„Ihr Lakedämonier führt ja auch die Oberleitung so, daß
ihr den peloponnesischen Städten Verfassungen gebet, wie sie eurem
Vortheil entsprechen Wäret ihr nun damals in der
Oberansührung geblieben und dabei verhaßt geworden, wie wir, so wissen wir
wohl, daß ihr den Bundesgenossen nicht weniger lästig gefallen wäret
und auch nur die Wahl gehabt hättet, entweder die Herrschaft kräftig
zu handhaben, oder selbst Gefahr zu laufen. So haben denn auch wir
nichts Verwunderliches noch Unmenschliches gethan, da wir die
angebotene Herrschaft annahmen und im Zwang der mächtigsten
Triebfedern, der Ehre, der Sicherheit und des Vortheils, die Zügel nicht
erschlaffen ließen. Auch sind wir ja nicht die Ersten, die ein solches
Betragen einführen, sondern es war immer die Ordnung, daß der
Schwächere von dem Stärkeren eingeschränkt wurde UND. Auch
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schienen wir unS selbst dieser Stellung würdig, und euch ebenfalls,
bis ihr jetzt, euren Vortheil bedenkend, das Wort Gerechtigkeit in den
Mund nehmt, welcher doch noch Niemand den Vorzug gegeben und
sich von der Erweiterung seines Besitzes hat abhalten lassen, wenn die
Gelegenheit eS gestattete, durch Gewalt etwas zu erwerben. Lob
verdienen diejenigen, welche der menschlichen Natur gemäß sich der
Herrschaft über Andere erfreuen und sich dabei gerechter zeigen, als es bei
ihrer Macht nothwendig wäre. Wir glauben, wenn Andere an unserer
Stelle wären, so würden diese selbst den besten Beweis liefern, ob wir
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mit Maß zu Werke gehen; uns selbst aber ist aus unserer Mäßigung
ungerechter Weise mehr Verläumdung erwahcsen, als Lob