oben in ihrem Geist zu dem höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erden und der ganzen Welt, der jede sichtbare und gewordene Natur übertrifft? 175 2 3 Das ist doch wohl nicht seine Verirrung? Oder soll man eine solche annehmen, weil er nicht gestattete, viele Götter zu verehren, denen, die von der Verehrung des allein höchsten, untrügerischen Gottes in diesen wahrhaftigen Irrtum kopfüber gefallen waren? Aber dies Wort war weder neu noch ihm gigentümlich, sondern war Sache der einst aufleuchtenden
gottliebenden Hebräer gewesen, von denen auch die neueren Philosophen mächtig gefördert wurden und mit deren Lehre sie übereinstimmten. Es rühmen sich aber auch die Weisesten der Griechen wegen der Orakel ihrer Götter, da sie die Orakel die Hebräer so erwähnen: „Allein die Chaldäer erlangten Weisheit und die Hebräer, die
Gott, den König des Alls, den ans sich selbst Erzeugten, fromm verehrten.“
er, der das, was einst von den Kindern der hebräischen Patriarchen allein erkannt wurde, zu allen Menschen ausbreitete, sodaß fortan nicht mehr wie früher wenige Menschen, gering an Zahl, die rechte Meinung über Gott besaßen, sondern Myriaden Scharen der Barbaren zumal, die einst die wildesten waren, und der weisen und hellenischen
Männer, die nach Art der früheren Propheten und frommen Männer zur Gottesverehrung erzogen waren durch seine Kraft allein und seine Lehre?
mehr durch Stieropfer, noch durch Schlachtungen unvernünftiger Tiere, noch durch Blut und Feuer, noch durch Räucherwerk, das von der Erde aufsteigt, Gott verehren, deswegen, weil er zeigte, daß dies minderwertig und irdisch sei und niemals entspreche der unsterblichen unkörperlichen Natur, vielmehr urteilte, daß von allen Opfern dies das
angenehmste und Gott wohlgefälligste sei, die göttlichen Gebote zu halten, und lehrte, durch sie sich rein erhalten an Leib und Seele und sich um 4 5 klaren Verstand und fromme Lehren bemühen, um sich der Ähnlichkeit mit Gott anzuähneln. Wenn aber jemand von den Griechen dies tadelt, 176 so wisse er, daß er keineswegs das sinnt, was seinen Lehrern angenehm ist, die vieles darüber anordneten, daß man nicht glauben dürfe, Gott
durch Blut und Opfer unvernünftiger Tiere und durch Feuer, Rauch und Fettgeruch zu ehren.
diese Dinge, sondern nur den Werkmeister und Schöpfer aller verehren dürfe. Recht also ist es, zu betrachten, ob er uns verführt hat, die wir diese Art der Gesinnung von ihm gelernt haben, obgleich auch diese Rede keineswegs neu, sondern schon Lehre der einst gottliebenden Hebräer war, und obgleich auch von den Philosophen die namhaftesten
in ebendenselben Dingen übereinstimmten, daß geworden sei sowohl Himmel selbst wie die Sonne, der Mond und die Gestirne, und sagten, daß die ganze Welt von dem Schöpfer des Alls gemacht sei.
die Bilder der Kräfte Gottes in sich trage, und hat jeden Barbaren und Laien unterrichtet, sich so zu verhalten, so zu sein und solche Gesinnung zu hegen. Hat er uns nicht dadurch weiser gemacht als die weisesten unter den Ägyptern und als die Griechen, die vornehm ihre Augenbrauen in die Höhe ziehen, die gesagt haben, daß die Seele im
Menschen ihrer οὐσία nach nichts besser sei als Schnaken, Flöhe, Würmer und Fliegen, aber daß auch nicht einmal von der Seele der Schlange, der Natter, des Bären, des Panthers und des Schweines sich ihre eigene Stele ihrem Wesen nach in irgend etwas unterscheide?
und den Gottlosen die Strafen und Züchtigungen, die unvermeidbar sind, und den Frommen die Verheißungen des ewigen Lebens, des himmliischen Reiches und des glückseligen Daseins bei Gott verspricht — wen führt er da irre? Spornt er nicht vielmehr an, nach der Tugend zu streben I vgl. Matth 548 7—17 = Dem. III 313—14 18—S. S. 223,3 = Dem. III 3 16—17 6 um der Kampf preise willen, die den Frommen aufbewahrt werden, dagegen jede Boshaftigkeit zu fliehen und von sich zu stoßen wegen der Strafen, die den Gottlosen auferlegt werden? Denn derart waren die 177 Unterweisungen, die in den Dogmen der Lehre unsers Erlösers eingeschlossen sind. Welcher Platz also bleibt für den Argwohn, zu
glauben, daß er ein Betrüger und Zauberer sei? Aber jedoch prüfen wir auch dies.
Ist denn jemals jemand im ganzen Geschlecht der Christen gefunden worden, der infolge der Lehre unsers Erlösers Zauberei trieb oder Gift mischte? Aber man kann keinen nennen, im Gegensatz dazu ist vielmehr ersichtlich, daß sie den Worten göttlicher Philosophie nachgehen. Er also, der in der ganzen Menschenwelt für alle Völker die Ursache
eines reinen und keuschen Lebens und des Wissens und der Verehrung des Schöpfers aller war — was darf mit Recht geglaubt werden als dies, daß er in Wahrheit der gemeinsame Erlöser aller ist und der Lehrer eines gottesfürchtigen Lebens?
Wurzeln und Gemüse und durch andere Dinge, die diesen gleichen, Heilungen der Schmerzen für sich zu beschaffen. Alles dies also ist infolge der Lehre unsers Erlösers vertrieben und niemals ist es möglich, einen Christen zu finden, der Amulette gebraucht, noch Besprechungen, noch den Vorwitz, auf Schalen zu schreiben, noch andere derartige Dinge
anwendet, deren Gebrauch bei den meisten für gleichgültig gehalten 8 9 wird. Welcher Grund also könnte angeführt werden, von denen, die hierin unterwiesen sind, zu glauben, sie seien von einem Zaubermeister zu Jüngern gemacht wordeu, da doch für jeden, der sich als Meister einer Lehre ausgibt, ein großer Beweis die Gemeinschaft seiner Jünger
ist? Künstler und Gelehrte also sagen durchaus von dem, der die Ursache ihrer Lehre für sie war, daß er besser sei als sie. Denn wie auch Ärzte Zeugen sind für die Richtigkeit der Lehre ihres Meisters, die Geometer aber — wen anders erkennen sie als Führer für sich an, wenn nicht einen Geometer, und die Arithmetiker einen Arithmetiker? Demgemäß 178
sind aber auch die besten Zeugen für einen Zauberer seine Jünger, die ebenfalls ihrem Meister durchaus ähnliche Dinge tun. Aber auch nicht ein Jünger unsers Erlösers ist jemals in allen diesen Jahren als Zauberer erfunden worden, obwohl zu allen Zeiten Könige und ἡγεμόνες sorgfältig durch böse Folterqualen eine Untersuchung
der Dinge veranstaltet haben.
und Jünger unsers Erlösers machten nach der Schrift ihrer Πραξεῖς diejenigen, die aus den Heiden zu ihrer Lehre kamen, derart, daß viele von ihnen, die früher der Zauberei beschuldigt waren, ihre Art so sehr veränderten, daß sie mitten in die Menge die verworfenen Bücher zu bringen wagten, die einst bei ihnen verborgen waren, und
eben sie vor jedermann dem Feuer übergaben. Höred aber, wie die Schrift hierüber lautet:
und sie brachten eine so große Kraft der Worte mit den den Hörern hervor, daß sie in die Tiefe ihrer Seele trafen 10 11 und das Gewissen eines jeden schlugen und verwundeten, sodaß sie es nicht mehr aushielten, das zu verstecken, wodurch früher viele in die Irre geführt wurden, sondern das Verborgene ans Licht brachten und Zeugen wurden wider sich selbst und wider ihre frühere Bosheit. Derartig waren aber auch die, welche von ihnen zu Jüngern gemacht
wurden: rein und lauter in ihrer Seele und echt in ihrer Liebe, sodaß 179 sie nichts Tadelnswertes in sich versteckt ließen, sondern sich rühmten und frohlockten wegen der Wandlung vom Schlechteren zum Besseren. Wenn also die Jünger unsers Erlösers ersichtlich so geworden so geworden sind, wie sollte nicht ihr Meister noch viel besser sein? Wenn du aber auch
aus den Jüngern erkennen willst, wie der Meister war, so hast du Myriaden Jünger der Worte unsers Erlösers bis jetzt, unter denen eine Menge Scharen von Männern sind, die sich wappnen wider die natürlichen Lüste des Leibes und ihren Geist unverwundet von allen schändlichen Leidenschaften zu bewahren sich bemühen, die ihr ganzes Leben
hindurch in Reinheit alt geworden sind und glänzende Zeugnisse infolge der aus seinen Worten geschörften Nahrung aufwiesen.
geliebt haben, von der Liebe zur himmlischen Weisheit erfaßt sind, die Geburt des Leibes verachtet, sich alle Mühe um ihre Seele gegeben, sich vor jedem Schmutz und Unrat rein bewahrt und gänzliche Heiligkeit und Jungfräulichkeit geliebt haben.
als Schafweide überließ unter dem Vorwande der Philosophie, und bringen ihn im Liede herum , hierhin und dorthin. Es war dies aber Demokrit. Und man bewundert einen gewissen Krates, der sein Besitztum seinen Bürgern gab, sich selbst bezwang und mit der freien Selbst- 12 13 beherrschung prahlte. Die Eiferer für die Worte unsers Erlösers aber sind Myriaden an Zahl, keineswegs einer noch zweie, die ihren Besitz verkauften und den Armen und Bedürftigen gaben, deren Zeugen wir geworden sind, die wir mit derartigen Männern zusammen waren
und eben in Taten die richtige Ausführung der Lehre unsers Erlösers mit ansahen.
Verirrung und den Einen Gott allein, den Vater und Schörfer dieser ganzen Welt erkannten und bekannten? Ihn, den einst Einer: Platon, erkannte, aber bekannte, daß er nicht wage, es vor jedermann zu sagen, weil ihm keine so große Kraft der Frömmigkeit zu Gebote stand. Die Jünger unsers Erlösers aber, denen es ein leichtes war, 180
durch die Hilfe ihres Meisters den Vater und Schöpfer des Alls zu erkennen und zu finden, offenbarten ihn im ganzen Geschlecht der Menschen und verkündeten die Kenntnis von ihm allen in der ganzen Welt, sodaß infolge eben ihrer Lehre bis jetzt unter allen Völkern Myriaden Scharen nicht nur von Männern, sondern auch von Weibern,
Kindern, Sklaven und Bauern so wenig hinter jenem Philosophen zurückbleiben, daß sie den Werkmeister und Schöpfer dieser ganzen Welt nicht nur erkennen, sondern auch allerorts seine Boten sind. Derart waren die Siegestaten des gemeinsamen Erlösers aller, die Verführungskünste dessen, der für einen Verführer gehalten wurde, und nur derart
seine Jünger und Vertrauten, aus denen man erkennen darf, wie ihr Meister war.
alleinige und erste Erfinder dieser Sache aufgetreten, oder dúrfen wir mit Recht die Ursache gemäß der auch sonst üblichen Gewohnheit auf die Lehrer zurückführen? Wenn er also, ohne daß ihn jemand belehrte zum ersten und alleinigen Erfinder dieser Sache ward, ohne 14 15 je etwas von anderen gelernt, noch von den Vorgängern entlehnt zu haben, wie sollten wir dann nicht von ihm bekennen, daß seine Natur göttlich sei, er. der ohne Bücher, Worte und Lehrer, ein Selbstgelehrter und Selbstgebildeter, als Schöpfer dieser Dinge erschienen ist, obwohl es nicht möglich ist, die Lehre einer Handwerkskunst oder der logischen
Wissenschaft und nicht einmal der ersten Elemente ohne irgend einen Unterweiser und Lehrer in sich aufzunehmen, es sei denn, daß jemand außerhalb der gemeinsamen Menschennatur stehe. Niemals also trat ein Selbstgelehrter hervor als Lehrer der Grammatik, noch ein Rhetor. ohne gelernt zu haben, noch wurde ein Arzt aus sich selbst, noch ein
Zimmermanu, noch der Schöpfer einer andern Kunst, obwohl dies gering ring und menschlich ist. Die Tatsache aber, daß jemand von dem Lehrer der ganzen Menschenwelt, der die Wunder getan hat, die in der 181 Schrift seiner Jünger geschrieben sind, sagt, er sei aus sich selbst so geworden, ohne von den Vorgängern empfangen zu haben noch von
neueren Lehrern unterstützt zu sein, die ihm gleich auch vor ihm handelten, — was bedeutet das anderes als das Zeugnis und Bekenntnis, daß hier etwas Göttliches war und einer, der besser war als jede menschliche Natur?
ihm nicht verborgen waren die weisen Theorien der Ägypter und die geheimen Mysterien, die einst bei ihnen verkündet wurden, von denen er sammelte und als derartiger Mann erschien, wie das Wort der Schrift sagt. Was also? Sind andere etwa besser als er erschienen und früher der Zeit nach und seine Lehrer, sei es in Agypten, sei es
wo sonst? Warum lief nicht auch die Kunde von jenen, bevor dieser sich einen Namen machte, zu allen Menschen diesem gleich, und warum wird nicht auch der Ruhm jener diesem gleich bis jetzt verkündet? Welcher Zauberer aber von denen, die von Ewigkeit her lebten, Barbare oder Grieche, trat auf als Lehrer solcher Jünger und ward zum Herrscher
so vieler Gesetze und Worte wie die sind, welche die Kraft des gemeinsamen Erlösers aller zeigten? Von wem aber ist jemals geschrieben, daß er derartige Heilungen vollbrachte wie die, von denen man berichtet, daß unser Erlöser sie getan habe? Von welchem ander aber 16 von aller Ewigkeit her, der vor ihm oder nach ihm war, wird berichtet, daß er das Wissen der Zukunft und soviele und derartige Prophezeiungen überlieferte, die kürzlich durch die früheren Ausführungen vorgelegt sind? Wer aber hat verheißen, undefined daß er das tun werde in der
ganzen Menschenwelt, was er durch das Wort voraussagte, und hat durch die Tat seine Worte bestätigt, sodaß die Erfüllungen seiner Prophezeiungen bis jetzt in unserer eigenen Zeit auf der ganzen Erde mit Augen gesehen werden? Wessen Jünger aber und Augenzeugen der Dinge haben jemals in der Bewährung durch Feuer und Eisen die
Wahrheit dessen versiegelt, was sie von ihrem Meister bezeugten, wie die Jünger unsers Erlösers, die alle Mißhandlungen ertrugen für das, was sie sahen und von ihm bezeugten, und alle Arten von Qualen erduldeten und schließlich die Zeugnisse, die sie von ihm als dem Sohne Gottes, geschweige denn als von einem Zauberer ablegten, durch ihr
eigenes Blut versiegelten? Wem aber von den Zauberern kam es jemals in den Sinn, die Sammlung eines neuen Volkes auf seinen Namen 182 zu veranstalten? Die Tatsache aber, daß er es nicht nur überlegte, sondern auch die Überlegung ausführte, wie sollte das nicht jede Natur der Menschen in den Schatten stellen? Und die Tatsache,
daß er Gesetze auferlegte, die der polytheistischen Verirrung entgegengesetzt waren, wider die Satzungen der Könige, der früheren Gesetzgeber, der Philosophen, Poeten und Theologen, und diese Gesetze bestätigte und für die lange Ewigkeit als unbesiegbar und unüberwindlich zeigte —
Erlöser aber ersann es nicht ohne daß er wagte, hand anzulegen, sondern er legte nicht einmal Hand an, ohne es auszuführen. Mit Einem Worte und mit Einer Stimme sagte er zu seinen Jüngern: „Gehet hin und machet alle Völker in meinem Namen zu Jüngern und lehret sie alles, was ich euch aufgetragen habe“, und ügte dem Worte die Tat hinzu,
und auf der Stelle wurden zu Jüngern gemacht in kurzer Zeit alle Geschlechter der Griechen zumal und der Barbaren und Gesetze keines- 17 18 wegs durch die Schrift unsere Erlösers, sondern ohne Schrift durch seinen Befehl in Völker gesät, entgegengesetzt der alten polytheistischen Verehrung, Gesetze: Feinde der Dämonen und Gegner der polytheistischen Verirrung, Gesetze: Zügler der Skythen, der Perser und der andern Barbaren und Abwender von jedem tierischen und ungesetzlichen
Leben, Gesetze: Zerstörer der seit Ewigkeit unter den Griechen geübten Sitten und Lehrer einer neuen und wahren Frömmigkeit. Was also haben derart gewagt frühere Zauberer vor der Zeit unsers Erlösers, daß man mit Recht von ihm sagen könnte, er sei von andern unterstützt worden in dieser Zauberei? Wenn man aber einen andern nicht
nennen kann, der ihm ähnlich war, so war ihm also niemand die Ursache für so große Tüchtigkeit. Zeit ist also zu bekennen, daß eine fremde und göttlche Natur in die Welt gekommen sei, die allein und zuerst das tat, was niemals unter den Menschen berichtet wird.
mit seinen Augen sah oder durch Hören sagen erfuhr, daß es irgend welche Zauberer und Giftmischer gebe, die ohne Spenden, Opfer und Anrufung von Dämonen zaubern, da doch jedermann bekannt und offenbar ist, daß jede Zauberei durch diese Dinge ausgeführt zu werden 183 pflegt? Kann also etwa jemand auch gegen unsern Erlöser oder gegen
seine Jünger oder gegen diejenigen, die bis jetzt in seiner Lehre leben, eine derartige Verleumdung vorbringen? Ist es nicht auch dem Blinden klar, daß wir in allem diesem entgegengesetzt bereitet sind eher unsere Seele dem Tode als den Dämonen ein Opfer darzubringen suchen und eher aufs Leben verzichten als es ertragen, unter die Dämonen
geknechtet zu werden? Wer aber weiß nicht, wie es uns lieb ist. eben mit dem Namen unsers Erlösers und mit seinen Gebeten jedes dämonische Geschlecht zu vertreiben? So hat das Wort unsers Erlösers und die von ihm ausgehende Lehre uns alle viel besser gemacht, als die unsichtbare und unbewährte Kraft der Dämonen, und uns zu
Feinden und Hassern der Dämonen bereitet, aber keineswegs zu Freunden und Genossen, geschweige denn zu Untertanen und Hörigen. Er also, der derartiges überlieferte denen, die sich von ihm überzeugen lassen, wie sollte er ein Knecht der Dämonen gewesen sein? Wie sollte er den bösen Geistern geopfert oder wie die Dämonen zu Helfern und
Unterstützern angerufen haben, da ja alle Dämonen undefined und alle unreinen 19 Geister bis jetzt vor seinem Namen erschrecken wie vor einer Art von Qual und Strafe ihrer eigenen Natur und fortgehen und weichen vor seiner Kraft, wie sie auch einst zu der Zeit, wo er seinen Verkehr mit den Menschen ausübte, seinen Anblick nicht ertrugen, sondern
eine rief von hier, der andere von der andern Seite und sagte: „Was haben wir mit dir gemein, Sohn Gottes? Bist du vor der Zeit gekommen, uns zu quälen?“
und offenbar lüstern, schändlich, frevelhaft, gottlos Und wenn er so wäre, woher oder wie könnte er die Worte audere lehren oder die über die Keuschheit oder die über die Kenntnis Gottes oder die über die Unsterblichkeit der Seele oder die über die Gerechtigkeit und über das Gericht des über alles waltenden
Gottes? Würde er denn nicht das Gegenteil von alledem indem er das täte, was der Schlechtigkeit entspräche, würde die Vorsehung Gottes leugnen, das Gericht Gottes und seine Gerechtigkeit als einen Mythos verhöhnen und die Worte über die Tugend und 184 die Unsterblichkeit der Seele verspotten? Wenn derartiges gesehen
würde auch bei unserm Erlöser, so wäre nichts dagegen Wenn es aber ersichtlich ist, daß er bei allen seinen Worten und den oberhalb von allem stehenden Gott, den König des Alls und seine Jünger bereitete, so zu sein, und wenn er selbst und ein Lehrer besonnener Worte und wenn er ein Täter und Herold
der Gerechtigkeit, Wahrheit, Menschenfreundlichkeit und jeder Tugend und wenn er ein Wegweiser der Verehrung des Allkönigs Gott ist, wie sollte es nicht dem entsprechen, zu glauben, daß er nichts 20 21 den wunderbaren Werken durch Zauberei getan habe, sondern zu bekennen, daß er sie durch verborgene und in Wahrheit göttliche gewirkt habe?
Jünger über ihn bezeugen, sondern daß seine Jünger und erlogen hätten deswegen, weil sie über ihn Mythologien vorgebracht hätten, so wollen wir sehen, ob ihr Wort ist, wenn sie keinen Grund angeben können, weswegen sie Jünger, er aber der Meister hieß. Denn derjenige, der lehrt, gibt sich 22 als den Meister irgend einer Lehre aus, die Jünger aber wiederum, die Worte und die Lehren oder irgend eine Kunst lieben, überlassen sich dem Lehrer. Welchen Grund also könnte jemand nennen, 185 die Jünger unsers Erlösers q mit ihm verkehrten und was sich um ihn zu bekümmern? Als Lehrer welcher Lehren erkannten sie ihn an? Oder ist dies klar? Denn es ist durchaus notwendig, daß sie ihn als Lehrer dessen anerkannten, was sie von ihm lernten und auch zu andern sagten. Es waren dies aber Satzungen der Philosophie. und folglich war er der erste Prediger des über alles waltenden 23 24 Gottes, der Vorsehung Gottes, des gerechten Gerichts Gottes, der Unsterblichkeit der Seele, der Scheidung der ewigen Wohnungen der Guten und Bösen und anderer, dem verwandter Lehren, die in Büchern geschrieben sind. Es waren dies aber auch Vorschriften
ein philosophisches Leben, das er ihnen beschrieb, indem er sagte: „Ihr sollt kein Gold besitzen noch Silber in euren Beuteln und überhaupt keine Reisetaschen“ und anderes derart, sondern sie sollten sich der alles verwaltenden Vorsehung überlassen und nicht sorgen um die Bedürfnisse. wie er sie auch ermahnte, Besseres zu sinnen, als in Juden, denen Mose befahl. Denn der habe ihnen das Gesetz gegeben: nicht zu töten als solchen, die zu einem Morde geneigt waren, aber auch: nicht zu ehebrechen als geilen und ehebrecherischen Leuten, ferner aber: nicht zu stehlen als erbärmlichen Menschen, denen Knechtschaft geziemt, und: nicht zu veruntreuen als habgierigen
Menschen; für sie die Jünger Jesu selbst aber sei es wissen, daß sie solcher Gesetze nicht bedürften, sondern mehr die Leidenschaftslosigkeit der Seele in ihren Augen zu achten und von unten wie aus der Wurzel ihres Geistes die Schößlinge des Bösen und sich zu üben, den Zorn und jede schändliche Begierde
besiegen, vielmehr aber wegen der vorzuglichen Leidenschaftslosigkeit ihrer Seele nicht einmal zu zürnen, noch ein Weib in lüsterner anzublicken und das Gegenteil des Diebstahls zu tun, sodaß sie ihr Eigentum den Bedürftigen gäben, und sich nicht einmal rühmen, daß sie andere nicht beraubten, sondern darüber,
Zorn diejenigen ertrügen, von denen sie selbst beraubt würden. was habe ich nötig, alles das zusammenzutragen, was er lehrte und lernten? Er riet ihnen aber außerdem, an der Wahrheit so daß man nicht einmal eines Treueides bedürfe, geschweige Mein eides, sondern ihren Charakter so zu machen, daß er
erschien als jeder Eid, bis zum einfachen „Ja“ fortzuschreiten und Wort mit Wahrhaftigkeit zu gebrauchen.
gottesfürchtiges Leben liebten, alle ihre Hausgenossen und anstatt ihrer Geliebten, ich meine aber ihrer Weiber, Kinder und ihrer ganzen Familie, ihre Leben sart besitzlos machten und ein ϋbereinstimmendes Zeugnis über ihren Meister wie aus Einem Munde unter alle Menschen hinaustrugen.
und wahre, wäre dires; prüfen wir aber auch das Gegenteil!
Verhaßtes tun und was sonst Böses genannt werden kann. aber ist vollkommen fremd der Lehre unsers Erlösers und ihr schamlos und ohne Scheu, und nicht nur entgegengesetzt seinen Worten und seiner Lehre, sondern auch dem Leben, das bis jetzt allen Völkern überliefert ist und in allen seinen Kirchen geführt wird.
Indessen aber möge die Rede, wenn sie auch falsch und ist, dargeboten werden entsprechend der fingierten Voraussetzung, die wir zugestanden haben, damit auch so die uns vorliegenden Fragen geprüft werden. Er möge also alles Böse und und es sei Fürsorge bei ihm, in alledem verborgen zu bleiben, und die
Sitte möge sehr geschickt versteckt sein unter dem Vorwand einer Lehre und der Verheißung einer neuen Frömmigkeit. Sie 27 28 dem nachtrachten und dem, was noch schlimmer ist als dies wegen der 187 abschüssigen Bahn des Bösen und seiner In die Höhe erheben gewaltig preisen mögen sie ihren erdichteten Worten, ohne auch nur Ein lügnerisches Wort zu
Alle Alle Wunder und staunenswerten Taten mógen sie durch ihm zuschreiben, damit man auch sie bewundere und ihnen die Glückseligkeit gebe, die gewürdigt waren, die Jünger Meisters zu werden.
wenn sie so waren, das zustande kommen konnte, was sie inbetreff seiner wagten. Denn man sagt, daß das Böse dem Bösen sei. und nicht einmal dem Guten. Woher also wurde bei der Menge aller dieser Menschen die Übereinstimmung im Bösen gefunden? war das Zeugnis über dieselben Dinge bei allen übereinstimmend?
Woher die Lehre über die göttlichen Satzungen und die über die Philosophie? Woher der Gedanke über das Leben der Tugend? Woher die Lehre, vor dem Bösen zu fliehen? Woher Wissen derartiger Worte und Schriften? Woher die Reinheit des Wandels und der Lebensart in der ganzen Menschenwelt, die von ihnen
überliefert ward? Woher so große Kraft? Woher die Woher die Zuversicht? Woher die Übereinstimmung bis zum Tode? Ein Mann aber, der Bitterböses lehrt, wie jemand sagen möchte, sich in solchen Dingen als Meister ausgibt, wer würde Sinn auf ihn richten? Man wird vielleicht sagen, weil andere Zauberer
in nichts schlechter waren als der Führer als Christus. Haben denn nicht geachtet auf das Ende ihres Meisters und welches Todes er sich bediente? Warum also beharrten sie nach seinem schimpflichsten Ende dabei und nannten den Gestorbenen Gott, wenn sie sich nicht 29 30 unnütz darum bemühten, das Gleiche zu leiden wie er? Wer um keines Vorteils willen offenkundig eine Strafe sich erwählt? wenn sie besitzliebend und gewinnsüchtig gewesen und wenn sie in ihrem Charakter schändlich und lustliebend wären, dann wäre es vielleicht wahrscheinlich von ihnen zu meinen, daß sie deswegen die Sache
machten und bis zum Tode Wagehälse waren. Wenn sie aber das Gegenteil davon verkündeten und es durchaus in die Ohren aller 188 Scharen riefen und bald auch durch den Unterricht in der Schrift sie ermahnten, jede schändliche und lüsterne Begierde zu fliehen, sich von jeder Übervorteilung fernzuhalten und alle Leidenschaften und die Geldgier
zu überwinden, und wenn sie derartiges diejenigen lehrten, die von ihnen zu Jüngern gemacht wurden, so ist wahrscheinlich, daß sie keine Geschäfte machten und keinen Reichtum anhäuften noch an einem Leben der Ruhe und des Ergötzens teil hatten. Da sie also durch eins von diesen Dingen nicht geleitet wurden, wie ertrugen sie es, für
nichts eine böse Strafe und eine Züchtigung zu empfangen nur für das Zeugnis über ihren Meister, der nicht mehr war?
also haben sie ihn auch nach dem Tode, und noch viel mehr damals als früher, Gott genannt? Denn während er bei den Menschen war, sollen sie ihn sogar verlassen und verleugnet haben, in jener Zeit, wo ihm der Hinterhalt bereitet wurde. Nachdem er aber von den Menschen fortgegangen war, wollten sie freudig lieber selbst sterben als von dem
guten Zeugnis über ihn ablassen. Sie also, die nichts Gutes wußten über ihren Meister, kein Leben, keine Handlung, keine Lehre, keine Tat, die des Preises wert war, und auch in nichts von ihm unterstützt wurden, abgesehen von der Bosheit und der Verführung der Menschen, warum starben sie so leicht, in nichts getadelt als weil sie Ehrbares
und Lobenswertes über ihn bezeugten, während es doch einem jeden von ihnen freistand, sorglos zu leben und im eigenen Wohnhause mit seinen Lieben ein sturmfreies Leben zu führen. Wie sollten aber verführende und verführte Männer willig den Tod auf sich nehmen für einen andern, von dem sie genauer und besser als jedermann wußten,
daß er nicht einmal zu irgend etwas Gutem, wie jemand sagen möchte, 31 32 Ursache für sie geworden war, sondern ein Lehrer alles Bösen? ein Mann, der Verstand und Tugend besitzt, würde für eine oder für einen guten Menschen vielleicht geziemend einmal Tod ruhmreich erleiden. Wer aber böse ist in seinem Charakter,
er allein dem zeitlichen und an Begierden angenehmen Leben nachjagt, 189 würde niemals den Tod dem Leben vorziehen und nicht einmal seine Lieben eine harte Strafe erdulden, geschweige denn für den, wegen seiner Bosheit getadelt und verurteilt wird. Wie sollten also die Jünger des Genannten, wenn er ein Verführer und Zauberer
w enn ihnen nicht verborgen war, daß er so sei, aber auch sie selbst in einer äßlicheren Art des ösen betreffs ihrer Seelen befangen waren, von ihren Volksgenossen alle Qualen und alle Arten von Strafen auf sich nehmen für das Zeugnis über ihn? Nicht aber ist dies die Eigentümlichkeit der Natur des Bösen. Denn ich habe viele gesehen,
mit den Lebenden Eidgenossenschaft untrüglich hielten. Sogleich als sie starben, lösten sie das auf, was sie zwischen sich hatten. Die Sophisten redner aber, die sich in den Städten und die gepriesen wurden durch das Gerücht ihres Wissens und Beweises ihrer Worte wegen — wir alle wissen genau, wie sie die
ἡγεμόνες der Völker und diejenigen, welche große mit Lobpreisen priesen, solange es ihnen die Herrschaft erlaubte. Sogleich aber, als für jene eine Änderung eintrat, änderten auch ihre Worte und wollten fernerhin keine Frwähnung tun derer, die regierten, aus Furcht vor denen, die in der Gegenwart herrschten.
Welt hinausziehen und seine Gottheit bezeugen? Durch welchen Gedanken danken wurden sie bezaubert, dies zu wagen? Durch welche Kraft vollführten sie, was sie versuchten? Denn es mag sein, daß Leute in ihrem eigenen Lande umherschweifen und umherirren, die Tatsache 33 34 aber, daß sie in ein fremdes Land reisen nnd die Sache ruhig liegen lassen, sondern den Kamen unsers Erlösers verkünden und seine wunderbaren Taten nicht nur, sondern auch Befehle in Dorf und Stadt lehren, und daß die einen in die der Römer und in die königliche Stadt sich verbreiten, die andern in 190 Land der Perser, andere in das Land der Armenier, andere zum Volk der Parther und ferner auch zu den Skythen, und daß andere sogar bis den Enden der Welt ausziehen und ins Land der Inder vordringen, und daß andere jenseits des Ozeans bis zu den sogenannten Inseln hinÜbergehen — dies, meine ich, ist nicht Sache von Menschen, geschweige denn von Geringen und Laien, und noch weniger von Verführern und Zauberern.
ihn zu faseln? Denn wie aus Einem Munde bezeugten sie alle die Reinigung der Aussätzigen, die Vertreibung der Dämonen, der Toten, das Wiedererhalten des Gesichts der Blinden und Myriaden andere Heilungen, die von ihm geschahen,
da dies weder geschehen noch je gehört war zu ihren Zeiten, wie sie aus Einem Munde bezeugen und bestätigen, daß es geschehen bis zum Tode ihr Zeugnis verbürgen? Oder haben sie sich etwa und einen Eid darauf geleistet und eine Übereinkunft zwischen sich festgesetzt, zu erdichten und zu lügen, was niemals geschehen ist?
Kann man überzeugend sagen, welche Worte sie bei dieser Übereinkunft gebrauchten? Oder waren es etwa solche: „Liebe Männer! kennen genauer und besser als jedermann den Verführer und des Betruges von gestern und vorgestern, der vor den Augen aller die äußerste Strafe erlitt, und wissen, wer er war, da wir ja die Mysten
seiner Geheimnisse geworden sind. Als ein Reiner erschien er den meisten, und er war auch darauf bedacht, etwas mehr zu besitzen als die meisten, aber er erwarb nichts Großes noch etwas der Würdiges, außer wenn jemand das Hinterlistige und 35 Charakters nennt und die Tatsache, daß er Verdrehtes uns lehrte die Aufgeblasenheit des Irrwahns. Dafür, wohlan, wollen wir die Rechte geben und alle zumal einen Vertrag unter uns festsetzen, damit wir übereinstimmend den Betrug in betreff seiner unter alle Menschen
hinausbringen und sagen, wir hätten ihn gesehen, wie er Blinden die Sehkraft gab, was niemals einer bemerkt hat, und wie er den Tauben das Gehör schenkte, was niemals einer gehört wie er die Aussätzigen rein und die Toten lebendig machte. Und es zusammenfassend zu sagen, was wir weder mit unsern Augen gesehen 191
haben als von ihm geschehen, noch mit unsern Ohren gehört haben als von ihm gesagt, das wollen wir als in Wahrheit geschehen kräftig behaupten. Aber wenn auch sein letztes Ende berühmt und er offenkundig den Tod empfing, sodaß niemand ihn kann, so wollen wir auch dies ohne Scheu auflösen, indem wir
bezeugen, daß er von den Toten auferstand, mit allen war und gewohnten Verkehr und Speise mit uns gemeinsam geteilt habe. Es möge aber festgehalten werden von ans allen Schamlosigkeit und Schenlosigkeit, und es möge ausdauern bei uns Wahnsinn bis zum Tode! Denn wie sollte es ungeziemend sein, für
nichts zu sterben? Und wie sollte es schmerzen, für nichts Schläge und Qualen an unserm Leibe zu ertragen, und wenn nötig wäre, auch Einkerkerung, Schmach und Not für zu erdulden? Auch dies wrollen wir sogleich auf uns nehmen! Wir wollen aber alle zumal übereinstimmend lügen und faseln zu
Vorteil, weder zu unserm noch zu dem derer, die wir noch zu dem Vorteil dessen, über den von uns die Lügen gesagt daß er Gott sei. Wir wollen aber die Lüge nicht auf unsere Volksgenossen, sondern sie auch zu allen Menschen hinaus bringen und die ganze Schöpfung füllen mit dem, was wir 36 festgesetzt haben. Sogleich daher wollen wir Gesetze allen Völkern auferlegen als Zerstörer der Meinungen über ihre väterlichen Götter, die von Ewigkeit her bei ihnen als wahr galten, und wollen selbst den Römern vor allem befehlen, nicht diejenigen zu verehren, die ihre Vorfahren für Götter hielten, wollen aber auch nach Griechenland wandern
und vielmehr auch im Gegensatz zu ihren Weisen predigen, und auch die Ägypter nicht übergehen, sondern auch ihre Gtter bekämpfen, indem wir nicht wider sie drohen die Taten des Mose, die einst wider sie geschahen, sondern ihnen den Tod eben unsers Erlösers als ein Schreckmittel entgegenhalten, und die Kunde über die Götter, die von
Ewigkeit her von ihnen zu allen Menschen drang, nicht mit Worten und Geschichten, sondern durch die Kraft unsers gekreuzigten Meisters aufheben, wollen ferner aber auch in ein anderes barbarisches Land gehen und das bei jedermann Geltende zerstören. An dem Willen hierzu möge niemand von uns es fehlen lassen! Denn keineswegs
ist klein der ἆθλος dessen, was wir wagen, da auch nicht die gewöhnliehen 192 Sieges kränze uns erwarten, sondern, wie es billig ist, Strafen von den Gesetzen, die an jedem Ort bestehen, Fesseln nämlich, Foltern, Einkerkerung, Feuer, Eisen, Kreuze und wilde Tiere, um derentwillen wir besonders in Freuden wollen und auf das Verderben gerade lossehen.
die wir unsern Meister als Vorbild besitzen. Denn was ist schöner als dies, daß wir um keines Vorteils willen den Göttern und Menschen als Feinde erfunden werden, noch irgend etwas Angenehmes empfangen, noch an unsern Lieben uns ergötzen, noch Überfluß an Besitz erlangen, noch überhaupt die Hoffnung auf etwas Gutes erwerben, sondern eitel
unnütz irren und andere irreführen? Denn dies ist das Nützliche: allen Völkern entgegen zu sein, mit den Göttern zu kämpfen, die von Ewigkeit her jedermann bekennt, und vielmehr unsern Meister, der vor unsern Augen starb, als Gott und Gottessohn zu verkünden, für den wir bereit sind zu sterben, obwohl wir nichts Wahres noch Vorteilhaftes
von ihm gelernt haben. Darum wollen wir ihn um so mehr ehren, weil er nichts in guten Dingen uns genützt hat, wollen alles tun, um seinen Namen zu preisen, alle Schmähungen und Strafen er- • dulden und jede Art des Todes für nichts Wahres ertragen. Denn das Wahre ist vielleicht böse, das Unwahre aber hat in sich das Gegenteil
des Bösen. Deswegen wollen wir sagen, daß er Tote lebendig 37 gemacht, Aussätzige gereinigt, Dämonen vertrieben habe und anderer wunderbarer Werke geworden sei, obwohl wir keine derartigen Dinge an ihm kennen, sondern für uns selbst alles dieses faseln und verführen, soviele wir können. Wenn aber jemand sich
läßt, so wollen wir doch für das, was wir unter haben, den gebührenden Lohn für den Irrtum uns selbst zuziehen.“
Oder daß die menschliche Natur, die die Liebe zum Leben zu besitzt, jemals aus freiem Willen den Tod für nichts ertragen Oder daß die Jünger unsers Erlösers zu so großer gediehen seien, daß sie, obwohl sie keine wunderbare Tat die von ihm geschehen sei, infolge eines Vertrages alle zumal derartiges 193
faselten und ferner lügnerische Worte über ihn zusammensetzten dafür bereitwillig starben?
dem Anblick dessen, was von ihm geschah. Denn Eins von beiden gilt: entweder setzten sie einen Vertrag zwischen sich fest und faselten, oder sie sahen mit ihren Augen und bezeugten. Wenn sie also die Wahrheit sahen und sie jedermann verkündeten, so waren sie wert, man ihnen glaubte, wenn sie über ihren Erlöser sagten, er sei
und habe ihnen Gelegenheit gegeben, mit ihren Augen göttliche Zeichen und wunderbare Taten zu sehen. Wenn sie aber nichts in Wahrheit von dem sahen, was geschrieben wurde, und Lügenworte webten und dann mit einander Recht sschlag und Eidvertrag machten darüber, nichts Wahres zu sagen, sondern zu faseln und Lügen
ihren Meister zu bezeugen, wie konnten sie dann in Wahrheit für Wahres sterben, wie vermochten weder Feuer noch Eisen noch wilde Tiere noch die Tiefe des Meeres, daß sie für Lüge den sie über ihren Meister erdichtet hatten?
etwas Böses zu erleiden von dem Zeugnis über ihn, seien sie auch ohne Furcht zu der Verkündigung über ihn 34—S. 246, 6 = Dem. III 5 60—87 38 Aber es war unmöglich, nicht zu hoffen, daß sie alles Böse erleiden würden, da sie die Zerstörung der Götter der Römer zumal und der Griechen und der Barbaren einführten. Die Geschichte über sie zeigt deutlich, daß nach dem Tode ihres Meisters gewisse Feinde und Nachsteller des Logos sie ergriffen, zuerst dem Gefängnis übergaben, dann
sie befreiten und ihnen befahlen, mit niemandem mehr über den Namen Jesu zu reden. Da man sie hinterher fand, wie sie öffentlich die Menge über ihn belehrten, schleppte man sie hinweg und geißelte sie und bedrohte sie, nicht mehr zu lehren, während Simon Petrus ihnen antwortete, indem er sagte: „Man muß Gott mehr gehorchen als den
Menschen.“ Darnach aber wurde Stephanus gesteinigt und getötet, darob daß er freimütig mit der Menge der Juden redete, und eine keineswegs geringe Verfolgung erhob sich wider die, welche den Namen Jesu predigten. 194 Und wiederum zu anderer Zeit, als Herodes König der Juden War, tötete er den Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwerte,
den Simon Petrus band ebenderselbe mit Fesseln, wie in den Πραξεῖς der Apostel geschrieben ist. Während sie dies litten, harrten die überigen Jünger aus und hingen fest an der Lehre unsers Erlösers und blieben noch mehr dabei, ihn und seine wunderbaren Taten jedermann zu verkünden. Später wurde Jakobus, den diejenigen, die früher in
Jerusalem wohnten, den Gerechten nannten wegen der gewaltig in ihm vorhandenen Tugend, von den Hohenpriestern und den Lehrern des jüdischen Volkes gefragt, was er von Jesus halte, und als er ihnen antwortete, daß er der Sohn Gottes sei, wurde auch er von ihnen mit Steinen gesteinigt. Simon Petrus aber wurde zu Rom kopfüber gekreuzigt,
Paulus aber geköpft und Johannes auf eine Insel verbannt. Während sie dies litten, ließ keiner der übrigen von seiner Lehre ab, sondern sie beteten alle, daß auch ihnen ähnliches dem vorher Gesagten zustoßen möchte wegen der Gottesfurcht, so daß sie deswegen noch mehr unsern Erlöser und seine wunderbaren Taten freimütig bezeugten.
austrat und nicht das Gegenteil von seinen Genossen verkündete und ans Licht brachte das, was sie unter sich festgesetzt hatten, sondern 39 daß auch der geldgierige Judas, der ihn seinen Feinden wagte, durch sich selbst sogleich die Strafe auf sich nahm.
als die Sprache ihrer Väter, nicht nur zu überlegen wagten, und umherzugehen bei allen Völkern, sondern auch und die Sache ausführten? Überlege aber, wie das sei, daß einer von ihnen jemals ein entgegengesetztes Wort über die Taten des Meisters vorbrachte. Denn wenn bei allen Dingen, über die es Zweifel 195
gibt, in den gewöhnlichen Streitigkeiten und an den gesetzlichen Gerichtsstätten die Übereinstimmung der Zeugen das besiegelt, worüber Streit — und das Gesetz Gottes sagt: auf Aussage von zwei und drei Zeugen wird jedes Wort fest — wie sollte da nicht auch hierbei die Wahrheit feststehen, da es zwölf Auserwählte sind und siebzig Jünger an
Scharen abgesehen von diesen, die allzumal wunderbare Übereinstimmung gezeigt und bezeugt haben in dem, was von unserm Erlöser wurde, die dies nicht ohne Bedrängnis getan haben, sondern unter von Qualen und allerlei Mißhandlungen, Schlägen, und Tod, deswegen weil auch sie von Gott bestätigt wurden, der
durch sie verkúndigten Logos in der ganzen Menschenwelt bis jetzt in alle Ewigkeit verbürgt.
daß der gemeinsame Erlöser aller ein Lehrer keuschen Worten, sondern der Ungerechtigkeit, Übervorteilung und jeder Lüsternheit gewesen sei, und daß seine Jünger eben dies hättenn und nach allem begierig und durchweg böser als alle Menschen von Ewigkeit her, haben wir der Hypothese gemäß
zugestanden, was das allerungeziemendste ist. Denn es ist ähnlich, wie wenn jemand den Mose, der im Gesetz sagt: „Du sollst nicht töten, ehebrechen, stehlen, falsch Zeugnis ablegen“ verdrehte und und behauptete, er sage dies in Ironie und Heuchelei. Denn er wolle, 40 41 daß die Gehorsamen töten, ehebrechen und das Gegenteil von dem, was er scheinbar zum Gesetz mache, daß sie aber sich und erheucheln sollten ein reines Lebeu. Es gibl aber nichts Schamloseres als dies. So könnte aber auch jemand die Lehren Philosophen unter den Griechen verleumden, ihr enthaltsames Leben
und alle ihre Worte, und sagen, sie seien im Gegensatz zu dem, was geschrieben ist, gewesen und hätten im Gegensatz dazu gelebt, sich aber heuchlerisch gestellt, als wären sie in einem Leben. So aber könnte man, um es einfach zu sagen, alle der Vorfahren verleumden und die in ihnen vorhandene Wahrheit verwerfen
196 und das, was in ihnen ist, ins Gegenteil aufnehmen verkehren. Aber wie derjenige, der Verstand hat, nicht zögern würde, zu nennen, so auch bei den Worten unsers Erlösers und Lehren, wenn jemand die in ihnen vorhandene Wahrheit verderben und versuchen wollte, ihnen die entgegengesetzte Meinung aufzudrängen
von dem, was er lehrte. Indessen aber auch dies wurde entsprechend der Hypothese gegeben ausgeführt, damit zum Überfluß auch das unziemliche Zugeständnis die Haltlosigkeit des Wortes des erscheine.
das Zeugnis der göttlichen Schrift prüfen und die der Jünger unsers Erlösers sehen, in der kein Daran also möge, wer wohlgesinnt ist, urteilen, ob nicht aller Größe alles Vertrauens) wert sind sie, die bekannt haben, sie seien geringe Männer, laienhaft in der Rede, aber zur Liebe frommer Lehre und Philosophie
fortgeschritten, hätten ein enthaltsames und mühseliges gewonnen, das durch Fasten, durch Enthaltsamkeit von Wein und Fleisch, durch viele andere Demütigung des Leibes, durch Gebet und Flehen Gott und viel mehr noch durch höchste Keuschheit und Heiligkeit Leibes und der Seele entstehen kann. Wer wollte sie nicht bewundern.
die wegen der Vorzüglichkeit der Weisheit sogar der nach dem ihnen gestatteten Weiber sich enthalten, von keiner natürlichen gezerrt und von keiner Liebe zu Kindern geknechtet wTerden, deswegen, weil sie nicht einmal sterbliche, sondern unsterbliche Kinder lieb- 42 gewonnen haben. Und diese ihre Art, das Geld nicht zu lieben, wie sollte sich nicht jemand darüber wundern? Dies schließt er aus, daß sie nicht flohen, sondern lieb hatten den Meister, der Gold und Silber verwarf und das Gesetz aufstellte, nicht einmal bis zu
zwei Rocken ihr Vermögen zu vermehren, worauf vielleicht, wer es verzichtet wegen der Schwere des Befehls; von ihnen aber ist klar, daß sie in der Tat das Wort erfüllt haben. Als nämlich die um Simon Petrus waren, Ein Lahmer bat aus der Zahl derer, die wegen äußerster Not betteln, und Simon Petrus kein Geld hatte, das er ihm
geben konnte, bekannte er, daß er von allem Besitz an Gold und rein sei und sagte: „Gold und Silber habe ich nicht“, und er darauf den kostbaren Namen, der kostbarer ist als alles, vor und sagte: „Was ich habe, will ich dir geben. Im Namen Jesu Christi, stehe auf 197 und wandle.“
noch den Lüsten nachjagten, daß aber auch ihr Meister durch Betrug bezauberte und ihnen das Angenehme riet und sie sich so zu eigen machte, sondern indem er mit wahrem und freiem Wort prophezeite, was ihnen zustoßen werde, bewirkte er, daß sie ihm gemäße Lebensführung wählten. Derartig war auch
über die Verfolgungen voraussagte, die ihnen in Zukunft zustoßen um des Namens ihres Meisters willen, und bezeugte, daß sie vor kommen und bis zu den Königen gelangen und allerlei Strafen Bußen erleiden würden, wegen nichts Bösen, noch auch geziemenden Ursache willen, sondern allein wegen ihres Zeugnisses
über ihn. Dies sehen wir bis jetzt mit unsern Augen und müssen wundern über seine Vorhersagung. Denn das Zeugnis über den Namen unsers Erlösers und das Bekenntnis zu ihm pflegt den Grimm Führer zu entzünden. Denn wenn auch nichts Schlechtes getan dem, der Christus bekennt, so bestrafen sie ihn dennoch und mißhandeln
ihn wegen seines Namens, als sei er der allerschlimmste Übeltäter. 43 44 Wenn aber jemand seinen Namen nicht bekennt und leugnet, ein Jünger Christi zu sein, wird er sogleich freigelassen, selbst wenn er wegen vieler schlechter Dinge gefangen gesetzt wäre. Was habe ich vieles anzuhäufen, der ich versuche, das Leben der Jünger zu schreiben, da das Gesagte genügt zum Beweise der vorliegenden Sache? Dem wollen wir aber ferner folgendes hinzufügen, und ist es am Platze, auch darüber unsere Rede zu begrenzen.
als Mätthäus fortfuhr und eine Aufzählung der übrigen legte er sich den Namen des Zöllners bei und sagte so: Namen ’der zwölf Apostel sind folgende: zuerst Simon, der Petrus und Andreas, sein Bruder, Jakobus, des Zebedäus Sohn und sein Bruder, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der
Zöllner.“ So zeigte also Matthäus in der Vorzüglichkeit seinen wahrheitsliebenden Charakter und nannte sich einen Zöllner, sein früheres Leben zu verbergen und indem er sich zu den rechnete und sich als zweiten seines Mitapostels Mitapostels Denn mit Thomas wie Simon mit Andreas, Jakobus mit Johannes und
Philippus mit Bartholomäus, stellte er den Thomas voran und ehrte als den besseren Mitapostel, während die übrigen Evangelisten Gegenteil taten. Höre also, wie Lukas, indem er den Matthäus ihn keinen Zöllner nennt noch dem Thomas nachsetzt, sondern ihn, er ihn als den besseren kannte, zuerst aufzählt und erst nach ihm
den Thomas bringt, wie auch Markus getan hat. Es lauten aber seine 45 46 Worte so: „Und als es Tag ward, rief er seine Jünger und wählte aus ihnen aus, die er auch Apostel nannte: Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas.“
Lukas den Matthäus, „wie ihm diejenigen überliefert haben, die Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes wurden.“ So verkleinerte Matthäus durch Demut sich selbst, bekannte, daß Zöllner sei und zählte sich als zweiten nach seinem Mitapostel.
Denn in seinem Briefe tut er nicht einmal seines eigenen Namens Erwähnung, oder er nennt sich einen Altesten, niemals aber Apostel oder Evangelisten. In dem Evangelium aber, das auch von ihm geschrieben wurde, erwähnte er von sich, daß Jesus ihn offenbarte sich aber nicht mit Namen.
und als Simon ihm antwortete, welche Meinung seine Jünger über hätten, und sagte: „Du bist Christus“, da schrieb er, daß weder antwortete noch etwas zu ihm sagte, außer daß er sie möchten dies niemandem sagen. Dies aber schrieb Markus, da nicht zugegen war, als Jesus dies sagte, sondern es nur von Simon
hörte, als er es lehrte. Petrus aber wollte das, was Jesus zu ihm seinetwegen sagte, nicht durch sein eigenes Zeugnis vorbringen. Was das aber war, was zu ihm gesagt wurde, zeigt Matthäus durch Worte: „Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei? Sagte ihm Simon: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Antwortete ihm Jesus
und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon Barjonan. Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und 47 48 ich sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und alles, was du auf Erdeu, soll im Himmel gebunden sein, und alles, was du lösest Erden, soll im Himmel gelöst sein“. Obwohl dies alles von Jesus zu
Simon Petrus gesagt ward, erwähnte Markus keins von diesen deswegen, weil auch Petrus, wie es wahrscheinlich ist, dies in seiner Lehre nicht sagte. Dies also verschwieg Simon Petrus mit Recht, sodaß deswegen auch Markus es ausließ. Die Umstände aber verkündete verkundete er bei allen Menschen und schrieb so wider
200 sich selbst die Anklage, da er darüber bitter weinte. Du findest daß Markus folgendes über ihn schreibt: Während Simon war, kam zu ihm Eine von den Mägden des Hohenpriesters, und da ihn sich wärmen sah, blickte sie ihn an und sagte zu ihm: Auch warst mit Jesus, dem Nazarener. Er aber leugnete und sprach: Ich
weiß nicht und begreife nicht, was du sagst. Und er ging hinaus den äußeren Hof, und der Hahn krähte. Wiederum aber sah ihn Mädchen und begann zu den Umstehenden zu sagen: Auch er zu ihnen. Er aber leugnete wiederum. Und nach kurzer Zeit sagten wiederum die Umstehenden zu Simon: Du gehörst in Wahrheit zu ihnen,
weil auch du ein Galiläer bist, bist. Er aber begann zu fluchen und zu sagen: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr sagt, und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Mal.“ Dies schreibt Markus, bezeugt Simon Petrus über sich selbst. Denn alle Worte des Markus sollen Erinnerungen der Worte Simons sein.
mit Recht von ihnen bekennen, daß sie frei seien von jeder der Selbstliebe und von Lügenworten, und daß sie glänzende Beweise wahrheitsliebender Gesinnung zeigten? nun, die von denen, welche einen derartigen Charakter zeigten, glauben, daß sie faselten und logen, und sie als Betrüger zu schmähen versuchen,
49 50 wie sollten sie nicht lächerlich werden, als Freunde des Neides der Eifersucht und als Feinde der Wahrheit erfunden werden? Denn wie wiiren nicht derart die, welche über diejenigen, die ohne List und ohne häßliche Gewohnheit, eben über diejenigen, die durch
ihre Art als wahrhaftig und ihre Sitte als rein zeigten, zu sagen wagten, daß sie schlaue und gewandte Sophisten seien und das Nichtseiende und ihrem Meister das, was er niemals tat, willig beigelegt hätten? Es scheint mir gut, sie zu fragen, ob wir alles den Jüngern Erlösers glauben dürfen oder nicht, und ob wir nur
nicht glauben dürfen oder auch allen denen nicht, die von her bei den Griechen und bei den Barbaren Erinnerungen über das Leben und die Worte derer, die zu verschiedenen Zeiten wegen gewisser Siegestaten berühmt waren, geschrieben haben, oder ob sie es für 201 Recht halten, den andern zu glauben, ihnen allein aber nicht zu glauben?
Wie ist da nicht ihr Neid offenbar?
ihn verleumdeten, das Gelächter und die Verspottung der Richter, Mißhandlungen und die Schläge auf seine Wangen, die Hiebe Rücken, den Kranz aus Dornen, der ihm schmachvoll aufgesetzt das Purpurgewand, das sie ihm nach Art der χλαμύς anlegten, der schließlich sein Kreuz als ein Siegeszeichen trug und an ihm
wurde, dessen Hände und Füße durchbohrt wurden, den sie tränkten, dessen Haupt mit einem Rohr geschlagen und der wurde von denen, die ihn sahen. Dürfen wir glauben, daß auch dies und anderes, was dem ähnlich geschrieben steht, wirklich gefaselt haben, oder sollen wir glauben, daß sie hierbei wahrhaftig
ihnen aber in dem Ruhmvollen nicht glauben? Aber wie soll dies zwiespältige Dogma bestehen? Denn behaupten, daß wahr reden und wiederum über dasselbe lügen, heißt als in demselben Augenblicke Entgegengesetztes von ihnen sagen. 51 52 Welches ist nun die Widerlegung dieser Dinge? Denn wenn sie sich das Ziel gesetzt hätten, zu faseln und mit Lügenworten zu erheben und ihn mit Wundern zu schmücken, so hätten das vorher Gesagte gegen sich geschrieben noch den spätern geoffenbart, daß er, den sie predigten, betrübt, bekümmert und in seiner
Seele verwirrt war, oder daß sie ihn im Stiche ließen oder daß der Auserwählte aller, sein Apostel und Jünger, berühmte Simon Petrus, ohne Fesseln und Drohungen der Fürsten ihn dreimal verleugnete. Denn wenn auch andere dies gesagt hätten, so hätten doch sie dies leugnen müssen, die sich nichts anderes vorgenommen
hatten als mit Lügenworten sich und ihrem Meister die Taten gütig zuzusprechen.
mehr vermeiden müssen, entweder durch Stillschweigen oder Leugnung dieser Dinge, da die Späteren das Verschwiegene tadeln können. Warum logen sie denn nicht und behaupteten, Judas, der ihn verriet, nachdem er gewagt hatte, den Kuß als Zeichen des Verrates zu zeigen, sogleich zu Stein wurde, daß dem, der ihn auf
die Backe zu schlagen sich erfrechte, sogleich die Rechte vertrocknete? Daß dem Hohenpriester der Juden, weil er ein Mitläufer war ih verleumdeten, die Augen erblindeten? Warum aber logen sie nicht insgesamt, daß ihm in Wahrheit nichts Trauriges zustieß, er unsichtbar ward und ihre Gerichtsstätte verspottete, daß diejenigen
aber, die ihn verleumdeten, durch gottgesandte Halluzinationen irre gingen und etwas gegen den zu tun glaubten, der nicht da war. Was aber? War es nicht lobenswerter als zu faseln, daß er Tote und ein Täter wunderbarer Handlungen war, vielmehr das schreiben, daß ihm nichts Menschliches noch Sterbliches zustieß, daß er alles mit göttlicher Kraft tat und seinen Himmel mit göttlichem Ruhme vollführte? Denn nicht diejenigen leugnen, die ihren anderen Geschichten glaubten. Sie also 53 54 die in keiner Weise die Wahrheit in den betrübenden Ereignissen verderbten, wie sollen sie nicht für würdig auch in den übrigen und andern Dingen, die sie von ihm bezeugten, ohne bösen Verdacht zu sein? Genügend also ist
unsern Erlöser, aber nichts hindert, zum Überfluß auch den Hebräer Josephus als Zeugen zu gebrauchen, der im achtzehnten Buche seiner jüdischen Archäologie, indem er die Begebenheiten beschreibt, unsern Erlöser in folgenden Worten erwähnt:
„Es trat aber in jener Zeit Jesus auf, ein weiser Mann, wenn man ihn einen Menschen heißen darf. Denn er war ein Werke und ein Lehrer der Menschen, die mit Vergnügen aufnahmen, und sammelte viele aus den Juden und viele aus den Heiden. Dieser war der Christus. Ihn verließen, als Pilatus ihn auf 203
die Anklage der ersten Männer und Fürsten bei uns in den Kopf gesetzt hatte, diejenigen nicht, die ihn vorher liebgewonnen hatten. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wiederum lebendig, da die göttlichen Propheten dies und vieles andere über hatten, weshalb bis jetzt von jenem an nicht afugehört hat
der Christen.“
er etwas Besseres besaß im Vergleich zu den übrigen wie verband er sich sonst viele von den Juden und von den Heiden, wenn er nicht Wunder und wunderbare Taten und seltsame Lehren gebrauchte? Es bezeugt aber auch die Schrift der Πραξεῖς der Apostel, daß es viele Myriaden jüdischer Männer
sei der Christus Gottes, der von den Propheten verkündigt Geschichts schreibung lehrt auch, daß eine große 55 56 Jerusalem war, die von den Juden gesammelt war und dauerte bis auf die Zeit der Belagerung unter Hadrian. Man sagt aber, daß die ersten, die dort Bischöfe der Reihe nach wurden, fünfzehn gewesen seien, deren Namen bis jetzt bei den Ortsansässigen werden, sodaß auch hierdurch jede Verleumdung wider die Jünger aufgehoben
wird, seitdem von ihnen, und auch abgesehen von ihrem Zeugnis, bekannt wird, daß der Christus Gottes durch die Taten, die er vollbrachte, viele aus den Juden und aus den Heiden in seine Hand brachte.
Kraft, wenn du bedenkst, was er seiner Natur nach gewesen ist und von wie großer Vorzüglichkeit der göttlichen Kraft er Ausführung der Dinge war, die alle Worte in den stellen. Denn er beschloß, was niemals einer beschloß, Gesetz und eine fremde Lehre unter alle Völker zu säen und sich selbst
als Lehrer des ganzen Menschengeschlechts für die Verehrung 204 oberhalb von allem stehenden Gottes zu erweisen, und wollte daher diejenigen, die dörfischer und geringer als alle Menschen sind, Diener seines Willens benutzen, und es ist wahrscheinlich, daß glaubt, er habe dies ungeziemend getan. Denn wie sollten diejenigen.
die nicht einmal ihre Lippen aufheben konnten, jemals Lehrer Eines Menschen werden, geschweige denn einer Menge von Menschen? Wie sollten die mit den Scharen reden, die ohne jede Bildung waren? Aber dies war eben der Beweis des göttlichen Willens. Denn er berief wie wir auch vorher gezeigt haben, und sagte zuvor: „Folgt mir nach.
so will ich euch zu Menschenfischern machen.“ Da er sie aber als seine Nachfolger besaß, hauchte er ihnen göttliche Kraft erfüllte sie mit Kraft und Beherztheit, und da er selbst in der Logos Gottes und Täter so großer Wunder ist, so machte er Fischern der geistigen und vernünftigen Seelen und fürgte die Tat dem
Worte hinzu, das da sagt: „Folgt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen“ und erwarb sie zugleich als Täter 57 58 Lehrer der Gottesverebrang zu eigen und schickte sie dann zu allen Völkern in der ganzen Schöpfung und machte sie zu Lehre. Wer wollte sich nicht wundern und mit Recht dem unwahrscheinlichen Wunder mißtrauen, da niemals geschrieben ist, daß
von den Menschen, die besser verühmter waren, derartiges noch auch zu dem kam. was diesem ähnlich ist. Denn das schon wäre einem jeden von ihnen lieb, wenn er auch nur in dem eigenen Lande seine eigene Anordnung durchführte und im stande war, die die ihm gut zu sein schienen, in Einem, in seinem eigenen Volke zu
bestätigen. Er aber, der nichts Menschliches noch Sterbliches — sieh zu, ob er nicht in Wahrheit wiederum die Stimme Gottes ertönen ließ, indem er wörtlich seinen armen Jüngern und lehret alle Völker.“ So aber mochten wahrscheinlich seine sagen, indem sie ihrem Meister antworteten: Wie können wir dies
Wie sollen wir denn den Römern verkündigen? Wie mit reden? Welches Wort gegen die Griechen gebrauchen als Männer, nur in der syrischen Sprache erzogen sind? Wie sollen wir die Perser, Armenier, Chaldäer, Skythen, Inder und die andern so genannten überreden, sich von den Göttern ihrer Vorfahren abzuwenden und 205
den Einen Schöpfer des Alls zu verehren? Auf welche der Worte aber sollen wir vertrauen und zu diesem Werke übergehen? Oder welche Hoffnung auf Sieg sollen wir haben, wenn wir wagen, allen Völkern Gesetze zu geben entgegengesetzt den von Ewigkeit her Gesetzen in betreff der Götter? Welche Kraft haben wir,
darauf zu vertrauen, daß wir dies Wagnis siegreich durchführen Dies also sagten oder dachten die Jünger unsers Erlösers. Hinzufügen eines Wortes aber verbürgte ihr Meister eine der Verzweiflung, in der sie sich befanden, indem er sagte: Ihr werdet „in meinem Namen“ siegen. Denn er trug ihnen nicht
und unterschiedslos auf, alle Völker zu lehren, sondern mit der Hinzufügung, die lautet: „in meinem Namen.“ Denn da seines Namens so groß ist, daß der Apostel sagte: „Gott den Namen, der besser als alle Namen ist, damit in dem Namen Jesu 59 60 jedes Knie sich beuge im Himmel, auf Erden und unter der Erde“, zeigte er mit Recht also die Vorzüglichkeit der verborgenen Kraft, die den meisten verborgen ist, in seinem Namen und fügte daher das Wort hinzu: „in meinem Namen.“ Dann weissagte er auch genau die und sagte: „Dies mein Evangelium muß in der ganzen Welt verkündigt
werden zum Zeugnis für alle Völker.“ Dies Wort aber in einem Winkel der Erde gesagt, sodaß nur diejenigen, die waren, es hörten. Wie sollten sie ihm glauben, als er dies sagte, sie nicht aus den andern göttlichen Werken, die von ihm getan die Erfahrung der Wahrheit seiner Worte gemacht hatten? Denn du bist
zuzugeben gezwungen, daß sie ihm das glaubten, was er sagte, wenn überlegst. Denn als er befahl, weigerte sich niemand, sondern sie gehorchten und lehrten auf seinen Wink und nach seinen Anordnungen das ganze Geschlecht der Menschen, brachen aus ihrem eigenen Lande zu allen Völkern auf und in kurzer Zeit waren seine Worte in Taten zu sehen.
Verkündet wurde also in kurzer Zeit sein Evangelium in der Welt zum Zeugnis für alle Vöker, und Barbaren und die Schriften über den gemeinsamen Erlöser aller in den ihrer Väter und in den Worten ihrer Vorfahren auf.
Wie konnten Männer Volksreden halten, die in Worten unerfahren fern von jeder Bildung waren? Aber sie redeten nicht mit der Menge, sondern mit den Einzelnen, die gerade kamen. Welche und welcherlei Worte gebrauchten sie nun zum Überzeugen ihrer Hörer? Denn Kampf war nicht klein, da sie den schmachvollen Tod dessen nicht
leugneten, den sie verkündigten. Denn wenn sie diesen auch 61 62 und nicht vor jedermann bekannt hätten, was und wieviel er von luden litt, sondern allein das Ehrbare und Preiswürdige vorbrachten ich meine aber seine wunderbaren Werke und staunenswerten Taten und philosophischen Lehren — auch so wäre die Rede nicht leicht
um die Zuhörer willig ihren Worten zustimmend zu weil ihr Wort fremd war und weil sie jetzt neue Reden hörten Menschen, die ihnen nichts Glaubwürdiges brachten zum Zeugnis was von ihnen gesagt wurde.
daß der von ihnen Gepredigte Gott in einem menschlichen Leibe und nichts anderes seiner Natur nach sei, als der Logos Gottes, und deswegen auch alle diese Wunder und Kräfte getan habe, aber im Gegensatz dazu, daß er Schmach und Unehre ertrug und schimpflichste Ende und die Strafe durchs Kreuz, die den allerschlimmsten
Menschen wegen ihrer Taten auferlegt wird. Wer sollte sie nicht geziemend verspotten als solche, die Entgegengesetztes sagen? Wer wäre so töricht gewesen in seinem Sinne, willig zu glauben denen, die sie hätten ihn nach seinem Tode auferstanden von den Toten ihn, der nicht einmal, als er noch lebte, sich helfen konnte? Wer hätte
sich aber von jenenLaien und Geringen jemals überzeugen lassen, die sagten: Ihr müßt die Dinge eurer Väter verachten und die Torheit der Weisen 207 von Ewigkeit her tadeln und euch nur von uns überzeugen lassen und von den Befehlen, die von dem Gekreuzigten ausgegeben sind. Denn er ist allein der geliebte und einzige Sohn des alleinigen, oberhalb von
allem stehenden Gottes.
und vernünftigen Leuten überzeugen konnte. Indessen aber wenn ich auf die Kraft des Wortes blicke und auf die Vollendung der Werke, wieviele Myriaden sie überzeugt haben und wie Kirchen mit Myriaden Männern von eben jenen Geringen und 63 und nicht an verborgenen und unbekannten Plätzen, sondern in den großen Städten gebaut sind — ich meine im in Alexandrien und Antiochien und in ganz Ägypten und Libyen, in Europa und Asien, in den Dörfern und Ortschaften und in allen Völkern — so bin ich wiederum notwendig gezwungen, zur Prüfung der
Ursache zurückzueilen Und zu bekennen, daß sie nicht Wagnis durchsetzen konnten als durch göttliche Kraft, die größer als die der Menschen, und durch die Hilfe dessen, der zu ihnen sagte: „Gehet hin und lehrt alle Völker in meinem Namen.“ aber dies zu ihnen gesagt hatte, verband er damit die Verheißung, durch
die sie bereitet wurden, zu vertrauen und sich willig dem hinzugeben, was ihnen befohlen war. Er sagte ihnen nämlich: „Siehe ich bin euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Es wird aber auch daß er ihnen den heiligen Geist eingehaucht und ihnen eine und wunderwirkende Kraft gegeben habe, indem er einmal sagt: „Nehmet
hin den heiligen Geist“, ein andermal aber spricht: „Heilet die reinigt die Aussätzigen, treibt die Dämonen aus. Umsonst habt empfangen und umsonst gebt es.“
bezeugt, wie sie, indem sie über sich selbst erzählten, durch 208 Taten im Namen Jesu, die von ihnen getan wurden, diejenigen, die zugegen waren und es sahen, in Erstaunen setzten. In Erstaunen setzten sie aber, wie es natürlich ist, die Zuschauer zuerst durch Taten. machten sie sie derart, daß sie wdllig fragten, wer der sei, durch dessen
Kraft und in dessen Namen das Wunder geschah. Indem sie sie darauf belehrten, fanden sie, daß sie durch den Glauben ihrer Lehre waren. Denn da sie sich nicht durch Worte überzeugen ließen, sondern da sie durch Taten zuvor gewonnen waren, so man sie leicht dahin, dem Gesagten zuzustimmen. Man sagt aber, daß 64 Einige Opfer und Spenden ihnen bald wie Göttern darbrachten und sie Einen von ihnen für Hermes, den andern für Zeus hielten, setzte der Beweis der wunderbaren Taten ihren Sinn in Erstaunen. Da sie so waren, so wurde fortan alles, was die Jünger über 65 Erlöser verkündigten, sclinell und geziemend aufgenommen. von den Toten bezeugten sie nicht mit bloßen und Worten, sondern sie überzeugten eben durch Taten, indem sie lebendige Werke zeigten.
Gott sei und der Sohn Gottes und vor seinem Kommen unter die Menschen beim Vater gewesen sei, wie sollten sie dem nicht noch mehr hinzufügen, indem sie meinten, daß das und unglaublich sei? Denn mit Recht erachteten sie, daß das, geschah, unmöglich für menschliche, sondern nur
Taten gehalten werden dürfe, auch wenn es vielleicht niemand sage.
denken, und wie sie mitten in den Städten und in allen Schulen der Verehrung des oberhalb des Alls stehenden Gottes einrichteten.
anderer Zeit früher viele Völker der ganzen Welt in der Macht, der Römer, waren als seit der Zeit unseres Erlöser. Denn sogleich 209 als er unter die Menschen ging, ereignete es sich, daß auch Macht der Römer wuchs, da in jener Zeit Augustus zuerst vieler Völker war und zu seiner Zeit Kleopatra gefangen
wurde und die Nachfolge der Ptolemäer in Ägypten wurde. Denn seit jener Zeit bis jetzt ist das seit Ewigkeit und sozusagen seit dem ersten Samen der Menschen bestehende Reich Ägypten ausgerottet. Seit jener Zeit aber wurde auch das Volk der Juden den Römern Untertan und ebenso auch das der Syrer, der Kappadokier,
Makedonier, der Bithynier und der Griechen, und um es zusammenfassend zu sagen, all der übrigen, die in die Hand der römischen kamen. Daß nicht ohne Gott dies zusammen mit der Lehre Erlösers sich ereignete, wer wollte dies nicht bekennen, indem bedenkt, daß es den Jüngern nicht leicht war, in fremden 66 reisen, da alle Völker gegeneinander gespalten waren, und da es keinen unter ihnen gab wegen der vielen Satrapen an jedem Ort und in jeder Stadt. Infolge ihrer Vernichtung aber taten sie bald und ohne Furcht und in Ruhe das, was ihnen auferlegt war, da der oberhalb des Alls stehende Gott ihren Weg vorher friedlich gemacht hatte und den
Grimm der Dämonenverehrer in den Städten durch die Furcht größeren Reiche zurückhielt. Überlege nämlich, daß die durch den Irrtum der Verehrung vieler Götter in versetzt waren, gehindert hätte, mit der Lehre Christi zu streiten, du vielleicht dann in jeder Stadt und in jedem Dorf gegenseitige Aufstände,
Verfolgungen und nicht gering Kriege sehen würdest, wenn Dämonenverehrer die Macht bei sich gehabt hätten. Jetzt aber dies das Werk des oberhalb von allem waltenden Gottes, daß er größere Furcht vor dem vorzüglichen Reiche die Feinde Wortes unterworfen hat. Denn er will, daß es jeden Tag wachse und
unter allen Menschen blühe. Wiederum aber, damit man nicht daß es durch das Zugeständnis der Herrscher und nicht die Vorzüglichkeit VorzÜglichkeit der göttlichen Kraft stark sei, von den Tyrannen durch Bosheit hingerissen ward und sich vornahm mit dem Worte Christi zu streiten, so gestattete der Gott des Alls, daß
210 sein Wille auch dies tue, einmal zum Erweis der Athleten in der Gottesfurcht, zumal aber damit von jedermann offenbar gesehen werde, daß das Bestehen des Wortes keineswegs eine Folge des menschlichen Willens, sondern der göttlichen Kraft sei. Wer wollte nicht bewundern, was in derartigen Zeiten zu geschehen pflegt? Denn die
Athleten der Gottesfurcht, die früher den Menschen ihrer nach verborgen waren, wurden in jener Zeit jedermann offenbar und sichtbar, geschmückt mit den Siegeskränzen von Gott. Die Gottesfurcht aber empfingen die gebührenden Strafen, indem sie durch gottgesandte Schläge gezüchtigt wurden und indem ihr ganzer Körper
mit schweren, unheilbaren Leiden verderbt ward, sodaß sie sogleich zum Bekenntnis ihres Frevels gegen unsern Erlöser zu kommen wurden. Alle übrigen aber, die des göttlichen Namen sind und sich rühmen, die Dinge Christi zu treiben, wurden nur kurze 67 Zeit durch Versuchungen erprobt, zeigten die Reinheit und Lauterkeit ihrer Gesinnung und empfingen dann ihre eigene Freiheit Freiheit suchte Gott sie gnädig heim, während er durch sie alle den Erlóserlogos strahlen ließ.
De Theophania (Fragmenta). Eusebius. Hugo Gressmann (Translator). Germany. 2014.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.