Doch als die Sonne himmelan die Rosse trieb,
Betritt Apollons Heiligthum die Priesterin,
Und auf den zarten Knaben traf ihr heller Blick.
Sie staunte, daß ein Delphermädchen sich erkühnt,
In's Gotteshaus zu legen solch geheime Frucht.
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Ihn wegzuschaffen denkt sie schon vom heil'gen Ort;
Doch mild Erbarmen überwand die Grausamkeit,
Und Phobos wehrte, daß der Sohn verstoßen ward.
Sie nahm den Säugling, zog ihn auf und ahnte nicht,
Daß Phobos Vater, oder wer die Mutter sei,
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Und auch der Knabe selber weiß um Beides nicht.
Ein Kind noch, schwärmt' er spielend um die nährenden
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Altar' Apollons; als er drauf zum Manne ward,
Bestellten Delphi's Bürger ihn, des Gottes Gold
Zu huten und für Alles treuer Hort zu sein,
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Und heilig lebt' er allezeit im Gotteshaus.
Kreusa, seine Mutter, ward dem Xuthos nun
Vermählt; doch also knupfte sich der Ehe Band:
Das Volk Athene's und Chalkodons Bürger, die
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Im Land Eubda's wohnen, faßt' ein Kriegessturm,
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Den mitbestehend und den Feind bewältigend
Die Hand Kreusa's er gewann als Ehrenlohn,
Obwohl ein Fremdling; denn er stammt von Aeolos,
Zeus' Sohn, und ist Achåer. Lange schon vermählt,
Sind kinderlos die Beiden. Darum kamen sie
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Hierher zu Phobos' Sehersiz, verlangend wohl
Nach süßen Kindern. Phobos lenkt, so scheint es, selbst
Also das Schicksal und vergaß des Sohnes nicht.
Er wird dem Xuthos, wenn er dieses Haus betritt,
Den eignen Knaben schenken, wird des Xuthos Sohn
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Ihn nennen, daß Kreusa, wenn in's Mutterhaus
Er kommt, ihn anerkenn' und Phobos' Liebestrug
Verborgen bleibe, während ihm sein Erbe wird.
Und Ion, Gründer eines Reichs in Asia,
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So will's Apollon, heißt er einst in Hellas' Volk.
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Doch nach den Lorbeergrotten wend' ich nun den Schritt,
Zu sehen, wie sich låsen wird des Junglings Loos.
Denn schon hervorgehn seh' ich dort des Phobos Sohn,
Mit grünen Lorbeerreisern hier des Tempels Hof
Zu saubern. Mit dem Namen, den er tragen wird,
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„Ion" begrüß ich von den Göttern ihn zuerst.
(er geht in den Lorbeerhain.)
(tritt aus dem Tempel.)
Jon
Ion. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .