Sie seien glucklich! Welches Tags vermählst du sie?
Agamemnon.
Sobald des Mondes segenvoller Kreis sich füllt.
Klytamnestra.
Vermählungsopfer brachtest du der Here schon?
1
Agamemnon.
Ich werd' es; eben ordnen wir das Opfer an.
Klytamnestra.
Und also nachher feierst du das Ehrenmahl?
710
Agamemnon.
Nachdem ich Göttern ihrer Opfer Zoll gebracht.
Klytamnestra.
Ich aber, wo bereit ich dieses Mahl den Fraun?
Agamemnon.
An Hellas' schöngebognen Ruderschiffen hier.
Klytämnestra.
Wohl, denn die Noth drångt; also mag es immer sein.
Agamemnon.
Frau, was du thun sollst, hore nun und folge mir.
715
Klytamnestra.
Was ist es? Dir zu folgen, war ich stets gewohnt.
Agamemnon.
Ich werd' am Orte, wo der Bräutigam verweilt, -
Klytamnestra.
Was ohne mich, die Mutter? Was, das mir geziemt -?
Agamemnon.
Ihm deine Tochter geben vor den Danaern.
Klytamnestra.
Und wo verweilen sollen wir zu dieser Zeit?
720
Agamemnon.
Kchr' heim nach Argos; warte dort den Mädchen ab.
Klytamnestra.
Mein Kind verlassend? Wer erhebt die Fakel dann?
2
Agamemnon.
Ich will die Leuchte tragen, die der Braut gebührt.
Klytamnestra.
Das ist der Brauch nicht; achtest du denn das für Nichts?
3
Agamemnon.
Nicht ziemen will sich's, daß du weilst im Heergewühl.
725
Klytamnestra.
Wohl ziemt der Mutter, daß sie selbst ihr Kind vermählt.
Agamemnon.
Auch, daß die Mädchen nicht allein zu Hause sind.
Klytamnestra.
In festen Frauenzimmern sind sie wohl verwahrt.
Gehorche!
Nein, bei Argos' Götterkonigin!
Du geh' und ordne draußen dein Geschäft; daheim
730
Will ich bestellen, was der Braut zu reichen ziemt.
Weh!
(ab.)
Agamemnon.
Ich rang umsonst, und meine Hoffnung ward getäuscht,
Aus meinen Augen mein Gemahl entfernt zu sehn.
Ich sinn' und klügle, wider meine Theuersten
Arglist erdenkend, aber überall besiegt.
735
Doch eil' ich nun zu Kalchas, will vom Seher noch,
Was lieb der Göttin und für mich so traurig ist,
Das Leid von Hellas, nåher auszuforschen gehn.
Wohl muß ein folgsam edles Weib der weise Mann
Im Hause nähren, oder nehm' er lieber keins!
4
740
(ab.)
Strophe.
Chor.
Iphigenia in Aulis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .