Du wurdest, ach! der Menschen Unglückseligste
Durch eine Gottheit, deren Hand dich schwer berührt!
Doch jezo laßt uns schweigen, ihr geliebten Fraun;
Denn Agamemnon seh' ich dort, den Herrscher, nahn.
Agamemnon.
Warum verziehst du, Hekabe, dein Kind im Grab
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Zu bergen? Mir ward Kunde durch Talthybios,
Daß kein Argeier ihren Leib berühren soll.
Wir haben sie gelassen, sie nicht angerührt;
Und du verziehst hier müßig, daß ich staunen muß.
Ich komme, dich zu rufen: Alles ist im Heer
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Wohl zugerüstet, wenn man dies wohl nennen kann.
Was seh' ich? Wer ist jener Todte dort am Zelt?
Ein Troërleichnam? Daß es kein Argeier ist,
Sagt sein Gewand mir, welches ihn umhüllend deckt.
Elender!
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Hekabe (zu der Leiche).
So dich nennend, nenn' ich nur mich selbst!
Hekabe! Was thu' ich? Fall' ich Agamemnon hier
Zu Füßen, oder trag' ich schweigend mein Geschick?
Agamemnon.
Was kehrst du meinem Angesicht den Rücken zu,
Und klagst, und sagst nicht, was geschehn? Wer ist der Mann?
Hekabe (bei Seite).
Doch wenn er mich, die Sklavinn, mich, das Feindesweib,
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Von seinen Knien verstieße, fühlt' ich neuen Schmerz.
Agamemnon.
Kein Seher bin ich, um die Wunsch' in deiner Brust
Erspähn zu können, wenn du mir nicht Rede stehst.
Hekabe (bei Seite).
Doch ist es wohl nur eitler Wahn, für feindlicher
Den Mann zu halten, der gewiß nicht feindlich ist?
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Agamemnon.
Nun, wenn ich Nichts von diesen Dingen wissen soll,
Dann sind wir einig, weil auch ich Nichts horen will.
Hekabe (bei Seite).
Auch kann ich ohne diesen für des Sohnes Tod
Nicht Rache nehmen. Was erwäg' ich's lange noch?
Es muß gewagt sein, ob's gelingt, ob's nicht gelingt! -
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Zu deinen Füßen fleh' ich hier, Argeierfürst,
Dein Kinn berühr' ich, deine Hand, des Glücklichen.
Agamemnon.
Wonach verlangt dich? Willst du frei der Tage Rest.
Verleben? Sonder Mühe wird dir das gegönnt.
Hekabe.
Nein, wahrlich! Wenn ich strafen kann den Bösewicht,
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So will ich Sklavendienste thun mein Lebenlang.
Agamemnon.
Und welchen Beistand foderst du dazu von uns?
Hekabe.
Nichts ist es dessen, was du dir vermuthest, Herr:
Du siehst, um den mein Auge weint, den Todten hier?
Agamemno
amemnon.
Wohl: doch errathen kann ich nicht das Weitere.
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Ihn trug ich unter dem Herzen, ihn gebar ich einst.
Agamemnon.
Dein Sohn, und welcher ist es, Ungluckselige?
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Hekabe.
Kein Priamide, welcher fiel vor Ilion.
Agamemnon.
Gebarst dn einen Andern noch, als Jene, Frau?
Hekabe.
Ihn, den du siehest, und vergebens, wie es scheint.
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Agamemnon.
Hecuba. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .