1-181.
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Parodos. An Stelle des
προλογίζων wie in den Persern hat der Chor zunächst die Aufgabe die vorausliegenden Begebenheiten und das Motiv der Handlung (Flucht vor den Söhnen des Ägyptos, welche die Danaiden zur Ehe zwingen wollen) anzugeben. Dann richtet er an Götter und Menschen, an das stammverwandte Argos die Bitte um Schutz gegen Ver- gewaltigung vonseiten der die Danaiden verfolgenden Ägyptiaden. Damit wird das Ziel der Handlung bezeichnet. Endlich dient die Paro- dos zur Charakteristik des Chors, um dessen Schicksal sich die Hand- lung dreht (zu 118-181). Parodos zerfällt in drei Teile. Die anapästische Partie 1-39 trägt der Koryphäos vor, die melische 40-117 der Gesamtchor; von der zweiten melischen Partie 118-181, deren drei Strophen mit Ephymnien (zu 134) schließen, scheint jeder der drei oroixo ein Strophenpaar ge- sungen zu haben, während die Ephymnien dem Gesamtchor zu- fielen. Vgl. Jahrb. f. Philol. Suppl. XIII S. 219 ff. Als Schutz- flehende sind die Danaiden durch einen mit weißer Wolle umwundenen Olivenzweig gekennzeichnet (21f.), den sie in der linken Hand halten (197-199). Ihre Tracht ist ägyp- tisch (240 ff.). Während der Paro- dos steht Danaos auf dem hohen Götteraltare und späht bald nach Idem Meere bald nach dem Lande hin (184).
40-117.
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zweiter Teil der Pa- rodos:,,Jetzt den Epaphos, den Sprößling des Zeus, da anrufend, WO vorzeiten die Ahnmutter Io weidete, werde ich von meiner Abstammung den Bewohnern des Landes sichere Beweise geben. Ich fürchte aber und daher weine und klage ich wie die Nachtigall, welche um den Verlust ihres früheren Daseins (in Menschen- gestalt) und um den Tod ihres Sohnes weint -, es möchten die Freunde in Argos meine Bitte um Schutz abweisen. Wohlan denn, Götter meines Stammes, verhelft ihr mir zu meinem Rechte, wenn nicht aus Rücksicht auf mich, so doch aus Haß gegen den Übermut der Vettern, wenn sie mich von eurem Altare reißen wollen. Auch im Kriege finden die Besiegten Schutz an den Altären der Götter. Meinem Gotte gebe ich ganz und gar mich hin. Seine Ratschlüsse sind unerforschlich; aber sein Wille geschieht unfehlbar. Ein Licht ist er in der Finsternis des Unglücks, dagegen stürzt er die Frevler herab von dem hohen Turm des Glücks in seiner Allmacht, in welcher er seine Gedanken sofort zur Tat macht ohne sich vom Sitze zu rühren. Möge er herabblicken auf den menschlichen Übermut, welcher von rasender Leidenschaft sich zu allem Frevel fortreißen läßt, wenn dieser auch zum Verderben führen mu.
116-117.
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κέντρον ..
ἄλυκτον (so für
ἄφυκτον, weil
ἄλυκτον für das an- gespannte Zugtier mehr paßt, vgl. Suid.
ἄλυκτον·
τὸ
ἄφυκτον, viel- mehr
ὃ
οὐ
δύναταί
τις
ἀλύξαι): die Raserei treibt die Ägyptiaden wie das Zugtier der Treibstachel, dem es sich nicht entziehen kann.
ἄταν (so die Aldina für
ἄται, welches übrigens in der Hand- schrift aus
ἄταν korrigiert ist)
ἀπάτα
μεταγνούς ist eine sarkastische Wendung: ,,er hat sich infolge des Trugs der Leidenschaft statt zum Heilsamen zu seinem Verderben entschlossen". Mit
ἀπάτα vgl. Soph. Ant. 615 &
γὰρ
δὴ
πολύ-
πλαγκτος
ἐλπὶς
πολλοῖς
μὲν
ὄνασις
ἀνδρῶν,
πολλοῖς
δ᾽
ἀπάτα
κουφονόων
ἐρώτων. Durch
μεταγιγνώσκειν wird gewissermaßen die tragische Peri- petie ausgedrückt wie Ag. 231 Tò
παντότολμον
φρονεῖν
μετέγνω.
118-181.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-60
dritter Teil der Parodos, ein
i
άleuos (121), eine Klageweise, die mit heftiger Ge- bärde, mit Zerreißen des Gewandes (126 ff.) und Zerkratzen der Wangen
(
άuvyuós Cho. 24) verbunden war (zu 72). Die Danaiden erneuern ihre Bitte um Schutz, gehen aber von flehender Bitte zu entschiedener und heftiger Forderung über:,,Mit solchen Klagen trauere ich um mich wie um eine Tote und rufe das argivische Land um Gnade an, in- dem ich im Schmerze meinen Schleier zerreiße. Den Göttern wird gern und reichlich geopfert, wo Wohlstand herrscht und nicht Todesfurcht bedrückt. Ich weiß nicht, was werden soll. Der An- fang zwar, die Fahrt über das Meer, ist glücklich vonstatten ge- gangen; möge nur auch das Ende glücklich sein, daß ich nicht zur Ehe mit den verhaßten Vettern gezwungen werde. Die jungfräu- liche Artemis möge vor allem mir gegen den Angriff auf meine jung- fräuliche Ehre beistehen. Andern- falls, wenn mich die Götter des Olymp verlassen, werde ich samt den schutzflehenden Zweigen zum Zeus der Toten meine Zuflucht nehmen und mich erhängen. Ich merke wohl, daß die Eifersucht der Hera, welche unsere Ahnmutter quälte, auch mich verfolgt. Und statt der reichlichen Opfer wird Zeus nur Unehre ernten, wenn er die Nachkommen seines eigenen Sohnes Epaphos abweist und von uns Schutzflehenden sein Auge ab- wendet. Er möge sich merken, was ich ihm noch einmal zurufe: die Eifersucht der Hera ist schuld an meinem Leide." Die Drohung sich das Leben zu nehmen, wenn sie schutzlos gelassen werden wiederholt mit gesteigerter Hef- tigkeit 472, und damit ein Zeug- nis gegen den
Ζεὺς
ἱκέσιος ab- zulegen offenbart eine Entschlossen- heit und Heftigkeit des Charakters, welche die Bluttat in der Braut- nacht begreiflich macht.
118-119.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-61
θρεομένα
δ᾽
ἐγώ (so Enger für
λέγων): Hesych.
θρεομένη
θρη
νοῦσα. Uber die Stellung von
δέ zu 9. —
λιγέα
βαρέα, in bald hohen bald tiefen Tönen. Vgl.
λιγέα
κωκύ-
ματα Pers. 335 und
φθόγγον
τε
βαρύν Hom.
ι 257.
δακρυοπετῆ tränenrieselnde",
βᾶνα
αὐδάν d. i. unter
τῶν Tränen, nicht
παρασκευαστικὰ
τοῦ
πίπτειν
τὰ
δάκρυα
ἀκουόντων (Schol.), sondern
τὰ
ἐμὰ
δάκρυα.