unsere Sache stützen, und nach Hellenischen Begriffen sind sie
voll giltig. Wir besitzen aber noch ein anderes Mittel, euch für uns zu
stimmen, und Anspruch auf euren Dank, dessen Abstattung wir unter
den jetzigen Umständen von euch verlangen, nicht in feindlicher
Absicht, als ob wir euch schaden wollten, und auch nicht wie manche
Freunde in der Absicht, euch zu mißbrauchen. Als ihr nämlich damals
in euren Händeln mit den Aegineten — noch vor den Perserkriegen —
nicht genug lange Schiffe hattet, habt ihr von den Korinthern
zwanzig zu leihen genommen ^), und diese Gefälligkeit und die andere in
Betreff der Samier, als sich nämlich die Peloponnefier durch uns
von der Hilfeleistung abmahnen ließen, hat euch den Sieg über die
Aegineten und die Züchtigung der Samier möglich gemacht^). Und
das geschah unter solchen Verhältnissen, in denen die Menschen, im
Eifer den Sieg über die zu erringen, welche sie angreifen, alles
Andere zu übersehen und zu vergessen Pflegen. Denn in einem solchen
Augenblick hält man den für einen Freund, der sich dienstbeflissen
zeigt, auch wenn er früher ein Feind gewesen wäre, und den für einen
Feind, der sich hinderlich erweist, auch wenn er sonst cm Freund
wäre; ja man vernachlässigt der augenblicklichen Streitsache wegen
sogar die Regelung der eigenen inneren Verhältnisse."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
Sponsored by University of Leipzig.
Funding provided by European Social Fund Saxony.