638-717.
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zweites Stasimon: ,,Möge Argos verschont bleiben von Krieg, Hungersnot und inneren Unruhen, damit nicht die Blüte der Jugend hingerafft werde; der kluge Rat der Alten zusammen mit dem Wirken treuer Leiter des Volkes soll die bürgerliche Ein- tracht wahren. Möge Kindersegen dem Lande zuteil werden und nicht Pest und Krankheit das Land ent- völkern, Mögen die Feldfrüchte gedeihen und die Herden sich reichen Nachwuchses erfreuen, da- mit mit dem Wohlstande die Pflege der Musen das Land beglücke. Eine weise Regierung wahre im Innern das Recht und sei nach außen gerecht und freundlich ge- sinnt. Möge Gottesfurcht im Lande herrschen und Vater und Mutter geehrt werden, damit die drei Hauptgebote (Ehre die Götter, die Gesetze, die Eltern) erfüllt werden." Der Inhalt (1. Friede und Eintracht. 2. Gesundheit und Wohlstand des Volkes. 3. Geistige und sittliche Güter), welcher an die Segens- wünsche für Athen Eum. 917 ff. (Wachstum und Gedeihen der Früchte und Herden; Gesundheit des Volkes und bürgerliche Ein- tracht; Wohlwollen und Segen der Götter) und auch an Hes. W. u. T. 225-237 erinnert, gilt mehr den Zuhörern im Theater als den Argivern. Die drei ersten Strophen- paare schließen mit einer Partie, welche das gleiche Versmaß auf- weist: Diese rhythmischen Ephymnien (zu 134) lassen schließen, daß die ersten Teile dieser drei Strophen- paare von den drei
στοῖχοι des Chors, die Ephymnien und das vierte Strophenpaar von dem Ge- samtchor vorgetragen wurden. nunc cum
712.
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Nach Porphyr. de abst. IV 22 erklärte der Philosoph Xeno- krates drei Gesetze des Triptolemos als noch fortbestehend in Eleusis:
γονεῖς
τιμᾶν,
θεοὺς
καρποῖς
ἀγάλλειν,
ζῷα
μὴ
σίνεσθαι und lautete ein Gesetz des Drakon also:
θεσμὸς
αἰώνιος
τοῖς
Ατθίδα
νεμομένοις
θεοὺς
τιμᾶν
καὶ
ἥρωας
ἐγχωρίους
κτέ. Die drei Gebote der griechischen Pflichtenlehre legt bei Euripides Fragm. 853 ein Vater seinem Sohne dar:
τρεῖς
εἰσὶν
ἀρεταὶ
τὰς
χρεών
σ᾿
ἀσκεῖν,
τέκνον,
θεούς
τε
τιμᾶν
τούς
τε
φύσαντας
γονῆς
νόμους
τε
κοινοὺς
Ελλάδος·
καὶ
ταῦτα
δρῶν
κάλλιστον
ἕξεις
στέφανον
εὐκλείας
ἀεί. Das zweite Gebot
κοινοὺς
νόμους
Ελλάδος
τιμᾶν ist in 709 big 711 enthalten.
οἳ
γᾶν
ἔχουσιν 8. v. a.
πολισσούχους. —
πατρῴαις um des Versmaßes willen für
πατρίαις.
δαφνηφόροις
βουθύτοις von den Menschen, welche sich mit Lorbeer bekränzen und Stiere schlachten, übertragen. Der Ausdruck kann an die Feste
Δαφνηφόρια und
Βουφόνια erinnern.
715.
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γάρ begründet den aus- gelassenen Gedanken
τοὺς
γονέας
σέβοιντο, wie der Schol. richtig bemerkt:
πρῶτον
θεούς,
δεύτερον
νόμους,
τρίτον
δὲ
τόδε,
τὸ
τοὺς
γονεῖς
τιμᾶν·
ἐχρῆν
δὲ
εἰπεῖν·
καὶ
τοὺς
γονεῖς
δὲ
σέβοιντο·
τὸ
γὰρ
τιμᾶν
γονεῖς
τρίτον
ἐστὶ
παράγγελμα
Δίκης.
717.
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Mit
μεγιστότιμος kann man
μεγιστόπολις Pind. Pyth. VIII 2
φιλό-
φρον
Ἡσυχία,
Δίκας
ὦ
μεγιστόπολι
θύγατερ vergleichen.
718-783.
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drittes Epeisodion: 1. Danaos, welcher bisher auf dem Götteraltare stand und nach der Meerseite spähte (721), kündigt das Nahen der Ägyptischen Flotte an und gibt seine Absicht kund Hilfe zu holen. 2. In dem Kommos 742-769 drücken die Danaiden dem Vater ihre Angst aus, während dieser sie zu beruhigen sucht. 3. Danaos bleibt bei seinem Ent- schlusse in der Hoffnung vor dem Ausschiffen der ägyptischen Mann- schaft mit Hilfe zurückzukommen. (Der Dichter braucht eben den Schauspieler, welcher den Danaos gegeben hat, für den Herold der Ägyptiaden.)
718-719.
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εὐχὰς
μὲν -
ὑμεῖς
δέ: euer Flehen zwar ist gut und verständig, aber eure Aufmerksamkeit wird jetzt durch eine andere Sache in Anspruch genommen, die euch nicht erschrecken darf.
720.
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721.
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ἱκεταδόκου: Schol.
δεξαμένης
ἡμᾶς
τοὺς
ἱκέτας. Wahr- scheinlich muß man mit Meineke
ἱκταδόκου wie 198
ἱκτηρίας schreiben. 7225.
τὸ
πλοῖον: das Schreckens- wort steht nachdrücklich am An- fang des Verses wie z.
Β.
βάλλ' Hom. A 52. Zuerst wird das Admiralschiff (
ἡγεμὼν
ναῦς 730) sichtbar, auf welchem man sich auch den Herold denken muß.
εὔσημον: das Zeichen, welches an das Schiff gemalt (und mir bekannt) ist, sehe ich deutlich. Vgl. Aristoph. Frö. 933
σημεῖον
ἐν
ταῖς
ναυσὶν ·
ἐνεγέγραπτο.
οὔ
με
λανθάνει: das Asyndeton, welches Weil mit
οὐδὲ
λανθάνει beseitigen will, recht- fertigt sich durch die vorausgehende Pause; denn erst allmählich werden die einzelnen Teile des Schiffes kenntlich. Das
s0g.
σχήμα
Πινδαρικόν, welches häufiger nur bei
ἔστιν,
ἦν,
γίγνεται vorkommt und hier viel leicht mit
στολμός zu vermeiden ist, hat seinen Grund darin, daß zunächst das Subjekt nur im all- gemeinen vorschwebt. Vgl. Pind. Fragm. 78
ᾧ
θύεται
ἄνδρες.
παραρρύσεις, was sonst
παραρρύματα oder
παραβλήματα (Hesych.
παραρρύ
ματα·
δέρρεις), Vorhänge von Fellen und Faschinen zu beiden Seiten des Schiffes zum Schutze gegen feind- liche Geschosse. Dadurch wird das Fahrzeug als Kriegsschiff ge- kennzeichnet. Vgl. Xen. Hell. I 6, 19 u. II 1, 22.
724.
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Mit wunderbarer Lebhaftig- keit wird das Schiff personifiziert: Das Vorderteil blickt immer vor- wärts mit den Augen auf seinen Weg und vernimmt des lenkenden Steuerruders uns nicht willkommene Sprache, obwohl dieses am Ende des Schiffes ist, leider nur allzu gut" (
γλῶσσαν
οὐ
φίλην für
τῶς
ἂν
οὐ
φίλη Briggs). An angemalte Augen (Eustath. zu Il. 14, 717
πτυχή
ἐστιν
ὅπου
οἵ
τε
ὀφθαλμοὶ
ζωγραφοῦνται
καὶ
τὸ
τῆς
νεὼς
ὄνομα
ἐπιγράφεται) ist hier nicht zu denken. ·
ὑστάτου
νεώς wie
πυμάτη
ἀσπίδος Hom. Z 118. Auch Ag. 1629, Eur. El. 1014 verlängert
γλῶσσα die vorhergehende Silbe nicht. Ebenso findet sich vor B2, besonders vor
βλαστάνω
βλάστη), seltener sonst (
βύβλου 769,
ἀμφίβληστρα Eur. Fragm. 697) eine kurze Thesis.
727-728.
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πρέπουσιν (,, sie treten her- vor, fallen in die Augen") idɛīv wie
πρέπει
μαθεῖν Pers. 250. Die schwarzen Glieder blicken aus den weißen Gewändern hervor, die weißen Gewänder heben sich von den schwarzen Gliedern ab. Über die Tracht der Ägypter, Leibröcke mit kurzen Ärmeln aus Leinwand oder Baumwolle, immer rein und weiß gewaschen, vgl. Herod. II 37
εἵματα
λίνεα
φορέουσι
αἰεὶ
νεόπλυτα,
ἐπιτηδεύοντες
τοῦτο
μάλιστα, Plut.
π.
Ισ.
κ.
Όσ. S. 352 C, Plin. H. N. XIX 2.
729.
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Allmählich werden auch die anderen Fahrzeuge und die ganze Mannschaft sichtbar.
730-731.
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ὑπὸ
χθόνα
ἐρέσσεται, es wird an die hohe Küste herangerudert.
παγκρότως, mit vollem Ruder- geräusch, weil alle Ruderer an der Arbeit sind. Vgl.
νῆες
μονόκροτοι,
δίκροτοι mit einer Reihe, mit zwei Reihen Ruderbänken.
στείλασα
λαῖφος: wenn man sich der Küste nähert, werden die Segel einge- zogen und die Ruder gebraucht. Vgl. Hom. A 432,
π 352f., Verg. Aen. III 207 vela cadunt, remis insurgimus. 7321.
ἡσύχως
και
σεσωφρονισμένως (vgl. 204 f.), mit Ruhe und ohne Leidenschaft, mit voller Seelenruhe, gehört zu
πρὸς
πρᾶγμ᾽
ὁρώσας (auf die Sache hinblickend). Elmsley vermutet
ἡσύχους, nicht unwahr- scheinlich. —
τῶνδε
μὴ
ἀμελεῖν
θεῶν d. i. euch in den Schutz des Götter- altars begeben.
734.
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ἀρωγούς, militärischen Bei- stand.
ξυνδίκους, Vertreter unserer Sache. Die Aufgabe über- nimmt später der König. Vgl. Soph.
Ο.
Κ. 1012
ἐλθεῖν
ἀρωγούς
ξυμμά
χους
τε.
735.
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γάρ gibt den Grund zu der Mahnung am Götteraltar Schutz zu suchen an, weil der dazwischen- stehende Satz nur den Nebenge- danken während ich gehe und Hilfe hole" ausdrückt.
πρέσβη,
πρεσβεία (Gesandtschaft). Das Wort kommt sonst nirgends vor, weshalb man
πρέσβυς dafür setzen wollte oder
πρέσβις.
736.
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ἄγειν: zu 620.
θέλοντες, weil
πρέσβη s. v. a.
πρέσβεις.
φυσίων: Schol.
ἐνεχύρων.
ἐνεχυρά-
ζοντες
ἡμᾶς
διά
τινος
ἁρπαγῆς. Vgl. zu 417. Danaos nimmt zur Be- ruhigung seiner Töchter den minder schlimmen Fall an, daß die Abge- sandten nicht gleich die Danaiden selbst wegschleppen, sondern sich in den Besitz eines Unterpfands setzen wollen um die Herausgabe derselben zu erzwingen.