Sprich, soll sie flehend deine Knie' umschlingen? Das
Ziemt nicht für Jungfraun; aber wenn du's also willst,
So wird sie kommen, zuchtig und mit offnem Blick.
Doch, wenn sie nicht kommt, werd' ich auch von dir erhört?
1
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Achilleus.
Sie bleibe drinnen! Rühmlich ist ihr solche Zucht.
Klytamnestra.
Doch ziemt Verschamtheit nur so weit es thunlich ist.
Achilleus.
Du führe ja die Tochter nicht heraus zu mir,
Daß uns, o Frau, kein schnoder Vorwurf treffen mag.
2
Ein Heer, versammelt und des Hauses Sorgen fern,
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Liebt üble Reden, faul Geschwåz aus bösem Mund.
Zu gleichem Ziele kommt ihr, ob du flehend nahst,
Ob aller Bitten dich entschlägst; mir ist es ja
Der höchste Kampfpreis, kann ich euch von Leid befrein.
Denn Eines hor' und wisse: Lügen red' ich nicht;
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Doch, red' ich Lugen, spott' ich dein mit eitlem Wort,
So mog' ich sterben, - leben, lebt dein Kind durch mich!
3
Klytamnestra.
Sei glucklich allzeit, wenn du schirmst Ungluckliche!
Achilleus.
Nun höre, daß sich Alles wohl vollenden mag.
Klytamnestra.
Was wirst du sagen? Hören muß ich wohl auf dich.
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Achilleus.
Nochmals zum Bessern stimmen wir den Vater um!
4
Klytamnestra.
Er ist ein Feigling, fürchtet allzusehr das Heer.
Achilleus.
Doch Grinde werden Gründe wohl bewältigen.
Klytamnestra.
kalte Hoffnung! Aber sprich: was soll ich thun?
Achilleus.
Bitt' ihn vor Allem, daß er seines Kindes schont,
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Und widerstrebt er, eile gleich zu mir zurück.
Denn ruhren deine Bitten ihn, bedarf es mein
Nicht weiter; so ja wurde sie gerettet sein.
Auch ich erscheine besser vor dem Freunde dann;
Nicht schelten kann mich Argos' Heer, sobald ich mehr
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Mit Ueberlegung als Gewalt es durchgesezt;
Und ging es wohl von statten, wird es dich erfreun
Und deine Lieben, ohne daß ihr mein bedürft.
Klytamnestra.
Wie weise sprachst du! Thu' ich denn, wie dir's gefällt!
Doch wenn ich nicht erreiche, was mein Herz begehrt,
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Wo seh' ich dann dich wieder? Wohin muß ich gehn,
Um deine Hand zu finden, die mich schirmt in Noth?
Achilleus.
Ich hûte dich als Huter, wo das nöthig ist.
Doch daß dich Niemand aufgeregt durch Argos' Heer
5
Hinstürzen sehe, daß du nicht dein Vaterhaus
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Entwürdigst! Traun, Tyndareos verdient es nicht,
Beschimpft zu werden, der so groß in Hellas ist.
Klytamnestra.
So sei's; gebiete! Dir gehorchen muß ich wohl.
Und gibt es Götter, wartet dein, gerechter Mann,
Ein schöner Lohn; gibt's keine, warum leid' ich dann?
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(Beide gehen ab zu verschiedenen Seiten.)
Strophe.
Chor.
Iphigenia in Aulis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .