Euripides Andromache 590

Edward P. Coleridge (Translator)

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Andromache. Euripides. Edward P. Coleridge (Translator). London. 1891.

Sponsored by Perseus Project, Tufts University.

Funding provided by Tufts University.

Current edition Perseus

Andromache (English) (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891.)

Editions (1)
Ἀνδρομάχη Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. I. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1902.) — 590 focus
Translations (2)
Andromache (OCR draft) Experimental (Andromache. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 590 focus
Du Feigſter, feiger Aeltern Sohn, du warst ein Mann?
Gleichwie zu Männern, also spricht man wohl zu dir?
Der seine Gattin rauben ließ vom Phrygier,
Und unverschlossen, unbewacht sein Haus verließ, 1
570
Als ob am Herde drinnen walt' ein zuchtig Weib,
Sie, aller Frauen schlimmste? Ja, wollt' eines auch,
Ein Spartermädchen könnte nicht enthaltsam sein,
Sie, die das Haus verlassen, und mit Junglingen,
Nachlässig offen ihr Gewand, die Hüften nackt,
575
Im Lauf und Ringerkünsten, unerträglich- mir,
Vereint sich üben. Kann es nun ein Wunder sein,
Wenn ihr, o Sparter, keine keuschen Frau'n erzieht?
So sollte Helena fragen, die aus deinem Haus
Nach einem andern Lande mit dem Junglinge
580
Im Wonnetaumel, deine Lieb' aufopfernd, zog.
Und dieser Frau zuliebe hast aus Hellas du
Ein solches Kriegsheer ausgeführt nach Ilion.
Du mußtest sie verwünschen, nicht den Speer um sie,
Die schlecht ersundne, rühren, nein, sie lassen dort,
585
Und Lohn noch geben, um sie niemals mehr zu sehn.
Doch nimmer hast du deinen Sinn hierauf gestellt,
Nein, gabst der tapfern Seelen viel dem Tode preis,
Hast alte Mütter kinderlos daheim gemacht,
Und grauen Våtern edle Söhn' hinweggeraubt.
590
Von diesen Einer, seh' ich Unglückseliger
In dir, Achilleus' Mörder, einen Rachegeist.
Du kamst allein aus Troja nichtverwundet heim,
Und schöne Schild' in schönen Hüllen brachtest du,
Die gleichen, dorthin, und von dort hieher zurück.
595
Ich sang dem Pyrrhos immer vor, niemals mit dir
Den Bund zu schließen, und des schnöden Weibes Kind
Nicht heimzuführen; denn die Neuvermählte bringt
Der Mutter Schmach mit. Freier, darauf achtet mir,
Und wählt die Tochter einer edlen Mutter euch!
600
Dann, - welchen Frevel übtest du am Bruder aus,
Triebst ihn zu seiner Tochter Mord in blindem Wahn?
So bangte dir's um einer schnöden Frau Besiz.
In Troja - denn ich folg' auch dorthin dir - erschlugst
Du nicht die Gattin, die man gab in deine Macht;
605
Nein, ihre Brust erblickend, warfst du hin das Schwert,
Empfingest Kusse, kostest um die Verråtherin,
Der Kypris Sclave, wie zuvor, Feigherziger!
Und nun in meiner Kinder Haus, die ferne sind,
Dringst du, zerstörst du, mordest du dies arme Weib
610
Und ihren Knaben schmählich hin, der Thränen dir
Und deinem Kind im Hause noch entlocken wird,
Und wår' er Bastard auch im dritten Glied. Es blüht
Die durre Saat oft schoner, als ein fettes Land,
Und mancher Bastard übertrifft den achten Sohn.
615
Drum nimm dein Kind und gehe! Besser ist's, man wählt
Den wackern Armen vor dem reichen Bosewicht
Zum Schwåher sich und Freunde. Du warst immer Nichts!

Notes on the current edition

Andromache

1. Reading ἄφρουρα, Lenting.