Danach rückte Brasidas mit seinem Heere naher an das
Meer und die Stadt der Megarer, besetzte einen paffenden Platz und
verhielt sich da ruhig, nachdem er sein Heer in Schlachtordnung
aufgestellt, im Glauben, die Athener würden ihn angreifen, und wohl
wissend, daß die Megarer nur abwarten wollten, für wen von Neiden
sich der Sieg entscheiden werde. So glaubte er, daß er in beiderlei
Hinsicht am besten fahren würde, einmal, insofern er nicht zuerst den
Kampf beginnen und seinerseits die Gefahr heraufrufeu wurde, während
er doch deutlich gezeigt hätte, daß er zur Abwehr bereit sei, und so
der Sieg, ohne daß er eine Hand rührte, doch mit Recht ihm
zugeschrieben würde, und dann treffe es sich auch zugleich gut in Bezug
auf die Megarer. Denn hätte er sich diesen gar nicht im Anmärsche
gezeigt, so wäre der Ausgang für ihn gar nicht zweifelhaft gewesen,
sondern er hätte, als wäre er besiegt worden, die Stadt natürlich
verloren. Nun könne eS sich aber auch treffen, daß die Athener aus
freien Stücken gar nicht kämpfen wollten, und dann würde ihm ohne
Kampf das zufallen, weßhalb er gekommen sei. Und so kam es auch
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wirklich. Denn da die Athener zwar auszogen und sich an den langen
Mauern hin in Schlachtordnung aufstellten, aber, da jene nicht
angriffen, sich ebenfalls ruhig verhielten, weil ihre Anführer der
Meinung waren, daß für sie, denen bis jetzt das Meiste nach Wunsch
ausgegangen, die Gefahr nicht gleich abgewogen sei, wenn sie selbst den
Kampf gegen die Ueberzahl anfingen und entweder als Sieger
Megara nähmen, oder als Besiegte um den besten Theil ihres schweren
Volkes geschwächt würden, während bei jenen natürlich jeder Theil
der Gesammtmacht und der Anwesenden bereit sei, etwas zu wagen ^),
so blieben sie eine Zeitlang ruhig stehen, und da von keiner Seite
etwas unternommen wurde, so zogen zuerst die Athener wieder nach
Nisäa ab und dann auch die Peloponnesier nach ihrem früheren
Standort.