Mein Kind! Ihr Fraun!
Ich Elende, weh! Du stirbst! Er entflicht,
Dein Vater, und gibt dich dem Tode dahin.
1265
(geht ab.)
Iphigenia.
Weh mir! O Mutter, o Mutter! Das nämliche
Klaglied stimmt ein zu Beider Geschick;
Nicht mehr ist es mein,
Dies Licht und die Strahlen der Sonne.
Weh, wehe dir,
1270
Schneebedeckter Phrygerwald,
Und euch, Ida's Berge, wo den zarten Sohn
Priamos, von Mutterbrust
Weggerafft, zu grausenvollem Tode hingeworfen einst,
Dich, o Paris, der Idåer
1275
Hieß, Idåer in der Stadt der Phryger hieß!
Hått' er ihn, der unter Rindern
Dort erwuchs ein Rinderhirt,
Alerandros, nie verbannt
An die krystallene Flut, wo die Bache der Nymphen
1280
Sich ergießen und rings
Grün auf Wiesen und Aun Blumen erbluhn, rosige und
Hyacinthene, zu pflücken von der Göttinnen Hand!
Dorthin kam Pallas einst, es kam
Die verschlagene Kypris
1285
Und Here; Hermes auch,
Des Zeus Bote, kam,
(Kypris, stolz auf ihren Liebeszauber,
Auf die Lanze Pallas, Here
Auf des Herrschers Zeus königliches Bett,)
1290
Zu dem verhaßten Spruch, der Schon' unseligem Streit,
Der mir den Tod bringt, aber Ruhm,
1
O Fraun, den Danaïden.
Chor.
Dich empfångt
Als erstes Opfer Artemis für Ilion.
Iphigenia.
Der mich Jammervolle zeugte,
1295
Iphigenia in Aulis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .