schlage vor, jetzt auf der Stelle nach Mytilene zu fahren, ehe
dort etwas von unserem Kommen verlautet. Denn sicherlich
werden wir die Athener in der eben eroberten Stadt in größter
Sorglosigkeit überraschen, zumal sie einen feindlichen Angriff
von der See für gänzlich ausgeschlossen halten, wo wir ihnen
grade jetzt völlig gewahcsen sind. Wahrscheinlich werden sich
auch ihre Truppen im Hochgefühl des Sieges ganz sorglos
in die Häuser zerstreut haben. Wenn wir also plötzlich und
bei Nacht über sie herfallen, so wird es uns hoffentlich mit
Hilfe unserer unter der Einwohnerschaft doch wohl immer noch
vorhandenen Freunde gelingen, uns der Stadt wieder zu be
mächtigen. Laßt uns deshalb unbedenklich den Versuch wagen,
da wir hier einmal Gelegenheit zu einem solchen plötzlichen
Überfall haben, vor dem ein Feldherr sich selbst freilich nicht
genug hüten kann, die er aber, wenn der Feind sie ihm bietet,
ergreifen muß, wenn er überhaupt etwas erreichen will."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.