Was also leb' ich? Welches Loos erwart' ich noch?
Erwåhl' ich, solches Ungemach zu fliehn, die Hand
Des fremden Mannes, seze mich in seinem Haus
An reiche Tafeln? Aber wenn das eigne Weib
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Den Gatten hast, ist auch das Leben ihr verhaßt.
Zu sterben, ist das Beste. Doch wie sterb' ich schon?
Wohl ist es Schmach, mit hochgewundnem Strange sich
Den Tod zu geben, ziemt sogar bei Sklaven nicht;
Durch's Schwert zu sterben, ist allein ehrvoll und schön,
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Mit Eines Pulses kurzem Schlag erscheint der Tod.
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In solcher Leiden tiefes Meer versanken wir.
Wohl hat die Schonheit andern Fraun ein glucklich Loos
Errungen; uns bereitet' eben sie den Tod.
Chor.
O Frau, der Fremdling, welcher kam, wer's immer sei,
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O glaube nicht, daß Alles wahr sei, was er sprach.
Helena.
Doch sagt er klar und deutlich, mein Gemahl sei todt.
Chor.
Viel, was die Menschen reden, ist auch lugenhaft.
Helena.
Und Vieles wahr auch; Wahres wird unschwer erkannt.
2
Chor.
Anstatt zu hoffen, kehrst du dich dem Grame zu.
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Helena.
Die Furcht umstrickt mich, treibt mich fort zum Schrecklichen.
3
Chor.
Wie sind sie hier im Hause gegen dich gesinnt?
Helena.
Sie sind mir alle freundlich, nur mein Freier nicht.
Chor.
Nun, weißt du was? Verlasse dieses Todtenmal
Helena.
Was willst du sagen? Welche Mahnung gibst du mir?
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Chor.
Zum Hause gehend, frage dort Theonoën,
Der Nereïde Tochter, ihr ist Alles kund,
Um deinen Gatten, ob er noch im Lichte weilt,
Ob schon dahinging. Wenn du dieses wohl erforscht:
Je nach der Schickung stimme dich zu Freud' und Schmerz.
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Denn eh du Jedes sicher weißt, was frommt es dir,
Der Trauer nachzuhängen? Darum folge mir :
Verlaß das Grab, und aus der Jungfrau Munde dort
Wird Alles kund dir werden. Wenn das Wahre du
Im Hause kannst erfragen, was verlangst du mehr?
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Auch ich, dir folgend, will hinein zum Hause gehn;
Denn mitzuhören drångt es mich den Seherspruch:
Hülfreich zu sein den Frauen ist ja Frauenpflicht.
Helena.
Helen. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .