Euripides Iphigenia in Aulis 944

Johann Jakob Christian Donner (Translator)

Ich wår' in Argos' Heere wohl der feigste Mensch,
Ich wåre Nichts und Menelaos hieß ein Mann,
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Mich hatt' ein Unheilsdamon, nicht Pcleus, gezeugt,
Wollt' ich zum Mord dem König meinen Namen leihn.
Bei Jenem, der in feuchtem Wellengrunde wohnt,
Nereus, der Thetis Vater, welche mich gebar,
Anrühren soll Agamemnon deine Tochter nicht,
940
Nicht ihr Gewand mit seines Fingers Spize nur;
Sonst hicße Sipylos eine Stadt, dies Fleckchen im 1
Barbarenlande, wo der Feldherrn Ahn gewohnt,
Und meine Phthia wurde nirgendwo genannt!
Herb soll das Salzschrot werden und die Weiheflut 2
945
Dem Seher Kalchas! Was denn ist ein Seher auch,
Der wenig Wahres unter viel Unwahrem sagt
Im guten Falle? Trifft er fehl, ihm geht es hin.
Nicht dieser Hochzeit wegen (denn nach meiner Hand 3
Sind tausend Jungfraun lustern) hab' ich das gesagt,
950
Nein, weil der Fürst Agamemnon Schmach auf uns gehår
Erbitten mußt' er meinen Namen sich von mir,
Sein Kind hieher zu locken. Wenn die Mutter dann, 4
Sie mir zu geben vom Gemahl sich stimmen ließ,
So gab ich sie für Hellas, wenn nur so die Fahrt
955
Nach Troja möglich wurde; nicht verweigert' ich's
Dem Wohl des Volkes, das mit mir zu Felde zog.
Nun aber bin ich diesen Heergebietern Nichts;
Gleich gilt es ihnen, ob sie recht thun oder schlecht.
Bald soll das Schwert entscheiden, das ich råthen will
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Mit Blut, des Mordes Flecken, eh's nach Troja kommt,
Wenn deine Tochter Einer mir entreißen will. 5
Doch ruhig! Sichtbar kam ich dir ein starker Gott;
Und bin ich kein Gott, werd' ich doch für dich es sein.

Iphigenia in Aulis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .

Current edition Experimental

German (J. J. C. Donner, 1845; OCR review) (OCR draft) (German) (Euripides. Deutsch in den Versmaßen der Urschrift. Volume 2, Heidelberg: C. F. Winter, 1845. Harvard OCR compared with an independent BSB copy. Native Donner verse citations, Murray reference cards, explicitly located notes and page facsimiles. Unresolved OCR, verse divisions, unlocated notes and printed errata are documented in the source review.)

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Editions (1)
Ἰφιγένεια ἐν Αὐλίδι Perseus (Euripides. Euripidis Fabulae, Vol. III. Murray, Gilbert, editor. Oxford: Clarendon Press, 1913. (Reprinted 1920-1978)) — 1036-1097 focus
Translations (2)
Iphigenia at Aulis Perseus (Euripides. The Plays of Euripides, Vol. II. Coleridge, Edward P., translator. London: George Bell and Sons, 1891. (Modernized by Perseus.)) — 1036-1095 focus
Iphigenia in Aulis (OCR draft) Experimental (Iphigenia in Aulis. Robert Potter's English verse translation, first published in 1781–1783; text from the 1808 Oxford printing.)

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Notes on the current edition

Iphigenia in Aulis

1. [OCR note; compare the printed page.] In Sipylos, einer kleinen Stadt auf der Gränze Lydiens und Phrygiens, wohnte Tantalos, der Ahn der Feldherren Agamemnon und Menelaos. Compare printed p. 71
2. [OCR note; compare the printed page.] Das Salzschrot, welches man den Opferthieren auf die Stirne streute. Die Weiheflut, das heilige Wasser, in welchem man vor dem Opfer die Hände wusch. Compare printed p. 71
3. [OCR note; compare the printed page.] Wir lesen: ἐ τῶν γάμων ἕκατι, verbinden diese Worte mit εἴρηται τύδε im folgenden Verse, und fassen μυρίαι – λέκτρον τἐμὸν parenthetisch. Compare printed p. 71
4. [OCR note; compare the printed page.] Wir lesen si f. ἡ, sezen im folgenden Verse nach τόσει ein Komma, und beginnen V. 955 mit έδωκα die Apodosis. Compare printed p. 71
5. [OCR note; compare the printed page.] Die Worte: εἴ τις με τὴν σὴν θυγατέρ᾽ ἐξαήσεται, lassen sich auch abhängia machen von εἴσεται V. 960: Bald soll's das Schwerterproben, das ich röthen will Mit Blut, des Mordes Flecken, eh's nach Troja kommt, Ob deine Tochter Einer mir entreißen wird. Compare printed p. 71
6. [OCR note; compare the printed page.] ἀλλ' εὖ μὲν ἀρχὰς εἶπας, εὖ δὲ καὶ τέλη. Unders: Doch, was du spra chest, schön begann's, schön end' es auch! Bu τέλη ist zu ergänzen γενήσεται, oder aus εἶπας das Futurum ἐρεῖς. Wörtlich: „doch schön im Anfang sprachst du, schön wird auch das Ende sein." Man könnte auch τέλει lesen (imperat. præs.). Compare printed p. 72