1-181.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-1
Parodos. An Stelle des
προλογίζων wie in den Persern hat der Chor zunächst die Aufgabe die vorausliegenden Begebenheiten und das Motiv der Handlung (Flucht vor den Söhnen des Ägyptos, welche die Danaiden zur Ehe zwingen wollen) anzugeben. Dann richtet er an Götter und Menschen, an das stammverwandte Argos die Bitte um Schutz gegen Ver- gewaltigung vonseiten der die Danaiden verfolgenden Ägyptiaden. Damit wird das Ziel der Handlung bezeichnet. Endlich dient die Paro- dos zur Charakteristik des Chors, um dessen Schicksal sich die Hand- lung dreht (zu 118-181). Parodos zerfällt in drei Teile. Die anapästische Partie 1-39 trägt der Koryphäos vor, die melische 40-117 der Gesamtchor; von der zweiten melischen Partie 118-181, deren drei Strophen mit Ephymnien (zu 134) schließen, scheint jeder der drei oroixo ein Strophenpaar ge- sungen zu haben, während die Ephymnien dem Gesamtchor zu- fielen. Vgl. Jahrb. f. Philol. Suppl. XIII S. 219 ff. Als Schutz- flehende sind die Danaiden durch einen mit weißer Wolle umwundenen Olivenzweig gekennzeichnet (21f.), den sie in der linken Hand halten (197-199). Ihre Tracht ist ägyp- tisch (240 ff.). Während der Paro- dos steht Danaos auf dem hohen Götteraltare und späht bald nach Idem Meere bald nach dem Lande hin (184).
1-39.
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erster Teil der Paro- dos:,,Aus dem Lande am Nil sind wir geflohen um nicht zu der Ehe mit den verhaßten Vettern ge- zwungen zu werden, dem Rate unseres Vaters Danaos folgend, welcher uns nach Argos geführt hat, der Urheimat unseres Ge- schlechts. Bei dem stammver- wandten Lande können wir als Schutzflehende auf freundliche Teil- nahme rechnen. Mögen die Götter des Landes den Bürgern eine mild- herzige Gesinnung gegen uns ein- geben, dagegen das Schiff der uns nachsetzenden Ägyptiaden in den Fluten des Meeres begraben."
5.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-6
συγχορτον,
ὅμορον nach Hesych. unter
αὐλῆς:
τὰ
ὅμορα
σύγχορτα
λέγουσιν (von
χόρτος, hortus). Vgl. Eur. Andr. 17
Φθίας
δὲ
τῆσδε
καὶ
πόλεως
Φαρσαλίας (vielmehr
τῇ
πόλει
Φαρσαλία)
σύγχορτα
ναίω
πεδία.
Ζη dieser Grenzangabe vgl. Herod. II 158
τοῦ
Κασίου
ὄρεος jetzt El Kas)
τοῦ
οὐρίζοντος
Αίγυπτόν
τε
και
Συρίην und II 12
τῇ
Συρίῃ
τῆς
γὰρ
Αραβίης
τὰ
παρὰ
θάλασσαν
Σύροι
νέμονται. das
6-7.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-7
οὔτινα. .
γνωσθεῖσαι: nicht wegen vergossenen Blutes durch Volksgericht zur Verbannung ver- urteilt.
Ζα
δημηλασίαν vgl.
φυγὴ
δημήλατος 622. Wie
καταγνωσθῆναι
ἀτιμίαν,
προδοσίαν,
δειλίαν,
φυγήν gesagt werden kann (vgl. Lobeck zu Soph. Ai. p. 351), so ist hier aus
γιγνώσκειν
τινὶ
δημηλασίαν passive
γιγνώσκεται
τις
δημηλασίαν gebildet nach Analogie von
ἐπι-
τρέπεταί
τις
ἀρχήν. Wahrscheinlich ist die ältere Form
γνωθεῖσαι her- zustellen, wie zu Soph. Ai. 717 Hesych.
μετανεγνώθη erhalten hat, während die Handschriften
μετανε-
γνώσθη bieten.
αἷμα,
φόνος wie 458, Eum. 616, Eur. Or. 406
ὁ
συνδρῶν
αἷμα
καὶ
μητρὸς
φόνον Zum Gedanken vgl. Hom.
Ν 695
ἔναιεν
ἐν
Φυλάκῃ
γαίης
ἀπὸ
πατρίδος
ἄνδρα
κατακτάς,
Π 571,
ψ 118
καὶ
γάρ
τίς
θ᾽
ἕνα
φῶτα
κατακτείνας
ἐνὶ
δήμῳ,
ᾧ
μὴ
πολλοὶ
ἔωσιν
ἀοσσητῆρες
ὀπίσσω,
φεύγει
πηούς
τε
προλιπὼν
καὶ
πατρίδα
γαϊαν. An diese Sitte der Homeri- schen Zeit, nicht an den
ἀπενιαυ-
τισμός derjenigen, die einen unvor- sätzlichen Totschlag begangen hat- ten, ist hier zu denken. Doch nimmt der Dichter an, daß sich bereits die Staatsgewalt (
ψῆφος
πόλεως) ins Mittel legt und die Blutrache nicht ganz den Verwandten überlassen ist. u. 8.
8.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-8
αὐτογενεῖ
φυξανορίᾳ, in der Absicht naheverwandten Männern zu entgehen. Vgl. Prom. 881
φεύγουσα
συγγενῆ
γάμον
ἀνεψιῶν.
9-10.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-9
ὀνοταζόμεναί
τε
γάμον (und aus Abscheu vor der Ehe): der zweite Grund gibt eine nähere Er- läuterung des voraus angegebenen.
τὲ kann an fünfter Stelle stehen, weil die Worte
γάμον ..
ἀσεβῆ ein einziges Satzglied bilden. So stehen
γάρ,
δέ,
τέ an vierter Stelle z. B. Cho.749
τὸ
μὴ
φρονοῦν
γάρ, unten 204
τὸ
μὴ
μάταιον
δ', Eum. 291
ἐς
τὸ
πᾶν
τε, an fünfter Stelle unten 118
τοιαῦτα
πάθεα
μέλεα
θρεομένα
δέ, an sechster Stelle Soph. Phil. 1451
καιρὸς
καὶ
πλοῦς
ὅδ᾽
ἐπείγει
γὰρ
κατὰ
πρύμνην. —
ἀσεβῆ: Schol.
ὃν
οὐ
σέβομεν
ἡμεῖς
οὐδὲ
τιμῶμεν, vielmehr gottlos, weil erzwungen nach 233. — Phot. Lex.
ὀνοταζομένη
ἐκφαυλιζομένη.
Ἴων
μεγάλῳ
δράματι, Hesych.
ὀνοτάζων·
ὑβρίζων,
ἐκφαυ-
λίζων. Das Wort gehört der Ias an.
11-12.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-10
Leiter des Plans und Ge- leiter der Schar (
τῆς
συστάσεως
ἡμῶν
ἄρχων Schol.).
στάσις von der Schar des Chors auch Cho. 456, Eum.311. —
πεσσονομεῖν, die Steine auf dem Spielbrett umsetzen und ordnen, geht in den einfachen Be- griff,, erwägen" über, vgl. ẞovxo-
λεῖν
ἵππους,
νέκταρ
ἐοινοχόει. Schol.
ὑπὲρ
τούτων
λογιζόμενος.
13.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-11
Das Ergebnis langen Nach- denkens war, daß er sich für die Flucht als das Ehrenhafteste unter dem Schlimmen entschied.
κύδιστ'
ἀχέων entspricht dem Homerischen
κακῶν
δέ
κε
φέρτατον
εἴη (
Ρ 105). Vgl. 1080. Hesych.
κύδιον·
κρεῖττον,
αἱρετώτερον.
14.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-12
ἀνέδην, ungehemmt, zügel- los,
ἀνειμένως.
δύναται
δὲ
ἀπὸ
τῶν
ἵππων
μετάγεσθαι,
οἷς
ἂν
αἱ
ἡνίαι
ἀνεθῶσι Bekk. Anecd. I p. 400, nicht
κατὰ
στέρησιν
τοῦ
ἔσαι
ὅ
ἐστι
ἱδρῦσαι,
ἀναστάτους
γενομένας He- sych. oder
ἄνευ
ἕδους Etym.
Μ. p. 103, 10.
15.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-13
Vgl.
κέλσειν
ἐς
Αργος 333, Eur. Rhes. 934
Τροίας . .
ἄστυ
μὴ
κέλσαι.
16.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-14
εὐχόμενον
τετελέσθαι (80 Schütz für
τετέλεσται)
ἐξ
ἐπαφῆς
κτε., welches sich rühmt durch die Berührung der bremsengescheuchten Kuh (lo) und durch den Anhauch derselben vonseiten des Zeus ge- weiht zu sein (von
τελεῖν weihen, vgl.
τέλος 1043).
Ζυ
οἰστροδόνου vgl. 312,
οιστροδόνητον
Ιώ 582,
τῆς
οἰστροδινήτου
κόρης Prom. 614,
βόες
ὣς
ἀγελαῖαι
τὰς
μέν
τ'
αἰόλος
οἶστρος
ἐφορμηθεὶς
ἐδόνησεν Hom.
χ 299. Hesych.
ἐξ
ἐπαφῆς·
ἐκ
ψηλαφήσεως. Das Wort
επαφή ist wegen des Namens
Επαφος (318) gewählt Mit
ἐπίπνοια (Liebe atmen vgl.
Αg. 1205
ἀλλ᾽
ἦν
παλαιστὴς
κάρτ᾽
ἐμοὶ
πνέων
χάριν (sagt Kasandra von Apollon) und das lakedämo- nische
εἰσπνήλας vom Liebhaber (Theokr. XII 13) und
εἰσπνεῖν s. V.2.
ἐρᾶν nach Aelian V. H. III 12.
21-22.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-15
ἐγχειριδίοις ist wohl als Substantiv zu betrachten: mit diesen Handhaben für Schutz- flehende, den wollebekränzten Zweigen“. Vgl.
Εum. 43
ἐλαίας
ὑψιγέννητον
κλάδον
λήνει
μεγίστῳ
σωφρόνως
ἐστεμμένον,
ἀργῆτι
μαλλῷ.
23.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-16
ὧν, als ob
Αργείους für
Αργους
γαῖαν vorherginge. — Bei
λευκὸν
ὕδωρ denkt man zunächst an den Inachos. Vgl. Hom.
ε 70
κρῆναι..
ῥέον
ὕδατι
λευκῷ, Eur. Herakl. 573
Δίρκης
νᾶμα
λευκόν. Dieses Epitheton unterscheidet das Flußwasser vom Meerwasser, welches mit
κυάνεος,
πορφύρεος,
πολιός bezeichnet wird. - Vgl. Verg. Aen. VIII 136 geniumque loci primam- que deorum Tellurem Nymphasque et adhuc ignota precatur flumina.
24.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-17
Ζη
ὕπατοι
θεοί gehört das vorhergehende v nicht mehr. -
βαρύτιμοι: Schol.
οἱ
βαρέως
τινύ-
μενοι
καταχθόνιοι
θεοί. Dann wäre etwa an die Erinyen zu denken. Aber
θήκας
κατέχοντες weist auf Heroen hin, welche ihre Grab- stätten im Lande haben wie Ödipus in Attika (vgl. Soph. O. K. 1763
θήκην
ἱερὰν
ἣν
κεῖνος
ἔχει), die Indigetes der Römer. Deshalb will Hermann
βαθύτιμοι schreiben. Allein
βαρύτιμοι scheint die ehr- furchtsvolle Scheu vor diesen heiligen Stätten zu bezeichnen. Sehr ansprechend aber ist die Änderung von Enger
βαρυτίμους, womit nxas das ihm zukommende Epitheton erhält.
26.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-18
τρίτος: Schol.
ὁ
τριτοσπονδος
ἢ
ὁ
τρίτος
τῶν
εἰρημένων.
εἶπεν
γάρ,
ὕπατοι
θεοὶ
καὶ
χθόνιοι
καὶ
Ζεὺς
σωτὴρ
τρίτος. Beides ist richtig. Wie
σωτήρ zeigt, ist zu- nächst an den
τριτόσπονδος zu denken; denn dem
Ζεύς
σωτήρ Iwurde bei dem Mahle nach dem olympischen Zeus oder den oberen Göttern und den Heroen die dritte Spende gebracht. Vgl. Schol. Pind. Isthm. VI 10
τὸν
μὲν
γὰρ
πρῶτον (
κρατῆρα)
Διὸς
Ολυμπίου
ἐκίρνασαν,
τὸν
δὲ
δεύτερον
ἡρώων,
τὸν
δὲ
τρίτον
Διὸς
σωτῆρος,
καθὰ
καὶ
Αἰσχύλος
ἐν
Επιγόνοις (Fragm. 55). Als
τριτόσπονδος ist er auch an die dritte Stelle gesetzt.
27.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-19
δέξαιτο, auf das letzte und wichtigste Subjekt bezogen. An die Stelle des Optativs tritt nach- her der Imperativ
πέμψατε (33).
28.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-20
θηλυγενῆ dichterisch für
θῆλυν.
αἰδέσιμον
πνεῦμα
χώρας ist die rücksichtsvolle Neigung und des der erbarmungsvolle Sinn Landes (vgl. zu 198).
πνεῦμα steht also ähnlich wie
ἐπίπνοια 17. Die Götter sollen dem Lande diesen Sinn einflößen. 291.
ἀρσενοπληθῆ
ἑσμόν (Herren- schwarm") wie
γυναικοπληθὴς
ὅμιλος Pers. 126, poetische Fülle des Ausdrucks. Das verächtliche Wort ouós ist bezeichnend für die zügellose Menge. Phot.
ἐσμός·
πληθύς,
ὄχλος,
κυρίως
τῶν
μελισσῶν.
Αἰγυπτογενῆ von den Söhnen des Ägyptos. Vgl. 824 f.
31.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-21
ἀσώδει, Schol.
ψαμμώδει. Hesych.
ἀσώδης·
ἀμμώδης.
32.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-22
Hermann u. a. verbinden §vv
ὄχῳ
ταχυήρει mit
θεῖναι, damit der mit dem Parömiakos erfolgende Ab- schluß des anapästischen Systems mit einem wenn auch schwächeren Absatz des Gedankens zusammen- falle. Aber vgl. V. 4. Daß der Sinn die Verbindung mit
πέμψατε fordert, zeigt auch V. 859. Mit
ὄχῳ
ταχυήρει vgl.
λινόπτερα
ναυτίλων
ὀχήματα Prom. 484.
33.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-23
πόντονδε episch. -
ἔνθα steht sonst bei den Tragikern relativisch. - Da
ἀνταν sowohl den Dativ wie den Gen. regieren kann, ist die Verbindung unsicher. Der Schol. macht von
ἀντήσαντες die Dative
λαίλαπι ..
ανέμοις abhängig, Enger den Gen.
ἀγρίας
ἁλός, indem er die Dative mit
ἀγρίας verbindet. Da bei Poovt die Konjunktion fehlt, verbinden andere
λαίλαπι mit
ὄλοιντο, die übrigen Dative mit
ἀντήσαντες. Da aber
ἄνεμοι
ἁλός kein geeigneter Ausdruck ist, so empfiehlt sich die Konstruktion
λαίλαπι
όλοιντο,
ἀντήσαντες
αλὸς
βροντῇ . .
ἀνέμοις
ἀγρίας. Mit
λαῖλαψ
χειμωνοτύπος vgl. Hom. 4 305
ὡς
ὁπότε
νέφεα
Ζέφυρος
στυφελίξῃ
ἀργεστᾶο
νότοιο (d. i. die vom Süd herangejagten Wolken),
βαθείῃ
λαίλαπι
τύπτων (peitschend). Hier schlägt beim Orkane der Sturm das Schiff. Vgl. Ag. 660
αἳ
δὲ
κεροτυπούμεναι
βία
χειμωνι
τυφῶ
σὺν
ζάλῃ
τ᾽
ὀμβροκτύπῳ. Mit
ἀγρίας vgl.
νὺξ
πολλὸν
ἦν
ἔτι
ἀγριωτέρη Herod. VIII 13, wo der Sturm vor der Seeschlacht beim Vorgebirge Artemision geschildert wird.
37.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-24
ὧν
θέμις
εἴργει (
αὐτούς): der gleiche Grund, aus welchem V. 9 die Ehe als gottlos bezeichnet wird, er- gibt sich hier aus
ἀεκόντων. —
σφετε
ριξάμενοι: die dorische Form wie
θρί-
αξεν Cho. 954. Die Formen
ὠνόμαξεν Ag. 686,
σεβίξω ebd. 776 sind sehr unsicher. Hesych.
σφετεριζόμενος·
ὑφαιρούμενος,
ιδιοποιούμενος.
πατραδέλφεια (Nachkommenschaft des Oheims) nur hier. Hesych.
πατράδελφος·
θεῖος
πρὸς
πατρός.
ἀεκόντων (
λέκτρων) ist von der Person übertragen. Die nicht kon- trahierte Form in Anapästen wie Soph. Trach. 1263
ἀεκούσιον
ἔργον.
λέκτρων
ἐπιβῆναι nach dem Homerischen
ἐπιβήμεναι
εὐνῆς.
40-117.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-25
zweiter Teil der Pa- rodos:,,Jetzt den Epaphos, den Sprößling des Zeus, da anrufend, WO vorzeiten die Ahnmutter Io weidete, werde ich von meiner Abstammung den Bewohnern des Landes sichere Beweise geben. Ich fürchte aber und daher weine und klage ich wie die Nachtigall, welche um den Verlust ihres früheren Daseins (in Menschen- gestalt) und um den Tod ihres Sohnes weint -, es möchten die Freunde in Argos meine Bitte um Schutz abweisen. Wohlan denn, Götter meines Stammes, verhelft ihr mir zu meinem Rechte, wenn nicht aus Rücksicht auf mich, so doch aus Haß gegen den Übermut der Vettern, wenn sie mich von eurem Altare reißen wollen. Auch im Kriege finden die Besiegten Schutz an den Altären der Götter. Meinem Gotte gebe ich ganz und gar mich hin. Seine Ratschlüsse sind unerforschlich; aber sein Wille geschieht unfehlbar. Ein Licht ist er in der Finsternis des Unglücks, dagegen stürzt er die Frevler herab von dem hohen Turm des Glücks in seiner Allmacht, in welcher er seine Gedanken sofort zur Tat macht ohne sich vom Sitze zu rühren. Möge er herabblicken auf den menschlichen Übermut, welcher von rasender Leidenschaft sich zu allem Frevel fortreißen läßt, wenn dieser auch zum Verderben führen mu.
40.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-26
ἐπικεκλομένα: diese epische Form findet sich auch Soph. O. T. 159 und zwar gleichfalls zu Beginn eines Gebetes:
πρῶτά
σε
κεκλόμενος,
θύγατερ
Διός. Außerdem kommt unten 599
κεκλοίμαν vor. Nach einem längeren Zwischensatz wird
ἐπικεκλομένα mit
ἐπιλεξαμένα (49) wieder aufgenommen, wenn auch mit relativer statt demonstrativer Anknüpfung (
τοῦτον
οὖν
ἐπιλεξα-
μένη), und erhält in
ἐπιδείξω das verb. finitum.
41.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-27
Δῖον
πόρτιν (
Διὸς
πόρτιν wie 317, Schol.
τὸν
Ἔπαφον. Zwar wird
πόρτις wie
πῶλος,
μόσχος,
δάμαλις von jungen Mädchen und Knaben gebraucht wie
νεοσσοί von Kindern, aber es hat hier doch eine besondere Beziehung auf die
πρό-
γονος
βοῦς, die Ahnmutter Io.
ὑπερπόντιον
τιμάορα (Schol.
βοηθόν) enthält nach
ἐπικεκλομένη den Sinn: er möge über das Meer zu Hilfe kommen". Vgl. Eur. Phoen. 676
καὶ
σέ,
τὸν
προμάτορος
Ιούς
ποτ᾽
ἔκγονον
Ἔπαφον,
ὦ
Διὸς
γένεθλον,
ἐκάλεσ᾽
ἐκάλεσα
βαρβάρῳ
βοᾷ,
ἐώ,
βαρβάροις
λιταῖς,
βᾶθι
βᾶθι
τάνδε
γᾶν. Die alleinstehende Form
τι-
μάρα, welche dem Versmaß dient, scheint durch die nicht zutreffende Analogie von
χρυσάορος,
χρυσάωρ veranlaßt zu sein. Vgl. Lobeck Paralip. S. 216.
ἶνιν für
ἶνίν
τ' Hermann. Wahrscheinlich ist um der Responsion willen
ΐνιν zu schreiben, vgl. zu
κόνιν 186.
43.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-28
ἀνθονομούσης: vgl. Ov. Met. I 632 frondibus arboreis et amara pascitur herba (die verwandelte
Ιο). —
προγόνου: vgl. Eur. Phoen. 828
Ιὼ &
κεράεσσα
προμάτωρ. 441.
ἐξ
ἐπιπνοίας
Ζηνός gehört zu ivv: Sprößling infolge des Anhauchs von Zeus".
ἔφαψιν (
Ζηνός) tritt appositionell zu
ίνιν, Produkt der Berührung, durch Berührung erzeugt. —
ἐπωνυμία . .
εὐλόγως: dem, was nach der Be- rührung benannt werden sollte, er- füllte sich die normale Zeit, so daß der Name (Epaphos) gut paßte, d. h.,, nach der Berührung, durch welche Io empfing, verging bis zur Geburt die normale Zeit, sodaß der Name des Sprößlings mit Recht von der Berührung hergenommen wurde".
Ζη
μόρσιμος vgl. Eur. Bakch. 99
ἔτεκεν
δ᾽,
ἁνίκα
Μοῖραι
τέλεσαν,
ταυρόκερων
θεόν,
κι
εύ
λόγως unten 258
εὐλόγως
ἐπώνυμον, Fragm. 6
ἦ
καὶ
Παλικῶν
εὐλόγως
μενεῖ
φάτις;
Πάλιν
γὰρ
ἥξουσ᾽
ἐκ
σκότου
τόδ'
ἐς
φάος.
49.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-29
ὅντε: die epische Form wie 64
ἅτε, 568
ὅντε, bei Aschylos auch im Trimeter Pers. 300
ὥστε, 764
ούτε. – Hesych.
ἐπιλεξαμένη
ἐπικαλεσαμένη.
τόποις,
50-51.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-30
ἐν
ποιονόμοις auf der Grasweide der Ahnmutter. Vgl. 548. ·
μνασαμένα (
μνησθεῖσα, vgl. Cho. 621
ἐπεμνασάμην)
τῶν .
πόνων, Schol.
τῆς
᾿Ιοᾶς
τοὺς
πόνους
ἐγὼ
διηγουμένη, der Leiden ge- denkend, welche Hera über lo ver- hängte, und ihrer weiten Wande- rungen.
53.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-31
γενετᾶν (so Paley für
τά
τε
νῦν, Hermann
γονέων): vgl.
θεοὶ
γενέται 79,
εἰς
ἐμὲ
καὶ
γενέταν (,, Erzeuger)
ἐμόν Eur. Or. 1011,
γενέτα
πάτερ Tro. 1288.
γαιονό-
μοισι
δ' (so Hermann für
τά
τ'
ἀνόμοια
οἶδ', Dindorf &
γαιονόμοι-
σιν): vgl.
πεδιονόμοις Sieb. 258.
λόγου (so Martin für
λόγους nach dem Schol.
προϊόντος
τοῦ
λόγου)
ἐν
μήκει: bei längerer Auseinander- setzung. ,,Den Bewohnern des Landes werden die Wahrzeichen freilich überraschend und unglaub- haft (im Anfang) erscheinen, aber im Laufe der Darlegung wird man sie anerkennen."
58-59.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-32
Der Gedanke ,,ich klage wie die um ihr Kind (Itys oder Itylos) klagende Nachtigali wird in sinniger und gefühlvoller Weise weiter ausgeführt. Vgl. Aesch. Ag. 1137
ἀμφὶ
δ᾽
αὐτᾶς
θροεῖς
νόμον
ἄνομον,
οἷά
τις
ξουθὰ
ἀκόρετος
βοᾶς
φοιταλέαις
φρεσὶν
Ιτυν
Ιτυν
στέ
νουσ᾽
ἀμφιθαλῆ
κακοῖς
ἀηδὼν
βίον, Soph.
Εl. 147, Eur. Fragm. 773, 23, Aristoph. Vög. 210ff. Die unab- lässige Klage der Nachtigall benutzt schon Homer
τ 516 zum Vergleiche:
κεῖμαι
ἐνὶ
λέκτρῳ,
πυκιναὶ
δέ
μοι
ἀμφ'
ἀδινὸν
κῆς
ὀξεῖαι
μελεδῶνες
ὀδυρομένην
ἐρέθουσιν.
ὡς
δ᾽
ὅτε
Πανδάρεω
κούρη
χλωρηὶς
ἀηδὼν
καλὸν
ἀείδησιν
ἔαρος
νέον
ἱσταμέ-
νοιο,
δενδρέων
ἐν
πετάλοισι
καθεζο-
μένη
πυκινοῖσιν,
ἥ
τε
θαμὰ
τρω-
πῶσα (d. i.
ἐλελιζομένη Aristoph.
α.
Ο. 213)
χέει
πολυηχέα
φωνήν,
παῖδ᾽
ὀλοφυρομένη
Ιτυλον
φίλον,
ὅν
ποτε
χαλκῷ
κτεῖνε
δι'
ἀφραδίας
κοῦρον
Ζήθοιο
ἄνακτος. Die Sage von Prokne, der Tochter des Pan- dion, kennt Hesiod "E. x. 'H. 568
τὸν (
Αρκτούρον)
δὲ
μέτ᾽
ὀρθογόν
Πανδιονὶς
ώρτο
χελιδὼν
ἐς
φάος
ἀνθρώποις,
ἔαρος
νέον
ἱσταμένοιο. Die Sage ist von Sophokles im
Τηρεύς behandelt worden. Vgl. Ov. Metam. VI 411 ff.
εἰ
ἐγγάϊός
τις
οἰωνοπόλων
κυρεῖ
πέλας . .
ἀίων, wenn ein Mann des Landes, einer von denen, welche auf die Stim- men der Vögel achten, in der Nähe ist und unsere Klage hört. Zu
ἐγγάϊος vgl. Schol. zu
ἐγγαίαν Pers. 924:
ἐγχωρίαν.
οἶκτον für
οἶκτον
οἰκτρὸν Schwenk.
οἰωνοπόλων: Schol.
τῶν
φωνὰς
οἰωνῶν
γινωσκόν
των, also Vogelschauer in weiterem Sinne. Vgl. Eur. Iph.
Τ. 1089
ὄρνις
ἃ . .
ἔλεγον
οἰκτρὸν
ἀείδεις,
εὐξύ-
νετον
ξυνετοῖσι
βοάν. An das Ver- stehen der Vogelstimmen (Porphyr. de abstin. S. 190, 7
Ν.
παιδός,
ὃς
πάντα
ξυνίει
τὰ
φθέγματα
τῶν
ὀρνίθων) ist nicht zu denken.
60.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-33
τίς: Schol.
πλεονάζει
τὸ
τις. Vgl. Aristoph. Ach. 569
εἴτε
τις
ἔστι
ταξίαρχος . .,
βοηθησάτω
τις. Pearson vermutet
τιν' (
ὄπα).
ἀκούειν für
ἀκούων Heath.
61-62.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-34
Τηρεΐας
ἀλόχου wie Ag. 1500
᾿Αγαμεμνονίαν
ἄλοχον nach Homeri- scher Weise.
οἰκτρᾶς ist bezeich- nendes Epitheton für die Nachti- gall, vgl. Soph.
Αi. 629
οἰκτρᾶς
γόον
ὄρνιθος
ἀηδοῦς. Der Schol. erklärt
Τηρείας
μήτιδος als Um- schreibung für
Τηρέως. Bothe be- trachtet
μήτιδος als gen. relat. zu
οἰκτρᾶς „bejammernswert ob ihres Sinnes und Entschlusses", was Her- mann als contortum et perversum bezeichnet. Mit Recht Welcker Tril. S. 503
Μῆτις als Eigennamen zu erklären, indem er auf Antonin. Lib. 11 verweist, wo der Gemahl der Nachtigall
Πολύ-
τεχνος heißt. Ob Aschylos, da er
Μῆτις für
Πρόκνη setzte, an das attische Königsgeschlecht der Me- tioniden gedacht hat, ist fraglich. scheint
63.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-35
κιρκηλάτας (so Hermann für
κιρκηλάτου
τ): Schol.
τῆς
ὑπὸ
κίρκων
ἐλαυνομένης. Das Epitheton scheint an die Fabel vom Habicht (
ἔρηξ,
κίρκος) und der Nachtigall bei Hesiod "E. x. 'H. 203 ff. zu er- innern, da sonst kein Grund vor- liegt die Nachtigall als vom Habicht verfolgt zu bezeichnen. Vgl. A. Pischinger, Der Vogelgesang bei den griech. Dichtern, Eichstätt 1901, S. 38. Wegen der Feminin- form vgl.
ἀδμήτα 155,
περικλύστα Pers. 599, Lobeck Paralip. p. 458.
64.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-36
άτε,
ἥτε,
τι 49. -
ἀπὸ
χώρων
προτέρων (so Martin für
ποταμῶν
τ', zu welcher Lesart Hermann be- merkt: num aquatilis avis lus- cinia?)
ἐργομένα (wie Hom.
Ρ 571
ἐργομένη, Victorius schreibt
εἰργο-
μένα): die in eine Nachtigall ver- wandelte Gattin des Tereus ist wie die Danaiden von ihrer früheren Stätte verdrängt und klagt jetzt in neuer Weise, in Vogelweise ihr Heimweh. Andere schreiben
ἀπὸ
χλωρῶν
πετάλων
ἐργομένα (Her- mann) oder
ἀπὸ
χώρων
πατρίων
εἰργομένα (Haecker) oder
ἀπὸ
χλωρῶν
πετάλων
τεγγομένα (Tucker) oder
ἀπὸ
χόρτων
ποταμῶν
τ᾽
εἰργομένα (Neuman). Die zu 58 angeführte Stelle des Homer legt die Ver- mutung
ἐπὶ
χλωρῶν
πετάλων
ἑζομένα nahe. Doch gibt die in den Text gesetzte Lesart einen Vergleichungs- punkt zu dem Schicksal Danaiden.
ἐργομένη:
διωκομένη. der Schol.
65.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-37
W. Headlam vermutet
γόον
οἰκτρόν für
νέον
οἶκτον. Aber
νέον erhält eine Beziehung in
Ικονίοισι
νόμοισι 71.
ἠθέων: Schol.
τῶν
συνήθων
τόπων wie zu Hom.
Ζ 511
ῥίμφα
ἑ
γοῦνα
φέρει
μετά
τ᾽
ἤθεα
καὶ
νομὸν
ἵππων :
ἐπὶ
τοὺς
συνήθεις
τόπους. Die Bedeutung Wohn- stätte" hat das Wort im Ionischen (Herodot). Vgl. Eur. Hel. 274
έs
βάρβαρ᾽
ἤθη. Sie klagt um das verlorene Heim in Attika, nach welchem sie auch als Gattin des Tereus sich sehnte. Vgl. Paus. X 4,6
λέγουσιν
οἱ
Φωκεῖς
ὡς
τῇ
Φιλο-
μήλῃ
καὶ
ὄρνιθι
οὔσῃ
Τηρέως
δεῖμα
καὶ
τῆς
πατρίδος
ἔπεστι
τῆς
Τηρέως.
66-67.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-38
ξυντίθησι wie
συντιθεὶς
γέλων
πολύν Soph.
Αi. 303 (
συμμιγνὺς
τοῖς
λόγοις): sie verbindet damit, sie beweint zugleich —
αὐτοφόνως wird durch das folgende
πρὸς
χειρὸς
ἔθεν näher erklärt. Ebenso
αὐτοκτόνως Ag. 1635 (mit eigener Hand tötend), anders Sieb. 721 (durch gegenseitigen Mord).
69.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-39
δυσμάτορος
κότου, weil sie als Rabenmutter ihn umbrachte im Ingrimm gegen Tereus um Rache zu nehmen für die Mißhand- lung der Schwester. Vgl. Hom.
ψ 97
μῆτερ
ἐμὴ
δύσμητερ,
ἀπηνέα
θυμὸν
ἔχουσα.
70.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-40
τώς auch 678, Sieb. 471, 624, bei Sophokles und Euripides nirgends. —
φιλόδυρτος: vgl. Soph.
Εl. 1077 &
πάνδυρτος
ἀηδών.
71.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-41
Ιαονίοισι
νόμοισι (Schol.
ἀντὶ
τοῦ
φωνῇ
Ἑλληνικῇ) hat Bezug auf
νέον 65, gleichfalls wie die Nachti- gall in veränderter Weise, nicht in ägyptischer. Westphal denkt an die s. g. Ionische Harmonie. Pearson schreibt
ἀηδονίοισι
νόμοισι nach Fragm. 291
θρηνεῖ
δὲ
γόον
τὸν
ἀηδόνιον.
72-73.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-42
δάπτω,
ἀμύσσω. —
νειλοθερῆ: Schol.
τὴν
ἐν
Νείλῳ
θερισθεῖσαν,
ὅ
ἐστι
βλαστήσασαν
ἐν
Αἰγύπτῳ·
ἀπὸ
τῶν
σταχύων
δὲ
ἡ
μεταφορά, viel- mehr am Nil gebräunt, von der ägyptischen Sonne verbrannt". Da aber die Wortbildung eine ganz ungewöhnliche ist, spricht die Änderung von Bothe
ειλοθερή (,, sonnenverbrannt") sehr an (
είλο-
θερῆ andere Form für
εἱληθερῆ, vgl.
εἱλόπεδον Hom.
η 123). Das Zerkratzen der Wange und das Zerschlagen der Brust war wie das Zerreißen des Gewandes mit dem s. g.
ἰάλεμος verbunden, welcher Cho. 422 als
Κισσία
ηλεμιστρία be- zeichnet wird. Vgl. Soph. Ai. 627 ff. Ein solcher
ἰάλεμος folgt 118 f.
74.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-43
ἀπειρόδακρυν, an Tränen und Leiden nicht gewöhnt (nicht, wie andere erklären, endlos weinend, grenzenlos traurig "). Vgl.
ἀπειρόκακος,
ἀπειρόδροσος,
ἀπειρο-
πόλεμος,
ἀπειρότοκος u. a. Den Ge- danken, daß derjenige das Unglück weit stärker empfinde, welcher nur angenehme Verhältnisse kenne, spricht Äschylos auch Sieb. 350 mit
δμωίδες
καινοπήμονες aus öfters Euripides, Herc. 1291, Alk. 926, Hel. 417, Tro. 638, Iph. T. 1117, Fragm. 285, 15.
καρδίαν als Spondeus (
κάρζαν) wie 807, Sieb.275.
75.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-44
γοεδνὰ
ἀνεμίζομαι, Schol.
τῶν
γόων
τὸ
ἄνθος
ἀποδρέπομαι, nicht summos cruciatus perpetior, sondern ich lerne das Klagen. kennen",,,ich erfahre, was Jammer heißt", was ich bisher nicht wußte (
ἀπειρόδακρυν
καρδίαν). Das Wort
γοεδνός findet sich nur bei Aschy- los (200, Pers. 1048, 1058, 1064). Žu
ἀνθεμίζομαι vgl. Cho. 150
ὑμᾶς
δὲ
κωκυτοῖς
ἐπανθίζειν (nämlich
τὰς
χοάς, Schol.
στέφειν
ὡς
ἄνθεσιν)
νόμος.
76.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-45
,, ängstlich besorgt, ob einer der Freunde (Verwandten in Argos) sich meiner Flucht aus Aerien (Ägypten) annimmt“, d. h. ,in Sorge, wir möchten bei unseren Freunden keinen Schutz finden". nicht,, in Furcht, wir möchten von unseren Vettern, den Söhnen des Ägyptos, verfolgt werden".
δειμαίνουσα
φίλους
εἴ
τις entspricht der bei Verben des Fürchtens ge- bräuchlichen Anticipation des Sub- jekts des abhängigen Satzes. Mit
δειμαίνουσα
εἰ (ob) vgl. 745, Eur. Med. 184
φόβος
εἰ
πείσω.
Αερία,
ἡ
Αἴγυπτος,
παρὰ
τὸν
ἀέρα·
καὶ
γὰρ
ἠερόεσσαν
αὐτήν
φασιν.
οἱ
ἄνθρωποι
Αέριοι
καὶ
Ἀερίτης,
ἐκ
τῆς
ἀέρος
γενικῆς Steph.
Βyz., vgl. Hesych.
ἀερία·
ὁμίχλη,
παρὰ
Αἰ-
τωλοῖς.
Θάσον
τε
τὴν
νῆσον
καὶ
Αἴγυπτον
καὶ
Λιβύην
καὶ
Κρήτην
καὶ
Σικελίαν (
Θεσσαλίαν nach dem Schol. zu Apoll. Rh. I 580)
καὶ
Αιθιοπίαν
καὶ
Κύπρον
οὕτως
ἐκάλουν, Apoll. Rh. IV 267 und 270, Gell. N. A. XIV 6, 4. Nach dem Schol. zu unserer Stelle:
ἀερίας
ἀπὸ
γῆς·
σκοτεινῆς·
μέλαινα
γάρ
ἐστιν und Plut. ."Io. nai '06. K. 33 S. 364 C
τὴν
Αἴγυπτον
ἐν
τοῖς
μάλιστα
μελάγγειον
οὖσαν,
ὥσπερ
τὸ
μέλαν
τοῦ
ὀφθαλμοῦ,
Χημίαν (Chemi)
καλοῦσι ist
Αερία
γῆ das Land der schwarzen Erde", wie im Gegensatze dazu Arabien in ägyp- tischen Inschriften das Land der roten Erde" heißt.
79.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-46
θεοὶ
γενέται,
θεοὶ
γενέθλιοι, di gentiles, vgl. Eur. Ion 1130
θύσας
γενέταις
θεοῖσιν. Vor allem gilt die Anrufung dem
Ζεὺς
γεννή
τωρ (212).
80.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-47
εὖ
ἰδόντες, Schol.
καλῶς
τὸ
δίκαιον
ὁρῶντες.
καὶ
Ἡσίοδος (
Ε.
κ.
Η. 9) „,
κλύθι
ἰδὼν
ἀΐων
τε“, vgl.
εὖ
στυγήσας 537.
81.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-48
Oder wenn ihr uns auch nicht volle Erfüllung unseres Rechts gewährt, wenn ihr nur den Über- mut aufrichtig haßt, werdet ihr unserer Ehe Gerechtigkeit wider- fahren lassen", d. i. wir fordern von euch nicht das, wozu ihr als unsere Stammgötter verpflichtet wäret, wir fordern nur, was der Gottheit überhaupt zukommt, Haß und Ahndung des Frevelmuts. Die ionische Form
τέλεος findet sich öfters bei Äschylos.
περ (50 Hartung für
παρ') gehört eigent- lich zu aloa (,, obwohl es uns ge- bührt").
ἐτύμως wie Sieb. 902
ἐτύμως
δακρυχέων
ἐκ
φρενός.
στυγόντες: die Form
ἔστυγον Hom. P 694 und x 113. Die Änderung von Turnebus
στυγοῦντες ist also unnötig.
85.
mvp-aeschylus-tlg0085-tlg001-wecklein1902-com-ger1-49
ἔστιν
κἀκ ist nach Enger von Linke) für
ἔστι
δὲ
κἀκ um der Responsion willen geschrieben. Auch für die im Kriege zum Weichen Gebrachten (
ἐκ
πολέμου
τειρομένοις s. v. a.
πολέμῳ
τειρομένοις
καὶ
ἐξ
αὐτοῦ
φεύγουσι) ist der Altar, wenn sie zu ihm ihre Zu- flucht nehmen (
φυγάσιν), eine Schutz- wehr gegen Verderben, als Gegen- stand der Ehrfurcht vor den Göttern". ·
ἀρῆς
ῥῦμα, Schol.
ῥῦμα
τῆς
βλάβης. Die ionische Form scheint gewählt zu sein, weil das Homerische
ἀρῆς
ἀλκτῆρα
γενέσθαι (Schol.
βλάβης) und
ἀρὴν
ἀμύνειν vorschwebt. Plut.
π.
δεισιδ. S. 166
Ε
πολεμίους
οἱ
φεύγοντες,
ἂν
ἀγάλματος
λάβωνται
ναοῦ,
θαρροῦσι.