mvp-comment-84-1
Wecklein 1888, p. 262
mvp-comment-84-2
Parodos (vgl. zu 1). Die Chorführerin erwacht und weckt die nächste Erinye, welche wieder eine andere anstöfst u. s. f. Dann stellen sie sich zu Halbchören zusammen.
mvp-comment-86-1
Wecklein 1888, p. 263
mvp-comment-86-2
In den zwei ersten Strophenpaaren wechseln, wie sich aus dem Text ergiebt, die Halbchöre (A, B). Im dritten Strophenpaare treten sie zum Gesamtchore zusammen.
- In der Aufregung unterbrechen sich im Anfang die
Halbehöre: A.
ἐπάθομεν,
φίλαι,
ἐπάθομεν πάθος . .
θήρ. B.
ἦ πολλὰ δὴ παθοῦσα καὶ μάτην ἐγώ,
ὕπνῳ κρατηθεῖσ᾽ ἄγραν ὤλεσα u. s. w.
mvp-comment-87-1
Wecklein 1888, p. 263
mvp-comment-87-2
δυσαχές (schwer zu beklagen) nur hier.
mvp-comment-88-1
1
mvp-comment-88-2
Wecklein 1888, p. 263
mvp-comment-88-3
πέπτωκεν, er ist herausgeraten.
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2
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Wecklein 1888, p. 263
mvp-comment-89-3
παῖ Διός: über die syllaba anceps am Ende des Dochmius bei einem Vokativ s. Seidler de vers. dochm. p. 85, Christ Metr. § 466. Vgl.
Soph. Ai. 375
σκότος, ἐμὸν φάος, | ἔρεβος κτἑ.
mvp-comment-90-1
Wecklein 1888, p. 263
mvp-comment-90-2
Apollon gehört dem jungen Göttergeschlechte des Zeus an, die Erinyen dem alten des Kronos.
Prom. 156
νέοι γὰρ οἰακονόμοι κρατ τοῦσ᾽ Ὀλύμπου, νεοχμοῖς δὲ δὴ νόμοις Ζεὺς ἀθέτως κρατύνει· τὰ πρὶν δὲ πελώρια νῦν ἀιστοῦ. καθιππάσω
wie 734, 782. Schol.
κατεπολέμησας,
τα 734
κατατρέχεις. Es
bedeutet,, mit Hohn und Übermut überrennen,
niedertreten“, vgl.
λà§ πατεῖν 110.
mvp-comment-91-1
Wecklein 1888, p. 263
mvp-comment-91-2
τοκεύσιν allgemein (von der Mutter).
mvp-comment-92-1
Wecklein 1888, p. 263
mvp-comment-92-2
Cho. 337
τί τῶνδ᾽ εὖ, τί δ᾽ ἄτερ κακῶν
;
Ag. 221
τί τῶνδ᾽ ἄνευ κακῶν
; Eur.
Suppl. 527
τί τούτων οὐ καλῶς ἔχον
;
mvp-comment-93-1
Wecklein 1888, p. 264
mvp-comment-93-2
ὄνειδος
-
ὀνειράτων
gesuch ter Gleichklang.
ἐξ ὀνειράτων
μου λόν, in Träumen mir zugerufen (von den Vorwürfen der Klytämestra). Vgl. Soph. Oed. T. 523
ἀλλ᾽ ἦλθε μὲν δὴ τοῦτο τοὔνειδος.
mvp-comment-94-1
Wecklein 1888, p. 264
mvp-comment-94-2
Der Vorwurf gab mir einen Stich ins Herz wie ihn der Wagenlenker mit dem Treibstachel versetzt, den er, um wuchtiger zu stofsen, in der Mitte fafst. Zu beachten sind die gleichartigen oder ähnlich lautenden Formen in Strophe und Antistrophe:
μεσολαβεῖ φονολιβῆ,
ὑπὸ φρένας ὑπὸ λοβόν περὶ πόδα περὶ κάρα,
πάρεστι πάρεστι,
βαρὺ τὸ περίβαρυ
- βλα συρὸν
ἀρόμενον,
ἔχειν ἔχειν.
mvp-comment-94-3
3
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4
mvp-comment-95-2
Wecklein 1888, p. 264
mvp-comment-95-3
Zu Mute ist mir als durchschauerten mich entsetzlich, ja über die Mafsen entsetzlich die Hiebe des geifselnden Henkerknechts. Zu dem Anklang
δαΐου δαμίου vgl.
παρακοπὰ παραφορά 330.
τὸ περίβαρυ wie häufig der Artikel bei
δεινός das vorzugsweise Schreckliche, das Schrecklichste bezeichnet.
mvp-comment-96-1
5
mvp-comment-96-2
Wecklein 1888, p. 264
mvp-comment-96-3
Sie bemächtigen sich ganz und gar des Sitzes der Dike, welcher um Fufs, um Haupt von Blutklumpen trieft. Vgl.
Soph. Oed. K. 1380
τοιγὰρ τὸ σὸν θάκημα καὶ τοὺς σους θρόνους κρατοῦσιν (Αραί
) und mit
Δίκας θρόνον 542
βωμὸν
αἴ δεσαι
Δίκας,
Ag. 395
μέγαν Δίκας βωμόν
,
Soph. Ant. 854
ὑψηλὸν ἐς Δίκας βάθρον
,
Solon frg. IV 14
σεμνὰ θέμεθλα Δίκης.
mvp-comment-97-1
Wecklein 1888, p. 264
mvp-comment-97-2
Man kann es ansehen, wie der Erdnabel (40) grauenhafte Blutschuld auf sich genommen hat.
ἔχειν steht konsekutiv zu
ἀρόμενον.
mvp-comment-98-1
6
mvp-comment-98-2
Wecklein 1888, p. 264
mvp-comment-98-3
,Durch Befleckung des Herdes hat er sich (med.
ἐχράνατο) das Seherheiligtum besudelt." Nachdem die Erinyen allgemein von
νεώτεροι θεοί gesprochen, wenden sie sich jetzt direkt gegen Apollon. Mit
αὐτόσσυτος αὐτόκλητος vgl.
αὐτόστονος αὐτοπήμων
Sept. 900
.
mvp-comment-99-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-99-2
παρὰ νόμον θεῶν: gegen diesen Göttercomment verfehlte sich auch Prometheus:
Prom. 29
θεὸς θεῶν γὰρ οὐχ ὑποπτήσσων χόλον βροτοῖσι τιμὰς ὤπασας πέρα δίκης
, 977
τὸν ἐξαμαρτόντ᾽ εἰς θεοὺς ἐφημέροις πορόντα τιμάς. Vgl. auch
Eur. Hipp. 1328
θεοῖσι δ᾽ ὧδ᾽ ἔχει νόμος· οὐδεὶς ἀπαντᾶν βούλεται, προθυμίᾳ τῇ τοῦ θέλον τος, ἀλλ᾽ ἀφιστάμεστ᾽ ἀεί
. Die epische Form
βρότεος kommt sonst nirgends bei den attischen Dichtern vor. wenn
mvp-comment-99-3
7
mvp-comment-100-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-100-2
Μοίρας φθίσας: Apollon das Amt der Erinyen vernichtet, so vernichtet er damit die Satzungen der Mören, durch welche den Erinyen ihr Amt zugeteilt ist. Vgl. 336, 395.
mvp-comment-101-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-101-2
καμοί γε λυπρός
(ἐστι κτέ, und dabei kränkt er mich, ohne doch diesem zu helfen.
tov wie
τῷ 137.
mvp-comment-102-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-102-2
ὑπό ἐλευθεροῦται (Wechsel des Subjekts): vgl. 339,
Suppl. 234
οὐδὲ μὴ 'ν "Αιδου θα νὼν φύγῃ ματαίων αἰτίας πράξας τάδε· κἀκεῖ δικάζει ταμπλακήμαθ', ὡς λόγος, Ζεὺς ἄλλος ἐν καμοῦσιν ὑστάτας δίκας
. Wegen des Präsens
ἐλευθεροῦται
κu
Ag. 131
.
mvp-comment-103-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-103-2
ποτιτρόπαιος,
ἐναγής Schol., schuldbeladen.
μιάστορα,
ἀλά στορα wie
Soph. El. 603
. Es wird ihm aus seiner Schuld (
σίνος wie
Ag. 399
) ein anderer Rächer
anfs Haupt erwachsen.
mvp-comment-104-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-104-2
erstes Epeisodion. Apollon tritt wieder hervor und jagt nachher die Erinyen aus seinem Tempel: der Chor tritt also auf die Bühne heraus und Apollon folgt ihnen. Damit wird die zu 63 erwähnte Maschinerie zurückgedreht.
mvp-comment-105-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-105-2
Schol.
τραγικώτερον ὄφιν εἶπεν τὸ βέλος διὰ τὸν
ιόν (Gift, Pfeil),
πτηνὸν δὲ διὰ τὸ
ἐπτερώσθαι.
Hom.
Π 773
ιοί τε
πτερόεν τες
ἀπὸ νευρῆφι θορόντες.
σηλάτου, weil Apollon
χρυσότοξος (
Pind.
O1. XIV 10
, vgl. Soph. Oed. T.
χρυσ
mvp-comment-106-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-106-2
θρόμβους φόνου οὓς
ἀφείλ κυσας, wie 264 die Erinyen dem Orestes das Blut aussaugen wollen.
mvp-comment-107-1
Wecklein 1888, p. 265
mvp-comment-107-2
,,Wo kopfabschneidende, augenausgrabende blutige Gerichte gehalten werden."
καρανιστήρες δίκαι wie
τύχη σωτήρ
Ag. 669
. Vgl. auch
λευστῆρα μόρον
Sept. 181
καρανιστὴς μόρος
Eur. Rhes. 817
.
wird."
mvp-comment-107-3
8
mvp-comment-108-1
Wecklein 1888, p. 266
mvp-comment-108-2
χλοῦνις ist nur aus
dieser Stelle bekannt. Es scheint mit
χλόη,
χλόος zusammenzuhängen und wie
χλούνης mit
ἀφριστής erklärt wurde:
χλουδεῖν γὰρ τὸ ἀφρίζειν τινὲς Δωριέων ἔλεγον (Schol. zu
Hom. I 539
), so dürfte
χλοῦνις den Schaum des männlichen Samens bezeichnen, der Sinn also sein:
,Wo durch Entmannung der Saft der Kinderzeugung geschädigt Unsicher ist auch die Bedeutung des Wortes
ακρωνία. Das
Schol.
:
κακῶν ἄθροισις ἢ λιθοβολίας. Ηρωδιανὸς δὲ τὸ σύστημα καὶ ἄθροισμα
soll wohl lauten:
κακῶν ἄθροισις ἡ λιθοβολία. Darnach erhielte man den Sinn:
„,Wo als Krönung der Qualen die Steinigung stattfindet." Auch anderswo (
Bekk. Anecd. p. 372, 2
,
Etym. M. p. 53, 41
, Hesych.) findet sich die Erklärung
άθροισμα und
σύστημα neben
ἀκρότης,
ἀκμή,
παράστασις,
πλῆθος. Aber sie scheint blofs aus unserer Stelle gewonnen sein und das folgende
te muſs und" bedeuten,
ἀκρωνία also eine Marter bezeichnen. Deshalb ist die von H. Stephanus angenommene Bedeutung
ἀκρωτηριασμός (Verstümmelung an Händen und
Fülsen) wahrscheinlich, wie ein Schol., welcher
χλοῦνις ἀκρωνία verbindet, dieses mit
ἡ ἀκμαία ἀποκοπή erklärt. Davies vermutet
ἄκρων
του μαί.
μύζουσιν οἰκτισμὸν πολύν d. i. das Stöhnen der Gepfählten ist herzzerreifsend. Eine
ähnzu liche Zusammenstellung der ärgsten Qualen kommt
Plat. Gorg. p. 473
C vor:
ἐὰν στρεβλῶται καὶ ἐκτέμνηται καὶ τοὺς ὀφθαλμοὺς ἐκκάηται καὶ τὸ ἔσχατον ἀνασταυρωθῇ καὶ καταπιττωθῇ. Vgl.
Eur. Iph. Τ. 1429
ὡς ἢ κατὰ στύφλου πέτρας ῥίψωμεν ἢ
'ν
σκόλοψι πήξωμεν δέμας. Als eine nur Barbaren zukommende Strafart wird das Pfählen
Herod. IX 79
τὰ πρέπει μᾶλλον βαρβάροισι ποιέειν ἤπερ
Ελλησι,
bezeichnet: sagt Pausanias zu dem Tegeaten, welcher die Leiche des Mardonios zur Sühne für Leonidas
aufzuspielsen vorschlägt.
mvp-comment-108-3
9
mvp-comment-109-1
Wecklein 1888, p. 266
mvp-comment-109-2
ὑπὸ ῥάχιν ist in der Handschrift vielleicht mit Recht
ὑπόρραχιν geschrieben. Wenigstens entspricht dieses der Aussprache.
mvp-comment-110-1
Wecklein 1888, p. 266
mvp-comment-110-2
οἵας ἑορτῆς (ironisch)
στέργηθρα ἔχουσαι
θεοὶς
ἀπόπτυστοί ἐστε.
ὑφηγεῖται, führt (weist) darauf hin.
Prom. 98
ὅμοια μορφῇ γλῶσσά σου γηρύεται
, Catull. LXIV
mvp-comment-111-1
Wecklein 1888, p. 266
mvp-comment-111-2
Eumenides, quibus anguino redimita capillo frons exspirantis praeportat pectoris iras.
mvp-comment-112-1
Wecklein 1888, p. 266
mvp-comment-112-2
ἐν χρηστηρίοις τρίβεσθαι μύσος s. v. a.
χρηστηρίοις ἐντρίβεσθαι (Schol.
προστρίβεσθαι)
μύ σος, eigentlich
von sich Greuel auf das Heiligtum abreiben" d. h. durch Berührung das Heiligtum mit Greuel besudeln.
πλουσίοισι: die Pracht des Tempels steht in Widerspruch mit der ekelhaften Gestalt der Erinyen. Vgl. Soph. Oed. T. 151
τᾶς πολυχρύσου Πυθῶνος,
Hom. I 404
.
mvp-comment-113-1
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-113-2
Schol.
μόναι,
ὡς ἀνήμερα θηρία. Vielmehr wird
ἄνευ
βοτῆgos durch den folgenden Vers erklärt:
sein." ,Kein Gott mag euer Hirte So spricht Apollon als
vóUber
δὲ zu
Ag. 437
.
μιος.
mvp-comment-113-3
10
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11
mvp-comment-114-2
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-114-3
πῶς δή, zu
Ag. 548
.
mvp-comment-115-1
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-115-2
ἔχρησας ὥστε: zu
Ag. 1394 f.
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12
mvp-comment-116-2
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-116-3
κλέψαι (mit List bewerkstelligen) wie
Soph. El. 37
der dem Orestes erteilte Auftrag des
Phöbos lautet:
δόλοισι κλέψαι χειρὸς ἐνδίκους σφαγάς.
τί μήν: zu
Ag. 14
.
mvp-comment-117-1
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-117-2
Und dann nahmst du es auf dich, dem frischen Morde eine Zuflucht zu bieten. Vgl.
Plat. Phil. p. 19A
ἐμὲ τοῦ λόγου διάδοχον παντελῶς ὑποστάντα. νέου
: es ist nicht so schlimm, wenn nach längerer Zeit infolge von Sühnungen und Reinigungen die Blutschuld abgeschwächt ist. Vgl. 238 f.
mvp-comment-118-1
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-118-2
τὰς προπομπούς: wenn du den Orestes hieher bestellt hast, so müssen auch seine Geleiterinnen hieher kommen.
mvp-comment-119-1
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-119-2
πρόσφορον (dienlich, zuträglich)
(ἐστὶ τὰς προπομποὺς oder
ὑμᾶς μολεῖν. Stanley vermutet
πρόσφοροι.
mvp-comment-120-1
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-120-2
τοῦτο hat Bezug auf
τὰς προπομπούς, also
τὸ προπέμπειν d. i.
διώκειν τοὺς μητροκτόνους.
mvp-comment-121-1
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-121-2
τιμή und
γέρας wie 422 (Ehrenamt). Doch klingt
γέρας καλόν
spättisch.
mvp-comment-122-1
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Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-122-3
τί γὰρ γυναῖκας ποιεῖτε; Denn aus
ἐλαύνομεν ergänzt sich der allgemeine Begriff des Anthuens.
ἥτις nach
γυναῖκας wie
Hom.
Τ 260
ἐρινύες,
αἵ
τ᾽
ὑπὸ γαῖαν ἀνθρώπους τίνυνται,
ὅ τίς κ᾿ ἐπίορκον
ομόσσῃ,
Soph. El. 1506
τοῖς πᾶσιν,
ὅστις πέρα πράσσειν γε τῶν νόμων θέλει,
Ai. 760
,
Eur. Hek. 359
δεσποτῶν ὠμῶν φρένας τύχοιμ᾽ ἂν ὅστις ἀργύρου μ' ὠνήσε ται,
Med. 220
, Androm. 180,
El. 934
, Hel. 942, frg. 347, 778. Über den Konjunktiv ohne
άv vgl. 234, 337, 664, zu
Ag. 762
und Krüger I § 54,
mvp-comment-123-1
Wecklein 1888, p. 267
mvp-comment-123-2
αὐθέντης wie
αὐτόχειρ, wer sein eigenes Blut vergiefst, indem er Blutsverwandte umbringt. Vgl.
Ag. 1572
,
Eur. Herc. 839
. Es verstärkt also die Bedeutung von
ὅμαιμος. Dafs nur derjenige, der Blutsverwandte tötet, der Rache der Erinyen verfällt, bringen die Erinyen auch 608 vor, um sich wegen der unterlassenen Verfolgung der Klytämestra zu rechtfertigen.
mvp-comment-123-3
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15
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Wecklein 1888, p. 268
mvp-comment-124-3
ἄτιμά ἐστι.
παρ᾽ οὐδὲν ἤρκεσεν, kraftlos sind
nach deinen Reden, daher das Präteritum). Mit
παρ᾽ οὐδὲν ἀρκεῖν vgl.
849,
Ag. 239
und Ausdrücke wie
παρ' ὀλίγον εἶναι,
παρ᾽ οὐδὲν κήδεσθαι,
παρὰ μικρὸν ἡγεῖσθαι.
mvp-comment-125-1
Wecklein 1888, p. 268
mvp-comment-125-2
"Ηρας πιστώματα, der Bund, den die Ehegottheiten geschlossen haben.
Ἥρα τελεία wie frg. 329
Ἥρα τελεία,
Ζηνὸς εὐναία δάμαρ. Sie heifst so als die Göttin der Ehe, welche dem Bündnisse die Weihe giebt. Denn
τέλος (Weihe)
ὁ γάμος ἐκαλεῖτο
Poll. III 38
. Schol. zu
Aristoph. Thesm. 973
Ἥρα τελεία καὶ Ζεὺς τέλειος ἐτιμῶντο ἐν τοῖς γάμοις, ὡς πρυτάνεις ὄντες τῶν γάμων. τέλος δὲ ὁ γάμος
. Daher
τέλος θαλεροῖο γάμοιο
Hom. v 74
,
γαμήλιον τέλος unten 838.
mvp-comment-126-1
Wecklein 1888, p. 268
mvp-comment-126-2
Die eheliche Verbindung, über welche Dike wacht, steht höher als der Eid, weil das Bündnis zu einer Bestimmung des Schicksals wird (
μόρσιμος). Vgl. 962. Die Monogamie führte man auf Kekrops zurück nach Athen. XIII p. 555 D
ἐν δὲ ᾿Αθήναις πρῶτος Κέκροψ μίαν ἑνὶ ἔζευξεν.
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Wecklein 1888, p. 268
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Wenn du den Mördern von Gatten gegenüber lässig bist, so dafs du keine Rache an ihnen nimmst und sie nicht ingrimmig mit strafendem Blicke verfolgst u. s. w. Über
τὸ μή zu
Ag. 1589
.
πτεύειν:
Ζη
Cho. 1
.
ἐπο-
mvp-comment-128-1
Wecklein 1888, p. 268
mvp-comment-128-2
Das eine (die That des Orestes) nimmst du dir sehr zu Herzen, das andere (die That der Klyt.) behandelst du augenscheinlich ruhiger (von dem anderen läfst du dich nicht aufregen); du bist also parteiisch.
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Wecklein 1888, p. 268
mvp-comment-129-3
καὶ
. .
τίθου, und mache dir nur Mühe zu Mühe; etwas anderes wirst du mit der Verfolgung nicht erreichen.
πόνῳ πόνον wie
Soph. Ai. 866
πόνος πόνῳ πόνον φέρει
. Vgl.
Pers. 1042
δόσιν κακὰν κακῶν κακοῖς
und die besonders bei Euripides häufigen Ausdrücke wie
ἄχεα ἄχεσι,
πήματα πήμασι,
δάκρυα δάκρυσι,
φόνῳ φονος.
mvp-comment-130-1
Wecklein 1888, p. 268
mvp-comment-130-2
οὐδ᾽ ἂν
δεχοίμην : zu
Ag. 287
(,, nicht einmal geschenkt möchte ich dein Ehrenamt annehmen“). —
ὥστε: zu
Ag. 1394
.
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Wecklein 1888, p. 269
mvp-comment-131-2
Du bedarfst freilich meiner Ehren nicht; denn immerhin bist du grofs am Thron des Zeus. -
πάρ: durch die epische Apokope wird die Auflösung der Länge vermieden.
mvp-comment-132-1
Wecklein 1888, p. 269
mvp-comment-132-2
δίκας tritt als inneres Objekt zu
μέτειμι τόνδε (
Ag. 1666
).
Eur.
Bakeh. 345
τῆς σῆς δ᾽ ἀνοίας τόνδε τὸν διδάσκαλον δίκην μέτειμι und zu
Cho. 144
. Das Präsens
ἐκκυνηγετῶ, weil bei diesen Worten der Chor (durch den linken Zugang der Bühne) hinausstürmt. Dagegen hat
μέτειμι die gewöhnliche Bedeutung des Fut. (
Krüger II § 53, 1, 6
nimmt hier wie
Sept. 360
εἶμι
als Präsens).
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19
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Wecklein 1888, p. 269
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Der Daktylus des dritten
Fulses ist gebildet wie 449, 589,
Ag. 1584
u. a. Vgl. zu
Cho. 567
.
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20
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Wecklein 1888, p. 269
mvp-comment-134-3
Der Relativsatz
ὃς
προδῷ (zu 211)
σφ'
ἑκών vertritt einen Dativ zu
δεινὴ πέλει. Der Schol. erinnert an
Hom. X 358
φράζει νῦν μή τοί τι θεῶν μήνιμα γένωμαι
. Apollon tritt zurück in den Tempel. Dann, nachdem die Bühne vollständig leer ist, ändert sich wie
Soph. Ai. 814
die Scenendekoration; die neue Hauptdekoration stellt den Tempel der Athena Polias in Athen vor mit dem Bildnisse der Göttin. Orestes erscheint und kniet an dem Bildnisse nieder. Zwischen dem ersten und zweiten Teile mufs man sich geraume Zeit vergangen denken. Vgl. 284 f.
mvp-comment-135-1
Wecklein 1888, p. 269
mvp-comment-135-2
ist
gewissermafsen ein zweiter Prolog vor der Epiparodos (vgl.
zu_1).
mvp-comment-136-1
Wecklein 1888, p. 269
mvp-comment-136-2
αλάστορα, den infolge einer Blutschuld Umherirrenden.
Vgl. Einl. S. 19
N.
mvp-comment-137-1
Wecklein 1888, p. 269
mvp-comment-137-2
προστρόπαιος wie 448 einer der als befleckt um Sühne fleht.
ἀφοίβαντον,
ἀκάθαρτον Schol. und Hesych.
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22
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Wecklein 1888, p. 269
mvp-comment-138-3
ἀμβλύς und
προστετριμμένος von der Befleckung, welche durch Berührung abgerieben und matt gemacht ist, auf die befleckte Person übertragen. Von einer Reinigung, die dem Orestes bei den Trözeniern zu teil geworden sein soll, berichtet
Paus. II 31, 8
τοῦ δὲ ἱεροῦ τοῦ ᾿Απόλλωνός ἐστιν οἶκοδόμημα ἔμπροσθεν, Ὀρέστου και λουμένη σκηνή. πρὶν γὰρ ἐπὶ τῷ αἵματι καθαρθῆναι τῆς μητρός, Τροιζηνίων οὐδεὶς πρότερον ἤθελεν αὐτὸν οἴκῳ δέξασθαι· καθίσαντες δὲ ἐνταῦθα ἐκάθαιρον καὶ εἱστίων, ἐς ὁ ἀφήγνισαν
. . .
καθῆραι δέ φασιν
Ορέστην
καθαρσίοις καὶ ἄλλοις καὶ ὕδατι τῷ ἀπὸ τῆς
ἱππου
κρήνης. Aschylos spricht 282 und 581 blofs von einer Reinigung durch Apollon (vgl.
Cho. 1057
). Der unschädliche Verkehr mit anderen Menschen war eine Probe der Reinheit (283) und trug dazu bei, das
Schuldbewusstsein abzuschwächen.
πρὸς |
ἄλλοισιν wie Soph. Oed. Τ. 555
ἐπὶ
[
τὸν
σεμνόμαντιν,
Phil. 626
ἐπὶ |
ναῦν, Oed. K. 495
ἐν |
τῷ μὴ δύνασθαι.
mvp-comment-139-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-139-2
ἐκπερῶν: ich bin zu anderen Häusern und in Verkehr mit den Menschen gekommen, als ich über Land und Meer wanderte.
mvp-comment-140-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-140-2
Dem Auftrag des Loxias gemäfs nahe ich deinem Tempel. Vgl. 79 f. Zu
δῶμα ergänzt sich
τὸ σόν leicht.
mvp-comment-141-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-141-2
βρέτας τὸ σὸν φυλάσσων (wie 442 f.), dein Bild bewachend d. i. es nicht verlassend.
αὐτοῦ drückt den
Entschlufs aus nicht vorher von der Stelle zu weichen.
mvp-comment-142-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-142-2
Epiparodos (vgl. zu 1). Der Chor tritt zerstreut auf (
τινὲς
δέ
φασιν ἐν τῇ ἐπιδείξει τῶν Εὐμενίδων σποράδην εἰσαγαγόντα τὸν χορὸν τοσοῦτον ἐκπλῆξαι τὸν δῆμον
κτέ. im
βίος Αἰσχύλου); zuerst erscheint wie
Soph. Ai. 866
der eine Halbchor, dem der Koryphaios als Führer vorausgeht; den Worten der Führerin (1) erwidert der Halbchor (2). Dann kommen nach einander die sechs Mitglieder des anderen Halbchors (3-8). Erst bei 307 (
χορὸν ἅψωμεν) ordnen sie sich in Reihe und Glied.
τόδε auf den
Boden deutend, wo sie Blutspuren zu sehen glaubt, vgl.
αἵματι στάζοντα χείρας 41 f., wiewohl Orestes jetzt von Apollon gereinigt ist. Zu 281.
mvp-comment-143-1
23
mvp-comment-143-2
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-143-3
Das Blut ist ihm ein
uŋvvτὴρ ἄφθεγκτος. Vgl. zu
Ag. 82
und
ἀφώνους μάρτυρας
Eur. Hipp. 1076
.
mvp-comment-144-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-144-2
ὡς γὰρ κύων
τετραυματισμέ νον
νεβρὸν
κτἑ.
mvp-comment-145-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-145-2
πρός: vgl.
Ag. 344
πρὸς οὐδὲν . . τεκμήριον
und unten zu 1006.
πρὸς αἷμα καὶ σταλαγμόν d. i.
πρὸς αἵματος σταλαγμόν.
mvp-comment-146-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-146-2
ανδροκμής hier
nicht Männer (Menschen) ermüdend (tötend)" wie 957,
Cho. 888
, Eur.
Suppl. 525
ἀνδροκμήτας προσφέρων αγωνίας,
sondern
den Mann (Orestes) ermüdend". Schömann vermutet
άg
θροκμήσι und
Heimsäth betrachtet das Schol.
μεγαλοκμῆσιν, welches er in
μελοκμῆσιν ändert, als Bestätigung von
ἀρθροκμῆσι.
mvp-comment-147-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-147-2
σπλάγχνον:
τὸ ἡμέτερον Schol.
πεποίμανται, „ist abgetrieben worden".
mvp-comment-148-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-148-2
ἀπτέροις (51)
ποτήμασιν: zu
Ag. 82
.
νεώς von dem Schiffe des Orestes.
mvp-comment-149-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-149-2
Hesych.
καταπτακών·
καταπτήξας (nach der Verbesserung von Lobeck für
καταπλακών·
καταπλήξας).
mvp-comment-150-1
Wecklein 1888, p. 270
mvp-comment-150-2
Asyndeton bei der Erklärung (
ὀσμὴ γὰρ
κτέ).
προσγελάwie
τῶνδε προσσαίνει σέ τι;
Prom. 861
,
παιδός με σαίνει φθόγγος
Soph. Ant. 1214
, blickt mich bekannt und traut an, erweckt in mir eine willkommene Erinnerung, ein angenehmes Gefühl.
mvp-comment-150-3
24
mvp-comment-151-1
25
mvp-comment-151-2
Wecklein 1888, p. 271
mvp-comment-151-3
ὅρα ruft der Halbchor der spähenden Führerin zu.
Soph. Oed. K. 118
ὅρα. τίς ἄρ᾽ ἦν; ποῦ ναίει; .. προσδέρκου, λευσσέ νιν, προσπεύθου πανταχῇ.
μάλ᾽ αὖ
(,,gar abermal" d. h. ich wiederhole es) wie
μάλ' αὖθις
Cho. 650
.
mvp-comment-151-4
26
mvp-comment-152-1
27
mvp-comment-152-2
Wecklein 1888, p. 271
mvp-comment-152-3
Mit
ὅδε weist die Führerin des zweiten Halbchors auf Orestes Wenn die Lesart
γουνόν
hin. richtig ist (vgl. Anhang), so scheint
Aschylos das Homerische
γουνὸν Αθηνάων ἱεράων
(λ 323) von der Akropolis verstanden
zu haben. In dem delphischen Orakel bei
Plut. Thes. c. 3
, Schol. zu
Eur. Med. 679
,
Apollod. III 15, 6
wechseln die Lesarten
πρὶν δημὸν ᾿Αθηνέων εἰσαφικέσθαι,
πρὶν γουνὸν ᾿Αθηναίων ἀφικέσθαι,
πρὶν ἐς ἄκρον Αθηναίων ἀφίκηαι.
ζάθεον ist willkürliche Ergänzung zur Herstellung eines Trimeters, wie er die fünf folgenden Teile beginnt;
ὡς scheint dem Sinne zu
entsprechen:,,hier wieder eine hochheilige Höhe als Schutz, wie er sich einbildet, innehabend".
mvp-comment-152-4
28
mvp-comment-153-1
Wecklein 1888, p. 271
mvp-comment-153-2
ὑπόδικος:
ὑπεύθυνος,
χρε ώστης, ἔνοχος δίκης Hesych. Er will sich vor Gericht rechtfertigen wegen Gewaltthat. Mit
χερῶν vgl.
αυτόχειρ.
mvp-comment-154-1
Wecklein 1888, p. 271
mvp-comment-154-2
αἷμα μητρῷον τὸ (
ὃ)
χαμαὶ διερὸν
οἴχεται
πέδοι χύμενον
δυσ αγκόμιστον (
δυσανακομιστόν
ἐστι, das Mutterblut, welches auf den Boden geflossen ist, zur Erde vergossen, ist nicht wieder zurückzubringen. Mit
δυσαγκόμιστον vgl.
τίς ἂν πάλιν ἀγκαλέσαιτο
Ag. 1005 f.
Die epische Form
χύμενον auch
Cho. 400
,
Eur. Herakl. 76
.
mvp-comment-155-1
Wecklein 1888, p. 271
mvp-comment-155-2
In
δεῖ
σ᾿
ἀντιδοῦναι ἐρυθρὸν πέλανον ῥοφεῖν ἀπὸ ζῶντος ἐκ μελέων steht der Infin.
ῥοφεῖν wie in
δοῦναι οἶνόν τινι πιεῖν.
ἐρυθρὸν πέλανον:
Pers. 818
πέλανος αἱματοσφαγής
,
Etym. M. p. 695, 15
Ἀττικοὶ λέγουσι πέλανον πᾶν τὸ πεπηγός
.
mvp-comment-156-1
29
mvp-comment-156-2
Wecklein 1888, p. 271
mvp-comment-156-3
ἀντίποινα ματροφόνου δύας,
Bufse für den muttermordenden Schmerz d. i. für den von Schmerzen begleiteten Muttermord. Vgl. zu
Ag. 735
.
mvp-comment-157-1
Wecklein 1888, p. 272
mvp-comment-157-2
ἤλιτεν θεὸν
. . τοκῆας wie
ἀθανάτους ἀλιτέσθαι
Hom.
δ 378
,
ἐκ γὰρ δή
μ'
ἀπάτησε καὶ ἤλιτεν 1 375,
ὅ
τις σφ᾽
ἀλίτηται Τ 265 u. a.
mvp-comment-158-1
30
mvp-comment-158-2
Wecklein 1888, p. 272
mvp-comment-158-3
Der Ahndung der Erinyen fallen diejenigen anheim, welche sich gegen die drei Hauptgebote der griechischen Sittenlehre verfehlen. Vgl. zu 548. So sagt
Horaz carm. II 13, 5
von dem, welcher der schlimmsten Verbrechen fähig ist, illum et parentis crediderim sui fregisse cervicem et penetralia sparsisse nocturno cruore hospitis.
- Wegen des Plur.
ἀσεβοῦντες nach dem kollektiven
τὶς ἄλλος
Krüger I § 58, 3, 5
. Die epische Form
τοκῆας wie
Eur. Phoen. 829
βασιλῆας
.
mvp-comment-159-1
Wecklein 1888, p. 272
mvp-comment-159-2
εὔθυνος:
δικαστής Schol.
Pers. 830
Ζεύς τοι κολαστὴς τῶν ὑπερκόμπων ἄγαν φρονημάτων ἔπεστιν, εὔθυνος βαρύς
.
mvp-comment-160-1
Wecklein 1888, p. 272
mvp-comment-160-2
δελτογράφῳ:
Soph. frg. 535
θὲς δ᾽ ἐν φρενὸς δέλτοισι τοὺς ἐμοὺς λόγους
,
Cic. Acad. II 1
ut nos
litteris consignamus quae monumentis mandare volumus, sic ille (Lucullus) in animo res insculptas habebat
und zu
Cho. 448
.
Cho. 1
.
ἐπωπα: 20
mvp-comment-161-1
Wecklein 1888, p. 272
mvp-comment-161-2
zweites Epeisodion. Orestes ruft Athena zu Hilfe. Die Chorführerin weist jeden Beistand zurück.
mvp-comment-162-1
31
mvp-comment-162-2
Wecklein 1888, p. 272
mvp-comment-162-3
καιρούς d. i. die rechte Zeit für das Reden wie für das Schweigen, vgl.
Plat. Staat p. 374
Cov
παριεὶς τοὺς καιρούς und zu
Cho. 580
. Diese Stelle scheint die Vorlage für frg. I der Eumen. des Ennius gewesen zu sein: Ita sapere opino esse optumum, ut pro viribus Tacere ac fabulari tute noveris.
mvp-comment-163-1
Wecklein 1888, p. 272
mvp-comment-163-2
μητροκτόνον μίασμα: Vgl.
κηλὶς μητροκτόνος
Eur. Iph. T. 1200
und zu
Ag. 735
. Wenn die Erinyen 247 u. a. immer noch Blut sehen, so wollen sie jede Möglichkeit der Reinigung eines Muttermörders in Abrede stellen.
mvp-comment-164-1
32
mvp-comment-164-2
Wecklein 1888, p. 272
mvp-comment-164-3
ποταίνιον ὄν, als es noch frisch war. Vgl.
Cho. 1053
.
πρὸς
ἑστία
θ.
Φ. gehört zu
ἠλάθη.
χοιροκτόνοις (zu
Ag. 735
): Ferkelblut galt als entsühnend und wurde bei Reinigungsopfern vielfach gebraucht, so bei den
περίστια vor Be- ginn der Volksversammlung (Schol. zu
Aristoph. Ekkl. 128
,
Poll. VIII 104
), denen die römischen suovetaurilia entsprechen, und sonst, vgl. zu 453 und
Plaut. Men. 292
. Einl. S. 17 N. 2.
mvp-comment-165-1
Wecklein 1888, p. 273
mvp-comment-165-2
πολὺς
. .
ἐξ ἀρχῆς λόγος
d.i. ich würde viel zu sagen haben, wenn ich von Anfang an erzählen wollte.
mvp-comment-166-1
Wecklein 1888, p. 273
mvp-comment-166-2
Schol.
ἐβλάπτοντο γὰρ οἱ μυσαροῖς ξυντυγχάνοντες.
mvp-comment-167-1
Wecklein 1888, p. 273
mvp-comment-167-2
Der Vers, welcher dem Zusammenhange der Stelle, nach der Phöbos den Orestes gereinigt hat, nicht entspricht, ist von Musgrave ausgeschieden worden. Der Sinn
ist:,,alles (also auch die Befleckung) entkräftet die mit ihm alternde Zeit" d. i. je älter eine Sache wird, um so mehr wird sie geschwächt. Die Zeit wird als alternd mit dem Alternden gedacht, vgl.
Prom. 1013
ἀλλ' ἐκδιδάσκει πάνθ' ὁ γηράσκων χρόνος
. Ein ähnlicher Vers findet sich bei
Stob. fl. 126, 8
χρόνος δ᾽
ἀμαυροῦ
πάντα κεἰς λήθην ἄγει.
mvp-comment-168-1
Wecklein 1888, p. 273
mvp-comment-168-2
Ἀθηναία, die alte feierliche, in Inschriften bis auf die Zeit des Euklides herab häufig (gewöhnlich mit Artikel
ἡ ᾿Αθηναία) vorkommende Form, auch 299, 617,
Eur. Iph. T. 1436
, sonst bei den Tragikern
Ἀθάνα.
mvp-comment-169-1
Wecklein 1888, p. 273
mvp-comment-169-2
κτήσεται, nämlich als
Herrin dieses
Landes ", also für Attika. Vgl. zu 765.
mvp-comment-170-1
Wecklein 1888, p. 273
mvp-comment-170-2
αὐτόν scil.
ἐμέ.
τὸν
Ἀργεῖον
λεὼν
. .
σύμμαχον:
Schol.
:
ὡς τότε συμμαχούντων Ἀργείων Ἀθηναίοις
. Einl. S. 23.
δικαίως,
ὀρθῶς,
ἀληθῶς, aufrichtig, ehrlich. Vgl.
πανδίκως εὐσεβής
Suppl. 424
ὀρθῶς ἐνδίκως τ᾽ ἐπώνυμον
Sept. 392
ἣν εὑρεθῇς ἐς τήνδε μὴ δίκαιος ὤν
Soph. Trach. 411
.
mvp-comment-171-1
Wecklein 1888, p. 273
mvp-comment-171-2
Die Gottheit hört gern von den Stätten, wo sie besonders verehrt wird. Daher ist bei Anrufungen der Götter die Aufzählung solcher Örtlichkeiten beliebt. Vgl.
Soph. Ant. 1118
f. Mit
εἴτε
—
εἴτε, wie hier,
Aristoph. Wo. 269
ἔλθετε εἴτ᾽ ἐπ᾽ Ὀλύμπου κορυφαῖς ἱεραῖς χιονοβλήτοισι κάθησθε κτέ. χώρας τόποις
steht wie ein einziger
Begrif, daher
Λιβυστικοῖς. Vgl.
ποῖον . .
γαίας πέδον
Sept. 291
, χθονὸς . . τηλουρόν. . πέδον
Prom. 1
τὸ Πυθικὸν Θεοῦ μαντείον
Soph. Oed. T. 242
ὄγκον ὀνόματος μητρῷον
Trach. 817
, Ηπειρώτις ψυχὴ γυναικῶν
Eur. Andr. 159
u.
Ähnliches oft, z. B. unten 327.
mvp-comment-172-1
Wecklein 1888, p. 273
mvp-comment-172-2
γενεθλίου: Schol. (
σημείωσαι)
ὅτι διὰ τοῦτο οἴεται αὐτὴν Τριτογένειαν. Nach
Herod. IV 180
(vgl.
Paus. I 14, 6
) glaubten die am Tritonischen See wohnenden Auseer (indem sie eine ihrer Gottheiten mit Athena identifizierten)
τὴν ᾿Αθηναίην Ποσειδέωνος εἶναι θυγατέρα καὶ τῆς Τριτωνίδος λίμνης.
Dals Aschylos der gewöhnlichen Sage sich anschliefst, zeigt 667 f. Er scheint also den Ort der Geburt an den See oder vielmehr Strom (
πόρου) Triton zu verlegen. In Wirklichkeit ist es ur- sprünglich die gleiche Vorstellung, wenn Athena als Blitzgöttin dem Haupte des Wolkensammlers Zeus, dem Wolkenberge, und wenn sie der Tritonischen See, den himmlischen Wassern, entstammt. Denn dafs die Tritonische See ursprünglich am Himmel war, ergiebt sich schon daraus,
dafs sie nicht nur in Libyen, sondern auch anderwärts angenommen wurde (
Paus. VIII 26, 6
u. IX 33, 7,
Strab.
IX p. 407
). Vgl. Schwartz, Der Ursprung der Mythologie. S. 87.
mvp-comment-173-1
Wecklein 1888, p. 274
mvp-comment-173-2
τίθησιν . . πόδα erklärt man
,,aufrecht schreitet oder sitzt" (vgl.
Hom.
p 158
ἥμενος ἢ ἕρπων), weil der sitzenden Göttin die Füfse mit dem Gewande bedeckt sind. Aber eine solche Erklärung von
κατηρεφῆ ist mindestens weit hergeholt. In der Deutung von Dutheil „visible ou invisible" und Hermann: sive palam incedens sive latens (
Hom. E 186
νεφέλῃ εἰλυμένος ὤμους
) opem fert amicis, worin
κατηρεφής der durch eine Wolke verhüllte
Fufs sein soll,
lässt sich
ỏodóv schwer verstehen. Es scheint vielmehr
ὀρθὸν πόδα den hohen, gleichsam steilen Fufs (vgl.
ὀρθόπους
Soph. Ant. 985
) der hochgeschürzten Göttin zu bezeichnen, wie sich
κατηρεφῆ auf das lange Gewand bezieht.
mvp-comment-174-1
Wecklein 1888, p. 274
mvp-comment-174-2
φίλοις ἀρήγουσα: Der Dichter scheint weniger an die Auseer als an die Athener zu denken, welche dem libyschen König Inaros zu Hilfe gezogen waren (
Thuk. I 104 ff.
). Vgl. die ähnliche Anspielung auf Zeitverhältnisse in
Eur. El. 1347
νώ δ᾽ ἐπὶ πόντον Σικελὸν σπουδῇ σώσοντε νεῶν
πρῴρας
ἐνάλους.
Φλεγραίαν πλάκα, Schauplatz des Gigantenkampfes, bei welchem Athena,
Φλεγραίων
ὀλέ τειρα
Γιγάντων (Prokl. hymn. 32), unter anderen den Enkelados tötete (
Eur. Ion 209
).
mvp-comment-175-1
Wecklein 1888, p. 274
mvp-comment-175-2
κλύει θεός, es hört ein Gott auch in der Ferne. Vgl.
Eur. Iph. T. 1447
κλύεις γὰρ αὐδὴν καίπερ οὐ παρὼν θεᾶς. Vielleicht hat ursprünglich
πρόσωθεν
οὖσ όμως geheilsen. es
mvp-comment-175-3
33
mvp-comment-176-1
Wecklein 1888, p. 274
mvp-comment-176-2
γένοιτο nach
ἔλθοι, s. g. Assimilation der Modi. Vgl.
Soph. Ai. 1217
γενοίμαν. . ὑπὸ πλάκα Σουνίου, τὰς ἱερὰς ὅπως προσείποιμεν ᾿Αθάνας
,
Krüger I § 54, 8, 3
.