So sprich und bezeichn' es, damit mein Wort
Einstimme zu dem, was die Tafel verbirgt.
115
(liest).
Agamemnon
„Zu dem vorigen Schreiben empfängst du
Dies andere, Tochter der Leda.
Nicht sende dein Kind
Zu dem schirmenden Busen Eubda's, wo
Am Gestade von Aulis die See nicht wogt.
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Denn in anderen Zeiten begehn wir
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Die Vermählungsfeier der Jungfrau,"
Der Greis.
Doch wird der Peleid', um die Ehe getäuscht,
Nicht wild aufflammen in Wuth? Auch hier
Droht Unheil dir
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Und deinem Gemahl. Sprich aus, was du meinst.
2
Agamemnon.
Nur den Namen, die That nicht, leiht er dazu,
Der Peleid'; er weiß um die Hochzeit nicht,
Nicht, was ich betrieb, noch, daß ich gelobt,
3u brautlicher Wonn' und Umarmung
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Ihm beizugesellen die Jungfrau.
Der Greis.
Agamemnon, Schreckliches wagst du, mein Herr :
Du verlobst sie zum Scheine der Göttinn Sohn,
Und führtest dem Heer als Opfer sie zu.
Agamemnon.
Weh, weh! Mich verließ die Besinnung!
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Ach, ach! Ich versink' in das Ungluck!
Doch rühre dich, auf! und beflügle den Fuß,
Und des Alters vergiß.
Der Greis.
Ich spute mich, Herr.
Agamemnon.
Nicht lagre dich heut an den Quellen des Hains,
Noch laß dich vom Schlafe verlocken.
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Der Greis.
Sprich so nicht, Herr!
Agamemnon.
Und kommst du vorbei, wo sich scheidet der Weg,
Sieh spåhend umher, daß nicht unbemerkt
Vorüber an dir mit geflügeltem Rad
Das Gespann hinrollt, das die Tochter hieher
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Zu den Danaern trågt.
Denn begegnetest du den Geleitern der Braut,
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Dann schuttle die Zugel, und lenke sie flugs
Zu der heiligen Burg der Kyklopen zuruck.
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So sei's!
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Nun eil' an der Pforte hinaus.
Der Greis.
Doch, meld' ich ihr das, wie find' ich Vertraun
Bei der Königin, wie bei der Jungfrau dort?
Agamemnon.
Dies Siegel bewahr'; auf das Tåselchen hier,
Sieh, druckt' ich es ein. Nun gehe! Bereits
Glänzt Eos am Himmel, und fårbt ihn weiß,
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Und der Sonne Gespann steigt flammend empor.
Theil' unsere Muhn!
(Der Greis geht.)
Kein Sterblicher lebt bis an's Ende beglückt
Und selig; von Schmerz
Frei wurde noch Keiner geboren.
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(Agamemnon zurück in sein Belt.)
Erste Strophe.
Chor.
Iphigenia in Aulis. Euripides. Johann Jakob Christian Donner (Translator). . .