Euripides Electra 907

Johann Jakob Christian Donner (Translator)

Wohl! Wo beginn' ich meine Klagen wider dich?
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Wo end' ich? Was soll meiner Rede Mittel sein?
Und doch versäumt' ich, wann der Morgen graute, nie,
Bei mir zu sinnen, was ich Aug' in Auge dir
Erklären wollte, wurd' ich frei der vorigen
Drangsal. Ich bin's jezt, und du hörst im Tode nun
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Das Arge, das du lebend nicht von mir gehört.
Du warest mein Verderben, raubtest mir und ihm
Den Vater, und wir hatten dir kein Leid gethan.
Und mit der Mutter buhltest du, (o Schmach!) erschlugst
Achaa's Feldherrn, der du nie nach Troja zogst.
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Ia, was der Thorheit Gipfel war, du hofftest kühn,
Treu werde Klytamnestra dir als Gattin sein,
Nachdem du meines Vaters Bett entheiligtest.
Doch Jeder wisse, der ein fremdes Weib berückt
Zu loser Buhlschaft, und sie dann gezwungen nimmt,
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Unglucklich ist er, wenn er wähnt, sie werde Zucht
Bei ihm bewahren, die sie früher nicht bewahrt.
Du lebtest elend, wähntest du dich glucklich auch:
Denn, traun, du wußtest, wie verrucht die Gattin war,
Und meine Mutter, welch ein Mann ihr Gatte sei.
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So nahmt ihr, ruchlos beide, würd'gen Lohn dahin :
Sie ward durch dich unglucklich, du durch ihre Schuld.
In Argos' Volke hieß es überall von dir:
Der Mann gehorcht dem Weibe, nicht das Weib dem Mann.
Und wahrlich, schmachvoll ist es, wenn im Haus das Weib,
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Und nicht der Mann gebietet. Jene Kinder auch
Sind mir zuwider, die man nicht dem Manne nach,
Dem Vater, sondern nach dem Stamm der Mutter nennt.
Denn so der Mann sich einem edlern Weib vermählt,
Wird seiner gar nicht, und allein der Frau gedacht.
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Am schlimmsten aber tauschte dich Unkundigen
Der Wahn der Größe, weil du reich an Schazen warst.
Das ist ja nichtig, das verweilt nur kurz bei uns.
Nicht Schaze, nur ein großer, edler Sinn besteht:
Denn er allein bleibt ewig, er besiegt das Leid;
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Doch ungerechter Reichthum, der dem Thoren ward,
Fliegt weg vom Hause, wann er kurze Zeit geblüht.
Von andern Frau'n (denn einer Jungfrau ziemt es hier
zu schweigen) deut' ich's kennbar an in dunklem Wort:
Stolz blåhtest du dich als des Königshauses Herr,
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Auf deine Schönheit trozend; doch mein Gatte sei
Begabt mit Mannessinne, nicht mit Mädchenreiz!
Denn Söhne solcher Männer gluh'n von Kriegesmuth;
Die schonen Knaben sind ein Schmuck für Reigen nur.
Fahr' hin, du Thor: als solcher wurdest du zulezt
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Erkannt und büßtest! Måge, wer so frevelte,
Wenn auch der Rennbahn erster Gang vollendet ward,
Sich nicht den Sieger wähnen, eh' er nahe sich
Dem Ziel geschwungen und des Lebens End' erreicht!

Electra. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .

Current edition Experimental

German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) (German) (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.)

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Editions (1)
Ἠλέκτρα Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962)) — 880-1146 focus
Translations (2)
Electra Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 880-1145 focus
Electra (OCR draft) Experimental (Electra. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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