Euripides Iphigenia in Aulis 543-589

ed. Gilbert Murray

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Iphigenia in Aulis. Euripides. ed. Gilbert Murray. Oxford. 1913.

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Current edition Perseus

Ἰφιγένεια ἐν Αὐλίδι (Greek) (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978))

Translations (3)
Iphigenia at Aulis Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 543-585 focus
Iphigenia in Aulis (OCR draft) Experimental (Iphigenia in Aulis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) Experimental (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.) — 543 focus
Selig, wer in besonnener
Scheu mit Mäßigung deine Lust
Kostet, göttliche Kypris!
Ruhig fließt sein Leben dahin,
Nimmer getrübt von stürmender Wuth.
540
Der goldlockige Liebesgott
Hålt zwei Bogen der Huld gespannt;
Einer bringt ein seliges Loos,
Der zertrümmert des Lebens Glück.
Diesen, reizende Kypria,
545
Halte fern von unserm Gemach!
Mir sei bescheidener Liebreiz
Gegönnt und heilige Lust,
Auch Aphrodita's keuscher Genuß;
Doch unmäßigen hass ich.
550
Gegenstrophe.
Ungleich sind die Bestrebungen,
Sind die Geister der Menschen; doch
Wahrhaft Edles bewährt sich
Allzeit selbst; auch bildende Zucht
Lenkt mit Macht zur Tugend hinan.
555
Denn Scheu tragen ist weise sein,
Und die sinnig erkannte Pflicht
Trågt vergeltenden Dank zum Lohn;
Denn der Ruhm, nachfolgend, verleiht
Ihr den niemals alternden Preis.
560
Nach der Tugend jagen ist groß,
Die still in Liebe das Weib übt;
Doch hoher mannlicher Sinn,
Strahlend in tausendfältiger That,
Mehrt die Größe des Volkes.
565
Schlußgesang.
Wårst du doch nie zum Ida gelangt, 1
Paris, und nicht erwachsen als Hirt
Bei weißschimmernden Rindern,
Phrygische Weisen tonend, und kühn
Auf einheimischem Rohr dem Olympos 2
570
Nacheifernd im Spiele! 3
Blühende Rinder weidetest du,
Als die Göttinnen deines Spruchs
Harrten, welcher nach Hellas
Vor die Palåste von Elfenbein
575
Dich geführt, wo Helena du 4
Mit holdanlächelnden Blicken 5
Zur Liebe verlocktest,
Von Liebe selbst bezwungen glühtest,
Daß Streit, daß Streit
580
Hellas mit Speeren und Schiffen heran
Wider Troja's Zinnen führt.
Ha, schaut!