Das erste Buch des Cäsareensers Eusebius über die Theophanie.
Keinen Verwalter habe, und daß sie ohne Herr und ohne Voersehung Planlos und aufs Geratewohl und durch einen unverständigen Zufall, der Sich grade ereignete, von selber entstand, sind vollkommen Frevler Und gottlose. Die daher aus unsern Göttlichen Versammlunge aus Gestoßen und von unsern heiligen Tempeln ferngehalten warden sollen,
Geziemenderwiese, deswegen weil auch sie weder ein Haus herstellen Können ohne Überlegung und Fürsorge, noch ein Schiff schön zusammengepflockt Warden kann ohne einen Schiffsmann, noch ein Gewand gewebt Warden kann ohne bie Webkunst, noch eine Satdt gebaut warden kann, wenn Die Wisheit des Baumeirsters nicht voerhanden ist. Indem sie dies zugestehen,
Weiß ich nicht, in welchem Verstandeswahnsinn sie nicht achten Auf die Bahnen der Sonne, die nach ihrer Art, noch auf die Wechsel des Mondes, die nach iherer Ordnung, noch auf die Reigen der Sterne, die Nach ihere Regel geschehen, noch auf das Kreisen der Himmelsgewölbe, Noch auf die Wiederkehr der Perioden, noch auf den Wechsel der
Jahreszeiten, noch ferner überdies auf die Wageblken, die in gleichen Ausdehungsschwqankungen der Tage jund Nächte sich befinden, noch Auf die undbhinderte Geburt der Lebewesen, noch auf die für lange Ewigkeit unwandelbare Fortpflanzung, noch auf die Grwächse, die aus Der Erde sprossen, mit allerlei Blÿten, noch auf die Nahrungsmittel,
Die allen lebeesen entsprechend sind, noch auf ihre eigenne Sinne, Noch auf die Formen des leibes, noch auf seine Glieder, die gut an ihren 1 2 Platz gestellt sind — mit ihren Augen sehen sie und mit ihren Händen tasten sie, was, wie man sagt, selbst den blinden klar ist, so daß sie 2 mit gottlosen Worten und im Frevel länsterlichen Sinnes wähnen, es gebe weder ein Werk der Weisheit, wie sie sagen, noch des Wortes
Gottes und der Vorsehung, sondern nur des unverständigen, zufälligen Verhängnisses, das planlos und aufs Geratewohl von irgendwoher sich ereigne. Eben diese also sollen als vollkommen Gottlose von dem Verkehr mit den Gottesfürchtigen und von dem Hören des göttlichen Wortes weit weggetriebe warden.
vertauscht und statt seiner die Sonne, den Mond und die übrigen Teile der Welt und die Ur-στοιχεῖα: Erde, Wasser, Luft und Feuer, mite ben dem gleichen Namen ihres Werkmeisters und Schöpfers geehrt und sie Götter genannt haben, Dinge, die niemals wären, noch geworden wären, noch genannt würden, wenn nicht der Weltschöpfer, das Wort Gottes
wäre, der ihr Werden wollte —, sie scheinen mir nicht besser als diejenigen, welche den Baumeister der vorzüglichen Arbeiten in den Königshäusern außer acht lassen und statt dessen die Dachbalken und die Wände und die vielfarbigen und vielblumigen Bilder, die an ihnen hängen, und die goldbunten Schnitzwerke und die Steinskulpturen
anstaunen und eben diesen Dingen das Lob der Weisheit ihres Künstlers beilegen, während sie nicht diesen sichtbaren gegenständen, sondern nur dem, der ihr Baumeister ist, die Ursache ihres Staunens zuschreiben und bekennen sollten, daß Werke der Weisheit die moisten seien, daß 3 4 Weise aber allein der sei, der den moisten Ursache gab, so zu werdeb. Von unmündigen Kindern also sind sie durchaus in nichts verschieden, Ebensowenig wie diejenigen, welche die siebensaitige Zither, eben das Musikinstrument, aber keineswegs den, der dessen Zusammensetzung erfunden Hat und dessen kundig ist, und seine Weisheit anstaunen, oder
wie diejenigen, welche den in Kriegen tapferen Mann außer acht Lassen, wohl aber seine Lanze und seinen Schild mit Siegeskränzen schmücken, oder wie diejenigen, welche in gleicher Weise wie den Großkönig, der die Ursache für die große und königliche Stadt ist, auch die Märkte und Straßen, die Gebäude, die seelenlosen Tempel
3 und Gymnasien ehren während sie nicht die Säulen noch die Steine, Sondern den großen Schöpfer und Gesetzgeber dieser weisheitsreichen Dinge anstaunen sollten.
Himmel setzen, sondern wir müssen bekennen, daß sie alle Werke der Weisheit sind. Aber nicht dürfen wir sie in ähnlicher Weise wie ihren Werkmeister und Schöpfer ehren und anbeten, vielmehr sollen wir infolge Der Betrachtung eben dieser Dinge ihn, nicht mehr mit leiblichen Augen, sondern nur mit einem reinen und klaren Verstande erkannt
Wird, den König des Alls, das Wort Gottes mit ganzer Liebe der Seele preisen und verehren, deswegen weil auch niemals jemand den Leib eines weisen und verständigen Mannes: seine Augen oder seinen Kopf oder seine Hände oder seine Füße oder sein übriges Flesich, geschweige Die äußere Bedeckung seines. Gewandes weise nennt, noch
Die Geräte im Hause weise, noch die Gefäße, die zum Dienst der Philosophen bestimmt sind, sondern jeder, der Verstand hat, bewundert die Verborgene, unsichtbare Intelligenz, die in dem Menschen ist.
sind, das verborgene, unsichtbare Wort, den Schöpfer und Schmuckwart der Ur bilder des Alls bewundern, ihn, der der eingeborne Logos Gottes ist, den der jenseits von aller und über aller οὐσία 5 Stehende Schöpfer des Alls aus sich wie einen Lichtstrahl aus seiner Gottheit gezeugt und zum Führer und Lenker dieses Alls eingesetzt hat.
Allenker Gott nahte wegen der Größe ihres Mangels an Gutem — den er war ein Sein, das jenseits und oberhalb von allem ist,, das unaussagbar, unerreichbar und unnahbar in stolzem Licht wohnt, des- gleichen es nicht gibt, wie die göttlichen Worte sagen; die οὐσία aber existierte nicht und aus dem Nichts brachte er sie hervor, sehr
verschieden und sehr weit entfernt von der Natur des Seins — so stellate daher mit Recht der an allem Guten reiche Gott des Alls zuvor ein Mittleres auf: die göttliche kraft seines Eingebornen, die allem genügt, die vor- 4 züglich genau and nah emit dem Nater redet und innerhalb von ihm
niedrigt und denen gleich wird an Gestalt, die von der Spitze fern bleiben. Denn auf andere Weise war es weder ehrbar noch gerecht, daß er, der jenseits von allem und höher als alles ist, sich mit ver- gänglicher ὕλη und mit einem Körper vermischte. Deswegen drange der göttliche Logos 9unvermerkt) dazwischen in das All ein, band die Zügel
des Alls zusammen und führt und trägt es dahin durch göttliche, un- körperliche Kraft, indem er es allweise lenkt, wie es ihm gut zu sein scheint.
wirrter Natur bestehen, was wir auch mit unsern Augen sehen, und wenn es ferner Eine οὐσία des Alls gibt, welche diejenigen, die hierin er- fahren sind, „Aufnehmerin des Alls“, „Mutter“ und „Amme“ zu nennen 6 7 lieben, und welche ohne Gestalt und Aussehen und völlig Seele und Vernunft ist — woher, würde jemand sagen, hat sie den die Ordnung, die in ihr ist? Woher der Unterschied der στοιχεῖα? Woher der Zusammenlauf der gegensätzlichen Elemente zur Einheit? Wer hat befohlen, daß das schwere στοιχεῖον der Erde oben auf der feuchten
οὐσία reite?
dem Kampf miteinander befreit und in Liebe versöhnt?
5 alle Lebewesen gefunden?
ihre Entstehung und ihren Wandel mit verborgener, unsichtbarer Kraft?
oben zur Höhe und nach unten zur Tiefe unkörperlich aus, faßte die Breiten und Längen des Alls gleichsam mit seinen breiten Händen, brachte und schnürte das All zus Alls zusammen, befestigte sich dies reich zusammengesetzte Instrument und schlägt die unvernünftige, gestalt- und formlose 8 9 οὐσία der Körper mit allweiser und vernünftiger Kraft an, indem er schön die Tonleiter der διάτονοι mit derjenigen der διεζευγμένα verbindet, und lenkt die Sonne, den Mond und die leuchten am Himmel mit unaussprechlichen Worten und führt sie zum Nutzen des alls.
von Gestalten und allerlei verschiedene Tiere.
aufs land und vollendet so zu bestimmten Zeiten seine Versorgung. Nachdem er nach Art eines vorzüglichen Landmannes den Acker gut bewässert und mit der Trackenheit die Feuchtigkeit vermengt hat, wandelt er ihn auf alle Art um, indem er bald durch die schöche Blüten, bald 6 durch allerlei Formen, bald durch angenehme Gerüche, bald durch die
wechselnden Unterschiede der Früchte und bald durch den Geschmack allerhand Genüsse gevährt.
andere Schicksal genannt. Andere aber haben gesagt, er sei der jenseits von allem weilende Gott, und haven ich weiß nicht wie unendlich weitgetrennte Dinge vermischt, indem sie den Alllenker, die höchste 10 Kraft des Seins nach unten auf die Erde und in die Körper warfen und mit vergänglicher ὕλη verknüpften und vorgaben, er umkreise die Mitte der unvernünftigen und vernünftigen, sterblichen und unsdterblichen Lebewesen. Aber sie behaupten dies.
eben er, der die Ursache des Alls ist, jenseits von allem Begreifen sei. Deswegen sei er unsagbar, unaussprechlich, unnennber, und nicht nur höher als jedes Wort, sondern auch als alle Vernnuft, weder an einem Orte greifbar noch in Körpern existierend, weder im Himmel noch im Äther noch in irgend einem der Teile des Alls, sondern zugleich überall
und außerbalb von allem, auftbewahrt in her Tiefe des verborgenen Wissens. Diesen allein als wahren Gott zu wissen, lehren die göttlichen Worte, ihn, der von jeder körperlichen οὑσία gesondert und jedem Verwaltungsdienst fremd ist. Deswegen ist uns überliefert, daß alles von ihm, aber keineswegs durch ihn sei.
Art eines Königs drinnen in der Verborgenheit und Verstecktheit und Unxugänglichkeit in der Höhe des Blickes und lenkt und ordnet alles nur durch die Kraft seines Willens. Denn wenn er will, so existiert das, was da existiert, und wenn er nicht will, so existiert es nicht. Er will aber alles Gute, deswegen weil auch er gut ist in seiner οὐσία.
Vater in versteckter Verborgenheit gezeugt, und wie es zuerst allen ein Bote für die Gedanken seines Vaters ist und offen das verkündigt, was sein Vater in der Verborgenheit beschlossen hat, und die Beschlüsse durch Taten vollführt, indem es in die Ohren aller eingeht, und wie dann diese den Nutzen vom Worte empfangen, wie aber niemals einer
den verborgenen, unsichtbaren Verstand, eben den Vater des Wortes, mit Augen gesehen hat, — demgemäß also, das heißt vielmehr über alle Beispiele und Bilder hinaus ist das vollkommene Wort des Allkönigs Gott, wie der einzigartige Sohn seines Vaters, keineswegs entstanden durch eine sich äußernde Kraft, noch seiner Natur nach aus Silben von Namen
und Worten geschaffen, noch wird er mit einem Wort, das durch die Luft schlägt, bezeichnet, sondern er ist das lebendige und wirksame Wort des über alles herrschenden Gottes und ist seinem Wesen nach die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes, und geht aus der Gottheit und dem Königreich seines Vaters hervor und ist der gute Sprößling
eines guten Vaters und der gemeinsame Erlöser aller, und tränkt alles und läßt allem Leben, Vernunft, Weisheit, Licht und alles Gute aus seiner eigenen Fülle zufließen. Er tränkt aber keineswegs nur das, was vor ihm liegt und ihm am nächsten ist, sondern auch das weit Entfernte zu Lande und zu Wasser und wenn es irgend einen anderen Teil
als diese im Seienden gibt. Für alle zugleich ordnet er Grenzen, Gebiete, GEsetze und Erbteile mit Gerechtigkeit, und mit königlicher Vollmacht teilt er einem jeden ͌ u und gibt ihm das, dessen er würdig ist, und sondert ab für die einen, daß sie die überweltlichen Gewölbe, für die 13 14 anderen, daß sie den Himmel selber bewohnen, für andere die atherischen Wohnstatten, für andere die Luft und fur andere die Erde, und dann, 8 indem er sie non hier wieder anderswohin verlegt, unterscheidet er sehr wohl die Lebensfuhrungen aller, pflanzt Gewohnheiten und Sitten unterschiedlich fort und sorgt fur leben und Nahrung keineswegs der Vernunftigen
allein, sondern auch der unvernunftigen Tiere zum Gebrauch der vernunftigen Menschen.
oben seinen Vater anblickt und gemaß seinen Winken das Untere und ihm nachfolgend wie ein Erloser aller lenkt, indem er so in der Mitte befindet, der das Getrennte zusammenfesselt und nicht zuläbt, daß
ist und die gewordene οὐσία dem Sein annahert.
geworden und ohne dasselbe ist nichts“, lehren die ruhmlichen Worte gottlicher manner.
auf richtigem Wege zum Ziel und steuert nach den Winken seines 15 16 Vaters den großen Nachen der gesamten Welt. Diesenschönkÿnstlerischen eihgebornen Sohn zeugte der jenseits von allem stehende Gott, wie ein gutter Vater eine gute Frucht, und gab ihndieser Welt als das vorzÿglichste Geschek wie eine Seele für denseelenlosen Leib, und
warf in die unvernünftige Natur der Körper seine Vernunft and erleuchtete und belebte die form- und gestaltlose,seelen- und artlose οὐσία mit der Kraft des göttlichen Logos, den auch wir kennen und verehren müssen, während er der ὕλη und den στοιχεῖα der Körper allezeit nahekommt, und der selber ohne Hyle und ohne Körper ist und weise, 9
nicht als ob er von anderen weise gemacht worden ware, sondern er ist die Weisheit, das Leben und das Licht selber, ein verständiger Sprößling unsagbaren Lichtes und Einer seiner οὐσία nach, wie er von Einem Vater ist, aber er besitzt viele Kräfte in sich.
auch meinen, daß es viele Kräfte gebe; ebensoweig dürfen wir, weil es viele Werke gibt, deswegen auch viele Götter hinstellen.
dem Bestande Eines menschen die Augen besonders nimmt und sagt, sie seien ien Mensch und die Ohren wiederum ein anderer mensch, und der ebenso wiederum den Kopf, und den Nachken, die Brust, den Rücken, die Hände und die Füßε und die übrigen Glieder einzeln abschneidet und die Kräfte der sinne teilt und von dem Einem Menschen sagt, daß es
uorgeblich sehr viele seien, sich weiter nichts als ein Gelächter über seine Torheit bei den Weisen erwirkt. Demgemäß ist auch der, der sich myriadenGötter aus den Teilen der Einen Welt aufstellt und die Körper, die durchweg aus flüssiger und zerstiebbarer natur und aus Einer ὕλη gemacht sind, zerschneidet und sie sich wiederum vorgeblich zu Göttern
macht.
aus Schlecherm und Besserem bestehen? Denn das Zasammengesetzte ist auch auflösbar, und das Vielteilige ist mit Zwang unähnlich. einfach und nicht zusammengesetzt. Das Zusammengesetzte aber ist aus Unähnlichem zusammengesetzt. Das Unähnliche aber ist an sich
10 etwas Schlechteres gegenüber dem Besseren. Denn wenn es ganz gut ware, so ware es gleich und ähnlich, und wenn es so ware, so ware es durchweg und in jedem Teil sich selbst gleich und ware daher von eindfacher und ungeteilter οὐσία. Aber keineswegs zeigt sich diese Natur der sichtbaren Welt des Alls. Denn sie ist wahrnehmbar und beseht
aus Myriaden Teilen und ist zusammengesetzt, sodaß sie eben in Myriaden Teile sich wandelt, und so nimmt sie, da sie so ist, auch die gegensätzliche Natur auf. Deswegen hat diese Welt teil an der sterblichen zumal und unsterblichen, nernünftigen und unvernÿnftigen, kalten und warmen, feuchten und trockenen οὐσία, von welch allem Gott frei
ist. Denn wenn die Natur Gottes einfach, unteilbar und nicht zusammengestzt ist, so ist sie jenseits und weit entfernt von aller Ordnung der sichtbaren Welt. Deswegen hat der Herold der Wahrheit deutlich gerufen, indem er spricht: Der Logos Gottes, der vor allem ist, its allein der Erlöser aller Vernünftigen; Gott aber, der jenseits von allem ist, der
19 20 Stammnater des Logos, der allein die Ursahe aller ist, wird mit Recht der vater seines eingebornen Logos genannt, er selbst aber erkennt keine ander, höhere Ursache als sich selbst an. Deswegen ist Er auch allein Gott selber, der Eingeborne aber geht aus ihm hernor nach verborgenem,
unaussprechlichem Ratschluß, der Erlöser aller, Ein Logos Gottes, der durch alles waltet.
auch sie, die vielteilig und reich zusammengesetzt ist aus kalter ͌umal und ihr entgegenstehender warmer, aus feuchter und trockener οὐσία, zu Einer Harmonie vereinigt und ist ein großes Instrument und ein Werk des Gottes des Alls.
ist ohne Teil und ohne Zusammensetzung und schlägt schön und weise das All an und leistet seinem Vater und dem Könige des Alls den ihm schuldigen end gebührenden Lob estribut. Wie an Einem Leibe 11 wie aber eine unsichtbare Seele sich durch alles erstrecht und Ein
unteilbarer, unkörperlicher Vedrstand, so auch bei diesem All: Aus vielen Teilen besteht Eine Welt und ebenso erstreckt sich Ein Logos Gottes, reich an Kräften und mächtig in allem, durch alles und verbreitet sich unsichtbar über alles und ist die Ursache von allem, was darin ist.
ganze Welt umgibt, während Myriaden Reihen von Sternen an ihm züglichkeit ihres Lichtes die Strahlen aller Gestirne verbirgt? So also, da der Vater einer ist, muß auch der Logos dieses Wesens Einer sein: der gute Sprößling eines guten Vaters. Wenn aber jemand tadelh
wollte, warum nicht mehr Söhne da seien, so geziemt es sich für diese, auch den Vorwurf zu erheben, warum er nicht mehr Sonnen, Monde, 21 22 Welten und Myriaden Anderes herstellte, indem er nach Art eines Rasenden das zu verdrehen sucht, was recht und schön ist von Natur. Aber wie bei den sichtbaren Dingen Eine Sonne die ganze wahrnehmbare Welt erleuchtet, so durchstrahlt auch bei den geistigen Dingen, uns verborgen und unsichtbar, Ein allmächtiger Logos Gottes das All.
Denn was wären viele Sonnen nötig, da Eine genügt zur Vollendung des Alls? Was wären ferner viele Söhne Gottes nötig, da Ein Eingeborner genügt zur Vollendung der Ratschlüsse seines Vaters? Denn wenn viele wären, so wären sie entweder ählich oder unähnlich. wenn sie ähnlich wären, so wäre ihre Vielheit unnütz, da Ein Vollkommener
und Allmächtiger zur Schöpfung und Herrichtung des Alls genügt. Denn der Logos Gottes und die Weisheit Gottes und das Licht und das Leben und die ganze Fülle des Guten, er der seinem Wesen nach Einer ist, macht eben die Zahl ihere Vielheit unnütz, da sie eitel und unschön an ähnlicher Kraft teil hätten. Wenn sie aber unähnlich wären, so
mübten sie werden. Und was gibt es für Unähnliches, das werden könnte gegenüber dem Vollkommenen und Allgenügenden als das, was unvollkommen und seiner Natur nach mangelhaft ist? Aber es gibt keinen unvollkommenen Spröbling Gottes. Vollkommen also ist der Eingeborne Gottes, und keineswegs gibts es vieles Logoi Gottes, sondern:
12 Gott aus Gott, allem genügend und allmächtig, Ein Bild des Lichtes seines Wesens, wie die göttlichen worte überliefern, der zum Nutzen der Wiederherstellung und Heilung aller gewordenen Wesen notwendig geschaffen ist, seinem Wesen nach Einer, aber mannigfach in seinen Kräften, der allein zun Schmucke des Alls genügt.
im Menschen ist Eine Seele und Eine vernünftige Kraft, und sie ist zugleich die Fertigerin der vielen Künste, wenn eben dieselbe, um das Land zu bearbeiten, Schiffe herzustellen und sie zu lenken und um zu bauen, viele Dinge lernt und tut; und Ein Verstand und Eine Überlegung im Menschen empfängt bisweilen Myriaden Lehren, und eben
derselbe mibt das Land, beobachte den Lauf der Sterne, überliefert Worte der Grammatik und der Rhetoren, wird ein Führer der Heilkunde in Lehren und in Werken der Hände, und bis jetzt hat noch niemals jemand geglaubt, dab es vieles Seelen in Einem Leibe gebe, 8 vgl. De Xenophane, Zen. Gorg. c. 3; Dem. IV 31 ff. 21 vgl. Hebr 1 3 23 24 noch auch mit Verwunderung erwartet, da? es viele ο?σ?αι im Menschen gebe wegen des Empfanges vieler Lehren. Wenn aber jemand eine gestaltlose Scholle Lehm findet, sie dann mit seinen Handen knetet und ihr die Gestalt eines Lebewesens gibt, und durch die Eine Form einen Kopf,
durch die andere Hande und Fu?e, durch eine andere ferner die Augen und die Wangen ebenso und die Ohren und den Mund und Nase, Brust und Rucken durch die Kunst der Plastik abbildet, so ist es dennoch keineswegs richtig, weil viele Formen, Teile und Glieder an Einem Leibe gschaffen sind, deshalb zu meinen, da? ebenso auch
viele Schopfer seien, sondern Einen allein, den volligen Schopfer des Alls zu loben, der durch Eine Uberlegung und Eine Kraft das All hergestellt hat.
allharmonische, in Wahrheit gottliche Kraft und gottliche Weisheit segnen, die mit Einer Kraft und Einer Tuchtigkeit durch alles hindurchgeht, durch die ganze Welt wallt, alles einrichtet und lebendig macht und zumal allem und jedem Einzelnen, Korpern und Elementen mannigfache Unterstutzung verschafft.
Sonne Eines, und mit einem und demselben Darauffallen zumal durchstrahlt sie die Luft, gibt den Augen Licht, erwarmt das Gelenk, befruchtet die Erde, mehrt die Pflanzen, richtet die Zeit ein, geht vor den Sternen her, umkreist den Himmel, erhellt die Welt, stellt die Kraft Gottes allem deutlich hin und vollendet dies alles durch Einen einflu?
auf die Natur, und eb enso reinigt die Natur des Feuers das Gold, schmilzt das Blei, lost das Wachs auf, trocknet den Lehm und verbrennt das Dickicht, indem sie all dies mit Einer Brennkraft wirkt.
auf Erden ist, lenkt das Unsichtbare und das Sichtbare, regiert eben die Sonne, den Himmel und die ganze Welt mit unaussprechlichen Kraften, indem er mit tatiger Kraft allem nahe ist und durch alles waltet, la?t ferner ebven der Sonne, dem Monde und den Sternen aus seiner eigenen 25 26 Quelle unversiegliches Licht regnen, hat den Himmel als das ähnlichste Bild der eigenen Größe eingertichtet und halt ihn in Ewigkeit fest, und füllt die jenseits des Himmels und der Welt existierenden Kräfte der Engel und der Gutn aus den bei ihm aufbewahrten Schätzen,
dieselbe Kunst der Schöpfertätigkeit ermangelt er niemals, den Elementen gestalt, Aussehen und Form, und Variiert Myriaden Eigenschaften in den Lebewesen und Pflanzen und in den vernünftigen und unvernünftigen
Seelen bald so bald anders, gewährt allen zumal alles mit Einer Kraft und zeigt deutlich keineswegs eine siebensaitighe oder vielasiting Leier, sondern Einee ganz harmonische Welt als das Werk Eines weltschaffenden Logos.
so redet: „Er war in der Welt, und die Welt ward duch ihn, aber die Welt kannte ihn nicht“. Denn nicht früher noch lernte sie ihn kennen, als bis er sich selbst in den letzten Zeiiten offenbarte dfenen, die in der 14 Finsternis des Bösen gehalten sind. Aber daß der Schöpfer der ganzen Welt, der der gemeinsame Erlöser aller ist, derart ist und diesem All
eine so so großε Unterstützung gewährt, ist von uns mit Recht gezeigt worden. Jetzt aber müssen wir in Kürze sagen, welche Natur der οὐσία eben die Welt des alls erlangt hat, die von einem κυβερνήτης gelenkt. wird und die aus Himmel, aus Erde und dem, was darauf ist, besteeht.
göttlichen Logos verwandte oὐσία, die, selb er verständig und vernünftig, mit dem Verstande gesejem und mit der vernunft wahrgenommen wird, und von der all das gegriffen warden kann, was basser als Körper ist — und zweitens diejenige οὐσία, die zum Gebrauch der ersten notwendig bestimmt wurde, die ὕλη, die Urquelle der Körper, „die mit
Eines die Natur der Körper ist, zu welcher eben gehören teils Die Dinge, die im Himmel und im Äther sind, und das, was sich Gesondert in ihnen befindet, teils die Dinge, die in der Luft und auf Erden sind, und die darauf sichtbaren Lebewesen und Pflanzen, so Ist auch in der verständigen, unsichtbaren οὐσία Eine gemeinsame Art
aller und verständigen Kräfte, während Myriaden mannigfacher unterschiede dabei vorhanden Sind.
werden einer königlichen Stadt, in der Myriaden Bürger leben in der Teils königliche Paläste abgesondert sind: die königlichen Gemächer Im Innern, in welche die moisten nicht eingehen noch sie betreten, Teils äußere Häuser als Plätze für die Leibwächter, teils wiederum solche in der Ferne und vom Hof getrennt, den Geringen und Massen
überlassen. Zahlreich sind die Plätze im Himmel und zalreich die Unterhalb derselben: im Äther und in der Luft über der Erde, während Der Wohnitz auf Erden für die, welche auf ihr wandeln, weit ist, er, der 15 Uns allen bekannt ist. Diejenigen aber, die jenseits des Himmels wohnen, Sind hoher als alles Denken sie, die ebenfalls drinnen im göttlichen
Königspalast abgesondert sind, um den König des Alls kreisen, neben Seinem göttlichen Logos tanzen, aus den Strahlen, die von ihm ausgehen, Wie aus unversieglichen Lichtquellen schöpfen, erleuchtet sind Und voller Licht bestehen. Alle Lichter und Scharen und Reihen unkörperlichen Lichtes, die die Plaätze jenseits des Himmels inne haben,
ehren Gott, den König des Alls, mit den höchsten, Gott geziemenden Lobliedern. In der Mitte aber ist dem großen Himmel um geworfen Ein zyanenfarbiger Vorhang, der die außerhalb der königlichen Paläste 29 30 befindlichen leibwächter fernhält. Um diesen kreisen, gleichsam auberhalb der Tore, Fackeln tragend Sonne und Mond und die lichtbekleideten Gestirne am Himmel, ehren den jenseits des Alls waltenden König des Alls und zünden auf seinen Wink und auf sein Wort denen,die den finstern Ort außerhalb des Himmels erlanght haben, die unverlöschlichen
Lichtfackeln an. Eben diesen finstern Ort haben die den leiblichen Augen unsichtbaren Kräfte der Luft die Dämonen erlangt und ebenso die irdischen Lebewesen, unter anderen auch der Mensch, das Haupt aller, dessen Geschlecht keineswegs der verständigen und vernÿnftigen, unsichtbaren οὐσία fremd ist. Dieser eben wurde
geschaffen, um die Gottheit, die die Ursache des Alls ist, und ihr Reic auf Erden zu preisen. Gleichwie aber auf Erden Ein und dasselbe Menschengeschlecht sich über den ganzen Erdkreis erstreckt und Myriaden Völker auf Erden zu preisen. Gleichwie aber auf Erden Ein und dasselber menschengeschlecht sich über den ganzen Erdkreis erstreckt und Myriaden Völker aus ihm entstanden sind und wie allerlei Lebensarten und mannigfache Moden σχήματα, Gewohnheiten und Sitten keineswegs nur der Barbaren
und Wilden, sondern auch der friendfertigen, wohlanständigen und weisen Menschen vorhanden sind, und wie unter ihnen sklaven und Freie, Arme und Reiche existieren und solche, die selbst in ihrer Haut farbe variieren, wie ferner die Skythen diejenigen sind, die das Los erlangt haben, außerhalb im Norden zu wohnen, die Inder,
die im Sonnenaufgang, die Kuschiten, die im Sonnenuntergang, und die Griechen und andere, denen es zu teil geworden ist, in der Mitte der welt enden zu wohnen, und wie ferner unter diesen allen die einen über Teile der Völker herrschen, die anderen aber das Unterwerfen vollenden, und wie beim Grobkönig aller diese Nationen einige 25 16 sind, die als Freunde geachtet warden, andere, die zu vielen Würden emporsteigen, andere, die wegen ihrer vorzüglichen Taten geehrt warden, andere, die den Rang der Sklaven ausfüllen, andere, die Lanzen tragen und mit Schilden sich umgürten, und ferner solche, die in Städten στρατηγοί sind, und solche, die die Funktionen der Stadtmagistrate
verrichten, wie endlich den einen die Lose der Plebs bescheert sind, die anderen aber für Feinde und Bösewichter erachtet warden, — so sind dennoch aber alle Menschen und ist Eines das gemeinsame Geschlecht aller. Über ihnen allen giebt es Einen König, eine einzigartige Macht, die mit eigner, allerhöchster
Machtvollkommenheit bekleidet ist. Diesem entspricht das königliche Gesetz und Wort und von oben schreibt es allein der Vater und Gesetz- 31 geber als Großkönig vor. E saber läuft nach unten durch alle Herrscher und Untertanen und macht Einem königlichen Joch das ganze ihm unterstellte Geschlecht untertan und läßt die einen zur Ehre nach oben steigne, den andern aber vergilt er, wie sie es verdienen.
aber existiert Eine höchste, Zeugende, verständige und vernünftige οὐσία, und shcön hat man gesagt, daß Eines auch das Geschlecht dieser Menschen ist und daß sie in nichts sich unterscheiden von Brüdern, die alle von Einem, gleichsam von eben dem Vater des Wortes Gottes, geschaffen sind. Es gibt aber Myriaden Völker und Geschlechter von
gutem und dem entgegengesetzten schlechten Anteil und mannigfache, unzählbare Unterschiede im Denken und Moden und Lebersweisen von einander entgegengesetztem Zustand, aber keineswegs von entgegengesetzter Natur; den die Natur aller ist Eine und das Geschlecht ist Eines und dasselbe. Infolge der Verschiedenheit ihres Willens vielmehr haben sie
viele Moden und verschiedene Lebensweisen gefunder: daher die Scharen der Engel, der Geister und der leiblosen und unsichtbaren Kräfte, die teils leuchten und funkeln, erleuchtet von den Strahlen des göttlichen Logos, die teils finsterer und schwärzer als alle Kuschiten sind, ausgelöscht und beraubt jedes vernünftigen Lichtes. Gar sehr aber verdient
dieses Geschlecht der Menschen den mittleren Teil der Welt, da ihm die Fülle des Bösen zumal und des Guten zu teil wurde. Ein König aber, Eine einzigartige Macht, der Gott, der höher als alles, was im Himmel und über dem Himmel ist, er ist es, der die Dinge der Luft, die auf Erden und unter der Erde, der alles in allem durch 17
königliches Gesetz und Wort beherrscht. Gesetz und Wort aber ist Einer: der in allem Lebendige, das wirksame Wort Gottes, wirksam keineswegs wie das sterbliche Gesetz und Wort, das aus dem Munde der Sterblichen in die Luft verweht wird, sondern sie uns jetzt klar ist aus dem, was er imstande war zu schaffen — alles mi taller Kraft
un Weisheit lenkend, er, der als Logos Gottes durchaus gerecht allen die ihnen passenden Lose zuteilt und die einem jeden von ihnen zukommenden Plätze anweist: die nächstgelegenen gibt er der Schar der Glückseligkeit, die entgegengesetzten aber denen, die vom Besseren abgefallen sind, wie sie es verdienen, und alle zumal läßt er um neben 32 33 dem Himmelreich zu frohlocken, die anderen, um draußen Wache zu halten, noch andere, um jenseits in der Ferne zu leben, alle aber, um mit Eimem Munde Gott, den König des Alls, mit ihrem Unterricht und ihrer Lehre zu preisen, auf daß sie dies Gesetz in ihren Herzen und natürchen Gedanken tragen: den Einen zu bekennen, der das Ebenbild
des Reiches ist, der der eingeborne Logos ist, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborne aller Kreaturen, wie die göttlichen Worte mystisch lehren.
auf Bildern, sondern drinnen in den Herzen mit ihrer vernünftigen Kraft ist wie auf geistigen Tafeln die Verehrung der Gotteit verzeichnet. So verehren von denen, die sich selber als Feinde und Bösewichter betrachten: den bösen Dämonen und frevlen Geistern und den
Fürsten, den Herrschern dieser Welt, die sich das Bild des falschen Reiches angeeignet und andere Schriften anstatt der anderen überlieferten herausgegeben haben, das heißt aber Myriaden betrügerischer Schriftwerke,
Gesetz d. h. den Namen Gottes an sichgerissen haben, so daß sie ihn für das Geschlecht der sterblichen Menschen unten auf die Erde in Körper, στοιχεῖα und Weltteile warfen, weswegen die Menschen die 18 Geschöpfe mehr fürchteten und bedienten als ihren Schöpfer.
straiten und widerspenstig sind, die durch ihre eigene Verkehrtheit so wurden, Götter — sie, die niemals sind! Aber mit Recht sind auch diese als Feinde und Bösewichter betrachtet worden, vor denen zu fliehen uns das wahre Gesetz befohlen hat, vielmehr nur unsere Zuflucht zu nehmen zu dem, der der erlösende Logos aller ist, der auch den
von ihm stammenden Samen keineswegs nur auf die Plätze des Himmels, sondern auch auf die Erde geworfen hat, um zu sprossen.Einen und denselben Artanteil hat er den Wesen im HImmel und denen auf dem αροιχεῖον der Erde zu teil warden lassen, wo der logische Verstand in den Menschen, der von der körperlosen, geistigen οὐσία und von
der Art des göttlichen Logos herrührt und der auf Erden durchweg 34 35 noch Kind ist, durch seine Fürsorge großgezogen und für die Umwandlung von hier zum Besseren vorher erzogen und vorher geübt wird und seine Umwandlung zu dem ihm verwandten geistigen Sein vorbereiten lernt, so daß der Mensch eben hierdurch vollständig um
seiner Gemeinschaft mit dem göttlichen Logos willen, und zwar er allein von den Wesen auf Erden, des Namens der Vernünftigkeit würdig ist. Der Verstand aber nnd die vernünftige Seele erlangten notwendig einen Platz auf Erden, so daß nach dem kurz zuvor erwähnten Beispiel ein kleines Abbild der göttlichen Hauptstadt auf Erden besteht und daß
im ganzen göttlichen Reiche auch nicht einmal ein Platz auf Erden jenes Anteils beraubt ist. Denn es ziemte sich für den Logos, den gemeinsamen Vater aller, in allen Teilen der Welt von seinem Erzeugnis gepriesen zu warden, so daß daher nicht einmal das στοιχεῖον der Erde von dem Beharren eines Stüches Vernunft beraubt ist, sodaß nicht nur
von denen, die jenseits der Welt und im Himmel wohnen, und von den vernünftigen Wesen, die in der Luft fliegen, sondern auch von denen, die auf Erden leben, der Lobpreis, der dem Schöpfer und Vater des Alls gebührt, emporgesandt wird, was ja das göttliche Wort lehrt, indem es so jedermann aufträgt, einen gottgeziemenden
Hymnus zu singen: „Preist Gott vom Himmel, preist ihn in der Höhe, preist ihn, ihr, alle seine Engel, preist ihn, ihr alle seine Kräfte, preist ihn, Sonne und Mond, preist ihn, all ihr Sterne und du, Licht, preist ihn, ihr Himmel der Himmel!“ Nach diesen Dingen zählt er der Psalmist die Wesen auf Erden so auf: 19
„Preist Gott von der Erde“ usw., unter anderen auch das vor allem vernünftige Geschlecht der Menschen, welches er auch in besonderen Anzahlen von Ordnungen in folgender Weise abteilt: „Preist ihn, ihr Könige der Erde und all ihr Völker, ihr Großen und all ihr Richter auf Erden, Jünglinge und Jungfrauen, Greise samt Kindern! Sie sollen
preisen den Namen des Herrn, weil sein Name allein groß ist und sein Lob auf Erden und im Himmel ist.“
ätherischer Stadien, und die unsichtbaren Kräfte, die in der freien Ebene der Luft fliegen, bekennen den schuldigen und gebührenden Lobpreis.
die alle Früchte tragende Wohnstatt auf Erden der vernünftigen Lebewesen entbehren? Aber nicht schien dies gut zu sein dem allweisen Schöpfer des Alls, weswegen er auch diesen Platz auf Erden mit geistigen und vernünftigen οὐσίαι besäte und zu ihrem Gebrauche die übrigen Lebewesen und die Erzeugnisse der Früchte und Blumen bereitete
und auch hier dem Vater das Lob von den Menschen zu dem von den Scharen des Alls hinzufügte. Dies wurde so vor Zeiten vollendet, daß mit den göttlichen und vern ünftigen Scharen und den Reihen der Engel der Mensch, der nach dem Bilde Gottes wurde, den Logos, seinen Vater, mit Hymnen und Lobpreisen ehrte. Sein Denken ging
nicht ire in der Herstellung seelenloser Götzen noch in trügerischen und dämonischen Halluzinationen, noch in den irrigen Mythen der Polytheisten. 20 Denn diese Dinge sind erst nach einiger Zeit neu entdeckt worden durch das Poetengefasel. Jene ersten alten Häupter unseres Geschlechts aber, die die Künste noch nicht gelernt hatten: Malerei, Tischlerei,
Schnitzarbeit und noch nicht die letzte: die Schmiedekunst zu bösen Werken benutzten, riefen in der Einfalt ihrer Seele und in ihrem natürlichen Denken den Schöpfer der ganzen Welt und ihren Herrn an und bekannten allein ihn, den Herrn und Gott des Alls in der Lehre ihres Geistes. Demgemäß handelte unser Stammeshaupt und ebenso auch das
einst Gott liebende Geschlecht der Hebräer, das wie ein Sohn von seinem Vater das gute Erbe frommer Lebensführung empfing. Die aber ehrten nichts, abgesehen von dem Einen über allem stehenden 38 39 Gottkönig und seinem Logos, dem Erlöser des Alls, mit keuschem Lebenswandel und frommer Lebensführung. Deswegen waren sie der Offenbarung des göttlichen Logos, der Prophetie und der Lehre der Gerechtigkeit würdig.
Schöpfer des Alls, alle Orte und alle Plätze oberhalb der Welt und im Himmel und dasz στοιχεῖον der Erde mit seimen Samen geistiger und vernünftiger οὐσία. Der auf die Erde fallends Same aber der geistigen und vernünftigen Pflanze war das Wissen des Menschen, das jetzt in vielem Schilf und Gras des irdischen und vergänglichen Fleisches eingeschlossen
ist, und das viele Dornen des sterblichen Lebens umgeben. Wenn ihm aber zuverlässige Pflege zu teil wird und wenn er von der ὕλη, die ihn schädigt, gerinigt wird und den Säemann, den oberhalb des Himmels waltenden Logos, kennen lernt und ihn fortan preist und wie ein Kind über seine erste Lehre nachsinnt und zu rechter Zeit die
Ähren seiner Vorzüglichkeit und die vollendete Frucht seiner vernünftigen Natur sprossen läßt, dann wird er nach Art der Erntezeit eben im Tode des sterblichen Lebens die überflüssigen Dinge des äußeren Schilfes und das irdische und vergängliche Gewand des Leibes ablegen, die er jetzt schön zum Gebrauche des Sprossens der vollendeten Frucht
benutzt hat. Wenn er diesen Leib zu rechter Zeit schön ausgezogen hat, so wird er wie einer, der vorzüglich geworden ist und die Kräfte seiner Vorzüglichkeit gesammelt hat, die ihm im Schat͌ hause des Guten aufbewahrt sind, vollendet mit Vollendeten leben. Ihm aber, dem Säemann des Alls und dem Pfleger, läßt er die vollkommene Frucht des
gottgeziemenden Lobes sprossen, deswegen weil er ihn allein, seinen 21 Vater, König nnd Herrn in diesem Leben erkannt und ihn allein, Gott seinen Werkmeister und Schöper, in den ihm verwandten und verschwisterten geistigen Dingen bekannt hat, so daß er ihn auch an dem himmlischen Ort des Verkehres der Besseren preist und ehrt mit der
ihm zukommenden und gebührenden Ehre. Nicht aber nennt er Gott irgend etwas anderes, das nicht wert ist, Gott genannt zu warden, 40 41 sondern ihn allein, über den alles Zeugnis ablegt, ihn, den die ganze sichtbare und unsichtbare Schöpfung Gott nennt und verehrt als den, der allein die Ursache des Alls ist.
leiblichen Sinnen wahrgenommen werden, und die Erde und die Luft und alles, was aus ihnen besteht, einer großen Stadt gleichend, ist von den seelenlosen στοιχεῖα in seinen Teilen: der Erde, dem Wasser, der Luft und dem Feuer in nichts unterschieden seiner Natur nach. Man darf aber nicht meinen, daß dei Bürger der großeb Stadt aus eben der ὕλη
beständen. Ebensowenig dürfen wir sagen, daß der Same der vernünftigen Seele und des vergänglichen Leibes ein und derselbe sei. Denn der Verstand und die Vernunft und die vernünftige Seele und die ganze geistige Natur sind, so hat man genau und schön gesagt, Same des allschaffenden Logosgottes, aber keineswegs Teile von der
Erde und von der Luft, auch nicht von der kalten und warmen οὐσία, sondern von den vorzüglichen Kräften, die daher der Gemeinschaft mit der Vorzüglichkeit wert sind, dewegen weil die ersten Dinge Ursachen wurden für die nach ihnen. Die ersten Dinge aber sind die Sprößlinge der Vernunft, die aber nach ihnen: die der Unvernunft, und nach
den ersten οὐσίαι sind die letzten diejenigen, die nach Ursachen wurden. Aber die ersten Dinge und der Ursprung der Zeugung liegt in den geistigen Seelen, um derentwillen auch der Same der leidensfähigen Körper bereitet wurde. Denn für die Einwohner mußte ein ihnen genügendes Haus hergerichtet werden. Deswegen erschien zuerst der
Himmel als ein geeigneter Platz für die Bürger über ihm und in ihm, und die Gewölbe im Innern des HImmels wurden abgesondert für die Einwohner, die ihm entsprechen. Als die Bürger auf Erden aber würdest 22 du, liebe Seele, weder je die wilden Tiere noch das Geschlecht der giftsprühenden Schlangen nennen, noch alle die, welche an der Natur und
dem Namen der Unvernunft teil haben. Denn sie sind deine Sklaven, die durch Naturgesetz unterworfen werden und den vernünftigen Wsen als ihren Herren notwendig die gebührende Bedienung verrichten. Denn der Ochse, de Pflüger für die Menschen, wirft freiwillig zum Pflügen den Nacken ins Joch; der Esel bekennt, wenn er trägt, seine Natur;
das Pferd freut sich über seinen Herrn, der es reitet, und der Jagdhund umwedelt den, der ihn füttert.
diese Dinge um des Menschen willen bestehen. Der Mensch aber ist ein Sprößling der göttlichen Vernunft, ist nicht um etwas anderen, sondern um seines Vaters willen Vernunft, damit er sehe und durch sein Wissen beurteile die ganze Weisheit seines Vaters, die in jedem Geschöpf der Schöpfertätigkeit sichtbar erscheint, und damit er eben
ihr, solange er noch jung ist, sich anähnele und in jedwedem seinem Vater nacheifere: in Gesetz, Vernunft, Wissen und Weisheit, und damit er lebe, wie ihm als einem Bilde der Vorzüglichkeit gelehrt ist, und damit er lerne, zumal mit den Scharen im Himmel auch von der Erde nach Art der Propheten und Priester die Lobpreise emporsenden,
die dem König des Alls und Gott, der Ursache des Alls gebühren.
“ihn heimsuchst! Du hast ihn ein wenig unter die Eugel erniedrigt, mit Ehre und Ruhm ihn bekleidet, du hast ihn zum Herrscher über das Werk deiner Hände gemacht und hast alles unter seine Füße gelegt, alle Schafe und Rinder, selbst die Tiere der Wüste, die Vögel unter dem Himmel und die Fische des Meeres, die in den Pfaden der Wasser
wohnen“,
über die Fische im Meere, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht“. Und mit dem Worte verband er auch die Tat: „Und Gott machte den Menschen“ und er der Prophet spricht: „Nach dem Bilde Gottes hat er ihn gemacht“. Und ferner noch mehr, er stellte das Bild der göttlichen
Ähnlichkeit aus dem göttlichen Odem her, indem er der Prophet 43 sagt: „Und er blies ihm den Atem des Lebens ins Gesicht, da wurde der Mensch zur lebendigen Seele“. Er lehrt, daß er ihmm die vorzüglichste Herrschaft und Königswürde gab, in den Worten, die er spricht: „Sie sollen herrschen über alles, das auf Erden ist, über das Vieh, die Vögel, das Gewürm und die Tiere“. Über alle diese Worte legt die
Natur Zeugnis ab, die alles unter seine Hand getan und alles diesem vernünftigen Lebewesen unterworfen hat. Wenn aber die göttlichen Worte von dir nicht gehört und anerkannt warden, so glaube ich dennoch nicht, daß dein Denken so große Finsternis sei, daß du nicht im Geiste bei dir überlegst, wie eben die Vorzüglichkeit des Körpers
und des Leibes beschaffen sei oder eines anderen göttlichen Etwas, welches den Leib bewegt. Ich meine aber dies, daß wir verstehen, den kritischen Verstand auf die οὐσία dieses Etwas, das existiert, anzuwenden, ferner dies, daß wir durch das Gedächtnis eine Lehre überliefern, endlich dies, daß wir zu einer Theorie über das All fortschreiten.
Geh in dich und frage, ob die Natur des Leibes erkennen kann den Bestand der Welt, die Wirkung der Wandel der Zeiten, den Umlauf der Jahre, die Reihenfolge der Sterne und so viele andere Dinge, die rechnung der Arithmetik ersonnen haben. Da diese Dinge unkörperlich
und die Theorien über sie vernünftig sind, so ware e seine undendlich große Torheit, sie an Körper und Fleisch und Blut anzuheften. Mit Recht warden diejenigen, die so meinen, gggefragt: weil alle Kräfte des Leibes in die fünf Sinne zusammengefaßt warden, welcher von ihnene
ist den so beschaffen, daß er den Menschen Theorie und Lehre nur die Unterscheidungsfähigkeit von Farben und Formen. Wenn du 24 aber das Gehör nennst, so nennst du das Organ, das die hellen und dumpfen Klänge, aber keineswegs die vernddünftige Theorie aufnimmt.
Der Geschmack ist wiederum ebenso der Sinn für Süßigkeit und Speise. Demgemäß ist auch das Riechvermögen eine Prüfung der Gerüche, aber nicht der lehren, Ferner berührt der Sinn, der sich über den ganzen Körper erstreckt, das Warme und Kalte, Harte und Weiche, aber keineswegs die Tugend und die Weisheit, die viel besser ward. Wie aber?
44 45 Haben nicht auch die unvernünftigen Tiere Augen, Ohren, Nasen, Geschmack und Tastsinn? Aber keins von ihnen ist der Übung des Vernunftvermögens nahe gekommen, weil keineswegs Sache des Körpers und des unvernünftigen Sinnes sind die Lehren, welche die Philosophie
allein aufnimmt und die Vorzüglichkeit der vernünftigen Seele allein, die besser ist als die leibliche Natur und die allein im Menschegeschlecht wohnt. Und dennoch, wenn jemand unverschämt bie seinem Worte verharren Tiere gebe, da wir nach Art jener gebroen und vernichtet
werden, deswegen weil auch Eines die Nahrung unser aller von der Erde ist, und die leidensfähige Natur des Leibes ein und dieselbe ist, und der Sinn in nichts besser ist, und ferner Arbeit und Rube ebenso eine und die gleiche für uns alle ist, und die Vernichtung des Leibes und die Auflösung in seine στοιχεῖα in derselben Weise erfolgt, — so
gehst du dennoch nicht soweit zu sagen, deß eines von diesen Tieren nach Art des vernünftigen Lebewesens den unkörnerlichen Theorien nahe gekommen sei und vernünftige Lehre davon getragen und Wissenschaft in sein Gedächtnis aufgenommen und Worte über das Bessere und Schlechtere ersonnen habe, noch auch daß die Philosophie jemals
ihm in den Sinn kam. Aber all dies will ich übergehen, weil nicht einmal alle Menschen es besitzen, indem ich nur dies deine vernunft frage: ob jemals eine Stadt gebaut is von den unvernünftigen Tieren, ode rob sie das Denken besitzen für ein Zimmermannswek oder für ein Gebäude oder für ein Erzeugnis der Webkunst oder für den Ackerbau,
oder ob jemals von ihnen ein Schiff genagelt ist, ode rob die wunderbare Kunst der Steuerung ihnen auch nur in den Sinn gekommen ist, obwohl die Dinge des Leibes bei ihnen eine viel größere Vorzüglichkeit haben als bei uns, deswegen weil „schwach ist das Geschlecht der Mednschen“, wie die Poeten singen, und das kleinste von allen Lebewesen.
Man kann nicht sagen, wie viel kleiner der Mensch ist an Leibesgröße als der Elefant. An Kraft und Überlegenheit kann er nicht einmal 25 mit den Kamelen zusammengerechnet warden. An Stärke und Schnelligkeit der Füße überläßt er Myriaden Tieren den Sieg. Wer 46 47 aber könnte genannt warden, der besser röche als die Spürhunde, die nach dem Geruch ihrer Nase zu gehen verstehen, und wer, der besser sähe als alle Gazellen, die eben um ihres Sehens willen in der griechi- schen Sprache den Namen „Seher“ erhielten? Ist es ferner nötig zu sagen, wie viel schwächer in seiner Natur der Leib des Menschen ist
als der der Bären, Löwen, Panther und Myriaden anderer Tiere, und wie leicht er bezwungen wird von den Tieren, die ihn überfallen, und wie gering an Hinterlist? Indessen aber, eben dieser kleine Mensch unterwirft alle die genannten Tiere, sobald er will, keineswegs durch die Kraft des Leibes und des Körpers. Denn dieser ist zu klein und
ungenügend, um auch nur den Bauch Eines Bären zu füllen. Sondern es gibt in ihm irgend eine Natur, die besser ist als der Leib: die Kraft des Verstandes und der verständigen Seele, und eben durch die Vor- züglichkeit der Weisheit ersinnt er alle diese staunenswerten Dinge. Durch diese Dinge bist du als der geliebte Sohn von Gott geehrt.
Warum verkleinerst du deine Größe, indem du meinst, dein ganzes Du sei Fleisch und Leib, und indem du das göttliche und vernünftige Wissen in dir den unvernünftigen Wesen und solchen, die ganz zugrunde gehen, vergleichst? Überzeugt dich weder die Natur der unvernunftigen Lebe- wesen noch der gemeinsame Name der Unvernunft noch die offenbare
und nützliche Bedienung, in der sie sich niemals davon freigemacht haben, Lasten zu tragen und das Land zu bestellen, weil Gott dir die Voll- macht und die Königsherrschaft über alle diese gab?
die zum Laufe passend sind, bald als Herden weidend, die hierzu ge- schaffen sind, bald die Jochtiere zur Bedienung benutzend, indem er die wilde Natur zahm und friedlich macht: bald indem er zum frieden über- windet, was ihm gehorcht, bald indem er es auf manningfache Weise der Vernunft sammelt und ins Haus einschließt. Und nicht nur dies,
sondern auch das schädliche Gewürm nimmt er in seine Hand und spielt damit und sie, die Tod atmen und Gift sprühen, macht er zum Spiel 26 für sich.
es gut durchs Feuer hindurchgehen. Den Weizen macht er, wenn er will, zum Brote und bemüht sich, das Essen zu würzen, daß es zur gesunden Spaise werde. Jeden Nutzen vom Weinberg, vom Ölberg und von Obstbäumen mit allerlei Genüssen bringt er zustande, und er allein schafft dies zur Heilung des Leibers herbei.
Wesen auf Erden fand durch Gesetz und Vernunft eine geordnete Lebensfühung, wird ein στραηγός, mach ἆθλοι und bringt die Berufswissenschaften und die gewaltigen Lehrkünste durch die vernünftige Vorzüglichkeit hervor.
die Gewichte, Maße und Winkel maße ersonnen und unterscheidet, indem er durch die Vernunft gelenkt wird, das, was geschehen soll und was nicht, und weiß jedermann zu geben, wie er es verdient. „Denn die Fische, wie es heißt, Vögel und Tiere fressen einander, deswegen weil e skein Gesetz unter ihnen gibt. Den Menschen aber hat
er die Gerechtigkeit gegeben, die besser ist für sie“, so sagt meiner Meinung nach sehr schön Einer von den Poeten.
er den einen das Leben zutilt, den andern aber den Tod gibt.
Seite steht, indem er nach oben in den Himmel schanut und an den Alllenker das Ziel der Rettung für die Fahrenden knüpft.
nach oben und läßt die Sonne selber, Mond und Sterne kreisen und 51 52 kundigt im Vorherwissen der kunftigen Erscheinung durch die Theorie sogar die Eklipse des Mondes an und sagt den Wandel der Perioden und den Wechsel der Jahres-zeiten voraus.
und Gifte und ihre Vermischund und Vermengung nach Gewicht und nach entsprechendem Ma?e in seinem Geist beobachtet und so den kranken Leibern eine Heilung, dem Leben der Menschen eine Hulfe ersonnen.
In der Zeit des Winters wirft er den Samen in die Erde und setzt die Muhe seines Schwei?es an die Bearbeitung des Bodens, im Sommer aber erntet er die Fruchte seiner Arbeit.
herbei, ging dem Leben und Namen der Philosophie nach, pflegte eifrig die Liebe zur Tugend in sich und benutzte keineswegs den Sinn des Leibes, sondern die Kraft des Wissens und den Antrieb der Vernunft.
ist, verkehrt mit denen, die nicht mehr sind wie mit den Gegenwartigen, erforscht die Gedanken der Weisen, die je existierten, empfangt von ihnen mehr Unterstutzung als von denen, die mit ihm leben, und 28 ist durch die Kraft des Wortes, das dem Denken verwandt ist, mit denen zusammen, die fruher zugrunde gingen.
auf Erden hat schon den artikulierten Laut mit einzelnen Artikulationsstellen geschaffen, durch die Kunst der Grammatik die ursprunglichen Buchstaben des Alphabets abgetrennt, die Teile und die kraft des Satzes gefunden und die Zusamensetzung der Verba und Nomina und die Lehre der Rhetorik und Grammatik ersonnen. Alles dieses vereinigt und bewahrt
er im Gedachtnis und bringt gleichsam zu einem Haufen Worte des Schatzes des Alls, fa?t die fruheren Dinge und Geschichten in Einem Geiste, bringt diese, so oft er will, gleichsam aus einer unversieglichen Quelle nach Art eines Stromes hervor und la?t sie in die Ohren aller gegenwartigen uberflie?en.
den Wesen auf Erden ahnelt sich durch seine Taten dem uber alles waltenden Gott an und jeder, der will, bildet Leben, indem er die 53 Seelenlose Hyle in Gestalten und Bilder umwandelt und Formen von Allerlei Lebwesen in die flüssige bildsame Natur wirft, dem Allschöpfer Mit vernünftiger Kraft nacheifernd. So scjafft der Mensch den Menschen bald in Stein und bald in Holz, bald in Farbenschmelz und bald
in unveränderliche Bilder, und gestaltet alle arten der Tier und Pflanzen Auf dieselbe Weise und zeigt durch seine Taten vollkommen deutlich Die Kraft des Bildes Gottes.
daran ein Abbild der Planeten und Fixsterne, ordnete die Fristen der Perioden und Zeiten durch die bildende Kunst, umgab es außen rings Mit Tierfiguren und bildete so das Himmelsgewölbe durch die Größe Des Wissens nach Art der geschauten Dinge. Dies ließ er dann, wie Der got des Himmels, auf der Erde seine Drehung mit dem All vollziehen.
So kreist es sich in unendlichem Wunder und mit den wirklichen Dingen Am Himmel kreisen sich die auf Erden befindlichen Irdisch-hylischen Abbilder. Mit lauter Stimme ruft der Engel der Hore n Allzumal warden sie in Einem Augenblick bewegt, die Türen öffnen sich Non selbst beim Kommen der Horen, die seelenlosen Bilder der Vögel,
die rings umher angebracht sind, rufen zirpend; der Mond, auf Erden abgbldet, läuft mit dem am Hmmel, das Erz wandelt von selbst 29 ihm ausgehende Licht bald halb bald abnehmend bald voll, und die Bilder der Horen entsprechen den Horen der Natur, und so wetteifert die durch
menschliche Kunst konstruierte Welt mit der Schöpfertätigkeit des göttlichen Logos.
zu treiben, aber er ist auch, indem er vom rechten Wege abging, so sehr Mächtig geworden, daß er das durch die luft fliegende Geschlecht durch Abgesänge und Besprechungen unterwarf, und ferner schleppt er durch Das Mittle des Zwanges und durch die bezauberung physischer Knoten die leiblosen, um die Erde gleich fliegenden Vögeln fliegenden Kräfte 54 55 und zerrt und fesselt sie, woe r will, und läßt sie auf sie auf Bildern wohnen, und so zeigt der, der sich Götter macht, eben durch seine Taten, daß seine eigene Kraft besser ist als die von ihm verfertigte Gottheit.
noch vermindert wird vom Bösen, bietet seinen Leib dem Feuer, dem Eisen, den wilden Tieren und der Tiefe des Meeres dar und nähert ihn jeder Art von Qualen. Er weiß, daß eben seine Natur eiligst zugrunde geht, flüssig d. h. vergäuglich ist und aufgelöst wird, während er das, was drinnen sitzt d.h. die Seele, nicht preisgibt. Daß dies ein anderes
ist als das, was geschlagen wird, beweist, er, indem er ausruft: „Schlage, schlage den Schafspelz; den mich schlägst du nicht“. Ein anderer wiederum ruft freimütig aus: ütig aus: „Verbrenne und röste den Leib! Sättige dich an mir, indem du das schwarze Blut trinkst! Denn eher steigen die Sterne zur Erde herab und steigt die Erde zum Himmel hinauf,
ehe ein schmeichelndes Wort von mir dir begegnet“. Und Einer der Gottliebenden brachte, als er Böses ertrug, folgende Worte vor: „Wer will mich scheiden von der Liebe Gottes? Betrübnis oder Drangsal oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Kälte oder Schwert?“ Auch ich aber habe jüngst Leute gesehen, teils mit herausgerissenen Augen,
teils durch Brenneisen ihrer Füße beraubt, teils gekreuzigt. Ihr ganzer Leib verging und ihre sterbliche Natur ward zuschanden gemacht, aber 30 das gottliebende Wissen, das in ihnen wohnt, wurde nicht bewegt noch unterworfen und nicht einmal in jenen schwersten Stunden preisgegeben, indem sie denen, die den Geist nicht zugrunde richten,
deutlich zeigten, daß die Kraft ihrer Vorzüglichkeit etwas anderes als das Vergängliche sei.
sondern von dem Verstande und Geiste allein gesehen wird. Er hat es durch seine eigene lehre und durch die Belehrung seiner Natur bekannt und Gott genannt, hat es gelobt und seine Vervandtschaft mit der Gottheit durch sieses Wissen gezeigt.
den oberhallo des Himmels wohnenden Vater mit gottgeziemenden Lobgesängen zu loben und sich der Schar der Engel im Himmel anzuähneln, weil er allein von den Lebewesen auf Erden Diese Vorzüglichkeit erlangte und durch sie ihn, der die Ursanche alles Guten ist, infolge seines natürlichen Denkens erkannte und sich verpflichtet fühlte, Lobgesänge
des Bekenntnisses und geziemenden Preis als den dem Vater schuldigen Tribut darzubrigen.
existiert wegen dieser geistigen und vernünftigen οὐσία in den Menschen, und dab er das geliebte Kind des göttlichen Logos ist, des gemeinsamen Erlösers aller, der ihn nach dem Bilde and der Ähnlichkeit seines eigenen Vaters in seiner Natur vollendet.
hat, er, der allein von den Wesen auf Erden nach dem Bilde Gottes geschaffen ist, der Bruder der göttlichen Kräfte und der Engel im Himmel, in seiner Natur geziemend gelebt hätte und dem göttlichen Gesetz früher gefolgt wäre, so wäre er vielleicht von dem irdischen und vergänglichen Leben befreit, obwohl er sich
in irdischem Umgang befand, gleichsam durch Umwanderung. Wenn er s ich zuvor um die göttlichen Dinge bekümmert hätte, so hätte er vielleicht seine Wegwanderung von hier in das Seine vollzogen und wäre unter die vollkommenen Menschen geschrieben trotz seiner Kleinheit und des Zustandes seiner Kindlichkeit. So also zog der vergängliche
und auflösbare Mensch notwendig einen Leib an durch das Mitleid seines Vaters, auf dab ihm nicht auf ewig das Böse anhafte und 58 59 er ohne Ende an das Vergängliche gebunden sie, sondern damit das Vergägliche bald aufgelöst werde und er die Gemeinschaft der Unvergänglichen empfange. Denn wie das, was im Leibe empfangen ist, mit dem Gewande seines Ortes bekleidet ist, und wie der, der geboren wird, eben dies auszieht, sobald die bestimte Zeit der Monate
kommt, und wie er dann zum Lichte hervorgeht und frischen Atem schöpft und fortan unter die Natur der Menschen gerechnet wird, demgemäb ist auch das scheinbar vollkommene Geschlecht der Menschen gegenüber dem noch besseren im Himmel ein Kind und noch auf Erden im Leibe empfangen und mit dieser vergänglichen Haut bekleidet.
Eben sie mub er notwendig durch die Güte des groben Geschenkes Gottes ausziehen, damit er nicht auf ewig durch diese minderwertigen Dinge aufgerieben werde, sondern bald zum Lichte hervorgehe und zu einem unvergänglichen Leben fortwandere. Deswegen seufzten mit Recht die Shcaren weiser und gottliebender Männer über das Teilhaben
an den vergäglichen Leibern ud begehrten die Umwandlung zum Besseren und jagten den oberen himmlischen Verwandten und Bürgern nach, wie derjenige war, der mit göttlichem Worte sagte: „Ich armer Mensch, wer wird mich befreien von diesem Todesleibe?“ Und ferner: „Selbst wenn wir im Leibe lebten, so dienen wir doch nicht nach
dem Fleische. “Und: „ Wir sind hinzugekommen zur Stadt des lebendigen Gottes Im Himmel und zu der Schar von Myriaden Engeln und zu einer Gemeinde von Erstgebornen, die im Himmel verzeichnet sind.“ Dies sind 32 Worte von bekannten und gottliebenden Männern.
Toren die Dinge der hiesigen irdischen Lust lieben „solche die bis jetzt noch in ihrem Denken unmündig sind, was besagyt dies gegenüber dem wahren Wort? Denn der, der im Leibe empfangen ist, freut sich über seinen gewohnten Ort, fürchtet sich vor der Veränderung und dab er der inneren Finsternis entrinne, und weint, sobald er zum
Lichte hervorgeht. Indessen auch sie gehen sobald ihre natüliche Geburt unter normalen Umständen erfolgt, aus der Finsternis zum Leuchtenden hervor und warden schön und anständig geboren. Sind sie zu rechter Zeit und Frist geboren, so empfangen sie den natürlichen Atem und Hauch und führen das Leben der Menschen. Dann ergötzt
er sich an der Nahrung der Brust und des Kindes, darauf kommt er 60 in die Hand der Amme und wird den Erziehern, Pädagogen und Lehrern übergeben, bis er zum vollkommenen Manne hervorgeht. Dann aber kommt in Blüte ein besseres und preiswürdigeres Leben durch großen Reichtum, vielen Besitz, durch Vollmacht, Herrschaft und andere Stufen.
Das, was infolge seiner guten Geburt, und das, was infolge der Erziehung zur Entfaltung gebracht ist, und Myriaden anderes legt den Grund zu einem Leben von angenehmen Dasein.
Goburt folgt, zu sagen? Daß das innen umgekehrte Kind sich weigert, zum Lichte hervorzugehen und eine unnatürliche Umkehrung erleidet durch die eisernen Instrumente, die, für die Geburtshilfe bereitet, notwendig und mit Zwang an es herangebracht warden, und da Bes nicht einmal Einer Zeugung wert ist, noch des Lebens der Menschen, noch
ndessen, was ihm folgt? Da Bes im Gegenteil vielmehr von der Finsternis zur Finsternis hervorgeht und nicht nur des Lebens der Menschen, sondern auch des Namens beraubt ist?
getragen wird, unterschieden und ist, unvergleichbar mit den äußeren Körpern der Engel und göttlichen Geister, sogar ein unwissendes Kind. Wegen der Größe siner Kindlichkeit frut er sich über die Bekleidung Des Leibes, der ihn umgiebt, und liebt seinen Bauch, ohne zu kennen Den „Ort rings um ihn, wo Mord und Groll und die anderen Arten des 33
Schicksals wie auf Wiesen des Bösen in der Finsternis weiden,“ sagt Einer von den Alten, indem er zeigt, daß die feuchte und dunkle Luft Auf Erden aus vielen Mischungen von Myriaden aus der Erde aufsteigenden Dünsten besteht, wie aber jemand meint, daß sie ist, selbst Wenn er ein kleines Kind ist. Indessen aber. Wenn er das hiesige
irdische Leben, wie es seiner Natur entspricht, durchmacht und ein Dasein dem Gesetz seiner Natur gemäß hervorbringt, so daß er nicht Über das Maß seiner Reife hinausstrebt, noch wider die Natur löckt, Die ihn nach Art einer Mutter trägt, noch ferner seinen Vater vergißt, Vielmehr seinen eigenen Vater im Himmel, den gemeinsamen Erlöser
aller, kennt und ihm den Lobgesang des Bekenntnisses darbringt, des- 61 62 wegen, weil er ihn hat teilnehmen lassen am Guten, und wenn er in der Zucht der Gerechtigkeit aufwächst und sich vorher in dem Verkehr auf Erden um das himmlische Leben kümmert, — so warden schön, sobald er aus dem sterblichen Leben fortwandert und den Leib auszieht, die Engel Gottes ihm zur Geburt verhelfen,
ist, warden ihn die guten Kräfte nach Art einer Amme aufnehmen, die göttlichen Heerscharen warden ihn erziehen, und der Logos Gottes, der Lehrer des Umgangs im Himmel, wird ihn wie einen geliebten Sohn zur Vollendung des Guten führen, ihn in der Lehre des Himmelreiches unterrichten und ihn, sobald er ihn vollkommen und weise
gemacht hat, seinem Vater, dem König des Alls, übergeben und ein unaussprechliches Lichtgewand um seinen Leib und seine unvergängliche Seele legen, auf daß er fortan auch allen eine gemeinsame Hilfe werde. Aber das Ende dieses Menschen ist derart. Wer dagegen wider den Lauf seiner Natur tobt und an unschöner Verkehrung teil hat und die Erde,
den Logos Gottes, den gemeinsamen Erlöser aller, nicht kennt, Myriaden Väter aber, die nicht existieren, anstatt des Einen, der existiert, annimmt und diejenigen, die niemals existieren, Götter nennt anstatt des Einen, der allein in Wahrheit existiert, und wer ferner überdies in die lüsternen,
ungesetzlichen Begierden dieser feuchten und vergänglichen οὐσία ganz und gar eintaucht und das keineswegs wie das Kind unfreiwillig, sondern freiwillig und auf den Rat seiner Freiheit, wer sich diese bösen Dinge erwählt und tut, wie sollte sein Ende offenkundig ein Abbild des gezeigten Beispiels sein? Denn nicht warden ihn die fröhlichen
34 Gesichter und das Lachen gutter Engel sehen, noch warden ihn, sobald er zum Lichte hervorgeht, die Kräfte Gottes als Ammen aufnehmen, sondern indem er bei seinem Ende vor dem Hervorgehen flieht und sich in der innersten Verborgenheit des Leibes und in den Gliedern versteckt, warden ihn, sobald die Auflösung des Leibes gekommen ist und die äußere
Zerstörung von der Natur vollzogen ist, mit Zwang schleppen und sich an ihn hängen diejenigen, die damit beauftragt sind, und darauf wird ihn nach seiner Fortwanderung von hier, indem seine Seele elend ächzt und stöhnt, keineswegs das Licht noch die Kräfte des Guten, sondern die Finsternis und der Ort des Verderbens aufnehmen, und das gerechte
Gericht Gottes wird den Unreinen und Schmutzigen wie einen Wüstling und Abschaum der Reinigung durch Feuer und Strafe übergeben, des- 63 wegen weil er nicht erzogen ward durch die Vernunft noch dem göttlichen Gesetze entsprach, obwohl er konnte.
des Denkens der Seele noch der Sinne des Leibes bedient. Der aber noch kndliche Verstand in den Menschen ist gleichsam in prüfender Vergleichung mit den körperlosen, göttlichen
es der Vollkommenste ist von denen auf Erden, so ist er nichts besser als ein Kind, wenn er an sich selber mit seiner späteren Vollkommenheit verglichen wird. Wie er aber in seiner Vorzüglichkeit wird, sobeald er zum Manne salter gekommen ist, ist leicht so zu prüfen: Denn wen er, bis jetzt noch Kind und in die feste Mauer der irdischen und
vergänglichen οὐσία eingeschlossen, solche Kraft der Vorzüglichkeit in sich trägt, daß er keinswegs nur die Dinge auf Erden kennt und künstlerisch schafft, sondern wenn er sich auch dem Leben im Himmel, eben Gott, vorher anähnelt und, sobald er will, Abbilder der Dinge im Himmel und auf Erden schafft
ist, ebenso wirken kann, während er in den Kot des Leibes und Blutes getaucht ist, wie müssen wir glauben, daß er erst wirken kann, sobald er Zum vollkommenen Maße der Reife des Mannes hervorgegangen ist und aus den schädlichen und vergänglichen, den flüssigen und feuchten Fesseln des Leibes gelöst ist und teil hat an dem unvergänglichen
Leben und dem unsterblichen Leibe? Denn wenn der Same der vernünftigen Kraft allein so sehr auf Erden mächtig und kräftig 35 ist, obwohl er noch nicht seine vollkommene Triebkraft empfangen hat, sondern sogar obwohl er in den feuchten, kotigen Ort des vergänglichen Leibes geworfen ist, so ist es möglich, hieraus zu erkenne, wie
groß die Triebkraft des Samens der vollkommenen Früchte in den Seelen ist, sobald er an dem geziemenden Acherbau teil hat und von hier verändert und an den vorzüglichen Ort in gutes und ertragreiches Land gepflanzt ist, wo der himmlische Logos, der Säemann des Alls und der Pflanzer alles Guten seinen eigenen Samen empfängt und auf den
leib- und körperlosen Seelenwiesen wie im Paradies der Gottliebenden 64 65 seine eigene Pflanze tränkt und zur Vollkommenheit aufzieht und zur Blüte von gewaltigen guten Dingen bringt.
Wurm, da es nicht einmal nach Art des unvernünftigen Tieres die Sinne des Leibes gebraucht. Indessen aber dieser kleine und Schlaffe und Schwache und Gedankenlose kommt, wnn er größer wird in seiner Gestalt, zull einem so großen Wandel und Wechsel im Laufe der Zeiten, und empfängt eine so große Vorzddülichkeit und Kraft und Schönheit des
Leibes zumal und der Seele, daß nicht einmal diejenigen, die ihn zeugten, wenn sie ihn sehen, entscheiden können, ob er derselbe sei, der im Leibe gesät und in Finsternis empfangen wurde, ob er derselbe sei, der aus der Finsternis hervorging, der mit Milch und in Windeln großgezogen wurde. wie der, der jetzt als Mensch in Weisheit und Wissen
die ganze Welt betrachtet und der alle die Dinge auf Erden unterwirft. Wenn aber jemand gleichsam durch einen Vergleich der Kraft Gottes und der Engle mit der des eben ggebornen Kindes in die Mitte den vollkommenen Mann stellen wollte, so ist eine völlige Übereinoder des Verhältnisses des Kindes zu dem vollkommenen Mann
da das Wesen des Kindes viel mangelhafter ist als das des vollkommenen von der Kraft der engel. Denn das eben geborne menschliche Kind gleicht in seinem Wesen nicht einmal den eben gebornen unvernünftigen
Tieren. Wer aber zum vollkommenen Gemeinschaft mit dem göttlichen Geiste, redet mit den Engeln, gewinnt Zuneigung und Liebe 36 für den himmlischen verkehr und bereitet sich durch ein keusches und gottesfürchtiges Leben vorher vor für die keineswegs in weiter Zeitferne
liegende Übereinstimmung mit den engeln, und wird an ihrem Leben und an ihrer Vorzüglichkeit teil haben, was auch der göttliche Logos zeigt, indem er sagt: „ Was ist der Mensch, daß du sein wenig unter die Engel erniedrigt, hast ihn mit Ehre und Preis bekleide“.
also das Kind, sobald es größer wird in seiner natürlichen Gestalt und zu der ihm gebührenden Nahrung und Erziehung gelangt, einen so 66 67 großen Wndel und Wechsel eingeht, und wenn niemand seinen Wanel bezeifeln kann wegen der Klarheit der Erfarung, wei dürfen wir uns da wundern, wenn auch der vollkommene Verstand im Menschen, der schon derart ist, solange er noch Kind ist im vergleich zu der Vollendung
seiner vorzüglichen Größe, mit den Engeln übereinstimmend wird, sobald er zur Vollendung des Wachstums seiner ihm eigenen Gestalt vorankommt? Aber wir sehen, daß im Tode die Natur des Menschen aufgelöst wird. Doch was bedeutet dies? Werden wir darum nicht umsomehr in dem Glauben betreffs der unsterblichen Seele bestärkt?
Denn wenn sie, während sie in den vergänglichen und sterblichen Leib getaucht ist, so große Kraft der Vorzüglichkeit beweist — was unser Sermon vorher gezeigt hat —, wie sollte sie nicht dann, wenn sie von der Gemeinschaft des Vergänglichen abgesondert ist und das Sterbliche wie eine Fessel abgelegt hat, mehr als jetzt mit ihrer
ngehinderten Kraft wirken? Siehst du nicht, daß sie solange böse handelt, als sie Liebe zum Leibe besitzt, dann aber, wenn sie seine Gemeinschaft verleugnet, für sich selbst existiert? Daraus kann ihre eigene οὐσία klar erkannt warden, daß sie keineswegs Körper ist. Denn wie kann das, was dem Leibe entgegengesetzt ist, von derselben Natur
sein? Denn gesund sind die Gedanken der Seele, solange als die Leidenschaften des Leibes schwach sind; sie wird aber finster und dunkel, so oft der Leiib unter seiner Begierde leidet. Deswegen liebt die Seele, sobald sie töricht ist, ganz und gar den Leib, und sooft sie den Leib liebt, ist sie ihrer vorzüglichkeit beraubt. So oft sie aber Kraft gewinnt
wider den Leib und vor der Leidenschaft der Begierden flieht, wird sie weise. Und so oft sie weise wird, wendet sie ihr Angesicht weg von der Gemeinschaft der Sterblichen und gibt sich auf der Stelle dem keuschen Wissen hin und verzichtet ein wenig auf den Antrieb der Natur des Leibes. Und sie wird mit Recht noch glänzender, richtiger
und aufgeweckter, sobald sie mächtig ist entsprechend ihrem eigenen 37 Reichtum. Dann hatt sie teil am Wissen, an der Weisheit und an aller Vorzüglichkeit, sobald sie vom Antrieb dedr Leidenschaften des leibes ihr Antilitz wegwendet. Aber sie halt es nicht einmal für würdig, sich den Augen des Leibes zu nähern noch durch seine anderen Sinne zu
wirken, solange sie über die Vorzüglichkeit nachsinnt. So oft sie aber kräftig sich verschließt und sich innerlich sammelt und weit weggeht 68 von dem, was de Sinnen nahe ist und erscheint, und so oft sie dem Leibe oben nur nahe ist und mit dem seelischen Auge vielmehr sich nach der anderen Seite wendet und in sich einsam ist, dann wiederum beiient sie sich sines leuchtenden Verstandes und reineen Gedäcchtnisses, dann geht eine Vernunft hervor, die nicht trübe ist, und tränkt sie,
und alle vernünftigen Kräfte wirken ungehindert. Wenn aber plötzlich etwas sie ereilt von dem, was den Leib schäigt, so trübt das, wie ein Splitter die Sehkraft der Augen raubt, auf der Stelle die Sehkraft der Seele. Wenn sie aber ganz schlaff wird
des Leibes teil hat, in sich schwach gegürtet, so wird nach Art eines bösen und wilden Tieres der vergängliche Leib wider sie auftreten, sie aber wird nach unten in die Tiefe weichen und voll warden von Irrtum, Unverstand und aller Torheit. Was haben wir also nötig, uns vor dem trennendden Tode zu fürchten, dem Befreeier der Seele vom Leibe? Und
warum sollen wir das Ablegen des schlechteren nicht zur Hilfe des Besseren annehmen und bekennen, daß dann in Wahrheeit rein und selig das leben der Gottliebenden sein werde, sobald nichts von entgegengesetzter Natur sie hindert? Denn wenn er, während die vernünftige Natur an diesem Ort und in diesem Gafäß ist und auf Erdden wohnt und
mit einem dichten und irddischen Leibe nach Art von etwas Tönernem Bekleidet ist, so sehr trotz seines Gewandes sich anstrengt, daß er im Geeiste in die Höhe springt und die Glieder des Leibes samt den Begierden durch enthaltsamkeit und Unterdrückung der Begierden tötet und vielmehr eifrig sich müht un bemüht um das Leben der Leiblosen,
sich hunter Führung der Weisheeit zu jeder Zeit absondert und frei macht von der Mischung des Schlechteren, und bereits vorher zu jeder Zeit sich übt zu sterben, falls er einmal vonseinen fesseln 38 gelöst wird, so wird er Schwingen wachsen lassen infloge seiner hiesigen Fürsorge und Übung, dann bei seinem Ende fliegen, den Ort
auf Erden vertauschen und im Himmel das treffen, was er liebt. Wie das geschehen wirdd, frage nicht! Denn der Verkehr mit den Engeln im Himmel, dessen er gewürdigt ist, wird dann, sobald er an seinem Leeibe, dessen Natur sich von der Vergänglichkeit zur Unvergänglichkeit ändert, 69 70 das Bild des Lichtes und das Bild des Glanzes empfangen hat, eintreten in der Art, in der auch das Geschlecht der göttlichen Engel lebt, entsprechend der im Menschen eingeschlossenen Vernunft. Natürlich wird er auch teil haben an der Vorzüglichkeit jener zumal und an der Unsterblicheit.
und sein dichtes, ihn außen umgebendes Gewand in Vergänglichkeit aufgelöst wird, dann als lebendig sich erweist, und wie er die Kraft, die in ihm liegt, bewegt und von der ὕλη unter sich nimmt, und wie er äußere alte und dichte Gewand anuszieht, und vielmehr ein neues anlegt,
das besser ist als das alte,
gesät und gepflanzt und des himmlischen Gewandes der Engel würding wird — wie es sein wird, sobald sie des reinen Lebens teilhaftig geworden und von der Gemeinschaft mit dem STerblichen befreit ist, habe ich nicht nötig zu sagen. Es liegt aber für jeden, der sechen will, nahe, es aus dem oben erwähnten Beispiel zu erkennen. Denn nicht wird
der genze Weizen vernichtet, sondern nur das Äußere wird vernichtet, sobald es auf die Erde fällt. Der innen verborgene Trieb aber und die lebendige Kraft in ihm ist und bleibt lebending, und er der Weizen wird besser als er war, sodaß er auch lebendige Ähren gibt. Eine und dieselbe ist die Triebkraft der Pflanzen und aller Keime ebenso.
Und nur der Mensch sollte gnz und in allem vernichtet warden, sobald er im Tode aufgelöst wird? Und zugleich mit dem äußeren Gewande sollte auch die innen ihm wohnende Vernunft vernichtet warden? Und das unkörperliche wissen, das sich mit allen diesen Kräften vereinigt und das sich um seiner Vorzüglichkeit willen Gott 71 39 angeähnelt hat, sollte nicht einmal sein wie die Samen körner, die zur Erde fallen? Oder ist der Mensch nicht viel besser? Denn er trägt Keineswegs Grannen noch Gräser, sondern die vollkommenen und dichten Ähren seiner Vorzüglichkeit, dann wenn er dem irdischen Verderben entrinnt, sowie er von den Fesseln befreit ist und keineswegs unverständig
den Verkehr im Himmel gegen den auf Erden eingetauscht hat. Sobald er neben Gott tritt, läßt er in Wahrheit wie die Engel gottgeliebte Früchte sprossen, deren Same und Kraft früher im sterblichen Leibe eingeschlossen und wie in einem Ofen eingeengt war.
οὐσία im Menschen gesagt ist, wollen wir fortan in unserm Sermon zum Folgenden kommen. Wenn also der Mensch, der im Verkehr auf Erden aufgewachsen ist, seine eigene Größe kennte und sich kümmerte um die Lehre Gottes, so gäbe es kein Hindernis für ihn, sobald er von hier entronnen ist, am gleichen Verkehr wie die Engel
sich zu ergötzen und teil zu haben am königlichen Leben sienes Vaters im Himmel. Deswegen aber, weil weder Ein Mensch noch zweie noch mehr oder weniger, sondern das ganze vernünftige Geschlecht auf Erden die Kraft selbständiger herrschaft empfangen hat, weil seine Natur frei ist und vom göttlichen Logos, dem König, den königlichen Samen
empfangen hat, hat er nicht gut die ihm eigene Kraft gebraucht, sondern hat all das andere, was zum Nutzen des leibes notwendig ist und das Leben unterstützt, durch Berufsuissenschaften in all seiner Hoffart verarbeitet, hat ersonnen die Bebauung des Bodens, die Herstellung von Schiffen, den Handel, den Besitzerwerb, ud nicht nur dies, sondern
er hat sich auch großen Überfluß und hinlänglichen Reichtum an Begierden aller Art von überallher vollauf verschafft. All das aber, was auf die Erlösung der Seele und auf ein gottgeliebtes Leben der Gerechtigkeit hinzielt, eben das hat er mit Stumpf und Stiel aus seinem Geiste ausgerottet, hat siene eigene Vorzüglichkeit und die des Geschlechtes
der Brüder im Himmel zu einem zu einem Irrwahn gemacht, hat freiwillig die lüsternen Begierden des Leibes der ihm eigenen Grüße vorgezogen, hat die Gerechtigkeit seines Vaters im Himmel und sein Lob vernachlässigt und hat die unvernünftigen Antriebe des Wahnsinns und der Phantasie ausgesucht, was die törichtsten der Kinder zu tun pflegen,
40 die die fürsorgliche Lehre und Zucht derer fliehen, die ihr Denken groß gemacht haben. Das, was für den Augenblich angenehm ist, 72 aber die Seelen und Leiber zumal verderbt, ehren sie bei weitem mehr und erjagem sich Irrtum und törichte Wissenschaft zur eitlen und un- verständiegen Ergötzung. Während so alle Menschen in der Vermehrung des Bösen sich benfinden, stellt ihnen der Neider, der das Gute haßt,
und der Schädiger des Schönen nach und eben dieser bereitet in seinem bösen Neide Netze und Schlingen und viellistige Intriguen aller Art wider die Erlösung aller in Gemeinschaft mit den bösen Dämonen und treibt sie von oben in die Tiefen des Bösen, damit alle, die auf Erden sind, nicht sehen, sondern übersehen sollten das Gesetz ihrer Natur,
und damit die Frucht des Bösen an Stelle des Samens der Vorzüglich- keit erblühe. So fiel derjenige, der der allerfriedlichste, weiseste und vernünftigste war von allen auf Erden, in die äußerste Wildheit und Unvernunft, so daß einer von den Gettliebenden über die Katastrophe seines Falles weint, ausruft und spricht: „Der Mensch in seiner Ehre 15 hatte keine Einsicht, sondern wurde dem Tiere gleichgemacht und ihm angeähnelt“.
die vernünftigen Seelen auf Erden zeigte und der sich eifrig bemühte durch eigene Botschaft um das Aufsuchen und die Heilung derer, die des Weges zogen und zu Grunde gingen.
De Theophania (Fragmenta). Eusebius. Hugo Gressmann (Translator). Germany. 2014.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.