„Aber ich weiß wohl, daß die Athener recht gut.selber
einsehen, was ich da sage, und das Ihrige zu erhalten suchen werden,
und diese Leute aus unserer Mitte erfinden da Dinge, die weder
wirklich sind, noch auch sein können, und ich weiß, daß sie nicht heute
zum ersten Mal, sondern von jeher, mit ähnlichen und noch
gefährlicheren Lügen, ja auch mit Thaten, die große Menge unter euch in
Verwirrung setzen wollen, um die Zügel der Herrschast über unsere
Stadt selber zu ergreifen. Ich fürchte nur, daß es ihnen bei.so
vielfachen Versuchen endlich auch einmal gelingen werde. Wir aber sind
Feiglinge, wenn wir uns nicht sicher vor ihnen stellen, bevor wir^noch
in's Unglück gerathen sind, und ihnen nicht sogleich zu Leibe gehen,
wenn wir hinter ihre Schliche kommen. Denn das sind ja die
Ursachen/ weßhalb unsere Stadt so selten zur Ruhe kommt und. so viel
Aufruhr und Kampf durchzumachen hat, nicht gegen die Feinde,
sondern mehr in sich selber, und selbst schon Tyrannis und ungerechte
Gewaltherrschaft Weniger. Ich meines Theils, sofern ihr mir folgen
wollt, werde schon dafür sorgen, daß in unseren Tagen Nichts
dergleichen unversehens über euch komme, indem ich euch, die ihr das
Volk seid, belehre, und jene, die dergleichen im Schilde führen,
züchtige, nicht nur, wenn sie aus offener That ertappt werden, denn es.
ist schwer, ihnen beizukommen, sondern auch für das, was sie gern
möchten, aber nicht können. Denn seinen Feinden gegenüber muß
man sich nicht nur vor ihren Thaten, sondern auch vor ihren Plänen
im Voraus schützen. Wer sich nicht zuerst schützt; heißt es, der muß
zuerst leiden. Die aber nach Adelsherrschast trachten, denen werde
ich ihre Pläne offen aufdecken und ein wachsames Auge auf sie haben,
oder sie zum Besseren bekehren; denn so glaube ich sie am besten
von Uebelthaten abzuhaltend Und in der That — denn oft habe
ich darüber meine Gedanken gehabt — was wollt ihr denn
eigentlich, ihr jungen Leute (Adelige)? Etwa schon Aemter und Würden?
Das ist ja vom Gesetz nicht erlaubt, und das Gesetz ist mehr deßhalb.
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gegeben worden, weil es euch für unfähig dazu hält, als weites euch
trotz wirklicher Befähigung zurücksetzen wollte. Und warum wollt
ihr denn nicht dasselbe Recht für euch, wie für das Volk? Wo bliebe
denn'die Gerechtigkeit, wenn Bürger desselben Staates nicht dieselben
Rechte hätten?" nsz