Parteikämpfe unter den Hellenen ein, und die Sitteneinfalt, welche am Adel
der Gesinnung so großen Theil hat, wurde verlacht und verschwand.
Mißtrauischen Sinns feindlich einander entgegenzustehen wurde
vorherrschend. Versöhnliche Gesinnung zu wirken, war weder ein Wort
zuverlässig, noch ein Eid furchtbar genug. Ueber dergleichen waren
Alle in ihrer Denkweise hinaus, so daß sie überhaupt an Treue und
' an Zuverlässigkeit nicht mehr zu glauben wagten, und Alle dachten
eher daran, sich selbst vor Schaden zu hüten, als daß sie Einem hätten
vertrauen können. Männern geringerer Einsicht blieb gewöhnlich der
Sieg. Denn weil sie wegen ihrer eigenen Unzulänglichkeit und der
überlegenen Einsicht der Gegner zu fürchten hatten, daß sie selbst,
wenn es zum Reden käme, unterliegen würden, und jene bei ihrer
Geistesgewandtheit ihnen mit irgend einer List zuvorkommen könnten,
so gingen sie rasch entschlossen zu Thätlichkeiten. Jene aber, die in
ihrem Hochmuth glaubten, sie würden schon Alles vorhermerken und es
bedürfe für sie der Gewaltthat nicht, wo List auch zum Zweck führe,
fanden, da sie sich nicht schützten, um so leichter den Untergang ^). 1
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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