Der zweite Sermon: Gegen die Philosophen.
eben des gemeinsamen Erlosers aller-von ihm sagen wir, da? er notwendig den Menschen aufleuchtete, weil durch den au?ersten Grad des Bosen, durch die Tiefe des gottlosen Irrtums, durch den Wahnsinn des Polytheismus und durch den eifrigen Neid der Damonen alles, was auf Erden ist, verderbt war.
werde die Ursache der gottlichen Offenbarung des gemeinsamen Erlosers aller unter den Menschen, wollen wir fortan vor allem beginnen, uber den tiefen Fall des Geschlechts der Menschen, ihren gesetzlosen Frevel und ihre Ruchlosigkeit zu reden. Dann aber wollen wir uns wieder zu den geheimnisvollen Tiefen der gottlichen Offenbarungslehre
wenden.
der der allerfriedlichste war, zu dem au?ersten Grade der Wildheit trieb und da? der Vernunftigste der Allerunvernunftigste wurde. Seitdem kannten die Menschen in der Blindheit ihrer Seelen nicht mehr den allerhochsten gott, die Ursache und den Verfertiger des Alls den verehrungswurdigen Namen der eingebornen, anfangslosen Natur, ihn,
der vor allem ist, den Logos Gottes, den Vater des geistigen und vernunftigen Seins, den Herrscher im Himmel und auf Erden, ihn, der 27-S. 82, 3 vgl. Laus 235 15-18 1 jederzeit der Welt nahe und in ihr ist, der allem die Ursache alles Guten ist, die Vorsehung, den Erlöser, den Fürsorger, den Geber des Regens, den Spender des Lichts, den Fürsten des Lebens und den Schöpfer dieses Alls, sondern legten der Sonne, dem Monde, dem Himmel 42
selbst und den Gestirnen den Namen der Verehrung d. h. Gottes bei. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,
der Welt: Poseidon, Hephaistos, Zeus, Hera und andere derart und ehrten sie mit dem göttlichen Beinamen. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen;
und auderes ihnen Verwandte zu Götzen. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,
Mnemosyne und Musen. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen;
Krankheit der Seelen, die Glieder und Teile des Leibes, die zu schändlichem Tun hinziehen und ferner den Wahnsinn, der zu schändlichen Lüsten führt: Eros, Priepos, Aphrodite und andere, die diesen verwandt sind. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,
verfielen sie, machten sterbliche Menshen zu Göttern, verkündeten 2 sie nach dem gemeinsamen Tode als Halbgötter ἡμίθεοι und Götter und glaubten, daß um die Gräber und Grabmale das göttliche und unsterbliche Sein schweife. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,
Namen Gott. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,
der Götter bei. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,
zogen auch mit gewissen Knoten verwerflicher Zauberei, mit zwingenden und ungesetzlichen Gesängen und Besprechungen die unsichtbaren Kräfte, die in der Luft fliegen, als Genossen sich herbie und benutzten dann eben sie als Helfer wider den Irrtum der Götter, die sie gemacht hatten. Die einen also vergötterten andere sterbliche Menschen. Denn
die Kinder der Griechen haben den Dionysos, Herakles, Asklepios, Apollon und andere Menschen mit den Namen der Halbgötter und Götter geehrt, die Ägypter aber Horos, Isis, Osiris und ferner andere ihnen ähnliche Menschen für Götter gehalten. Die aber, die im Übermaß der Weisheit der Erfindung der Geometrie, der Astronomie und
Arithmetik sich rühmten, kannten nicht und die Weisen verstanden nicht, bei sick abzuwägen und zu überlegen den Unterschied des Maßes der Kraft Gottes von der sterblichen und unvernünftigen Natur. Deswegen zögerten sie nicht, alle Arten scheußlicher Lebewesen und die 3 4 mannigfachen Geschlechter der Tiere und der giftspritzenden Schlangen und die wilden Tiere Götter zu nennen. Die Söhne der Phöniker aber nannten den Melkathros und Ousoros und ferner einige andere sterbliche Menschen, die verachtter waren als diese, Götter, die Söhne der
Araber aber den Dusares und Obdos, die Gothen den Zamolxis, die Kiliker den Mopsos, die Thebaner den Amphiareos, und bei anderen wiederum ehrte man andere mit dem Namen der Gotter, die ihrer Natur nach sich in nichts unterschieden von den Sterblichen, sondern in Wahrheit allein dies: Menschen waren.
Menschen, die die menschlichen Zufálligkeiten benutzten und weder Schulen der Tugend zu ihren Lebzeiten gründeten noch die Lehren eines keuschen Lebens ersannen, die keine philosophischen Dogmen aufwiesen, kein hilfreiches Werk erfanden, keine Schüler der Tugend zurückließen, keine Worte und keine Schriften tradierten, die zu einem guten Leben
stimmten, Männer die sich kümmerten um Weiber und schändliche Lüste, haben sie
und Dörfern gebaut; ihn aber, der allein jenseits der Welt ist, den wahrhaftigen Logos Gottes, den Allkönig und Allschöpfer haben sie für nichts geachtet. Eben sie aber nahmen so sehr zu an Wahnsinn und Verstandesverderbtheit, daß sie auf der Stelle Menschen, welche sie zufällig trafen, Götter nannten und auf der Stelle eben denselben die
Leidenschaften der Sterblichen anhängten und eben denselben ungesetzliche Ehebrüche, schändliche Taten, ein verkehrtes Leben und Tod bei- 5 legten. Und obwohl sie selbst derartiges sagen, das keineswegs von anderen verleumderisch behauptet wird, sondern obwolh sie selbst Zeugen dafür sind und Irrtum, TRauer und Tod und vor diesen Ehebruch, Schändung der Männer und Raub der Weiber von ihren Göttern bekannten, füllten sie nichts desto weniger alle Städte, Dörfer und Länder mit Tempeln,
Bildern und Heiligtümern.
Ihren Göttern anähnelten, können wir aus der Nähe an dem uns benachbarten Phönizien betrachten, indem wir sehen, was bis jetzt in 45 Baalbek geschieht, wie dort die Überbleibsel der alten Dämonen- Schäden und die Spuren des verderblichen Bösen bis jetzt wirksam Sind, sodaß die dortigen Frauen sich nicht eher in gesetzlicher Ehe-
Gemeinschaft verbinden, als bis sie zuvor durch außergesetzliche Verderbung Geschändet sind und an dem ungesetzlichen Mysterienkult der Aphrodite teilgenommen haben. Aber jetzt ist diese Stadt allein an Diesem Wahnsinn krnak zum Beweise des alten Bösen. Früher nämlich Litten Myriaden derart, als die Krankheit der Dämonen noch mehr
Mächtig war.
überschritten nach dem Vorbilde des Eifers ihrer Götter die Grenzen Der Natur, gingen über unsagbare Taten hinaus und betrugen sich Ohne Scheu frech gegeneinander, was zu hören unglaublich ist: „Männer Begingen Unanständigkeit gegen Männer und trugen an sich den gebührenden Lohn für ihre Verirrung davon“, wie die göttlichen Schriften
Sagen.
Gericht und nahmen sich weder die Siegespreise der Tugend noch ferner die Strafen eines gottlosen Lebens zu Herzen.
und Wahnwitzigen bekannt. Der Trunkenheit und Lüsternheit voll waren Männer zumal mitsamt den Weibern, wenn sie zusammen waren. Wie sollten sie das Gute tun, sie die ihre Ohren nicht dem Hören keuscher und gottesfürchtiger Worte, noch ihre Augen der Hilfe für ihre Seele, sondern der Lehre schändlicher Worte und dem Anblick der
bildlichen Darstellung aller Lüsternheit darboten? Denn derartig war 46 das, was alle Scharen zu sehen bekamen, die sich bekümmerten um die Dinge, die in diesen Schauspielen gezeigt wurden: wahnsinniger Pferdewettkampf, gottloses Ergötzen an denen, die von wilden Tieren gefressen wurden, grausame und unmenschliche Quälereien derer, die in Gladiatorenspielen
getötet wurden, ferner lüsternes Lachen über schändliche Dinge, törichtes Vergnügen an Musik, lüsterner Anblick derer, die Weiber darstellten, und starkes Geschrei bei Liedern. Denn bei diesen und derartigen Dingen waren Myriaden Scharen unverständiger Massen vereinigt mitsamt ihren Fürsten, Strategen und Hegemonen und wurden
mit den Verderbnissen durchtränkt, die die Seelen zum Verfaulen bringen.
unter ihnen gab, schändliche Erzählungen und Mythen über alle möglichen männlichen und weiblichen Gottheiten, voll von allerlei Schande und Leidenschaften und furchtbaren Verbrechen, in nichts unterschieden von den sterblichen Naturen, infolge der Belehrung und des Studiums der trügerischen, dramatischen Werke der Komöden und Tragöden in
ihr Gedächtnis auf. Diese verderblichen und schädlichen Dinge des 8 Lebens säten sie sunächst in sich und dann in den Seelen der Jünglinge aus. Der Frevel aber, der von allen der erste und letzte ist, war, daß vollständig alle Menschen, die Fürsten zumal und die Untertanen, die Könige der Völker und die Gesetzgeber, die Heerscharen und Massen in den Dörfern und Städten, unter Griechen und Barbaren das Lob, das
allein dem König des Alls geberbten, Götter nannten und Hymnen sangen den irdischen und bösen geistern, den seelenlosen στοιχεῖα und den sinnlichen Elementen der Welt. Die Mengen der vernünftigen Lebewesen auf Erden brachten weder das Lob nach Art des Priesters noch
das mit ihren Brüdern im Himmel, den heiligenEngeln und göttlichen Geistern, die den Allkönig loben, das mit ihnen zusammenstimmende Lob dar, sondern sangen ein ungebührliches und nicht zusammenstimmendes 47 Lob an Feiertagen und Festen den betrügerischen Geistern, die die Welt verderben, und fügten ihnen die Ehre der Anbetung zu, sodaß
fortan das ganze στοιχεῖον der Erde übereinstimmend mit allen Völkern in der ganzen Welt nichts anderes war als ein im Sturm befindliches Schiff, dessen schwer beschädigtes Wrack durch einen anderen Sturm sofort mit völligem Untergang bedroht ist.
und Helfer nötig für das Geschlecht der Menschen. Wären nur die Massen zu dieser Verirrung geführt, so ware das Böse vielleicht gering. Jetzt aber waren völlig die Häupter der Städte, die Lenker der Völker, die Könige der Länder, die Führer der Ortschaften und die Fürsten der Völker allzumal übereinstimmend an derselben dämonischen und polytheistischen
Verirrung erkrankt. Ferner fürwahr aber auch diejenigen, die sich rühmten unter den Griechen der Philosophie und bekannten, daß sie ein reicheres Wissen besäßen als die moisten Menschen, die auf den Straßen prunkten, indem sie sich aufblähten und breit in ihre Stola hüllten, schweiften auf der weiten und langen Erde umher und
bettelten sich von anderen Völkern die herrlichen Lehrsätze zusammen, von hier die Geometrie, von der andern Richtung die Arithmetik, wiederum aber von anderer Seite die Musik und die Heilkunde und 9 10 andere Dinge, die auf rationeller Erfahrung beruhen. Diese aber und ähnliche Dinge brachten sie von überallher zusammen und verfielen in sterbliches und gottloses Denken. Durch beschwatzendes Wortemachen setzten die einen fest, daß die Atome, die unzerbegbar, ohne
Teile und ähnliche Teile und ohne Ende sind, — als ob sie fürwahr die Wahrheit nicht prüften — „der Anfang des Alls“ seien, wie sie sagen. Eben dieselben definierten auch die Lust als den äußersten Grad der Glückseligkeit, was augenscheinlich verderblicher ist als alles Böse. Denn was könnte es Kostbarers geben als die Lust für diejenigen, die festgestellt
haben, daß in diesem Seienden weder eine Vorsehung noch ein Gott noch eine unsterbliche Seele noch eine verständige οὐσία noch ein Logow der über allem waltet, noch ein Anfang noch ein Ende existiere, sondern daß allein die unzerlegbaren vernunftund seelenlosen Atome — es sind dies aber winzige Körper, die
eben wegen ihrer vorzüglichen Kleinheit nicht einmal in die Sinne fallen — daß eben diese seelen- , vernunft- und anfangslosen Dinge 48 die ersten seien, nicht gezeugt, unendlich an Menge und von unübersehbaren Zeiten her, wie es sich gerade traf, zerstreut? Indessen aber, obwohl sie derart sind, hat man gesaft, daß sie die Ursache des
Schmuckes des Alls seien, und daß es keinen Gott, keine Vorsehung und keinen Logos gebe, der alles sah, noch einen, der mächtig war über alles, aber wenn es auch einen solchen gebe, er weder selbst eine Beschäftigung habe noch sie anderen gewähre, und wie ich glaube, legten sie die von ihnen geliebte Lust auch Gott selbst bei. Derartig aber
waren Philosophen die Anhänger des Epikuros und Demokritos, und indem sie auftraten als Anwälte dieser Ideen, war ihre gan͌ e Überlieferung mitten unter den Griechen lebendig. Obwohl sie aber so die Besseren waren, schmiegten sie sich heuchlerisch den Massen an. Bald wandelten sie mit den Scharen zum Tempel, bald stellten sie sich
gottesfürchtig aus Furcht vor der gesetzlichen Strafe. Aber diese, die für die Lust kämpften, waren derart.
alles sich erstreckende Vorsehung gleichsam hinter Schloß und Riegel gefangen gehalten, und die gesagt haben, daß die geistige undd vernünftige Leibe, sondern ihm entspreche an Art und Gestalt, weswegen sie sie auch Entelechie zunnen pflegen. An die Spitze des Guten Stellten
sie demgemäß weder das philosphische Leben noch die Haupttugend, sondern sie verfielen auf zufällige Dinge, auf Reichtum, Macht und Familie. Denn mit diesen Dingen, sagen sie, existiere auch die Tugend, die der Vernunft würdig sei, ohne sie aber sei sie niemals. Nichts Besseres gebe es für den Weisen, außer wenn er auch reich sei, noch
se idem, der sich um keuschheeit bemüht, etwas Gutes nahe, außer wenn er ein Sohn vornehmer Familie sei, noch sei di Gerechtigkeit und die mit der Tugend übereinstimmende geistige Beschaffenheit, falls sie in der Seele des Menschen existiere, genügend zu einem glückseligen 49 Leben, außer wenn ihm eine schöne Ordnung der Glieder des Leibes
zufällig eigne. Eben sie aber glauben, dab die Gottheit irgendwo auberhalb von den Dingen der Menscchen oberhalb des Mondes existiere und behaupten, dab die vorsehung Gottes die Dinge auf Erden nicht sehe. Auch den geneinnicht, indessen aber stellten sie sich heeuchlerisch auch an, als fürchteten sie
die Götter in Stadt und Land. Des eine redeten sie weise mit ihren Theoremen, ein anderes aber taten sie in ihrer Praxis und leisteten den Eid bei den Göttern in ihren allgeemeein zugänglichen Schriften und Worten, in ihrem Denken aber war nichts Derartiges, sondern um der menge zu gefallen, heuchelten sie solches Tun, sodaß sie daher, eher Dämonen als
Menschen, von jeder gesunden Philosophie verachtet warden.
und so eine ruchlose, ganz verderbliche Lehre aufgestellt haben. Denn die schaffenskräftige Ursache und die leidensfähige Hyle bestehen nach ihnen aus ein und derselben οὐσία und beides sind wirkende und gewirkte Körper. Der Allkönig Gott, der über allem steht, ist vom sinnlichen Feuer in nichts unterschieden, sondern wird auch mit
allem zumal vermicscht gemäß dem periodischen Feuer zu bestimmten Zeiten. Groß ist das Böse, daß Gott, wie sie sagen, verwandelt und dann verbrannt wird. Dies also ist die Lehre der stoischen Philosophen, daß die ganze οὐσία, wie sie sagen, und die ganze Welt bisweilen mit Gott vermischt wird und sich alles „ins Feuer verwandelt wie in einen
Samen und wiederum aus diesem der schmuck des Alls vollendet wird, wie es fuüher war”. Götter aber gibt es so viele wie es Teile der Welt gibt. Deswegen weil auch die ganze Welt aus lauter Teilen besteht, ist sie vollkommen Gott. Eben dieselben haben ferner gesagt, daß die verständige und vernünftige Seele im menschen ebenso vergänglich
wie körperlich sei. Was wollte sie den daran hinder, sie, die gegen den Allkönig Gott solches zu sagen sich erfrecht haben? 50 Diese Seelen sollen ferner nach ihrer Definition aus Hyle und Körpern bestehen und nichts weiter sein als der Qualm und Rauch der Körper. Ferner bleiben nach dem Lebensende keineswegs die Seelen aller, sondern
nur die der Philosophen gewisse Zeiten hindurch, die ihnen bestimmt sind, am Ende aber warden auch sie mit dem Brande des Alls brennen mit Gott zumal und der ganzen Welt, und die Seelen der Ungerechten zumal und der Gerechten, der Frommen mitsamt den Gottlosen warden von Einem Feuer aufgezehrt warden, als ob sie geschmolzen
würden. Dann aber warden von neuem aus dem Feuerfraß des Alls Welten geboren, die in nichts vershieden, sondern in allem ähnlich sind den früheren, so sehr, daß von neuem eben dieselben Menschen geboren werdenund ein und dieselbe Nachfolge geboren wird. Die Lebensweisen ferner sind derart, daß sie in allem ähnlich und nicht
verwandelt sind, die Moden, Gebräuche, Sitten und Leidenschaften 14 15 warden eben dieselben sein und so warden auch eben dieselben Ereig- nisse, Ehrungen, Freuden und Schmerzen eben denselben wiederum be- gegnen, sodaß wiederum eine Helena und ein Unheil von Ilion zu erwarten ist, und wiederum ein Anytos und Meletos und das tödliche Gift des Sokrates und wiederum eben dieselben Streitigkeiten und
Spaltungen der Philosophen, und am Ende wird wiederum alles vom Feuer verzehrt, und nachdem es verbrannt ist, wird es wieder von neuem zurückkehren und wieder in denselben Gleisen verharren. Aber auch diese Philosophen hängen so notwendig ihrem Irrtum an.
anderen auftraten, gründeten den Anfang des Alls auf ein seelenloses στοιχεῖον, ohne einen Gott, eine Vorsehung, einen Schöpfer und Werk- meister des Alls zu kennen. Eitel aber und ohne Grund legten sie sich lügnerisch den Namen und das Gebaren der Philosophen bei. Denn teils sagten sie, daß die Erde und eine trockene οὐσία der An-
fang des Alls sei, teils nannten sie den Ozean und so eine feuchte οὐσία, das Wasser als den Allerzeuger, teils das Feuer, teils die Luft, teils Mischungen aus diesen, und führten viele männliche wie auch weibliche Gottheiten ein und Hochzeiten und Kindergeburten,
Worte zum Ruhmesschmuck, sodaß auch sie gleichsam durch Verkehrt- heit von oben von der Höhe wieder auf die στοιχεῖα der Hyle und auf die sinnlichen Teile der Welt niederfielen.
den höchsten Gott noch die lokalgötter, daß der Name Gott vielmehr besser und über die οὐσία gesetzt sei, die nicht ist, sodaß sie in großen Frevel des Bösen sich ausgebreitet haben.
das Erste und die Ursache des Alls ist, und redet mit Recht weise über den Zweiten, der der Schopfer des Alls ist.
und der Vergänglichkeit fremd sei. Er hat auch geistige οὐσίαι ge- 16 17 kannt und zugegeben, daß der über allem waltende Verstand, den wir Logos Gottes nennen, der König des Alls sei. Eben ihn setzte auch er als Herrscher über das All nach Art eines Steuermannes, der schön und sicher für alles sorgt, und wies ihn als Lenker nach. Er allein von
allen Griechen bekannte den Logos Gottes, den Schöpfer der Welt, gleich wie wir selbst. Abe res ist am Platze, ihn selbst zu hören, in welcher Art er über Gott redet:
Bahn durchläuft und die Weltordnung mit vollendet, die der aller gott- lichste Logos sichtbar anordnete, den, wer immer glückselig ist, zuerst bewundert, zu deme r dann aber Liebe faßt, um ihn kennen zu lernen, soweit es die sterbliche Natur vermag“.
„Herrn“ des Alls und den „Lenker“ des Alls mit denselben Worten wie wir und sagte so:
dem ihr schwört wie es recht ist, und indem ihr mit nicht unweisem Eifer zumal und mit der Zucht, der Schwester des Eifers, bei dem
seliger Menschen“.
machte sie zur Lüge für viele. Denen, die er liebte, brachte er als Philosoph die rechte Offenbarung über den Vater und Schöpfer dieses Alls. Mit der Plebs der Athener aber verkehrte er nicht als Philosoph und führte den Sokrates in seiner Rede zum Piraeus, damit er zur Gottheit bete und mit der ganzen Plebs zumal das Fest der Bendis feiere.
Er sagte aber ferner, daß sein Meister, als sein Lebensende nahe war, einen Hahn zu opfern befahl. Nicht schämte sich noch beschönigte es der beste der Philosophen, daß der Vater der Philosophie befahl, durch gewordene, irdische Hyle und durch ein wenig Blut und Fleisch eines toten Vogels die Gottheit zu versöhnen. Er nannte aber ferner diejenigen
Götter, die in den Städten verehrt wurden, Dämonen und tat wohl daran, und er bekanute auch, daß sie Vorfahren seien von sterblichen Menschen und redete recht. Dennoch aber riet er, eben sie als Götter zu verechen weil er sich mit der Menge zu ihrem Irrtum erniedrigte, und mit Recht auch sie als Ursache des Alls anzunehmen,
weil er unter dem Schein σχῆμα der Philosophie das Wort der Wahrheit 53 verbarg, das der Lüge aber erheuchelte. Höre jedoch, was er im Timaios sagt:
seien Söhne der Götter, wie sie behauptet haben, und kennten ihre Vorfahren wohl genau. Unmöglich also ist es, Göttersöhnen nicht zu glauben, obwohl sie ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweis- 20 21 gründe reden, sondern dem Gesetze anhangend müssen wir ihnen glauben, da sie vorgeblich eigene Familiengeschichten erzählen. So also, wie sie sagen, möge sich die Geburt in betreff dieser Götter verhalten und gesagt warden: Kinder der Erde und des Himmels waren Okeanos und
Tethys, und deren: Phorkys, Kronos, Rhea und alle, die mit diesen waren, von Kronos und Rhea aber: Zeus, Hera und andere, soviele wir kennen als alle ihre sogenannten Brüder und ferner andere als die Sprößlinge dieser“.
οὐσίαι nach unten auf die Erde und auf den Ozean wie in die Tiefe des Bösen hinabgetaucht ist und Göttergeburten einführte, er der allein besser als sonst die Menschen mit hochtönendem Geist sagen konnte:
durch das mit Vernunft begabte Wissen wahrgenommen und ist immer sich selber gleich. Das andere aber wird mit unvernünftigem Sinne gewähnt, ist werdend und vergehend, aber völlig seiend niemals“.
jetzt mit dem Namen der Götter. Eben derselbe sagt ferner, indem er diejenigen widerlegt, die diesen Göttermythos ausgestreut haben, daß sie keineswegs infolge „ zwingender Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe“ den Irrtum betreffs der anogeblichen Götter vorbrachten. Neachdem er sie in dieser Weise beschuldigt hat, sagt er hinterdrein, daß wir ihnen
glauben und sie für wahrhaftig halten müssen, obwohl sie nichts Wahrhaftiges reden, aber obwohl er sie sogar Göttersöhne nennt, ist ihm 54 doch offenbar bewußt, daß er ihre Vorfahren als sterblich, jedermann ähnlich einführt und ferner an sterbliche Götter und sterbliche, ihren Vorfahren ähnliche Söhne erinnert, die sagen, „daß sie ihre Vorfahren
genau kennten“. Obwohl er unverhohlen sagt: „Unmöglich also ist es. Göttersöhnen nicht zu glauben“, beschuldigt ere ben sie auf der Stelle, daß sie „ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe“ redeten, und fügt hinzu, daß „wir sie für wahrhaftig halten müssen, da sie vor- 22 23 geblich eigene Familiengeschichten erzählen“. Durchaus aber sagt er nicht: „da sie erzählen“, sondern „da sie „Wir müssen uns vielmehr überzeugen“, sagt er, seien Söhne der Götter“. Woher hat er denn dies zu „wie sie behauptet “? Denn sie haben dies behauptet, nicht ich.
das heißt aber: Dennoch, da sie über sich selbst aussagen, wenn auch nur ohne Wahrscheinlichkeitsgrunde und ohne Beweise die selbst betreffenden Tatsachen feststellen können, — dennoch wir ihnen. Hinterher sagt er: „So also, wie sie sagen, sagen, sich die Geburt der Götter verhalten“. Notwendig bemerkt er, „wie sie sagen“.
Denn keineswegs nach meiner, sondern nach ihrer Meinung soll dies gesagt sein will er damit ausdrücken.
indem er sagt: „Dem Gesetze folgend glauben “. Geht denn die Furcht vor den Menschen und dem Gesetz bei den Philosophen über die Furcht und das Gesetz der Wahrheit hinaus? Wo sind die vorzüglichen und weisen Worte jener schönen Sprache, mit denen er durchaus staunenswerter Sprache gewaltig so redete:
kein Gesetz und keine Ordnung ist besser als das Wissen, und nicht ist es recht, daß der Verstand irgend einem Dinge unterworfen Untertan sei, sondern er ist der Führer aller Dinge, wenn er in seiner Natur nach frei ist“. Derselbe sagt: „Wohin jemand selber stellt, indem er glaubt, daß es das beste sei, dort muß er wie mir scheint, bleiben trotz des Sturmes, indem er nichts bedenkt, weder den Tod noch irgend etwas anderes vor dem Schimpf“. sagt er: „Denn die Furcht vor dem Tode, ihr Männer, 55 nichts anderes als wähnen, weise zu sein, obwohl man es nicht ist“.
Tode bewegt und heuchelst, sterbliche Götter um des Gesetzes 24 25
Eueebius. zu ehren? Waruni aber hältst du es für würdig, glauben und ihnen vertrauen? Durch dein eigenes Wort machst du zu Schanden und schüttelst ab, was sie durchaus noch auf Grund irgend eines Beweises über ihre Vorfahren gesagt
haben. Wie kannst du, nachdem du sie so beschuldigt hast, den Menschen noch raten, ihnen zu glauben? Was ihre Väter sind, wir prüfen!
dem Himmel! Zeus nach Kronos und Rhea, nach allen diesen! Was sagst du, wackerer Mann? Wo ist Zeus, der Gewaltige im Himmel, der den fliegenden Wagen treibt? Oder wars nicht dein eigenes Wort, über das jedermann in lautes Staunen ausbricht, wenn du so sagst:
treibt und lenkt und dem nachfolgen die Heere der Götter und Dämonen.“
haben, sie seien Söhne der Götter, wie sie behauptet haben, ihre Vorfahren wohl genau. Unmöglich also ist es, Göttersöhnen zu glauben, obwohl sie ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe reden“. Er fährt aber fort: „So also, wie sich die Geburt betreffs dieser Götter verhalten und
Daran reiht er eine lange Rede und Erzählung über die Geburten Götter, die die Poeten sagen, versichert uns obendrein und „Von Kronos und Rhea stammten Zeus und Hera und alle, von denen wir wissen, daß sie alle als ihre üder genannt werden, und andere als Spröblinge dieser“.
erzählt? Und erzählt er nicht Dinge, die leicht sind, wohl die gottlos und seiner eigenen Philosophie entgegengesetzt sind? Denn eben er treibt in der Politeia vornehm diejenigen, die er jetzt Göttersöhne nennt, und vollends diejenigen früheren Schriftsteller, die deren Gottheit ählt haben, den Homer, Hesiod und vor allem den
Orpheus aus seiner πολιτεία weit weg, jetzt aber ät dieser Philosoph, 26 27 eben ihnen zu glauben, indem er sie Göttersöhne nennt und hinter der Erde und dem Himmel und hinter der feuchten οὐσία, die er als Okeanos bezeichnet, im Entstehen und Vergehen sucht und bekennt, daß der Vater aller Menschen und Götter und Hera anderen noch dazu, die nach seinen Worten als ihre Brüder und Söhne
genannt werden, aus der Erde und dem Ozean stammten, und trotzdem rät er nachher, sie als Götter zu verehren. Wo ist οὐσίαι, wo ist jenes körperlose, jenseits der Welt befindliche oder jene göttliche Erzählung Erzählung über die farb- Wenn aber jede Seele unsterblich ist, warum machst du Sterblichen
Untertan die Unsterblichen, den Körpern der Dämonen den vergänglichen Sinnesdingen die geistige und vernünftige Mit Recht also meine ich diesen Mann mehr zu tadeln als die übrigen, obwohl mich die Liebe zu ihm hinzieht wegen der Verwandtschaft seiner Lehren mit den unsern. Denn er allein von allen Griechen scheint
mir die Vortüren der Wahrheit zu erreichen und hat in vielen Verwandtschaft mit uns gezeigt. Aber nicht möge dieser Mann geehrt werden als die Wahrheit. Deswegen, scheint es mir, muß mehr als alle um ihretwillen getadelt werden. Denn obwohl das Lust- liebende und das, was aus seiner Lehre sich ergibt, als todbringend beschuldigt
werden mag, und obwohl er glaubt, daß es keine Götter heuchelt er indessen dennoch, als ob er ein anderes Leben nicht kenne, denn nur das gegenwärtige.
meinten, die Seele im Menschen sei sterblich, und behaupteten, ihre Ge- stalt und ihr Körper sei die „Entelechie“. Zu gunsten des 57 Lebens, das sie allein kannten, gerieten sie unter die Menge und heu- chelten Götter, obwohl sie glaubten, daß diejenigen, die nach der πολιτεία verehrt werden mußten, niemals existierten, aus Furcht
vor dem Tode und vor der gesetzlichen Strafe.
verehren dürfen?
göttliche Geschichte der Natur gemäß folgendermaßen: auch das alte Wort lautet, hat Anfang, Ende und Mitte alles Seienden inne und vollendet richtig, indem er naturgemäß dahingeht. Dem aber immer die Gerechtigkeit, indem sie ein Rächer ist derer, die hinter göttlichen Gesetze zurückbleiben“. Und wie blieb zurück
hinter dem göttlichen Gesetz und achtete gering die die über alles waltet, und brachte uns die Gesetze der Sterblichen und fürchtete sich vor dem Tode, er, der die Seele über die hinaussandte! Aber nicht lauter hat dieser Mann, scheint mir, seine Lehre, ß die Seele der Menschen unsterblich sei, bewahrt, weil er sie
verunreinigt hat. Denn nicht nur die Seele der Menschen, sondern auch die der Hunde, Affen, Ameisen, Pferde, Esel und der übrigen unvernünftigen Tiere sei unsterblich und in nichts unterschieden von der Seele der Philosophen ihrer οὐσία nach. Agyptisierend sagt er, daß nach Meinung eben diese Seelen allerlei Leiber wechseln und die der Menschen
in die Natur der Tiere umgegossen werden. Um dieser Dinge willen 58 wird er auch darin verachtet, worin er die Wahrheit gesagt Δαὶ, wie jemand, mand, der auf der andern Seite lügt. Denn wenn dieser Mann auch wundernswert ist darin, ß er den Werkmeister und Schöpfer Alls erreichen begreifen konnte, muß er dennoch besonders
werden bei jedermann, weil er das richtige Wort nicht vorbrachte. „Denn obwohl er Gott kannte, pries er ihn nicht als Gott, sondern ehrte und diente dem Geschöpfe mehr als seinem Schöpfer“, verehrte diejenigen Wesen, die an sichtbare Körper gebunden 30 31 Sonne, Mond und Sterne und bekennt zugleich und in demselben Atemzuge, daß sie geworden, vergänglich ihrer seien aus Feuer, Erde und den übrigen στοιχεῖα und betet sie an zumal, ehrt sie und nennt sie Götter. Hinterher aber bekennt er dann wiederum, daß sie auflösbar und vergänglich seien. Doch is es
an der Zeit, ihn selber zu hören wie er im Timaios sagt:
Feuer zur Luft so wie die Luft zum Wasser und wie das Wasser zur Erde verhielt, aus denen er band und hinstellte den sichtbaren und tastbaren Himmel. Und zu diesem Zwecke und aus diesen Dingen, die derart waren und deren Zahl vier betrug, ward der Körper der Hinterher aber sagt er: „Zum Werden der Zeit, damit die Zeit entstehe.
entstanden Sonne, Mond und die fünf anderen Sterne, die den Wandelsterne haben, zur Abgrenzung und Bewahrung der Zahlen der Zeit. Körper aber machte Gott einem jeden von ihnen und setzte in die Kreisbahnen“. Indem er aber ferner vom Himmel „ob er immer war ohne irgend einen Anfang des Werdens, oder ob er
entstanden ist, von irgend einem Anfang ausgehend“, antwortet er sich selber und sagt: „Er ist entstanden; denn er ist sichtbar und tastbar bar und hat einen Körper. Alles derartige aber ist wahrnehmbar das Wahrnehmbare wird durch die Vorstellung begriffen und erscheint 59 als geworden“.
richtig geredet hat, entfernte er sich nicht weit von der gesunden Meinung, indem er sie Götter nannte, zugleich aber bekannte, daß seien aus der vergänglichen ὕλη der Körper des Feuers, 32 33 der Luft und der Erde? Er sagt zwar, ß diese auflösbar ihrer Natur nach und vergänglich, dann aber nennt er eben ehrenwerte Götter. Was für eine Geroeinschaft nun hat der Name Ehre der Ursache des Alls mit den wahrnehmbaren und auflösbaren
Körpern? Oder welche Gemeinschaft hat die Vernunft, die „das Seiende, niemals “ hernorbringt, mit „dem immer Werdenden, niemals Seienden“, daß er diese Dinge beidemal Götter wenn „das immer Seiende, niemals Werdende“ in Wahrheit Gott dann ist alles, was nicht so ist, nicht Gott. Wenn aber „das immer
Werdende, niemals Seiende“ Gott ist, dann ist alles, was anders nicht Gott. Welcher Schluß ist klarer als dieser? Denn beide die ihrer Natur nach entgegengesetzt sind, — das eine, das „durch das mit Vernunft begabte Wissen “, das andere, das „mit unvernünftigem Sinne gewähnt wird“, das
zu schaffen, das andere mit der Fähigkeit zu leiden — wie sollen entgegengesetzten Dinge Eines Namens würdig sein? Denn es natürlich, wie jemand, der sich wundert über das Wissen des meisters, der aber dennoch die Ehre dem von ihm herrührenden Werke zufügt, und wie jemand, der das Schiff κυβερνήτης und
mit Pferden bespannten Wagen ἡνίοχος nennt, die richtige Ordnung verkehrt, daß so also sehr töricht handelt derjenige, der die Geschöpfe Gottes Götter zu nennen, obwohl er ganz deutlich zugibt, daß sie durch die Fesseln Gottes, des Alls, gebunden seien und aus seelenlosen στοιχεῖα, aus Feuer,
Wasser, Luft und Erde best:ünden. Aber auch der Piaton möge beendigt sein.
mächtig widereinander rüsteten. „Sie begegneten sich aber Lanzen und Männerkraft, wie einer von den Poeten sagt, indem fürwahr gewaltiger Tumult erregt wrurde der Vernichtenden und der Vernichteten“.
die er zu seiner Xachfolge aufrief, sich wider ihn mit der Waffe versahen, dafür ist das Zeugnis klar. Denn aus der durch seine Worte Jüngerschaft entfernte sich Aristoteles und seine Schule, die sich dem Piaton gegenüber stellte. Andere Jüngere traten später nach einer Weile auf und widerlegten das, was
weise war nach der Meinung des Aristoteles, andere neigten sich auf der anderen Seite den Stoikern zu. Die Skeptiker aber brachten den Pyrrhon und die ἐποχή hervor und lachten zumal über jedermann. Denn sie alle standen völlig in mächtigem, persönlichem ’unander, rüsteten sich und kämpften mehr oder weniger mit Worten wie
mit Lanzen und Schilden und beschossen einer den andern. Wo es nicht recht war. entzweiten sie sich, wo es aber notwendig war, mit aller Kraft zu ringen, kamen sie überein, ich weiß nicht wie. Vor allem aber sie sich in dem Irrtum des Polytheismus, obwohl sie vor jedermann und besser als alle Menschen wußten, das es nichts mit ihm sei; das heißt
aber, die Epikureer mitsamt den Stoikern und Aristotelikern, mitsamt den Piatonikern und Physikern, mitsamt den Skeptikern zumal, mitsamt ihren Weibern und Töchtern und mitsamt der Schar der Laien in die Tempel, stellten sich, als ob sie die seelenlosen, nach Art der Menschen gebildeten Götzen mit Gelübden als Götter anbeteten, und
taten, als ob sie sie mit Spenden, Fettgeruch, dem Blute und den Opfern unvernünftiger Tiere ehrten. Nur in diesem Einen Punkte ließen sie von ihrer gegenseitigen Feindschaft. Hier bekannten alle sorgfältig ihren Irrtum. Wo ihnen aber die Wahrheit offenkundig war, taten sie das Gegenteil von ihr, während es recht gewesen wäre, dort, wo ihr
Wissen aufrichtig war, auch ein aufrichtiges Gebahren σχῆμα) zu zeigen, für jenes zu ringen und zu kämpfen, und wo es für wäre, selbst für die Wahrheit willig zu sterben auf sich zu nehmen wie Menschen die sich ühmen, Philosophen zu sein. Eben jene aber waren hierin liebevoll gegen einander, indem sie sich
61 vereinigten zur Lüge; aber dort, wo es nicht geziemend war zu kämpfen 36 37 wegen des Verborgenen und Unbekannten dieser Dinge, darüber stritten sie wie um die Wahrheit und kämpften willig Dinge, indem sie einander beschossen und verwundeten mit unzähligen Worthieben. Was habe ich ötig, festzustellen, ß die Weisen in ihren
gegenseitigen Kampf, in ihre feindlichen Worte und in ihren gemeinsamen Krieg verfielen, weil sie menschliche Weisheit benutzten und sterbliche Erwägungen und Gedanken, aber nicht Gott als trafen?
Dinge kämpften, obwohl doch die Schar der Götter war? Mochte auch der von Delphi und der von Lebadia weissagen, mochte der von Kolophon Antwort erteilen und der von Milet orakeln, mochte ein anderer von anderer Gegend her rufen, dennoch konnte auch nicht einer von ihnen den Weisen Lehrer sein, die Wahrheit zu
erreichen. Alle aber beteten diese an gleich ihren Vorfahren und alle Griechen bekannten sie als Götter; dennoch wurden nicht im geringsten gefördert in der Auffindung göttlicher obwohl es kein Hindernis für sie gab, au der Stelle in der zu wandeln, indem sie als Lehrer die Götter benutzten, die ihnen
Erden nahe waren, indem sie nicht mit einander kämpften und sondern vom Geschrei schwiegen und die Götter über die Dinge Streites befragten und die Wahrheit von ihnen wie von Arzten lernten und sich von ihnen helfen ließen. Zuerst war es für Epikurs zu lernen nötig, nicht ohne Götter sein, sich
Lust unterwerfen, nicht töricht sein in so lächerlichen kleinen, unteilbaren Körpern die Kraft beilegen, die Welt zu sondern sich überzeugen lassen von den Göttern, indem sie dies über lernen. Die Anhänger des Aristoteles aber, die mit ihren eigenen die Tempel, Heiligtümer und Götterbilder auf Erden
eines, sondern Myriaden in allen Städten und an allen ihre der Götter Macht prüfen und durften infolge fernerhin nicht mehr ihre Worte über die Vorsehung oberhalb des Himmels noch oberhalb des Mondes festhalten, sondern mußten überzeugen, ß es auch auf Erden Götter gebe, und daß sie sich um 62
die Menschen kümmern, mit denen sie zusammen sind. Von eben mußten sie lernen, daß es ihnen nicht erlaubt sei, denen zu kämpfen, die ihnen entgegentraten, darum, ob die Seele 38 lieh oder unsterblich sei. sondern daß sie den nächsten Gott ein wahres wie von den Göttern herstammendes Wort annahmen. mußten auch die Stoiker, so auch die Platoniker. so auch die Skeptiker, sogenannten Pyrrhoniker, so ferner auch die früheren sogenannten lernen, nicht ablassen von der Sorge um die Wahrheit
und nicht alles für wahr halten, was in den Sinn kommt, als ob Würfel spiele, sondern über alles Unbekannte die Götter bei ihnen wohnen. Allein auch nicht einer von den Weisen tat dies noch bedachte er es. Warum waren sie denn gottlos und überdrüssig der Götter in frevelhaftem Sinn und taten dies? Aber so erscheinen alle Philosophen
zumal besondersgottlos gottlos und viel schlimmer als die törichten die nicht überdrüssig werden, die Götter zu befragen beim Nehmen Weibes, beim Gehen eines Weges, bei Blindheit und bei Leibeskrankheit. Sie die Götter aber wurden willig angehört und weissagten die sie baten. Die Weisen fürwahr hatten nicht nötig, um ihrer Leiber
willen, wohl aber um der Heilung ihrer Seelen willen die Götter zu befragen, die bei ihnen wohnten, die sie anbeteten und ehrten. Da dies aber auch nicht einer von den bewundernswerten Philosophen tat. bleibt nur übrig, eines von beiden anzuerkennen: entweder, daß nicht weise sind oder daß jene keine Götter sind. Denn wenn siel jene,
obwohl sie in Wahrheit Götter waren, verachteten, waren sie weise, sondern Toren und Idioten. Wenn sie aber in Wahrheit die Liebe zur Weisheit gepflegt und Überfluß an Wissen mehr als die meisten gehabt hätten, so wäre dies klar, daß sie mit reinem Torheit der Menge aller Wahrscheinlichkeit nach gespottet hätten.
Warum boten sie sich nicht selber an, den Menschen Gesetze zu geben, indem sie recht machten die Sitten der Allgemeinheit und für Werke anordneten zu einem besseren Leben? Warum kümmerten sie sich nicht vielmehr um die Heilung der seelischen Leidenschaften statt um die der Leiber und befreiten diejenigen, die zu ihnen ihre Zuflucht
nahmen, nicht viel mehr von der Torheit und der ἰδιωτεία als 39 von dem Mangel an Besitz? Und wenn sie die Menschen sahen, die
die Weisheit liebten, die bei Tag und bei Nacht elend waren um des Suchens und Findens der Wahrheit willen, die unter Qualen und Martern nach einem Worte forschten über die Furcht eben dieser Götter. ὁ die dann hineingingen in die Orakelstätten, ihnen opferten gleich Vorfahren und sie ehrten mit den Ehren, die sie die Götter nach Gewohnheit inne hatten, warum nahmen sie sie dann nicht auf mit liebevollen Worten, belobten sie wegen Ihrer Mühe, Múhe, losten los von ihrem gegenseitigen Kampf, gewährten ihnen infolge
Unterstützug, wahrhaft weise zu sein in Gott und Philosophen werden, und lehrten sie die Weisheit der wahren, untrügerischen Weil sie aber dies nicht wirkten, so taten sie jedermann kund zu wissen, daß sie keine Götter seien noch daß rühmten, Philosophen zu sein, dieses Namens wert seien. Denn
sie in Wahrheit weise gewesen wären, so ätten sie jene Götter gehalten, da sie etwas Götterwürdiges noch das Göttliche diejenigen zu lehren vermochten, die sich um Wissen dieser Dinge kümmerten.
sie besser als jedermann und genau wußten, daß sie welches Namens sind sie würdig? Ich brauche nichts weiter zu als daß sie, die ihre Haarlocken lang herabfallen ließen, Gastwirten, verworfenen Männern und Huren in die Tempel Was fragten denn jene Weisen von den Göttern? Das, was den
nützt? Niemand dürfte das von ihnen behaupten. So also wurden die Götter ihnen nicht zu hülfreichen Lehrern des Wissens, 64 sondern sie waren, wie man sagt, brauchbare und hilfreiche Orakelgeber im Leben der meisten, um aufzufinden, wenn ein Sklave zufällig entflieht, oder wenn ein Gefäß verloren geht, oder um ein
zu kaufen oder um Handel zu treiben oder um ein Weib zu nehmen oder was dem sonst ähnlich ist, weswegen man die Götter mit etwas Hahnenblut oder durch die Schlachtung eines Widders oder Stieres und mit Kuchen und mit λαγάνιον oder mit etwas Mehl oder mit vergänglichen Kränzen bewundernd und staunend
kein Gott war ihnen ein wahrhaftiger Lehrer für das, was mit Tugend stimmt, noch einer für das, was zur Heilung der Seele Deswegen scheinen mir die Weisen zwar stark am Kriege gegen einander 40 41 gearbeitet und ihren Unterschied von einander sehr gefestigt zu haben, aber hinter dem wahren göttlichen Wissen zurückgeblieben zu sein. So war es zwar möglich, in ihren Worten von Göttern, Göttersöhnen, Halbgöttern ἡμίθεοι und guten Dämonen zu hören, in ihren Taten aber war alles das Gegenteil. Das Entgegengesetzte also war stolz auf das
Entgegengesetzte wie jemand, der die Sonne und die Lichter am Himmel jemandem zeigen will, seine Augen nicht nach oben erheben, sondern seine Hände nach unten auf die Erde fallen lassen, sich auf den Erdboden niederwerfen und in Schmutz und Kot die himmlischen Mächte suchen möchte. Demgemäß also war auch das ganze Geschlecht der
Menschen zumal mit den Philosophen und Königen durch Verstandeswahnsinn und durch Verführung der bösen Dämonen überzeugt, daß die geistige und göttliche οὐσία, die jenseits des Himmels und jenseits der Welt ist, unten irgendwo in der Entstehung der Körper und in den Leidenschaften und Todesfällen der Sterblichen sei. Da so großer Verstandeswahnsinn
das ganze Geschlecht der Menschen schädigte, wie haben wir da nicht mit Recht gesagt, daß Gott als Erlöser und die göttliche Offenbarung und ein gemeinsamer Helfer aller unserem Leben erforderlich war?
sie auch ihr Liebstes opferten denen, die Götter zu sein schienen und kein Mitleid hatten mit der Natur, sondern sogar ihre einzigen und geliebten Kinder im Wahnsinn und in der Raserei des Verstandes töteten. Denn welcher Wahnsinn könnte größer sein als der, Menschen 65 zu opfern und alle ihre Städte und alle ihre Häuser mit dem eigenen
Blut zu besudeln? Oder bezeugen nicht eben dies die Hellenen, und ist nicht ihre ganze Geschichte voll von der Erinnerung daran?
mächtig, wurde dann aber geändert. Denn Einen von denen, die von Staats wegen zum Tode verurteilt waren, bewahrten sie bis zum Fest 42 43 des Kronos auf. Als aber das Fest begann, führten sie den Mann den Toren heraus bis gegenüber dem Bilde der ihn mit Wein und töteten ihn.
Aphrodisios heißt, der Agraulos, der Tochter des Kekrops der agraulischen Nymphe, ein Mensch geschlachtet. Diese Sitte dauerte bis auf die Zeit des Diomedes. Dann aber wurde sie abgeändert, dem Diomedes der Mensch geopfert wurde. Innerhalb Eines Zaunes aber befand sich der Tempel der Athena, der Agraulos und des Diomdes.
Der zu Opfernde aber umkreiste, sobald ihn die Ephehen führten, dreimal den Altar, dann schlug ihn der Priester mit der Lanze auf den στόμαχος und verbrannte ihn darauf ganz auf dem zusammengebrachten Scheiterhaufen. Dieses Gesetz aber schaffte Diphilos, der König Kypern ab, der um die Zeit des Theologen Seleukos lebte, und änderte die
Sitte in ein Stieropfer um.
wurden aber drei am Tage geopfert. Dafür befahl Amosis, daß gleiche ihnen an Zahl entsprechende Bilder aus Wachs auferlegt würden.
einen Menschen. Die Phöniker aber opferten bei großen wie Kriegen oder Seuchen oder Hungersnöten einen der der ausgewählt wurde, dem Kronos. Voll aber ist die Geschichte Phöniker von denen, die geopfert wurden, welche von in phönikischer Sprache geschrieben wurde, die aber Philon Byblios 44 die griechische Sprache in acht Büchern übersetzte.
Hadrian.
nutzten.
latiarischen Zeus ein Mensch geopfert wird? Bis jetzt aber opfern keines- wegs nur in Arkadien alle insgesamt Menschen am Feste des Lykäers Zeus, auch nicht nur in Karchedon dem Kronos, sondern sie spritzen um der gesetzlichen Erinnerung willen in jedem Jahr eigenes Stammesblut fortwährend an die Altäre“. Daß dies so sei, bezeugen auch die
erlesensten Philosophen. Diodoros aber, der die Bibliotheken ver- 67 kleinerte, sagt, daß die Libyer dem Kronos zweihundert der Kinder von Staatsivegen opferten, daß sie aber dreihundert andere, geringer en Standes als diese, dem Opfer der Vorfahren hinzufügten. Der Historiker der römischen Geschichte, mit Namen Dionysius, aber
sagt, daß Zeus und Apollon einmal Menschenopfer forderten in von den sogenannten Aboriginern, daß aber die Gebetenen den 45 46 in allerlei Früchten und Vieh den Göttern opferten. Weil nicht auch Menschen opferten, seien sie in mannigfaches Unglück und hätten nicht früher Ruhe gehabt vor dem Unheil, als sich dezimierten. Indem so also der zehnte Teil der Menschen vertilgt
und dem Zeus und Apollon geopfert wurde, wurden sie selbst die Ursache der Verwüstung des Landes. So große Verderbnis vernichtete das Leben der Menschen, daß sie eine andere Hoffnung Erlösung sich nicht verschreiben konnten als die von Gott, der allein — und kein anderer — dem sterblichen Geschlecht nötig
war.
Völker zumal in der ganzen Welt, Barbaren und Griechen wurden von der Wirksamkeit dämonischer Raserei in Wut versetzt und schwere und böse Krankheit beunruhigt, sodaß das Menschen ohne Verkehr und ohne Versöhnung war mit sich selber, der große Körper der gemeinsamen Natur hierhin
gerissen wurde, indem die Menschen in jedem Winkel der Erde abfielen und mit Sitten und Gesetzen einander bekämpften, und nur dies, sondern indem sie auch wild wurden durch häufige wider einander, sodaß sie immer und wáhrend Lebens mit Kämpfen und Kriegen wider einander beschäftigt
sodaß es nicht möglich war, irgendwohin in Geshäften wenn man nach Art des Kriegers gerüstet war, und sodaß Dörfern und auf den Ackern die Feldarbeiter mit Schwertern waren und mehr Ausrüstung als äte be- 68 47 48 saßen und die Plünderung und der Menschenraub aus (dem Nachbarn für etwas Tugendhaftes galt. Dies unser Wort bezeugt ganze Geschichte der Griechen und Barbaren. Denn (auch) die Schriften, die es unter den Juden giebt, lehren, daß es vor den des Augustus und Tiberius, in deren Tagen unser Erlöser in der Welt
erschien, früher durchaus in jeder Stadt und in jedem und Fürsten der Länder gab.
ihren Wohnort und ihre Könige auch fernerhin in Gebrauch diejenigen, die in Gaza und Askalon wohnten. Joppe und Asdod ferner wurden den besonders für sich beherrscht. Skythopolis und die Städte um es herum wurden so regiert, daß es sich daher ereignete, daß sie die ganze Zeit ihres Daseins in Kämpfen und Kriegen mit ihren Nachbarn verbrachten.
Als aber auch in Jerusalem der wunderbare Tempel gebaut wurde, den Salomo baute, was habe ich nötig zu sagen, wieviel hinterher auch vom Volk der Juden aus Rache feführt wurden Vernachlässignung der Verehrung ihres Gottes, sodaß deswegen sich von einander trennten und wider einander erhoben, sodaß sie verschiedene
schiedene und feindliche Könige in Gebrauch hatten, von denen einen das früher sogenannte Samarien, jetzige Sebaste inne hatten, die anderen aber in Jerusalem wohnten und immerfort mit ihren Stammesgenossen kämpften und sie mit ihnen.
waren auch bei jenen die Orstfürsten. Ebenso waren auch die ihren eigenen Königen untertan. Die Phöniker ihre Ortschaften, damit niemand mit ihnen verkehre oder durch sie hin- 69 durchziehe, indem sie fortwährend das Land ihrer und indem sie fortwährend Städtebelagerung und gegenseitige
Gefangennahme ausübten. Und nicht nur dies, sondern auch ganz und Agypten war allen Fürsten und Königen Götter aber hatten sie Myriaden in den verschiedenen Dörfern Städten und Könige ebenso, die auch widersprechende 49 50 und Erfinder von allerlei Göttern waren, sodaß daher nach ibnen bis jetzt Ortschaften unter den Ägyptern heißen und ihre Gesetze in den Ortschaften gelten. Da sie zugleich Götter und auch Gesetze ersannen denjenigen, die unter ihrer Herrschaft standen, so machten sie ihre
Nachbarn zu Feinden und Hassern, sodaß daher auch sie die ganze Zeit ihres Lebens mit Kriegen verbrachten und wider einander in Aufruhr gerieten, dementsprechend, daß sie viele Fürsten und in Gebrauch hatten. Von dort aber begann auch die Verirrung des Polytheismus weidete wie eine böse
die übrigen Orte der Völker. Die Ägypter waren mehr als Menschen in der Verehrung der Götter bewandert und hätten ehren können als jedermann. Aber frage nicht, was die Früchte Wachstums ihrer Verehrung waren! Denn keineswegs gab es früher die jetzt den Augen sichtbaren Gründe ihres Friedens und
Eintracht unter einander, sondern alles war gerade entgegengesetzt. Deswegen wurden sie durch Kriege und Kämpfe wider einander ganze Zeit ihres Lebens gequält und füllten ihre Länder Stammesblut und Mord, indem die Götter als Frucht ihrer ihnen diese und derartige Werke förderten.
Dinge nicht jedermann bekannt sein sollten, wem von meinen Freunden sollte das verborgen sein, was man von den Griechen liest? Der Krieg der Peloponnesier und Athener, den Thukydides beschrieb, wo Griechen mit Griechen kämpften, wie sie die Potidäer einschlossen, wie Thebaner und ergriffen, Platäer ergriffen, wie die Thraker und
die Athener unterstützten, bisweilen aber eben diesen waren, wie die Athener die Korinther einschlossen, wie sie das Land 70 der Epidaurier und Trözenier verwüsteten, wie sie das Land verwüsteten und selbst wiederum Entsprechendes von Lakedämoniern erlitten, indem diese nach Attika kamen und das
der Athener verwüsteten, zu anderer Zeit aber die Olynthier mit Athenern kämpften, und die einen ferner mit den anderen und wieder mit ihren Nachbarn, und wie alle Arten des Krieges bei ihnen zugerüstet wurden, der Kampf auf Schiffen und der Kampf auf Trockenen und der Kampf auf Pferden! Und das alles, obwohl, wie 51 man sagen darf, Myriaden Götter in jener Zeit das Land der Griechen füllten, und nicht nur dies, sondern auch mit den Menschen lebten, von ihnen geehrt und bedient wurden, nicht wie es jetzt der Fall ist, sondern, wie man sagt, wie ihre Vorfahren jene alten Götter und sie ihnen überlieferten, damit sie ihre Freunde seien und mit den
Göttern redeten, die mit ihnen zusammen waren und lebten auf und sie äufig durch Orakel und Offenbarungen unterstützten. die Früchte dieser Götterverehrung waren diese: und Gefangenschaft.
richte deinen Geist auf den, der in Delphi den Griechen vorsitzt, auf den Pythier, meine ich, der bei allen Griechen gepriesen wird. Eben er rief dem Lydier Krösus zu und war war stark, indem er sagte: kenne die Zahl des Sandes und das Maß des Meeres, die Stummen stehe ich und die Stammelnden höre ich.“ Der aber sandte ihm als
Lohn für diesen Hymnus goldene Ziegel im Werte von zwei und ebenso goldene Phiolen und Schüsseln. Aber dem Krösus mit seinen Worten so sehr starl: Aber seinen eigenen Hausgenossen ’den Griechen) half der Gott nicht einmal so sehr, daß sie ruhig besonnen lebten, sondern über die Athener herrschte der Tyrann Pisistratus,
während der Pythier auf die Griechen sah und die übrigen über sie mächtig waren. Sie waren sogar Genossen im Kriege, als Argiver mit den Korinthern kämpften und die Lakedämonier Trözeniern und die Lokrer wiederum mit anderen Griechen und die Kerkyreer mit anderen, als Messene viermal von den Lakedämoniern
71 eingenommen wurde, als die Arkadier bedrángt und die der Orchomenier zerstört wurden, als die Athener die Agineten und ferner die Megarer die Korinther, die Lakedämonier die die Athener die Booten, die Lokrer die Phokeer und alle diese Griechen die Griechen. Die Götter aber, die ihnen zur Seite saßen, wäbrend
alles dies geschah, Zeus, der Pythier, der Klarier, der Dodonäer, 52 53 Branchide waren voll von den Opfern, die von den Dämonen den Opfern wilder Stierhekatomben, den Opfern an geliebten Kindern der Menschen und, vielleicht weil sie Dämonen waren, von Fettgeruch, freuten sich sehr daran und nahmen sie gnädig
Die die Götter liebenden und für sie sorgenden Griechen als sie von dem bösen Wahnsinn der Kriegsliebe in Wut und wider einander rasend wTaren, von den die Griechen liebenden und schützenden, vielmehr aber, wenn man aufrichtig soll, von den kriegsliebenden, die Menschen hassenden und mit Gott
kämpfenden Dämonen nicht gehindert, obwohl diese bei Denn diese waren die Ursache für alles dies, weil sie liebten und auf der Stelle, so oft ihnen dies durch Kriege unmöglich war, sich durch Menschenopfer in jeder Stadt voll füllten an vergossenem Menschenblute freuten.
gilt: Entweder waren sie nichts und eine böse Verirrung hatte die Menschen erfaßt, daß daß sie seelenlose Bilder eitel und unnütz ihre eigenen geliebten Kinder im Wahnsinn Oder wenn eine Kraft in ihnen war, so ist es natürlilich, daß entweder Gutes oder Böses wirkend war. Wenn sie also
wären ihrer Natur nach, auf Erden wären und mitten herrschten, so würden sie dies e ihre gute Natur nicht genügend außer wenn sie zur Hilfe und Erlösung denen sie wTohnten. Wenn sie aber böse Dämonen sie in allem das Gegenteil des Guten tun. Welcher Beweis ist zwingender
hierfür als die Früchte ihrer eigenen Verwaltung? Denn an seinen Früchten wird der Baum erkannt.“ 72
die Götter ihrer Vorfahren bekannten und wider einander rasend und was das für Götter sind, die innerhalb der Tore waren und jeden Tag von den Städtern geehrt wurden? Welche Verehrung entsprechenden Dinge gaben sie denen, die sie verehrten? Etwa vor allem Frieden, in ruhigem Leben und Genuß zu leben, 54 55 dann feste Gesetze, die ein Schutz für das Gute sind? Wenn nun das wäre, was vorher gesagt worden ist, so wäre es zu zweifeln, daß die οὐσία der Verwalter gut ist. Wenn aber Gipfel des Bösen das ganze Land der Griechen beherrschte und die Götter, die zahlreichere Bewohner waren als die Menschen und nicht
nur in jeder Stadt, sondern auch in den Häusern geehrt wurden, sie geehrt wurden, denen, die sie ehrten, nichts weiter gaben als Mord, Krieg, Verwüstung der Dörfer, Vernichtung und Exil, indem Griechen wider Griechen durch sie entflammt waren, was ermangelt es noch weiteres zu wissen und zu sagen? Vielmehr
das eine von beidem, was vermutet wurde, gilt. Denn entweder konnten die Götter nichts, weil sie nichts waren — so waren sie fern und unschuldig an der Ursache des Bösen — oder etwas Macht und waren selbst die Ursache des Bösen, indem sie zuließen, daß es so geschehe, oder indem sie selbst es bewirkten.
Wenn sie also derart Täter des Bösen waren, ist es die Fürsten des Bösen genannt werden. Wenn sie aber es von andern getan wurde, übersahen, so waren sie wiederum Verräter ihrer Freunde und keineswegs hilfreich, sondern hinterlistig und deshalb böse.
Besseres als wir selbst, sondern Menschen waren, nur daß sie mit versehen waren wegen ihrer Tugend und Weisheit, warum traten sie dann nicht ins Mittel und befreiten ihre Freunde vom Kampf, indem sie sie entweder durchs Wort überzeugten oder mit Gewalt trennten und weit von einander entfernten und ihnen das rieten, was recht ist, indem
73 sie die Taten guter Menschen wirkten und sie von der Feindschaft befreiten und sie zum Friedenzusamenführten, da sie ja ihre Freunde sind?
und von allen geehrt wurden, indem sie sie dem Blut vergießen, Schwert und dem Mord der eigenen Brüder übergaben. WTie Weil sie nicht helfen konnten oder nicht wollten, obwohl sie konnten? Denn wenn sie nicht wollten, obwohl sie konnten, hatten sie keineswegs hilfreiche Eigenschaften für die, die sie ehrten, sondern feindliche und
56 57 hinterlistige. Denn diejenigen, die das Böse entfernen konnten, es nicht taten, waren nichts Besseres als Feinde. Wenn sie aber nicht konnten, obwohl sie wollten, verdienen sie Verzeihung wegen ihrer Schwäche. Wenn sie aber demnach so waren, ist die Aussage, daß
Götter seien, überflüssig und wurde der Name „hilfreich“ ihnen mit Recht zugeschrieben, weil sie nicht einmal den Menschen zur Erlösung halfen wegen der Schwäche der Natur.
und alles dessen sei, was unter den Menschen geschieht, so wird eben unser Leben ganz und gar zerstört, sobald das vernichtet ist, was uns ist, und ist folglich eine falsche und trügerische Lehre statt über uns gekommen. So wird auch ihre Meinung von den Göttern vernichtet, die nichts können außer dem, was durchs Schicksal bestimmt
ist, was, wie auch immer, notwendig eintreten muß, selbst wenn nicht wollen. So wird ferner auch die Fürsorge eitel und unnütz, da sie solche ehren, die nichts tun können. Aber hierdurch sind begriffen worden jene wunderbaren Wesen, in denen keine Kraft war, dem Bösen der Menschen zu helfen, und
offenbar als solche erschienen, welche sich freuen an schändlichen verwerflichen Göttergeschichten und an den bösen Opfern der Menschen. Daher also müssen wir glauben, daß die solches mit den damaligen Menschen taten wegen ihrer das Böse 74 und den Krieg liebenden Natur, aus ihren eigenen Werken widerlegt
seien.
Europa, Libyen und Ägypten, die früher nichts anderes waren als im Wetter befindliches Schiff, das heftige Winde und Stürme allen Seiten zugleich ergriffen haben und hierhin und dorthin im Orkan eintauchen, werden jetzt in lustvoller Heiterkeit, glänzender Ruhe friedlicher Freude vom Steuer gelenkt und bekennen den Einen Steuermann
des Alls. Und alles dies jetzt, obwohl der Delphier verwüstet, obwohl der Pythier ausgelöscht und obwohl die Erinnerung an alle übrigen ötter aus dem Gehör der Menschen verwischt ist und kein Zwang des Schicksals, welcher auch immer es sei, und keine kriegs- 58 liebenden Dämonen die Städte verwirren! Denn seit in der ganzen Menschenwelt, in allen Städten, in allen Dörfern und in allen Ortschaften die Lehre unseres Erlösers stark geworden ist und seit nicht mehr das Geschlecht der Dámonen, sondern nur Gott, der König des Alls und der Schöpfer der ganzen Welt, der Logos Gottes, bei allen Menschen, Barbaren
und Griechen, anerkannt und gepriesen wird, ist jedes Wort vom Schicksal aufgelöst, und jeder Krieg bewirkende Zwang ist Ferne. Vielmehr wird der göttliche, Frieden bewirkende Logos ganzen Erde besungen, und das Menschengeschlecht hängt Gott, dem Vater, an, der Frieden und Liebe allen Menschen fördert, Jetzt, wo
die Kulte der Götter nicht mehr geübt werden noch die Folgen des gegenseitigen Krieges bestehen, wo auf der ganzen Erde die Tempel, die einst in die Höhe errichtet wurden, in den äußersten geraten sind und wo alle jene Götter, die einst an jedem Orte riefen, aus Scham oder aus Furcht schweigen, sind alle Städte,
Provinzen und Länder zugleich durch die rechte Hand) der Liebe zum Frieden gebracht worden und genießen unter Einer Herrschaft von 75 aus Ordnung zumal und Eintracht. Früher aber, als sie die Götter viel mehr sogar als ihre geliebten Kinder ehrten, in welcher Lebensverfassung sich da die Völker Griechenlands und der Barbaren befanden.
brauchen wir nicht weiter in längerer Rede darzutun, da diese Dinge in kurzem klargelegt sind. Aber derart sind die alten Überlieferungen der Geschichte.
unseres Erlösers, bestanden? Denn Aridaios, der Bruder empfing das Königtum von in Europa beherrschte, Ptolemaios aber Agypten und Alexandria erhielt. Phönikien aber und Kölesyrien regierte Antigonos Asien, Kassandros Karien, Leonnatos den Hellespont,
Eumenes Paphlagonien und Lysimachos die Gegenden von Thrakien. Daher zogen wie aus einer Schranke zum gegenseitigen Kriege aus eben dieselben, die die Herrschaft empfangen hatten. Denn Ptolemaios, der Sohn des Lagos, brach fünfzehn Mal aus Ägypten aber trat dem Ptolemaios, dem König der Makedonier, entgegen und
wurde getötet. Perdikas drang in Ägypten ein mit 59 Ptolemaios eroberte Kypern, Demetrios plünderte Syrien, ein wiederum ging nach einem anderen Orte und besiegte mit seiner Räuberbande seine Grenznachbarn.
und unversöhnlich wurde ihre Feindschaft wáhren die Verehrung vieler Götter in jener Zeit Kapellen und Heiligtümer in allen Städten die Tempel mit vielen Weih gescheuten geschmückt war das Götterwort bei den
und Massen ehrten in den Dörfern und an jedem Ort, so den Häusern, selbst in den Schatzkammern und Altären und Bildern die Götter sie so waren, unterschieden sie sich in nichts von dämonischen Menschen, 76 deren Seelen in Wahnsinn verkehrt, die die ganze Zeit ihres Lebens mit
dem Blute ihrer Ortsgenossen befleckt und in Wahrheit dämonisch waren, indem bei den gegenseitigen Kriegen und häufigen Städtebelagerungen die die Welt verderbenden Dämonen ihnen dabei behilflich waren.
Verderben vorauszuwissen und vorauszusagen, das sich ihnen allen bei dem Erscheinen unseres Erlösers unter den Menschen ist der größte Beweis ihrer Minderwertigkeit und eine zwingende jener Orakel, die einst unter allen Griechen verkündet wurden. Keiner der Orakelnden also sagte das Erscheinen unseres Erlösers unter
den Menschen voraus noch die neue Lehre, die von ihm allen Völkern gegeben würde, sondern keiner, nicht einmal der Pythier anderer der großen Dämonen wußte das eigene Verderben voraus noch sagte vorher den, der kommen werde als Vernichter und Zerstörer aller, noch sah alle diejenigen voraus, die aus den Griechen- und Barbarenvölkern
dem Irrtum des Polytheismus sich abwenden und den Einen über alles herrschenden Gott erkennen würden.
scheinen würde, daß das Wissen des allerhöchsten 60 61 herrscht), und seine Verehrung allen Völkern prophezeite die Vernichtung der eigenen Tempel und den äußersten Grad ihrer Verwüstung? verkündigte Gold und Silber bestehenden Götzenbildern die Einschmelzung Feuer und die Veränderung von unbrauchbarem Anblick zur vorzüglichen
Brauchbarkeit der Menschen? Denn an die Götzenbilder. die von ihnen eingeschmolzen und verächtlich und erbärmlich in ganz kleine Stücke gehauen wurden. — wer von den Göttern dachte jemals daran? Wo aber waren die Fürsorger dieser Bilder, die ihren nicht halfen, als sie von den Menschen zerstört wurden? Wo waren
diejenigen, die früher Kriege bewirkten, bei ihrem Unheil aber selbst Zerstörenden susahen, während diese im tiefsten Frieden waren? 77 Wunderbar zu sagen aber ist es, daß, als ihre Tempel vernichtet ein das Schöne und Gute fördernder Friede beherrschte, daß das gerade Gegenteil aber eintrat, als die Götter im
Frieden waren. Kriege also und Kämpfe und Aufruhre die wir früher geschichtlich besprochen haben, unter den Menschen bei der Macht der Götter, bei aber eben derselben war ganz und gar Friede und reichliches Glück. Daher ist es für jeden, der überlegt, klar, daß deine götter noch
gute Dämonen waren, sondern im Gegenteil böse deren Macht Ursache war für das Böse aber das Kommen des Guten für jedermann förderte. das Volk der Griechen in Verwirrung war und wie die Völker ganzen Erde verwirrt waren, haben wir nunmehr wie in Kürze erkannt.
als etwas Frevelhaftes und warfen ihre Toten den Hunden und Vögeln vor. Die einen schlachteten die Fremdlinge, die zu ihnen kamen, die andern aber verzehrten sogar Menschenfleisch. Ferner aßen Geliebten, die alt geworden waren, bevor sie der Tod erreichte, vorher, nachdem sie sie zuvor geopfert hatten. Die einen stürzten diejenigen,
die sich dem Greisenalter näherten, vom Felsen, die sie der Schlinge. Die einen warfen sie den Hunden vor, während sie 78 noch lebendig waren, die andern aber als Tote. Die einen begruben, die anderen töteten zu gleicher Zeit mit ihnen auf die Lebenden, die von den Toten geliebt wurden.
fortan das ganze Menschengeschlecht zum äußersten Grad der geführt, und er, der vernünftig ist, Kein anderes Wesen von denen, die auf Erden sind, war böser als der Mensch, der ein Leben führte und seinen Geist mit jeder Art der Bosheit verderbte, sodaß
er sich bald auch abwandte von der in seiner Natur liegenden Erwägung und nicht mit Recht die Dinge seiner Seele, noch die seines Leibes, noch die außerhalb von ihnen tat, allerorten litt. Denn das Leben der Menschen wird eingeteilt in die Dinge der Seele, in die des Leibes und in die außerhalb
und auf allerlei Art herrschte die Verirrung der Dämonen und verderbte das Leben der Menschen, sodaß die Dinge der Seele verflochten wurden in die Raserei der Dämonenverehrung, die hatte, in die von der Wahrheit entfernte Torheit und Blindheit, inbezug auf die auch das Geschlecht der Philosophen getrübt
war, die Dinge des Leibes aber in Menschenopfer auf der ganzen Erde und ferner in schändliche, ungesetzliche Taten Schändung, und endlich die Dinge außerhalb daß alle Städte, Orter und Völker waren, bald aber, indem sie sich vereinigten, wider einander kämpften
und durch gegenseitige Verwüstung wurden. Zu kurz würde mir sein die Länge des 64 65 Dinge der alten Krankheit erzählen wollte, die das ergriffen hatte. Deswegen besonders war Gott der Erlöser uns als solchen, die in den äußersten Grad des Bösen und keine andere bessere Heilung und Hilfe als die durch die Theophanie unserem Leben erforderlich.
er den als seinen vertrauten Freund sehe, der durch sich selbst die Ursache des Untergangs sich zugezogen hatte? Ist es recht, daß jemand über die Erlösung seiner Geliebten hinweggeht und daß diejenigen, die der höchsten sind, in dieser Weise zu Grunde gehen? Würde doch nicht einmal
der κυβερνήτης jemals weise genannt, wenn er das Schiff mitsamt seiner Mannschaft untertauchen ließe, ohne von sich aus irgend zu ersinnen für diegenigen, diejenigen, die mit ihm fahren, jemals so mitleidlos sein, seine Heerscharen un ungerächt auszuliefern. Noch würde ein guter Hirt das aus seiner Feinden
verirrte Schaf gefühllos vernachlässigen, sondern er da ist und sich an sicherem Orte befindet, zurücklassen und der Rettung des verirrten willen leiden, selbst wenn er mit wilden Tieren kämpfen müßte. Aber keineswegs des erlösenden Logos auf ein unvernünftiges Schaf, da alles um des
vernünftigen Lebewesens willen bereitet war. Denn der ihm von den Lebewesen auf Erden das gottgeliebteste, der Mensch, dem er auch übergeben hatte, wie ein Vater das Geschlecht der unvernünftigen Lebewesen zu knechten, der Mensch, dem er auch den 66 67 schiffbaren Lauf des Meeres gab und für den er die Erde mit Pflanzen schmückte, er, dem er auch die schwimmenden Arten der Fische in der verborgenen Tiefe und die Vögel in machte, der Mensch, dem er die Kraft des Wissens zur Aufnahme
mannigfacher Lehre gewährte, dem er auch die Schauspiele am Himmel enthüllte und die Läufe der Sonne, die die Gleise der Planeten und Fixsterne offenbarte.
οὐσία in den Menschen? Er, der sich richtig kümmerte um Dinge des Leibes und der wahrnehmbaren Welt, der den Menschen alle Arten der Nahrung und alle Arten der Heilung und Gesundheit des Leibes, und der Größe, und Überfluß an Besitz zum Gebrauch gab, sollte
für das, was besser ist im Menschen, für die Seele verständige οὐσία, die töricht geworden sind? Aber so würde jemand 80 mit Recht die Schwäche tadeln, nicht das von der Herde sondern besonders die Nachlässigkeit des Hirten, ferner deren Seele krank ist und denen es übel ergeht, sondern besonders die
Nichtbeachtung und Schwäche des Arztes, wenn er Arten der heilenden und helfenden Arzneien denen nicht giebt, die ihrer bedürfen. Daber rief jeder Zwang den Fürsorger zur Heilung seiner Schafe.
seine Theophanie zu veranstalten, als es offenbar seiner vernünftigen Herde auf Erden am schlimmsten erging, da er keine Zeit jemals verstreichen ließ, in der er nicht die Bedürftigen mit Vorsehung durch Versorgung mit allem Guten versah. Allezeit also von jemals aller Ewigkeit an blickte er auf die irdischen Dinge,
beaufsichtigte sie, gab zu den erforderlichen Zeiten von sich aus reichliche Versorgung und zeigte sich jedermann als einen tadellosen Fürsorger der Vorsehung über die Menschen, sodab er auch durch Offenbarung der Engel und durch die den Menschen vorstehenden heiligen 68 Diener Gottes um diejenigen sich bekümmerte, die würdig waren unter den Menschen, durch Prophetie und unterredenden Verkehr die Gottheit seines Vaters und das Leben in der Tugend denen verkündete, die im Geheimnis der Gottesverehrung wandeln konnten, in jener Zeit, wo er unseren Vätern als solchen, die noch kindlich und im Bösen
nicht erfahren waren, das Wissen von seiner eigenen Person gab.
mit passenden Hilfsmitteln und brachte durch bittere Arzneien diejenigen zur Umkehr, die bei seiner freundlichen Gabe nicht besser geworden waren. Sie also strafte er durch die schweren Schmerzen des Unheils bei 81 Seuchen, Hungersnöten, Kriegen, Bränden und Überschwemmungen und wendete zu sich zurück diejenigen, die dessen bedürftig waren. Bald reinigte
er das ganze Leben besserte er die Welt durch Verlust des Wassers, bald aber strafte er die Gottlosen strichweise durch zu reichliche Regenfälle, durch Blitzschläge, Brände und Mangel an Regen. Ferner aber bekräftigte er in der Vorzüglichkeit seiner Liebe durch Werke die Widerlegung der Lehre über die Dämonenverirrung. Selbst die Tempel
derer, die für Götter gehalten wurden, und die Kapellen mitsamt den Bildern und Dämonen vernichtete er, indem sie durch Blitzschläge untergingen, und brachte so die Toren zur Besonnenheit. Und nicht nur dies, sondern er lehrte sie auch durch Erwägung erkennen, daß das niemals Götter seien, die nicht einmal sich selbst helfen konnten, noch
daß Hausgenossen des Allkönigs Gott noch Freunde die seien, mit denen er kämpfe. Denn wie sollte Gott die Ursache alles Guten dem Untergang durch sein eigenes Feuer die Tempel überliefern, die man zu seiner Ehre baute, wenn er es nicht zur Widerlegung ihres Irrtums tat? Denn wenn er wollte, daß die Dämonen, die unter ihnen wohnten,
geehrt wurden, warum verderbte er dann die Tempel dieser Wesen mitsamt den Götzenbildern? Durch die vou oben aus der Höhe von Gott gesandten Pfeile trieb er diejenigen, die bei ihnen wohnten, in die Ferne und verkündete hierdurch völlig eben durch Taten in die Ohren jedermanns, indem er rief: Schweigt still von dem Irrtum der Dämonen
und des Polytheismus und bekennt vielmehr den Herrn Himmels und der Erden, der der Gott der ganzen Welt ist, und den Erlöser, 69 20 „und“ Σ l ABBREV 27 beachte ABBREV vor ABBREV den Ernährer, den Beschützer, den sie mit ihren eigenen Augen sahen. wie er bald durch Versorgung mit Regen zu rechter Zeit und durch Reichtum und alles tragende, aus der Erde sprossende Früchte, durch reichliche Annehmlichkeit seine Fürsorge für ür sie zeigte, wie
er bald aber durch gottgesandte Schläge und von Züchtigungen wie durch Stricke diejenigen zur Umkehr auf das von ihm besorgte Gute nicht achteten; und nicht nur dies, sondern wie er auch durch häufige Blitze und Brände, verhängt wurden, welche sie für Götter ihren Irrtum heilte,
sodaß auch durch die Hinterlist der Menschen die Tempel brannten mitsamt denen, welche sie zu Göttern machten, und so offenkunding 82 eine Widerlegung dieses Irrtums den Zuschauern zeigten. Aber obwohl eben jene Götterverehrer die früheren für sie nichts anderes als die Aufrechterhaltung ihres Frevels.
Da sie aber auch ferner an die Götter glaubten, die bekannten, nichts tun zu können außer dem, was das Schicksal ist nach ihrer Meinung die Ursache des Alls — verstanden und erwogen sie nicht, daß, weil das Schicksal sie die Götter beherrschte, die Meinung über diejenigen eitel ist,
Menschen weder unterstützen das Schicksal zu ehren, da es die Ursache des Alls ist, nur wenn man muß? Indessen aber auch dieser unwandelbare Zwang hatte Macht über sich selbst, sondern diese Macht besaß nur der, den als Herrn dieses Schicksals und auch des Alls anerkennt, indem er
bald durch die Versorgung mit allerlei guten Dingen Kenntnis seiner selbst gewährt, bald aber den Irrtum der durch Donner und Blitz widerlegte. Sogleich aber lehrt die Geschichte, daß der üher ühmte Tempel des Pythiers einen Brand erlitt. Die aber richteten, da sie bei ihrem Irrtum verharrten,
harrten, ihn auch zum zweiten Male auf. Als Gott ihn zum zweiten Male vernichtete, erneuerten sie ihn sogar zum dritten Male. Der aber zerstörte nicht mehr den Tempel, sondern trieb der in seinem Innern wohnte, völlig auf der Stelle durch aus, sodaß dort hinfort keine Orakelstätte mehr ist noch 70 71 früher die Griechen verführte.
noch gesehen wird als das große Siegeszeichen der Zersörung.
einmal der Blitz getroffen habe.
oben vom Himmel und zerstörte das Allerheiligste.
Belehrung, göttliche Gesetze Gesetze und gerechte Worte nach Art guter Kräuter und Heilmittel zur Erlösung der vernünftigen Geschlecht. So also rief er früher durch gewisse Propheten Hebräern, die am göttlichen Geiste teil hatten, früher durch andere gottliebende Männer und ferner nach diesen durch
die späteren Gottbekleideten Gottbekleideten die dem Tode Preisgegebenen zu ihrer eigenen Heilung auf und säte durch göttliche 72 73 Ermahnung und durch allerlei Lehren und voraussagende und propheeiende Worte der Zukunft den Anfang und die Grundlinien zu einem gottesfürchtigen Leben in die Seele der Menschen. Von fortan wie aus einer Quelle auch durch alle Teile der Welt die vernünftigen
Samen und Sitten. Fortan sah man bei allen Völkern kannte man bei allen Menschen den Namen und die Vorzüglichkeit der Philosophie, und die Liebe zum Guten und die Bemühung um das Finden der Wahrheit war bei vielen erregt, sodab auch die Verirrung 84 irrung der Väter in geringster Nichtachtung war, vielmehr die Verehrung
der Gottesliebe von den Jüngern verkündet und die Wahrheit gesucht wurde. Groß aber war die Spaltung hierüber die Kämpfe und die Differenzen derer, die über Lehren zeigten die Dinge der Vorsehung, die über die Menschen in Menge von aller Ewigkeit her ergingen, einen jedermann geziemenden und
entsprechenden Fürsorger.
der freundliche Logos Gottes, natürlich besonders passender Zeit seine Theophanie. Er kam fortan in der Botschaft seiner selbst und zeigte in Wahrheit Gott durch ein menschliches Gefäß den Menschen, die sonst die Wahrheit nicht erkennen können. aber den Gott der Wahrheit durch göttliche Taten,
und Lehren himmlischer Belehrung, die das Königreich Gottes enthüllen, durch die er fortan das ganze Geschlecht wie es vorher gefördert ward durch das, wovon haben, in der himmlischen Lehre unterwies. Früher aber war möglich, durch Worte, die das vollkommene Wissen Gottes
vorzügliche Leben der Keuschheit und Gerechtigkeit nahe bringen, diejenigen besonnen zu machen, die auf den Gipfel des Bösen getrieben waren. Daher wie Arzte denjenigen, die krank und durch schwere, schmerzliche Leiden geschwächt sind, keineswegs die gesunde, den Nahrung verordnen, sondern durch Kummer und Schmerz verursachende
Dinge Heilung bringen und, wenn es nötig verzichten, Brenneisen und bittere Tránke zur Hemmung anzuwenden, aber keineswegs die Speisen, die für die 74 sondern solche, die den Kranken zuträglich sind, und erst gesund geworden sind, ihnen gesundende und kräftigende Speisen zuführen,
waren und in unseliger Geistesverblendung und Wildheit rasten, vor seiner letzten Theophanie durch bittere Strafen, durch Seuchen, Hungersnöte und häufige Kriege wider einander, ferner vielen Regen und Vorenthaltung des Regens, und beseitigte durch unheilvolle Blitzschläge jene schweren Anstöße d. h. die Tempel und
gab auch den Dämonenverehrern Gelegenheit, der polytheistischen Verirrung und durch die Strafe der Blitzschläge ihre eigenen Götzenbilder zu sehen und in ihrem wahren zu lernen.
Gütern Geschenke von sich aus: Regen zu rechter Zeit, Früchte, Wechsel der Jahreszeiten, Fortpflanzung der Tiere Mittel jeder Art der Künste, deren Samen und in die Seelen der Menschen warf. Er säte ferner auch den göttlichen Worte und der gottesfürchtigen Lehre, die Einführung. die
Grund linien und Anfänge der göttlichen Gesetze, Menschen frommte, durch Propheten, die bei den Hebräern berühmt waren. Er gab ferner auch durch viele andere eine für Menschen passende Hilfe infolge seiner eigenen Vorsehung.
Friedlichkeit und Ruhe sich änderte und bereit war, die vollkommene Lehre über Gott aufzunehmen, zeigte wiederum der gemeinsame Erlöser aller, das eingeborene Wort Gottes, der König des Alls, Zeit seine göttliche Offenbarung durch Taten. Aber nachdem vorgelegt ist, ist es Zeit, daß wir zum Folgenden weitergehen.
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De Theophania (Fragmenta). Eusebius. Hugo Gressmann (Translator). Germany. 2014.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.