Das war die Ansicht des Demosthenes, Nikias aber
glaubte zwar auch, daß es schlecht um sie stünde, jedoch wollte er
nicht in offener Rede ihre'Lage als gefährlich hinstellen und durch
öffentlichen Beschluß des, Abzugs die Feinde selbst davon in Kenntniß
setzen; denn in diesem Falle würde die Ausführung des Beschlusses,
wenn sie ihn schon fassen wollten, viel schwerer geheim gehalten
werden. Dann waren ihm auch gewisse Dinge über die Lage der Feinde
bekannt, die er mehr als die Andern durchschaute, aus welchen er
die Hoffnung ableitete, daß es mit den Syrakusanern noch schlimmer
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aussehen werde, als mit ihnen selbst, wenn sie nur die Belagerung
beharrlich fortsetzten; sie selbst würden jene durch Geldmangel ganz
aufreiben, zumal sie mit den jetzt zu Gebote stehenden Schiffen das
Meer aus größere Ausdehnung hin beherrschten, als früher. Auch
war unter den Syrakufanern selbst eine Partei, welche den Athenern
daS Ruder in die Hände geben wollte und geheime Botschaft an
Nikias sandte, die vom Abzug abrieth. Bei dieser Kenntniß war er
in der That schwankend und verhielt sich abwartend, öffentlich und
laut aber erklärte er damals, er werde für den Abzug des Heeres
nicht stimmen, denn er wisse gar wohl, daß die Athener eS von ihnen
nicht so.hinnehmen würden, daß sie ohne Volksbeschluß ihrerseits
abgezogen-seien. Denn zu Athen seien es nicht sie selbst, die über
sich selbst abstimmen würden, und nicht solche, welche die Sachen
ansähen wie sie selbst, würden dort, ohne auf die Vorwürfe Anderer
zu hören, über sie entscheiden, sondern solche, die sich leiten lassen
von,dem ersten Besten, der seine Anklagen in schöne Worte zu fassen
wisse. Selbst von den hier anwesenden Soldaten würden viele, oder
sogar die meisten, welche jetzt ein Geschrei erhüben über ihre
gefährliche Lage, wenn sie erst in Athen angekommen wären, dort das
entgegengesetzte Geschrei anstimmen, als ob die Feldherren, durch
Geld bestochen, abgezogen wären. Er kenne die Art der Athener zu
gut und wolle für seine Person lieber fechtend von der Hand der
Feinde sterben, wenn es schon sein müsse, als wegen einer
schimpflichen Anklage ungerechter Weise durch die Athener zu Grunde gehei.
Die Lage der Syrakusier, sagte er, sei immer noch schlimmer als
ihre eigene. Denn jene hätten aus ihrem Säcke! fremde
Miethssoldaten zu ernähren und den Aufwand für die Festungen zu
bestreiten und müßten jetzt schon ein ganzes Jahr lang die große Flotte
erhalten, und so seien sie jetzt schon in Verlegenheit und würden sich
bald nicht mehr zu rathen und zu helfen wissen. Denn zwei tausend
Talente hätten sie schon ausgegeben und dazu .noh cviele Schulden
gemacht. Wenn sie aber, um an den Atzungskosten zu sparen, ihre
Macht auch nur um ein Geringes verminderten, so würden sie sich
dadurch der Vernichtung preisgeben, da ihre Macht mehr auf
HülfSvolk beruhe, als aus Zwangspflichtigen, wie bei den Athenern. Man
müsse also die Belagerung noch fortsetzen und sich, bei ihrer thatsäch
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lichen großen Ueberlegenheit, nicht durch die Furcht vor den Geld
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ausgaben zum Abzug bestimmen lassen. , : E