Nicht rühr' an mich hier; gehe hin zum Bacchosfest,
Doch hänge mir nicht deiner Thorheit Makel an!
305
Den aber, der dich solchen Unverstand gelehrt,
Will ich bestrafen. Einer geh' und saume nicht,
Und kam er dorthin, wo der Mann die Vögel fragt,
So stoß' er Alles auf den Grund mit Hebeln aus,
Und stirze nieder Alles und zerschmettere !
310
Die Seherbinden streut hinaus in Sturm und Wind!
Denn also thuend, schaff ich ihm das größte Leid.
Ihr, durch die Stadt hingehend, spåht den Fremdling aus,
Den weiberhaften, der die Fraun in den neuen Wahn
Einführt und unsrer Ehen keusches Glück entweiht!
315
Und wenn ihr ihn gefangen, führt gefesselt ihn
Hierher, damit ihn treffe Tod durch Steinigung;
So wird er bittre Bacchossest' in Thebe sehn!
(eilt ab.)
Teiresias.
O Thor, du weißt nicht, welche Worte dir entflohn!
Du rasest; auch schon früher war dein Geist verwirrt.
320
Wir wollen gehn, o Kadmos, und um Gnade flehn
Für diesen, glüht er heftig auch in schwerem Zorn,
Und unsre Bürger, daß der Gott kein Arges uns
Bereite. Mir denn folge du mit dem Thyrsosstab,
Und halte mich in der Höhe wohl, ich stüze dich.
325
Denn schmählich ist es, wenn ein Paar von Greisen fållt:
Doch - gehe; Bacchos dienen wir, dem Sohn des Zeus!
O moge Pentheus deinem Haus, o Kadmos, nicht
Verderben bringen! Nicht als Seher ſprech' ich so,
Die That belehrt mich; denn der Thor spricht Thorichtes.
330
Erste Strophe.
(sie gehen ab.)
Chor.
Bacchae. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .