Euripides Iphigenia in Aulis 590-750

ed. Gilbert Murray

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Iphigenia in Aulis. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

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Current edition Perseus

Ἰφιγένεια ἐν Αὐλίδι (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978))

Translations (3)
Iphigenia at Aulis Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 590-750 focus
Iphigenia in Aulis (OCR draft) Experimental (Iphigenia in Aulis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 590 focus
Groß ist der Gewaltigen glückliches Loos.
Seht Iphigeneia,
Die gebietende Tochter des Königs, 1
585
Und Klytamnestra, Tyndareos' Kind!
Wie herrlich von Herrlichen stammen die Zwei,
Und wandeln im Glanz weitstrahlenden Glucks!
Die Gewaltigen, traun, sind Götter, verleihn 2
Unglucklichen Sterblichen Wohlstand.
590
Ein heilbedeutend glucklich Zeichen nehm' ich mir 3
600
Aus eures Wortes holdem, wohlgemeintem Gruß.
So hab' ich Hoffnung, daß ich Brautgeleiterin
Zu schonem Bund erscheine. Hebt vom Wagen denn
Die Morgengaben, die der Braut ich mitgebracht,
Und tragt sie wohlbedächtig dort in's Belt hinein.
605
Du steige mir vom roßbespannten Wagen, Kind,
Den Fuß zur Erde sezend, zart und schwach zugleich.
Und ihr empfangt in jugendlichen Armen sie
Und aus dem Wagen hebt sie mir, o fremde Fraun!
Auch reiche Jemand mir den Arm zur Stüze dar,
610
Daß ich gemächlich steig' herab vom Wagensiz.
(Sie steigen aus.)
Ihr Andern stellt euch vor den Zug der Rosse hin;
Denn schwer gezügelt wird der Rosse scheuer Blick.
Und hier den Knaben, Agamemnons kleinen Sohn,
Nehmt auf, Orestes; denn ein Säugling ist er noch.
615
Mein Sohnchen, schläfst du? Hat die Fahrt dich eingewiegt?
Erwache froh zu deiner Schwester Freudentag;
Ein edles Bündniß, edles Kind, erwartet dich
Mit ihm, der Nereïde göttergleichem Sohn.
Hieher zu mir, an meine Seite tritt, o Kind,
620
Zur Mutter, Iphigeneia, daß die fremden Fraun
Mich selig preisen, wenn du so mir nahe stehst;
Hieher, und beut dem theuren Vater deinen Gruß!
(gegen Agamemnon gewandt. Du, meines Lebens höchster Ruhm, Agamemnon, Fürst!
Nicht ungehorsam deinem Ruf, erschienen wir.
625
Wie freut mich's, Vater, dich zu sehn nach langer Zeit!
630
Du bist so glucklich, mehr als ich; Nichts ahnest du. 7
Doch geh' ins Zelt nun, daß die Mädchen dort dich sehn,
Wann du die Hand mir gabest und den bittern Kuß,
Nun du vom Vater scheiden sollst auf lange Zeit.
670
O Busen und ihr Wangen, du blondlockig Haar,
Wie schweren Jammer lud auf euch die Phrygerstadt
Und Helena! Doch ich schweige; denn schnell dringt ein Strom 8
Aus meinen Augen, wenn dich so mein Arm umfångt.
So geh' ins Zelt nun!
675
(Iphigenia geht ab.)
Du vergib es meinem Schmerz,
O Tochter Leda's, sandst du mich zu tief bewegt,
Weil unser Kind mit Thetis' Sohne ziehen soll.
Zwar glucklich ist ein Vater, dennoch schmerzt es ihn,
Kommt nun die Trennung, wenn hinaus in fremdes Haus
Er gibt die Tochter, die mit Mühn er auferzog.
680
Sie seien glucklich! Welches Tags vermählst du sie?