list und Tücke jederart im Schwange, redliche Einfalt aber.
welche mit Adel der Gesinnung so eng zusammenhängt, wurde
verlacht und war verschwunden. Fast überall standen sich die
Parteien feindlich und mißtrauisch einander gegenüber. Auch
die feierlichsten Versicherungen und furchtbare Eide änderten
daran nichts; denn über Treu und Glauben war man längst
erhaben. Einer traute dem anderen nicht über den Weg, und
jeder mußte sehen, wie er sich selbst vor Schaden hütete. Und
grade die geistig unbedeutenderen Persönlichkeiten behielten
dabei meist die Oberhand; denn im Bewußtsein ihrer Schwäche
und aus Furcht, von ihren überlegenen Gegnern auf der
Rednerbühne aus dem Felde geschlagen oder durch deren
größere Gewandtheit in die Falle gelockt zu werden, griffen
sie lieber gleich zu Gewaltmaßregeln. Die anderen aber, die
in ihrem Hochmut meinten, ihnen schon auf den Dienst passen
und mit ihrer Klugheit auch ohne Gewalt auskommen zu
können, waren nicht genug auf ihrer Hut und kamen darüber
um so eher zu Fall.
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Theodor Braun (Translator). Leipzig. 1917.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.