Euripides The Trojan Women 634

ed. Gilbert Murray

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The Trojan Women. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Τρῳάδες (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. II. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1921-1962))

Translations (3)
The Trojan Women Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. I. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1906. (Modernized by Perseus.)) — 634 focus
The Trojan Dames (OCR draft) Experimental (The Trojan Dames. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1852; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 3, Heidelberg: C. F. Winter, 1852. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 634 focus
O Mutter, die den Tapfern mir gebar, vernimm 1
635
Ein Wort von mir, das deinem Herzen Trost gewährt.
Ich acht' es gleich dem Tode, nicht geboren sein;
Doch besser, als ein traurig Leben, ist der Tod.
Denn keinen Schmerz empfindet, wer kein Leiden fühlt:
Doch wer das Gluck gekostet und in Noth versinkt,
640
Der sehnt sich stets und gråmt sich um's verlorne Gluck. 2
So liegt auch deine Tochter todt, als ob sie nie
Das Licht gesehn, und weiß von ihren Leiden nichts.
Doch ich, nach Ehre trachtend und des Ruhmes auch
Die Füll' erringend, fehlte doch des Gluckes Ziel. 3
645
Denn was der tugendhaften Frau zu üben ziemt,
Dem lebt' ich immer redlich nach in Hektors Haus.
Für's Erste, - mag der Flecken einer Schuld am Ruf
Des Weibes haften oder nicht, schon dies erweckt
Ihr båsen Leumund, wenn sie nicht zu Hause bleibt.
650
Drum, solch Gelist verschmåhend, blieb ich still daheim;
In meine Wohnung ließ ich nie das lockende
Geschwaz verschmikter Frauen ein, der gute Geist
Von Hause war mein Lehrer, ich war mir genug.
Der Zunge Schweigen und des Auges sanften Blick
655
Bewahrt' ich stets dem Gatten, wußte, wo der Sieg
Ihm über mich gebührte, wo mir über ihn.
Und solcher Sitten Kunde drang in Argos' Heer,
Und wurde mein Verderben: denn nachdem sie mich
Gefangen, wählte Pyrrhos mich zur Gattin aus;
660
So muß ich Sclavin in des Mörders Hause sein !
Und wenn ich Hektors theures Haupt vergesse, wenn
Mein Herz dem neuen Gätten sich in Liebe weiht,
Schein' ich dem Todten ungetreu; doch, fahr' ich fort,
Ihn treu zu lieben, werd' ich meinem Herrn verhaßt.
665
Wohl hårt man sagen, Eine Nacht besanftige
Den Groll des Weibes, welchen sie dem Mann gehegt.
Doch wir verabscheu'n Eine, die, des ersten Manns
Beraubt, in neuem Ehebund den andern liebt.
Denn auch das Füllen, welches du vom Füllen trennst,
670
Mit dem es aufwuchs, zieht das Joch nicht leichtes Muths:
Doch ward dem Thier nicht Sprache, nicht Verstand verliehn,
Und niedrer ist sein Wesen, als der Menschen Art.