Ich kenne Mitleid, wo das Mitleid mir geziemt,
Und liebe meine Kinder; anders rast' ich ja.
Entsezlich ist mir's, diese That zu wagen, Frau,
Entsezlich, sie zu lassen; doch ich muß sie thun.
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1245
Ihr seht des Schiffheers große hier vereinte Macht,
Der Fürsten Hellas' große Zahl im Erzgewand;
Zur Veste Troja's finden sie niemals die Bahn,
Erobern niemals Ilion's gepriesnen Siz,
So redet Kalchas, wenn ich dich nicht opfere.
1250
Ein wild Verlangen sezt' in Wuth Achaa's Heer,
Hinauszusegeln unverweilt in's Phrygerland,
Zu wehren, daß man Hellas' Fraun hinfort entführt.
Sie morden, widerstreb' ich diesem Gottesspruch,
Die Tochter mir in Argos, morden euch und mich.
1255
O Tochter, nicht Menelaos unterjochte mich,
Und nicht in seinen Willen hab' ich mich gefugt;
Nein, Hellas zwingt mich, dem ich, wollend oder nicht,
Dich opfern muß; an diesem scheitert unsre Macht.
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Denn frei, so viel, o Tochter, du vermagst und ich,
1260
Muß Hellas werden, - nicht Barbaren unterthan,
Sich seine Frauen mit Gewalt entreißen sehn.
Klytämnestra.
Iphigenia in Aulis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .