Euripides Bacchae 576-860

T. A. Buckley (Translator)

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Bacchae. Euripides. T. A. Buckley (Translator). London. 1850.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

The Bacchae (English) (Euripides. The Tragedies of Euripides. Vol. I. Buckley, Theodore Alois, translator. London: Henry G. Bohn, 1850. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Βάκχαι Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 576-861 focus
Translations (2)
The Bacchae (OCR draft) Experimental (The Bacchae. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 576 focus
Auf! Hört meine Stimm', o hort, Bacchen, hört!
Wohlauf, Bacchen, auf!
Frauen ihr des fremden Landes, so betaubt von wilder Angst,
Stürztet ihr zur Erde? Wohl habt ihr erkannt, so scheint es uns,
Daß Lydos' Arm des Pentheus hohes Haus erschutterte.
Aber auf! erhebt die Glieder, seid getrost und zittert nicht!
520
Entsezlich, unerhört! Der Fremdling ist entslohn,
555
Er, der in Fesseln eben noch gebunden lag.
Ha!
(erblickt den Dionysos)
Dort ist der Mann! Was? Und du zeigst im Hofe dich
An meinem Hause sonder Scheu, nachdem du flohst?
Die Rinderheerden trieb ich schon die kahlen Höhn
Des Berges aufwärts, als der Sonnengott, das Land
590
Erwärmend, uns mit seinem ersten Strahle grußt.
Drei Schaaren Frauenchère ſicht mein Auge da;
Den einen führt' Agave, deine Mutter, an,
Ino den andern, einen führt' Autonoë.
Gestreckt die Glieder, lagen all' im Schlafe noch,
595
Zum Theil die Rucken lehnend an der Tanne Laub,
Auf Eichenblättern andre dort harmlos das Haupt
Geneigt am Boden, züchtig, nicht, wie du gesagt,
Berauscht von Weinpokalen und der Flöte Ton,
Und Buhlern nach in Waldeseinsamkeit gelockt.
600
Nur deine Mutter jubelt' hell in der Bacchen Schwarm,
Um aufzurütteln aus der Ruh die Schlummernden,
Sobald gehörnter Stiere Laut ihr Ohr vernahm.
Sie rafften sich aus tiefem Schlafe flugs empor,
Und sprangen auf, (ein Wunderanblick edler Scheu)
605
Mannbare Magdlein, junge wie bejahrte Fraun.
Und auf die Schultern streuen sie die Locken erst,
Und gurten, wo der Bande Knoten sich gelöst,
Die Haut des Hirsches, und das bunte Fell umschlingt
Die Natter, die vertraulich ihre Wang' umleckt.
610
Noch andre trugen wilder Wölfe Brut im Arm
Und Rehe; diesen spenden sie die weiße Milch
Aus vollen Brüsten, kaumgebornen Säuglingen
Sich språd' entziehend. Ephen kränzt der Frauen Stirn,
Und Eichenzweig' und bluthenreiches Bohnenlaub.
615
Und Eine nahm den Thyrsos, schlug und traf den Fels,
Daß hellen Thaues feuchter Born dem Stein entsprang.
Die Andre stieß in grünes Erdenland den Stab,
Und einen Weinquell sendet hier der Gott herauf.
Doch, die verlangten nach dem Trank schneeweißer Milch,
620
Sie theilten mit der Fingerspize nur den Grund,
Und hatten Milch in Fulle; süßer Honig trof
In Strömen aus des Thyrsos epheugrünem Stab,
So daß du fromm anbetend, hått'st du das gesehn,
Dem Gott gehuldigt håttest, den du jezo hohnst.
625
Wir Rinderhirten traten nun die Schafer an,
Vereint in Wechselreden auszuschutten uns,
Welch arge Wunderdinge da vor uns geschahn.
Und Einer, keck im Reden, der die Stadt gesehn,
Begann vor Allen: „Ihr Bewohner heiliger
630
Felshohn, o wollt ihr Agave, Pentheus' Mutter, nicht
Mit uns dem Bacchosfeste dort entführen und
Euch Dank vom Herrn verdienen?" Wohl schien dieser uns
Zu reden, und wir lauschten, uns verbergend, rings
Im Laub der Büsche. Wie des Festes Stunde kam,
635
Da schwangen jene zur Feier ihren Thyrsosstab,
Aus vollem Munde Bromios, den Sohn des Zeus,
Den Bacchos rufend; und der Berg und das Wild umher
Stimmt ein zum Jubel, Alles wogt' in raschem Lauf.
Nun kommt Agave tanzend nah' heran zu mir;
640
Ich sprang, um sie zu greifen, ungesäumt empor,
Den Busch verlassend, wo wir uns vorher versteckt.
Da rief sie laut:,,Ihr, meine fluchtigen Hund', heran!
Uns jagen diese Männer nach; drum folget uns,
Folgt uns, und waffnet euren Arm mit dem Thyrsosstab!"
645
Wir aber flohn von dannen, und entgingen so
Der Wuth der Bacchen. Diese warfen ohne Stahl
Sich auf die Färsen, die das Gras abweideten;
Und ihrer Eine sahen wir ein brüllendes
Stierkalb, ein fettes, faſſen mit des Arms Gewalt;
650
Andere zerfleischten Kuhe, schaarenweis erhascht;
Und Schenkel sahn wir, sahn den zweigespaltnen Huf
Empor und nieder werfen, und von Ast und Zweig
Der Tannen trof zerrissner Glieder Blut herab.
Die Stiere, die voll Uebermuthes kaum zuvor
655
In's Horn gewithet, wurden auf den Grund gestreckt,
Von tausend Jungfraunhånden überwältiget;
Und schneller, als in Einem Wink der Augen, war 3
Von Kadmos' Tochtern abgestreift der Thiere Fell. 4
Sofort im Lauf emporgehoben, Vögeln gleich,
660
Flohen sie zur Ebne, die sich unten streckt am Fluß
Asopos, spendend Thebe's Volk fruchtreiche Saat;
Und auf Erythra, Hysid, die Stadt' im Thal
Am Fuß Kitharons, fielen sie, wie feindliche
Heerhausen, Alles obenher und unterher
665
Zerstörend, raubten manches Kind vom Hause weg,
Und legten's auf die Schulter, wo kein schirmend Band
Es hielt; und doch fiel keines auf den dunklen Grund.
Kein Erz, kein Eisen, aber Feuer trugen sie
Im Haare, das nicht ſengte. Nun griff zornentbrannt 5
670
Das Volk zum Schwerte, so beraubt von der Bacchen Schaar,
Und schrecklich anzuschauen war, was hier geschah:
Das Blut der Theber stromte nicht dem scharfen Speer;
Nein, jene warfen Thyrsosståb' aus ihrer Hand,
Da gab es Wunden, Männer flohn in wilder Flucht
675
Vor Frauen, nicht ohn' eines Gottes Wundermacht.
Und wieder heim, woher sie kamen, kehrten sie,
Bu jenen Quellen, die der Gott herausgesandt,
Das Blut zu waschen; und der Drachen Zunge leckt 6
Das Wasser, das in Tropfen ihrer Wang' entströmt.
680
Nimm diesen Gott denn, wer er sei, nimm, König, ihn
In diese Stadt auf: denn er ist in Allem groß,
Und auch in diesem, daß er, wie man uns gesagt,
Die gramerheiternde Rebe gab den Sterblichen.
Denn ist der Wein nicht mehr, so flieht die Liebe fort,
685
Auch andre Wonnen gibt es nicht für Menschen mehr. 7
Ich furchte, frei zu reden, wie das Herz mich treibt,
Vor dir, dem Herrscher; aber dennoch sei's gesagt:
Dionysos, Herr, steht keinem andern Gotte nach.
Du willst die Frauen auf den Berghohn ſizen sehn?

Notes on the current edition

Bacchae

1. The following lines are probably delivered by individual chorus members.