gekommen, und darunter Alles, was nur immer von Solchen, die früher,
mehr mit Uebermuth als mit Mäßigung beherrscht wurden, aus Rache
geschehen sein mag, wenn Jene Gelegenheit, an ihnen Rache zu
nehmen, darboten, — oder was Andere thaten, um langgetragener
Armuth sich zu entziehen, oder mehr noch , was Solche widerrechtlich
beschlossen, die von leidenschaftlicher Gier nach dem Gute Anderer getrieben
werden, — wie auch endlich Solche, die nicht aus Habsucht, sondern bei
fast gleichen Vermögensverhältnissen Andere angreifen, und weil sie
meist nur durch rohe Leidenschaft hingerissen werden, grausam und
erbarmungslos darauf losgehen. Wie für jene Zeit in der Stadt alle
Verhältnisse des Lebens zerrüttet waren, so zeigte sich hier recht klar,
wie die Natur des Menshcen, die auch sonst gegen die bestehenden Gesetze
fehlt, hier aber der Gesetze bereits Meister geworden war, unfähig ist,
die Leidenschaft zu beherrschen, sich hinwegsetzend über das, was gerecht
ist, und alles Hervorragende anfeindend. Denn sonst würden sie nicht
die Rache der Gesetzlichkeit und die Selbftbereicherung der Rechtlichkeit
deßhalb vorgezogen haben, weil der bloße Neid unter den jetzigen
Umständen die Kraft zu schaden verloren hatte. Die Menschen ziehen es
eben vor, die auch durch solche Zustände geltende Gesetze, welche ja
auch ihnen selbst für den Fall des Unterliegens Hoffnung auf Rettung
gewähren, aufzuheben, um nur an Andern ihre Rachsucht zu
befriedigen, und sie lieber nicht bestehen zu lassen, auch für den Fall, daß
sie selbst einmal in Gefahr gerathen und ihres Schutzes bedürfen
könnten*). , .
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
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