Thucydides History of the Peloponnesian War 1.76

Adolf Wahrmund (Translator)

History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.

Sponsored by University of Leipzig.

Funding provided by European Social Fund Saxony.

Current edition First1KGreek

Geschichte des Peloponnesischen Kriegs (German) (Thucydides. Geschichte des Peloponnesischen Kriegs. Wahrmund, Adolf, translator. Stuttgart: Krais and Hoffmann, 1864.)

Editions (1)
Ἱστορίαι Perseus (Thucydides. Historiae, Vol 1-2. Jones, Henry Stuart, editor. Oxford: Oxford University Press, 1910. (1942 printing).) — 1.76.1 focus
Translations (9)
The History of the Grecian War Perseus (Thucydides. The English works of Thomas Hobbes of Malmesbury. Hobbes, Thomas. translator. London: John Bohn, 1843.) — 1.76.1 focus
History of the Peloponnesian War Perseus (Thucydides. History of the Peloponnesian War. Crawley, Richard, translator. London and Toronto: J. M. Dent and Sons Ltd.; New York: E. P. Dutton and Co., 1914.) — 1.76.1 focus
Geschichte des Peloponnesischen Kriegs First1KGreek (Thucydides. Geschichte des Peloponnesischen Kriegs. Braun, Theodor, translator. Leipzig: Insel-Verlag, 1917.) — 1.76 focus
Histoire de la Guerre du Péloponèse First1KGreek (Thucydides. Histoire de la Guerre du Péloponnése, Vol. 1-2. Zévort, Marie Charles, translator. Paris: Charpentier, 1852.) — 1.76 focus
Histoire de la Guerre du Péloponnése First1KGreek (Thucydides. Histoire de la Guerre du Péloponnése. Bétant, Élie-Ami, translator. Paris: Librairie de L. Hachette, 1863.) — 1.76 focus
History of the Peloponnesian War First1KGreek (Thucydides, Vol. 1-4. Smith, Charles Foster, translator. London and Cambridge, MA: Heinemann and Harvard University Press, 1919-1923.) — 1.76.1 focus
History of the Peloponnesian War First1KGreek (Thucydides. The history of the Peloponnesian War, Volume 1-2. Dale, Henry, translator. London: Heinemann and Henry G. Bohn, 1851-1852.) — 1.76.1 focus
Historia Belli Peloponnesiaci First1KGreek (Historia Belli Peloponnesiaci. Haase, Friedrich, translator. Paris: Firmin Didot, 1869.) — 1.76.1 focus
La storia di Tucidide First1KGreek (Thucydides. Della storia di Tucidide volgarizzata libri otto. Anonymous translator. Florence: Tipografia Galileiana, 1835.) — 1.76 focus

Notes on the current edition

History of the Peloponnesian War

1. 121) Vgl. II, es. VI. 18 (Kr.).
2. 122) Nämlich oligarchische. Bill. I, IS, last.
3. 122*).Vgd v, 89 (Arnold). — „Der Stärkere schränkt den- Schwächeren
ein." Es wäre eine Täuschung, zu glauben, daß dieS Gesetz selbst innerhalb
des Staates in keiner Weise mehr gelte. Denkt man sich den Staat alS noch
nicht entstanden, so gilt dies Gesetz zwischen den einzelnen Individuen ganz
unumschränkt und wird »ur von Seiten des Stärkeren freiwillig beschränkt,
insofern er sich durch gemüthliche Gründe (Mitleid, Lieben. dgl) bestimmen
4. läßt, von seinem Recht, welches die Stärke ihm gibt, zu Gunsten eines Andern
abzulassen. Der Familienvater beschränkt das Recht der Stärke innerhalb seiner
Familie, aber nnr insofern er selbst eine überlegene Stärke (ei» Produkt phy«
sifcher und moralischer Eigenschaften) besitzt. Im Staate wird dies Recht der
Stärke noch mehr beschränkt, und zwar im Fortschritt der Zeit mehr und
mehr. DaS Christenthum hat diese Beschränkung bedeutend gefördert, aber das
alte Gesetz nicht aufgehoben, wie Jeden die eigene Erfahrung lehren kann.
I» dem Verhältnisse zwischen Staat nnd Staat scheint das Christenthum
dem Recht der Stärke allerdings auch schon etwas Boden entzogen zu haben,
aber mehr in der Theorie, als in der Praxis. Unser Völkerrecht beruht in der
Praxis annoch auf den Friedensshclüssen; der Wortlaut der Friedensschlüsse
aber hängt von kriegerischen Erfolgen ab, und dir Erfolge im Krieg hängen
von der Macht oder Stärke ab — sofern sie nämlich überhaupt vom Menschen
abhängen. Und dies wird so lange währen, als nicht alle Staaten der Erde
in einen solchen Verband unter einander getreten sind, wie der Staatöverband
eS für die Individuen ist. Dahin Hat'S aber offenbar noch gute Weile. Das
heilige römische Reich deutscher Nation, in seinem Grundgedanken, war ein
solcher Versuch lür die Christenheit. Dabei wurden gewiß viele schöne Erfolge
erreicht, aber nicht die Verwirklichung deS Grundgedankens, wie unsere Gegen,
wart einem Jeden deutlich macht. — Besonders den Deutschen kann eS nicht
oft genug gesagt werden, daß zwischen inneren Rechts, und äußeren
Machtfragen auf'S Strengste zu unterscheiden ist: denn der Deutsche ist nur allzusehr
geneigt, Machtfragen nach den Grundsätzen deS Rechtes oder gar nach seinem
persönlichen Gewissen enrfcheiden zu wollen und sich einzubilden, daß Andere
ebenso denken wie er nnd nach gleichen Grundsätzen handeln. Dadurch seht er
die Existenz seiner eigenen Nation auf'S Spiel- Zwischen Nation und Nation
entscheidet das Gesetz der Stärke, nnd eS ist dieS—sittlich genommen — ganz
in der Ordnung: denn alle Nationen (und Genossenschaften), welche sich ans
ein eingebildetes Recht (d. i. Vorrecht) stützten, sind in Unthätiqkeit versumpft,
zur Schwäche herabgesunken und die Beute deS Rührigen, d. i. deS Starken
geworden, was den sittlichen Forderungen ganz entsprechend ist. Vgl. die
Verse Goerhe'S in Ann. t I 7.