Euripides Hecuba 658-900

Edward P. Coleridge (Translator)

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Hecuba. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by The Annenberg CPB/Project.

Current edition Perseus

Hecuba (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.))

Editions (1)
Ἑκάβη Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902. (Reprinted 1906-1974)) — 658-904 focus
Translations (2)
Hecuba (OCR draft) Experimental (Hecuba. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1841; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 1, Heidelberg: C. F. Winter, 1841. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 658 focus
Ihr Weiber, wo ist Hekabe, die alle Fraun
Und alle Männer weit besiegt an Ungemach ?
645
Ja, wahrlich Niemand wird den Kranz entreißen ihr.
Weh mir! Ich sehe meinen hingeschiednen Sohn
Polydoros, den der Thraker mir im Hause barg!
Verloren, nicht mehr bin ich Unglückselige!
mein Kind, mein Kind!
670
Weh! Des Wahnsinns Weisen stimm' ich an,
Vom bösen Geist getrieben, der
Wieder ein Leid mir schuf!
Du wurdest, ach! der Menschen Unglückseligste
Durch eine Gottheit, deren Hand dich schwer berührt!
Doch jezo laßt uns schweigen, ihr geliebten Fraun;
Denn Agamemnon seh' ich dort, den Herrscher, nahn.
Wo war er aber, als die Stadt erobert ward?
Wohin (ich Arme!) wendest du von mir den Fuß?
Wohl werd' ich Nichts hier schaffen: ich Verlorene!
Was mühn wir uns, wir Menschen, was erforschen wir
Die Wissenschaften alle, wie es würdig ist,
Doch, die allein die Welt beherrscht, der Rede Kunst
795
Uns anzueignen streben wir nicht gründlicher,
Für Lohn sie lernend, um damit für jeden Wunsch
Die Geister stimmend, Alles durchzusezen einst?
Wie dürfte Jemand hoffen, glucklich noch zu sein? 8
So viele Kinder zog ich auf, sie sind dahin;
800
Ich, eine Kriegsgefangne, schmacht' in schnodem Dienst,
Und wallen seh' ich dort den Rauch ob meiner Stadt.
Vielleicht erscheint es albern, wenn ich Kypris auch
Zur Hülfe mir erbitte: dennoch sei's gesagt.
Fürst, an deiner Seite ruht die Seherinn,
805
Mein Kind; Kassandra nennt das Volk der Phryger sie.
Wo wirst du süße Liebeshuld ihr zeigen, Herr?
Soll meine Tochter für die Wonnumarmungen
Von dir empfangen einen Dank und ich von ihr?
So hdre weiter: sichest du den Todten hier?
810
Ihn ehrend, ehrst du deinen Anverwandten auch.
Nur Eines ist noch, was zu meinen Worten fehlt.
daß in diesen Hånden, diesem Arm ein Laut
Mir wohnt', im Haar des Hauptes und der Füße Tritt,
Durch Götterzauber oder Kunst des Dådalos,
815
Daß alle weinend deine Knie' umklammerten,
Ihr Flehn in tausend Worten auszustromen dir!
„König, ruhmvoll strahlend Licht in Hellas Volk,
Erbarme dich der Greisinn, beut ihr deinen Arm
Als Racher; ist sie auch ein Nichts, doch höre sie.
820
Dem edeln Manne ziemt es, sich dem Recht zu weihn,
Und Bösen Böses überall und stets zu thun."
Wo mag sich rühmen, frei zu sein, ein Sterblicher?
Dem Glücke fröhnt der Eine, frohnt der stärkern Macht;
Dem wehrt der Pobel, jenen hemmt geschriebnes Recht,
Dem eignen Sinn zu folgen, wie das Herz ihn treibt.
Doch weil du fürchtest und dich scheu der Menge fügst,
845
Will ich, o König, dich befrein von solcher Furcht.
Mitwisser sei mir, wenn ich Rache such an ihm,
Der mir den Sohn erschlagen; selber handle nicht.
Erhebt ein Aufruhr sich im Heer, und helfen sie
Dem Thraker, wenn er leidet, was ich ihm bestimmt;
850
So wehre, nur nicht schein' es mir zulieb gethan:
Sonst harre furchtlos; Alles führ' ich wohl hinaus.