mvp-comment-277-1
Wecklein 1888, p. 287
mvp-comment-277-2
zweites Stasimon: Der Umsturz der alten Satzungen durch den Sieg des Muttermörders müfste schreckliche Zügellosigkeit und sittliche Verwilderung zur Folge haben, da man für Mord und blu- tige Mifshandlungen keinen Rächer mehr zu fürchten hätte. Furcht mufs herrschen; ohne Furcht kann kein Recht bestehen. Keine Gewaltherrschaft, aber auch keine Gesetzlosigkeit! Das Richtige liegt in der Mitte. Diese rechte Mitte hängt zusammen mit Gesundheit des Geistes, während Gottlosigkeit des Sinnes Übermut und damit Zuchtlosigkeit oder Gewaltherrschaft erzeugt (
ὕβρις φυτεύει τύραννον
Soph. Oed. T.873
). Drum übe man Recht, ehre die Eltern und achte das Gastrecht. Wem diese Rechtlichkeit aus innerer Überzeugung hervorgeht, der wird nicht unbeglückt sein; jedenfalls wird er nie ganz zu Grunde gehen. Für den Frevler aber wird über kurz oder lang die Stunde der Demütigung kommen; dann wird niemand sein Flehen erhören; die Gottheit wird sich vielmehr seines Untergangs freuen und sein früherer Glanz wird für alle Zeit verschollen und vergessen sein.
mvp-comment-297-1
Wecklein 1888, p. 290
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βωμὸν Δίκας: zu 163.
mvp-comment-298-1
Wecklein 1888, p. 290
mvp-comment-298-2
λὰξ ἀτίσῃς d. i.
λακτίσας ἀτιμάσης, vgl.
Ag. 394
λακτίσαντι μέ γαν Δίκας βωμόν
.
mvp-comment-299-1
Wecklein 1888, p. 290
mvp-comment-299-2
Die Stunde der Entscheidung harrt.
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Wecklein 1888, p. 290
mvp-comment-300-2
πρὸς
τάδε, proinde. Vgl.
Pers. 173
προς τάδ᾽ ὡς οὕτως ἐχόν των.
Häufiger steht in diesem Sinne
πρὸς ταῦτα. Die drei Hauptgebote der griechischen Moral
,,ehre die Götter, verletze nicht das Gastrecht, ehre die Eltern" werden auch
Suppl. 709 ff.
ans Herz gelegt, wo es zuletzt heifst:
τὸ γὰρ τεκόντων σέβας,
τρίτον τόδ᾽ ἐν θεσμίοις Δίκας γέγραπται μεγιστοτίμου. Vgl. oben zu 270 f.