unter euch mögen es sich von den Aelteren erzählen lassen, und so
entschließt euch, uns Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Möge
Niemand glauben: was wir verlangen, sei zwar gerecht, allein der
Vortheil erheische für den Fall des Krieges etwas Anderes; der günstigste
Erfolg wird Einem in den Dingen zu Theil, darin man am
wenigste,! gegen die Gerechtigkeit verstoßen hat. Die zukünftige Wendung
des Krieges, mit welcher die Kerkyräer euch Furcht einzujagen suchen,
um euch zur Ungerechtigkeit zu verleiten, liegt noch im Dunkel, und
es wäre nicht recht, wenn ihr euch durch diese Rücksicht bewegen ließet,
euch die offene und nicht erst künftig eintretende Feindschaft der
Korinther zuzuziehen. Klüger wäre es, die wegen Megara noch aus frü- 1 2
hercr Zeit her obwaltende Spannung^) zu beseitigen, denn noch
in: letzten Augenblick kann selbst eine minder wichtige Gefälligkeit,
wenn sie nur den Umständen zu Hilfe kommt, auch eine bedeutende
Schwierigkeit heben. Laßt euch auch nicht dadurch hinreißen, daß sie
euch die Unterstützung einer großen Flotte gewähren. Denn es liegt
eine dauerhaftere Macht darin, seines Gleichen nicht Unrecht zu thun,
als wenn man sich durch die scheinbare Gunst des Augenblicks
hinreißen läßt, einem Gefahr bringenden Gewinn nachzujagen."
History of the Peloponnesian War. Thucydides. Adolf Wahrmund (Translator). Stuttgart. 1864.
Sponsored by University of Leipzig.
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