Ich folge, Freundin, deinem Rath.
Gehet, geht in's Haus, vernehmet dort die Leidenskämpfe,
300
Die mein Schicksal mir bestimmt!
Chor.
Du rufst der willig folgenden.
Helena.
O Tag des Unheils! Welches Wort, ich Elende,
Welch unselig Wort vernehm' ich nun?
Chor.
Jammre nicht vorher, o Theure, bittern Grams Weiſſagerin!
305
Helena.
Weh! Was erduldete mein Gemahl?
Sieht er noch des Tages Licht und Helios' Viergespann,
Noch der Sterne Bahnen, oder hålt bei den Todten ihn
In der Erde das Erdenloos?
Chor.
Deute stets zum Bessern Alles, was die Zukunft bringen
310
Helena.
Dir ruf' ich, dich beschwör' ich,
mag.
Du schilfumgrünter schöner Strom Eurotas, ob vom Tode
Des Gatten mir die wahre Kunde scholl.
Chor.
Was sollen die thörichten Worte?
Helena.
Hoch in Todesschlingen schnur' ich meinen Hals,
315
Oder stoße durch die Brust mir
Den blutvollen Stahl,
Treibe das eigene Schwert in die Kehle mir, kämpfend den
Ich, der drei Göttinnen Opfer
Blutkampf,
Und des Uusel'gen, der Priamos' Heerden
1
320
Weidend auf Ida's Höhn die Flåte blies.
Chor.
Stürm' auf Andre solches Unheil; lebe du, von Gluck
Helena.
Helen. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .