Euripides Helen 894

Johann Jakob Christian Donner (Translator)

Jungfrau, zu deinen Knieen fall' ich flehend hin,
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Und liege hier an dieser unheilvollen Statt
Für mich und diesen, den ich endlich wiederfand,
Und kaum gefunden in den Tod muß gehen sehn.
O sage deinem Bruder nicht, daß mein Gemahl
In meine treuen Arme hier zurückgekehrt:
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Nein, rette, rett' ihn, fleh' ich dir; verrathe nie
Dein edles Herz an den Bruder, daß um solchen Preis
Du schnöden Dank erkauftest, ungerechten Lohn.
Die Götter hassen die Gewalt; was Jeder sich
Erwerben kann, erwerb' er, aber raube nicht;
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Nein, alles ungerechte Gut verschmähe man.
Gemeinsam ist der Himmel allen Sterblichen,
Gemein die Erde; mehrt den Schaz in eurem Haus,
Nicht Raub verübend, noch erpicht auf fremdes Gut!
Mich gab in deines Vaters Hand, zum Segen mir
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Und auch zum Ungluck, Hermes, um dem Gatten mich
Zu retten, der, mich auszulösen, hier erschien.
Wie soll er todt mich losen? Wie erstattete
Proteus dem Todten wiederum die Lebende?
Drum hege vor dem Gotte, vor dem Vater Scheu:
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Denn würde Hermes und der Hingeschiedne wohl
Zurückbehalten wollen, was des Andern ist?
Mitnichten! Darum achte mehr den edlen Geist
Des Vaters, als des Bruders thöricht eitlen Sinn.
Bist du Prophetin, kennest du das Göttliche,
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Und trittst zu Boden, was gerecht der Vater fand,
Dem ungerechten Bruder unterthan zu sein:
Dann ist es Schmach, zu wissen alles Göttliche,
Was ist und nicht ist, übst du nicht Gerechtigkeit.
So lose mich vom Leide, das mir Armen droht,
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Und was das Schicksal nicht gewährt, vollende du!
Denn Keiner lebt auf Erden, der nicht Helena
Versluchte, die dem Gatten (so schilt Hellas mich)
Entflohn, und Alexandros' goldnes Haus bewohnt.
Doch, kehr' ich heim nach Hellas und in's Sparterland,
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Dann hören sie, dann sehn sie, daß durch Göttertrug
Sie starben, daß ich unsre Freunde nicht verrieth,
Und wieder tret' ich in die Reihn der edlen Fraun,
Und meine Tochter statt' ich aus, die Keiner freit,
Und meines Wanderns bittre Fahrt hier endigend,
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Genieß ich froh der Schäze, die mein Haus bewahrt.
War' er gestorben, zehrt' ihn auf der Scheiter Glut,
Den weit entfernten feiert' ich mit Thränen dann;
Nun lebt er, ist gerettet, und man raubt mir ihn.
Nicht also, Jungfrau! Wende dich zu meinem Flehn,
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Gewähre diese Liebe mir, und ahme nach
Dem edlen Vater. Denn es ist der schönste Ruhm
Des Kindes, das aus wackrer Aeltern Stamm erblüht,
An edler Art dem edlen Vater gleich zu sein.

Helen. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .

Current edition Experimental

German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) (German) (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.)

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Editions (1)
Ἑλένη Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 1107-1164 focus
Translations (2)
Helen Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906. (Modernized by Perseus.)) — 1107-1160 focus
Helen (OCR draft) Experimental (Helen. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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