„Die Lakedämonier fordern ench auf, Frieden zu schließen
und dem Krieg ein Ende zu machen, und bieten euch ihrerseits
Frie
den und Bundesgenossenschaft und alle Freundschaft und Bereitwil-
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ligkeit im gegenseitigen Verkehr. Dafür Melangen sie ihre Mannschaft ^
von der Insel, und sie glauben, daß es für beide Theile besser sei,
nicht weiter das Waffenglück aus die Probe zu stellen, ob nun jene
mit Gewalt sich befreien möchten, wenn günstige Gelegenheit zur
Rettung sich darböte, oder ob sie vielleicht noch früher durch Einnahme der
Insel in eure Hände sielen. Auch glauben wir, daß große Feindschaften
nicht dadurch sichere Beseitigung finden, wenn Einer sich seines
Gegners erwehrt hat und ihm im Kampfe weit überlegen geblieben ist und
ihn nun mit Gewalt zwingt, einen Frieden unter unbilligen
Bedingungen zu beschwören, sondern wenn er, trotzdem es in seiner Macht
stand, so zu handeln, in milder Denkart sich edeisinnig darüber erhebt
und mit seinem Gegner selbst gegen dessen Erwarten ein billiges
Abkommen trifft. Denn so fühlt der Gegner nicht mehr die Verpflichtung,
wie Einer, dessen Recht niedergetreten wurde, sich zu rächen, sondern
die, sich ebenso edelsinnig zu zeigen, und er ist aus Ehrgefühl viel
bereitwilliger, die Bedingungen des Friedens zu halten; und die Menschen
pflegen dieß bei größeren Feindschaften lieber zu thun, als bei
unbedeutenderen Zwistigkeiten. Und sie sind so von Natur geartet, daß
sie denen gegenüber, welche aus eigener Bewegung Milde walten
lassen, auch ihrerseits mit Freude nachgeben, den Hochmüthigen
gegenüber aber lassen sie es selbst gegen bessere Einsicht lieber auf Kampf
ankommen."